
Ratgeber Unkrautbrenner
Mithilfe von Unkrautbrennern entfernen Sie Unkraut schnell und komfortabel. Wie Sie dabei vorgehen sollten und was es beim Kauf der Geräte zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Einsatz von Unkrautbrennern
Unkrautbrenner stellen ein effektives Mittel zur Unkrautbekämpfung dar. Sie eignen sich sowohl für den Einsatz an Fugen von Gehwegplatten als auch auf dem Rasen. Dabei bieten sie gegenüber anderen Methoden deutliche Vorteile:
- Im Gegensatz zum Herauskratzen, Schneiden und Zupfen ist kein Bücken notwendig, sodass die Arbeit vergleichsweise rückenschonend ausfällt.
- Auch große Flächen lassen sich zügig bearbeiten, sodass Sie durch den Einsatz eines Unkrautbrenners Zeit sparen.
Hitze macht dem Unkraut den Garaus.
Ein Nachteil besteht hingegen darin, dass die Pflanzen nicht komplett entfernt werden und entsprechend neu austreiben. Daher sind in der Regel mehrere Behandlungen pro Jahr notwendig.
Beachten Sie, dass einige Alternativen wie der Einsatz von chemischem Unkrautvernichter (sogenanntes Herbizid) in Deutschland teilweise gesetzlich verboten ist. Dies betrifft zum Beispiel gepflasterte Gehwege. Insbesondere in diesen Bereichen ist ein Unkrautbrenner deswegen die ideale Wahl.
1.1 Funktionsweise
Was die Funktionsweise betrifft, ist die Bezeichnung Unkrautbrenner irreführend: Tatsächlich werden die Pflanzen bei richtiger Handhabung nicht abgeflämmt, sondern mithilfe des Brenners so stark erhitzt, dass die Zellen zerstört werden – das Eiweiß denaturiert (gerinnt) und die Zellen platzen auf. Durch diese Schädigung vertrocknet das Unkraut und stirbt innerhalb weniger Tage nach der Behandlung nahezu vollständig ab. Dazu führen Sie die Flamme (bei Gas-Unkrautbrennern) beziehungsweise den Hitzestrahl (bei Elektro-Unkrautbrennern) über die einzelnen Pflanzen.
Wie sich das Vorgehen zwischen den Modellen unterscheidet und wo deren Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie im Folgenden.
Das Ergebnis: Nach dem Einsatz eines Unkrautbrenners vertrocknet die Pflanze innerhalb weniger Tage.
1.2 Vergleich: Gas- versus Elektro-Brenner
Klassische Unkrautbrenner verwenden Gas. Sie bestehen aus einem Griff, einem langen Rohr und dem eigentlichen Brenner an der Spitze. Betrieben werden sie mit Gaskartuschen, die Butan, Propan oder ein Gemisch aus diesen beiden Gasen enthalten.
Die Vorteile von gasbetriebenen Unkrautbrennern:
- Sehr hohe Flammtemperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius sorgen für ein sehr gutes, langanhaltendes Ergebnis.
- Unbegrenzte Mobilität dank des geringen Gewichts und der Gaskartusche direkt am Brenner.
- Sie arbeiten zuverlässig, schnell und effizient. Zudem eignen sie sich für den großflächigen Einsatz.
Nachteilig ist hingegen, dass Sie stets darauf achten müssen, genügend Gas vorrätig zu haben.
Einige Unkrautbrenner eignen sich für den Anschluss an eine Campinggasflasche. Diese können doppelflammig betrieben werden. Allerdings ist die Bewegungsfreiheit durch die verhältnismäßig schwere Gasflasche eingeschränkt.
Der Aufbau eines elektrischen Unkrautbrenners unterscheidet sich nur geringfügig: Anstelle des Brenners ist am Ende des Rohrs lediglich eine Düse für die austretende Heißluft der Heizspirale vorhanden. Zusätzlich verfügt das Gerät über ein Kabel für den Stromanschluss.
Die Vorteile von strombetrieben Unkrautbrennern:
- Der Betrieb ist sicherer, da es keine offene Flamme gibt, an der man sich verbrennen kann.
