
Beete: Hochbeete, Frühbeete, Kräuterspiralen - Ihr Ratgeber
Beete verschönern mit Blumen den Garten oder dienen dem eigenen Gemüseanbau. Neben herkömmlichen, flachen Gartenbeeten, die direkt am Boden eingefasst werden, gibt es je nach Verwendungszweck noch andere Varianten: Hochbeete ermöglichen die rückenschonende Pflege und bieten Ihren Pflanzen viele Nährstoffe, Frühbeete erlauben ein Anpflanzen bereits bei niedrigen Temperaturen und in Kräuterspiralen können Sie Kräuter mit unterschiedlichsten Wachstumsbedingungen anpflanzen. Mehr zu diesen Themen finden Sie in diesem Ratgeber.
1. Hochbeete
Hochbeete sind höher gestellte, feste Rahmenkonstruktionen, die bequem im Stehen bepflanzt und gepflegt werden können. Außerdem ermöglicht das Schichtsystem innerhalb des Gestells einen Anbau unabhängig von der Qualität des Gartenbodens.
Alle Vorteile auf einen Blick:
- Rückenschonende Beetpflege
- Bietet besseren Schutz vor Nagern und Schädlingen
- Erlaubt Anbau auch bei schlechten Bodenbedingungen
- Erbringt ertragreiche Ernte durch viele Nährstoffe und zusätzlicher Bodenwärme
- Spezielle Modelle für Balkone und Terrassen ermöglichen den Anbau selbst in städtischen Umgebungen
1.1 Hochbeete befüllen
Ein Hochbeet wird schichtweise mit Blumenerde, Kompost, Laub, Baumschnitt und weiteren Zusätzen befüllt. So entstehen nährstoffreicher Humus und Wärme, was das Pflanzenwachstum fördert und die Ernte positiv beeinflusst. Wenn Sie den Standort für das Hochbeet aussuchen, achten Sie darauf, dass Sie es der Länge nach in Nord-Süd-Richtung ausrichten. Vor dem Bepflanzen sollten Sie das Gestell mit folgenden Schichten befüllen:
- Feinmaschiger Draht: Verhindert das Eindringen von kleinen Nagetieren.
- Baumschnitt und grobes Häckselgut: Sorgt für eine gute Durchlüftung und verhindert Staunässe.
- Gras- oder Heckenschnitt und andere Gartenabfälle
- Normale Gartenerde
- Reifer Kompost
- Klassische Blumenerde
Ein Hochbeet schützt die Pflanzen vor Schädlingen und ermöglicht gleichzeitig ein rückenschonendes Arbeiten im Stehen.
Bei der Pflege eines Hochbeetes ist vor allem eine regelmäßige und ausreichende Bewässerung wichtig, da die Erde schneller austrocknet als bei Flachbeeten. Außerdem sollten Sie das Beet immer wieder mit neuem Kompost auffüllen. Nach fünf bis sechs Jahren sollten Sie das Beet komplett neu befüllen, da nach dieser Zeit alle Nährstoffe aufgebraucht sind.
1.2 Verschiedene Baumaterialien
Bei der Rahmenkonstruktion eines Hochbeetes haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Materialien wie Holz, Kunststoff, Edelstahl oder Natursteinen. Für welches Material Sie sich entscheiden, hängt in erster Linie von Ihrem Geschmack und dem vorherrschenden Stil Ihres Gartens ab.
- Beispielsweise Lärche und Douglasie oder Weichhölzer wie Kiefer
- Sollte von innen mit Folie ausgelegt werden, um Austrocknung vorzubeugen
Kokosmatten Hochbeete
- Neutraler Look
- Matten müssen nach drei bis fünf Jahren erneuert werden, da sie mit der Zeit verrotten
Naturstein / Back- oder Sandstein Hochbeete
- Sehr resistent
- Hochbeet kann als optische Verlängerung des Wohnhauses und als kleine Mauer fungieren
- Körbe, die mit Steinen gefüllt sind
- Klare Form, robust und langlebig
- Optische Auflockerung durch Beleuchtung oder Steingartenpflanzen möglich
Metall Hochbeete
- Verzinkte Wellblechplatten
- Nachteil: Metall leitet Wärme und Kälte, was den Verrottungsprozess der unteren Schichten in kälteren Monaten verzögert
1.3 Zubehör
Damit Ihre Pflanzen noch besser wachsen und gedeihen, können Sie zusätzliches Zubehör an Ihrem Hochbeet anbringen:
Schneckenblech:
Der Kupferstreifen kann nach dem Aufbau auf halber Höhe angebracht werden und hält Schnecken ab.Folientunnel:
Schützt Pflanzen bei ungünstigen Wetterbedingungen wie Nachtfrost und starkem Regen oder auch vor Katzen und anderen Tieren. Außerdem dient die Folie der Wärmespeicherung. Im Sommer kann sie durch ein luftdurchlässiges Schutznetz ausgetauscht werden.Schutznetz:
Ist regen- und luftdurchlässig und schützt Pflanzen vor Schädlingen, Vögeln und Katzen.
2. Frühbeete
Frühbeete sind meist mit einem aufklappbaren Glasdeckel ausgestattet und werden hauptsächlich für die Anzucht von Jungpflanzen mit langer Kulturdauer genutzt. Außerdem ermöglicht das Frühbeet ein vorzeitiges Anpflanzen bereits ab Februar, wodurch sich die Erntephase entsprechend verlängert.
