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Winterschutz für Pflanzen: Praxistipps und Wissenswertes
Viele Pflanzen benötigen einen geeigneten Winterschutz, um die kalte Jahreszeit im Freien zu überstehen. Worauf es dabei ankommt, erfährst du hier.
1. Darum ist der richtige Winterschutz wichtig für Pflanzen
Eisige Temperaturen, Schnee und Wind: Winterwetter kann Pflanzen stark zusetzen. Während winterharte Gehölze, Gräser und Stauden die kalte Jahreszeit im Freien problemlos überstehen, benötigen nicht oder nur bedingt winterharte Pflanzen hingegen einen geeigneten Frostschutz, damit sie keinen Schaden nehmen. Pflanzen, die du im Handel erwerben kannst, sind normalerweise mit einem Etikett ausgestattet, das Aufschluss über die Winterhärte gibt.
Winterzauber im Garten: Viele Pflanzen benötigen Schutz, um in der kalten Jahreszeit nicht einzugehen. [Quelle: Ju see – stock.adobe.com]
Für ein gesundes Pflanzenwachstum sind der Standort sowie die richtige Pflege ausschlaggebend. Bei ungünstigen Standortbedingungen und mangelnder Pflege können daher auch winterharte Pflanzen in der kalten Jahreszeit sterben.
Diese Gehölze benötigen in der Regel einen Winterschutz:
- Kamelien
- Mittelmeerschneeball
- Hortensien (insbesondere Kübelpflanzen)
- Hibiskus
- Zitronenbaum
- Oleander
- Olivenbaum
Auch Obstbäume sollten richtig auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Insbesondere bei Jungbäumen kommt es auf den passenden Stammschutz an, um Frostrisse zu vermeiden. Zusätzlich kann der Bodenbereich um den Baum zum Schutz des Wurzelwerks mit etwas Mulch, Kompost oder einer Laubschicht bedeckt werden.
Diese Stauden und Gräser sind im Normalfall nicht winterhart:
- Pampasgras
- Lavendel (insbesondere Kübelpflanzen)
- Rosmarin
- Mammutblatt
Auch Rosen benötigen einen geeigneten Pflanzenschutz im Winter. Hier sollte unbedingt die frostempfindliche Veredlungsstelle geschützt werden, indem Erde und/oder Kompost um die Pflanze gehäuft wird. Zusätzlich kann der Bodenbereich mit Reisig bedeckt werden. Je nach Art ist ein starker Rückschnitt oder der Kronenschutz mittels Jutebeutel oder Vlies empfehlenswert.
2. Frostschutz für Pflanzen: Methoden und Tipps
Exotische Pflanzen oder Gewächse aus dem Mittelmeerraum können bei Minusgraden schnell Schaden nehmen. Hier kommt es auf die richtigen Schutzmaßnahmen an, damit sie einen Winter im Freien überstehen. Was konkret zu tun ist, hängt von der Pflanzenart ab. Während Stauden im Beet häufig bereits geholfen ist, wenn der Boden mit Laub oder Reisig bedeckt wird, benötigen empfindliche Gewächse in Pflanzkübeln weiteren Schutz.
Bereits bei der Platzierung der Pflanzen kannst du zudem beeinflussen, ob sie auch im neuen Jahr wachsen und gedeihen. Worauf es dabei zu achten gilt, erfährst du im Folgenden.
Herbstlaub sowie Reisig als Isolierschicht für Beet- und Kübelpflanzen. [Quelle: Elenathewise – stock.adobe.com]
2.1 Gartenpflanzen im Winter schützen: Standortwahl und Rückschnitt
Beetpflanzen – insbesondere in ungeschützten Lagen – haben ein höheres Risiko, im Winter Schaden zu nehmen. Bedenke daher bereits vor der Pflanzung, ob die Bedingungen am jeweiligen Standort ganzjährig für die jeweilige Pflanzenart geeignet sind. Kommt sie gut mit zweistelligen Minustemperaturen zurecht, kannst du sie problemlos auf Freiflächen und ins Beet setzen. Berücksichtige hierbei jedoch weitere Standortanforderungen wie etwa Sonnen-, Regen- und Windtoleranz.