- Sie eignen sich daher auch für den Einsatz nahe an anderen Objekten oder Pflanzen.
- Bei eingestecktem Kabel ist der Brenner dauerhaft funktionsfähig, man muss keine Gaskartuschen oder -flaschen bereithalten.
Allerdings ist der Arbeitsradius durch das Kabel relativ eingeschränkt und Sie benötigen ein langes Verlängerungskabel. Hinzu kommt, dass einige Modelle eine geringe Leistung und damit Arbeitstemperatur aufweisen, sodass mehr Zeit für das Erhitzen der Pflanzen notwendig ist.
Die folgende Tabelle stellt die Vor- und Nachteile der beiden Gerätetypen gegenüber:
| Gas-Unkrautvernichter | Elektro-Unkrautvernichter | |
|---|---|---|
| Temperatur | Sehr hoch, perfektes Ergebnis | Je nach Modell gering, dann längere Einsatzzeit notwendig |
| Mobilität/Arbeitsradius | Uneingeschränktes Arbeiten möglich | Abhängig von Kabellänge, Stromquelle benötigt |
| Dauereinsatz | Nur bei ausreichend großen/vielen Gaskartuschen | Dauerbetrieb möglich |
| Sicherheit | Offene Flamme kann zu Verbrennungen und Schäden an Objekten und Pflanzen führen | Heißluftstrahl bietet mehr Sicherheit beim Einsatz |
Eine Sonderausführung sind sogenannte Infrarot-Unkrautbrenner. Diese sind entweder mit Gasbetrieb oder Stromanschluss verfügbar. An ihrem Ende befindet sich eine Keramikplatte, die erhitzt und anschließend über das zu vernichtende Unkraut gehalten wird.
2. Kaufkriterien und Zubehör
Achten Sie bei Ihrer Wahl auf die folgenden Eigenschaften und Ausstattungsmerkmale, um sicherzustellen, dass der Unkrautbrenner Ihre Erwartungen erfüllt:
- Leistung und Temperatur: Elektronische Modelle sollten mindestens eine Leistung von 2.000 Watt bieten und Temperaturen von mindestens 650 Grad Celsius erreichen.
- Piezo-Zündung: Bei Brennern mit Piezo-Zünder ist am Griff ein Knopf angebracht, der bei Betätigung einen Funken erzeugt und das Gas entzündet. So benötigen Sie zum Entflammen kein Feuerzeug beziehungsweise Streichholz. Das sorgt für erhöhten Komfort und macht die Bedienung sicherer.
- Länge: Der Brennerstab sollte mindestens 100 Zentimeter lang sein, sodass ein rückenschonendes Arbeiten ohne Bücken ermöglicht wird. Bei Personen ab 180 Zentimetern Körpergröße sind sogar Modelle mit rund 120 Zentimetern empfehlenswert.
- Größe der Brennerdüse: Je größer die Düse, desto weniger genau müssen Sie zielen, da ein größerer Bereich erhitzt wird. Gasbrenner weisen meist einen Durchmesser von 60 Millimetern auf – dieser eignet sich für größere Flächen, wohingegen in der Nähe von Blumen kleinere Düsen zu bevorzugen sind, um diese nicht zu verletzen.
- Gewicht: Das Gewicht des Unkrautbrenners sollte möglichst gering ausfallen und maximal 2,5 Kilogramm betragen. Andernfalls wird die Arbeit – insbesondere bei langen Einsätzen – anstrengend und ermüdend.
- Abgeknicktes Brennrohr: Die Spitze des Brenners sollte zum Boden hin angewinkelt sein. So lässt sich der Brenner bequem halten, während die Hitze auf das Unkraut hin ausgerichtet wird.
Elektrische Unkrautbrenner arbeiten mit einer Heizspirale.
Bei großen Unkrautbrennern, die an eine Gasflasche angeschlossen werden, gilt es zudem, diese Punkte zu beachten:
- Druckminderer: Dieser ist in der Regel notwendig, da der Druck des aus der Gasflasche strömenden Gemischs andernfalls zu hoch ausfallen und den verwendeten Schlauch beschädigen kann.