Frühbeete sind ideal für die Anzucht von Jungpflanzen mit langer Kulturdauer.
2.1 Anlegen und bepflanzen
Wählen Sie für Ihr Frühbeet einen sonnigen, windgeschützten Platz und richten Sie es Richtung Süden aus. Befüllen Sie den Kasten mit einem Gemisch aus Sand, Torf, Kalk und Kompost. Eine Schicht Pferdemist wirkt zudem wie eine Bodenheizung und bietet der Saat und Jungpflanzen ideale Keim- und Wachstumsbedingungen. Lockern Sie vor der Aussaat die Erde auf und drücken die Samenkörner dann mit einem Brett an. Beim Angießen sollten Sie nur eine feine Brause verwenden, damit die Körner nicht weggeschwemmt werden.
2.2 Was Sie wann aussäen oder anpflanzen können
- Februar: Gartenkresse, Radieschen, Rettich, frühe Kopfsalatsorten, Spinat
- März: Diverse Kohlarten und Salate, Sommerblumen (Ringelblume, Kalifornischer Mohn, Löwenmaul)
- Ab April: Selbst gezogene und gekaufte Pflanzen wie Tomaten und Paprika sowie Zucchini und Gurken
- Ab September: Feldsalat
Tipp: Im Herbst können Sie das Frühbeet als Obst- und Gemüselager umfunktionieren. Mit einer zusätzlichen Isolierung aus Strohmatten oder Laub können Sie Kohl, Möhren, Sellerie oder Kartoffel in die Erde betten und so mehrere Wochen aufbewahren. Legen Sie zuvor zum Schutz gegen Mäuse einen engmaschigen Draht aus.
3. Kräuterspiralen
Die Kräuterspirale, auch Kräuterschnecke genannt, ist ein sich nach oben windendes Beet für Kräuter. Durch die spezielle Bauweise ist es möglich, auf kleinsten Raum Kräuter mit unterschiedlichen Wachstumsbedingungen anzupflanzen. Es ergeben sich folgende Zonen:
| Zone | Eigenschaften | Hier wachsen… |
|---|---|---|
| 1. Wasserzone | Kleiner Teich, der südlich ausgerichtet ist. Die Zone ist besonders feucht. | Brunnenkresse, Bachbunge, Kalmus und Wasserminze |
| 2. Feuchtzone | Mit Komposterde angereicherter Boden, humusreich und feucht | Frauenmantel, gemeiner Kerbel, Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Schildampfer, Schlüsselblume, Guter Heinrich, Winterhecke, Indianernessel, Luftzwiebel, wilde Rauke |
| 3. Normalzone | Halbschattig und trocken | Arnika, Blutampfer, Buschoregano, Kümmel, Melisse, Pimpinelle, Portulak, Oregano |
| 4. Mittelmeerzone | Mit Sand und Kalk durchmischter Boden, durchlässig, mager und trocken | Bergbohnenkraut, Kamille, Salbei, Schnittknoblauch, Thymian, Buschthymian, Quendel, Zitronenthymian, Tripmadam, Zitronen-Bergbohnenkraut, Orangenthymian, Majoran, Lavendel |
4. FAQ
Wann sollte ich ein Hochbeet anlegen?
Der Herbst ist die ideale Zeit, um ein Hochbeet anzulegen, da in diesen Monaten viele Gartenabfälle anfallen, die Sie zur Befüllung Ihres Hochbeetes verwenden können. Auch für Frühbeete ist es die beste Zeit, um diese für das kommende Jahr vorzubereiten. Da Frühbeete schon im Februar besät werden können, erschwert Frost oftmals das Anlegen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie schon im Oktober alles vorbereiten.
Welche Pflanzen eignen sich für ein Hochbeet?
Wenn Sie ein Hochbeet neu anlegen, ist der Nährstoffgehalt sehr hoch, weshalb Sie nur starkzehrende Gemüsearten anbauen sollten, die kein Nitrat anreichern. Dazu zählen zum Beispiel Lauch, Auberginen, Tomaten, Gurken oder Kohl. Nach circa. drei Jahren können Sie auch schwachzehrende Kräuter und Salat anbauen. Außerdem empfiehlt es sich, Mischkulturen anzupflanzen, wie zum Beispiel Gurken mit Dill, Karotten mit Zwiebeln oder Bohnen mit Bohnenkraut. Aufgrund der räumlichen Begrenzung sollten Sie jedoch auf raumgreifende Arten wie Kürbis, Rhabarber oder Zucchini verzichten.
Wann muss ich ein Beet umgraben?
Durch den Wechsel von Frost- und Tauperioden während des Winters erhält die Erde eine feine, krümelige Struktur. Man spricht dabei von Frostgare, die ideal für die Neuaussaat im Gemüsebeet ist. Diese sollte unbedingt erhalten bleiben, weshalb Sie auf tiefes Umgraben verzichten sollten. Leichtes Harken und Einebnen der Erde genügt. Im Herbst können Sie den Boden dann umgraben und das Beet so für das nächste Jahr vorbereiten.







