Im Beet sind Pflanzen stark den Wetterbedingungen ausgesetzt. Daher solltest du dort nur robuste, winterharte Sorten überwintern. [Quelle: ronstik – stock.adobe.com]
Empfindliche Gewächse sind hingegen in Kübeln besser aufgehoben. Diese solltest du im Winter zudem nah an eine Hauswand räumen, da die Temperaturen dort höher sind und weniger Wind und Niederschlag zu erwarten ist.
Du solltest den Winterschutz für deine Gartenpflanzen unbedingt vor dem ersten Frost anbringen und so lange am Platz lassen, bis die Temperaturen wieder konstant um die fünf Grad Celsius liegen. In vielen Regionen hat es sich bewährt, den Winterschutz bis Ende Oktober anzubringen und mindestens bis Anfang März zu belassen. Welcher Zeitpunkt passend ist, kann jedoch von Jahr zu Jahr und von Region zu Region stark variieren. Orientiere dich daher am besten an der Klimatabelle deines Wohnorts sowie am aktuellen Wetterbericht.
Für Ziergehölze und Rosen ist der Herbst außerdem eine gute Zeit für einen ausgiebigen Rückschnitt. Dabei sollten alle Saat- und Blütenstände entfernt werden, da dies die Pflanze für die Kälte kräftigt. Auch Obstbäume und Beerensträucher werden im Winter beschnitten. Hier dient die Maßnahme jedoch in erster Linie dazu, den Ernteertrag zu erhöhen.
Gräser und Nadelgehölze können in der kalten Jahreszeit hochgebunden werden, um sie vor Schneebruch zu schützen.
2.2 Topfschutz
Möchtest du Kübelpflanzen im Freien überwintern, solltest du den Topf unbedingt gegen Kälte isolieren, damit der Wurzelballen keinen Schaden nimmt. Dies gilt in der Regel auch für winterharte Arten. Hierzu kannst du den Kübel mit einem geeigneten Isoliermaterial wie
- Luftpolsterfolie,
- Kokosmatten,
- Schilfmatten,
- trockenem Herbstlaub oder
- Stroh ummanteln.
Achte hierbei jedoch darauf, den Kübel nur seitlich einzuwickeln, damit der Ablauf auf der Unterseite frei bleibt. Damit die Pflanze auch von unten vor Kälte geschützt ist, kannst du sie erhöht auf eine Holz- oder Styroporplatte stellen. Das Auslegen der Erde mit Reisig oder Blättern bietet weiteren Kälteschutz.
Passgenaue Kokosscheiben sind ein praktischer Kälteschutz für Topfpflanzen.
Wenn du im Garten Wert auf eine harmonische Optik legst, schneide einen dekorativen Jutebeutel unten und seitlich auf und bringe ihn über der Isolationsschicht am Kübel an. Eine Alternative sind Jute-Übertöpfe, die mit und ohne Aufdruck erhältlich sind.
Eine weitere Option stellen spezielle Thermo-Schutzhüllen für Pflanzkübel dar. Diese verfügen über eine wärmedämmende Bodenplatte, eine isolierende Innenschicht sowie eine robuste, wetterfeste Außenseite.
Handelsüblicher Thermo-Topfschutz
Frost schädigt nicht nur Pflanzen, auch Pflanzgefäße können je nach Material bei Temperaturen unter null Grad Celsius Schaden nehmen. Eine geeignete Isolierung trägt deshalb dazu bei, dass du sowohl an deinen Gartenpflanzen als auch an Töpfen und Kübeln lange Freude hast.
2.3 Kronenschutz
Einige Pflanzenarten – wie junge Obstbäume oder diverse Rosenarten – benötigen im Winter eine Abdeckung auf der Oberseite. Zu diesem Zweck eignen sich
- Jutebeutel oder
- Vlieshauben
besonders gut, da diese luftdurchlässig sind und sich daher kein Schwitzwasser unter der Haube bildet. Handelsübliche Vlieshauben sind für eine einfache Anbringung in der Regel mit einem Reißverschluss und einem Kordelzug ausgestattet und können in der Regel in der Waschmaschine gewaschen werden.