- Schlauchlänge: Diese sollte mindestens fünf Meter betragen, um einen ausreichend großen Aktionsradius sicherzustellen. Andernfalls muss die Gasflasche getragen beziehungsweise häufig umgestellt werden.
- Wagen: Für Gasflaschen sind spezielle Wagen – ähnlich einer Sackkarre – erhältlich, mit der Sie diese leichter transportieren können.
3. Tipp: Unkrautbrenner richtig verwenden
Um ideale Ergebnisse beim Einsatz Ihres Unkrautbrenners zu erzielen, sollten Sie die folgenden Hinweise beachten:
- Beste Ergebnisse erhalten Sie bei Trockenheit oder nach längeren Hitzeperioden, wenn das Unkraut bereits geschwächt ist. Zudem wird die Hitze so besser weitergeleitet und kann bis in die Wurzeln vordringen.
- Je mehr Flüssigkeit die Pflanze gespeichert hat und je feuchter die Umgebung, desto schlechter fällt das Ergebnis aus. Daher sollten Sie Unkrautbrenner nicht morgens einsetzen, da der Tau die Pflanze schützt.
- Bekämpfen Sie Unkraut möglichst frühzeitig, also bereits beim ersten Austreiben. Auf diese Weise werden die Pflanzen nicht so widerstandsfähig und das Ergebnis hält länger an.
- Brennen Sie nicht das sichtbare Grün der Pflanzen ab, sondern konzentrieren Sie die Hitze in Bodennähe auf den Stiel.
Der Einsatz von Unkrautbrennern benötigt etwas Erfahrung und Übung. Bei korrektem Einsatz beträgt die Langzeitwirkung der Unkrautvernichtung rund vier bis sechs Wochen.
Zudem sollten Sie diese Sicherheitsvorkehrungen treffen:
- Tragen Sie robuste Kleidung: Geschlossene Schuhe und lange Hosen aus robustem Stoff (beispielsweise Jeans) können Sie vor Verbrennungen schützen.
- Beachten Sie, dass insbesondere die Spitze des Unkrautbrenners auch nach dem Ausschalten noch lange sehr heiß ist.
- Halten Sie ausreichend Sicherabstand zu anderen Pflanzen – insbesondere Hecken und ähnlich großen Gewächsen – sowie Objekten ein, um keinen Brand zu verursachen. Bedenken Sie dies auch bei trockenen Rasenflächen. Um Blumen nicht zu schädigen, sollte der Abstand mindestens zehn Zentimeter betragen.
4. FAQ
Wie funktionieren Unkrautbrenner?
Unkrautbrenner arbeiten mit Hitze. Anders als die Bezeichnung der Geräte vermuten lässt, geht es jedoch nicht darum, die unliebsamen Pflanzen zu verbrennen: Vielmehr werden die Pflanzenzellen durch die extremen Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius zerstört. Bei richtiger Anwendung dringt die Hitze bis tief in die Wurzeln vor, sodass die Pflanze nahezu komplett abstirbt und es entsprechend lange dauert, bis sie wieder austreibt und nachwächst.
Wie lange hält das Ergebnis nach der Unkrautentfernung?
Dies ist von verschiedenen Faktoren wie dem Wetter, der Pflanzenart und auch dem Einsatz des Unkrautbrenners (Häufigkeit, Zeitpunkt) abhängig. Generell lässt sich jedoch sagen, dass das Ergebnis nicht dauerhaft ist, sondern in der Regel zwischen vier und sechs Wochen lang anhält. Um möglichst lange von dem positiven Effekt zu profitieren, sollten Sie Unkraut bereits im frühesten Stadium behandeln, da dies die Pflanzen am stärksten schwächt.
Welches Gas benötige ich für meinen Unkrautbrenner?
Unkrautbrenner werden in der Regel mit Butan- oder Propangas betrieben. Teilweise enthalten die benötigten Kartuschen jedoch auch ein Gemisch aus diesen beiden Gasen.

