Mit XXL-Vlieshauben kannst du entweder sehr große Pflanzen bedecken oder mehrere kleine zugleich.
Ein Kronenschutz schirmt die Pflanze nicht nur vor Frost ab. Er kann darüber hinaus helfen, immergrüne Pflanzen vor dem Verdursten zu bewahren. Diese geben im Winter weiterhin Wasser über die Blätter ab, können bei gefrorenem Boden jedoch keines mehr aufnehmen. Ein Kronenschutz kann hier dem Verdunsten entgegenwirken. Zudem gleicht er Temperaturschwankungen zwischen der Wintersonne und der kalten Außenluft aus und trägt so dazu bei, Frostrisse an den Kronenzweigen zu verhindern. An frostfreien Tagen sollten immergrüne Sträucher dennoch regelmäßig gewässert und durch das Öffnen des Schutzmantels belüftet werden.
2.4 Stammschutz
Im Winter kann die Rinde von Jung- und Obstbäumen sowie Stammrosen leicht reißen. Dies geschieht, wenn die warme Wintersonne auf den noch gefrorenen Stamm trifft und es infolge des Temperaturunterschieds zu Spannungen in der Baumrinde kommt. Diese Risse können den Befall durch Schädlinge begünstigen, weshalb es sinnvoll ist, den Baumstamm mit einem passenden Winterschutz zu versehen.
Um den Stamm zu schützen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder kannst du ihn mit
- einer Winterschutzmatte aus Jute, Kokos, Schilf, Stroh oder Schafwolle umwickeln oder
- ihn mit einem Weißanstrich versehen.
Weißanstrich an Obstbaum [Quelle: Konstiantyn – stock.adobe.com]
Der Weißanstrich wird traditionell zum Schutz von Obstbäumen eingesetzt. Der Trick hierbei: Die weiße Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen. Eine Erwärmung der Baumrinde und daraus resultierenden Spannungsrissen wird so vorgebeugt.
3. FAQ
Wie kann ich meine Pflanzen im Winter schützen?
Welchen Pflanzenschutz du im Winter benötigst, hängt von der Pflanzenart ab. Je nach Sorte solltest du die Pflanze mithilfe einer Frostschutzhaube vor der Kälte sowie starkem Sonnenlicht schützen. Jung- und Obstbäume sowie Stammrosen benötigen zudem einen geeigneten Stammschutz. Kübelpflanzen sollten erhöht auf eine Isolationsplatte gestellt und mit einem Winterschutz umwickelt werden. Auch der Rückschnitt von Gehölzen sowie das Zusammenbinden von Ziergräsern zählen zu sinnvollen Maßnahmen, um deinen Garten winterfest zu machen.
Was sollte ich beachten, wenn ich meine Pflanzen im Freien überwintern möchte?
Winterharte Pflanzen kannst du problemlos im Außenbereich überwintern. Dabei solltest du Kübelpflanzen jedoch mit einem geeigneten Topfschutz wie Luftpolsterfolie oder einer Kokosmatte versehen. Immergrüne Sträucher, Jungbäume sowie zahlreiche Rosenarten benötigen zudem einen passenden Kronenschutz. Um Spannungsrissen vorzubeugen, sollte zudem der Stamm von Jung- und Obstbäumen sowie Stammrosen mit einem Stammschutz versehen werden. Bei bedingt winterharten Gewächsen reicht ein Umhüllen mit Isolationsmaterial unter Umständen nicht aus. Hier ist es sinnvoll, diese an eine geschützte Stelle an der Hauswand zu stellen, um sie vor der Witterung zu schützen.
Welchen Winterschutz benötigen Kübelpflanzen?
Bei Kübelpflanzen ist der Wurzelballen durch eindringende Kälte gefährdet. Stelle den Kübel daher erhöht auf eine Holz- oder Styroporplatte und umwickele ihn mit einem Isolationsmaterial wie Luftpolsterfolie oder Herbstlaub.





























