
Ratgeber Taschenlampen
Taschenlampen kommen bei schlechten Lichtverhältnissen zum Einsatz und sind auch beim Camping oder einem Stromausfall unerlässlich. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie im Folgenden.
1. Aufbau und Elemente von Taschenlampen
LED-Taschenlampe mit einstellbarem Lichtkegel
Taschenlampen bestehen in der Regel aus sieben Bauteilen:
Schaltmechanismus
Der Schalter einer Taschenlampe dient vorrangig dem Ein- und Ausschalten des Lichts. Einige Modelle bieten dabei Zusatzfunktionen, die beispielsweise durch mehrfache Betätigung des Schalters eingestellt werden. Gängig sind unter anderem ein Blinken des Lichtkegels oder die Reduzierung der Helligkeit.
Gehäuse
Das Gehäuse einer Taschenlampe besteht aus Kunststoff oder Metall. Dabei bieten beide Materialien Vor- und Nachteile:
| Kunststoff | Metall |
|---|---|
| Geringes Gewicht | Hohe Stabilität und Robustheit |
| Niedriger Preis | Gute Wärmeableitung |
Wenn Sie Ihre Taschenlampe häufig unterwegs einsetzen und beispielsweise auf Campingausflügen, bei Fahrradtouren oder Wanderungen mitführen wollen, sind Modelle aus Kunststoff aufgrund ihres Gewichts zu bevorzugen. Für den Einsatz bei Handwerksarbeiten sind hingegen solidere Modelle aus Metall empfehlenswert.
Leuchte
Während ältere Ausführungen in der Regel mit kleinen Glühbirnen ausgestattet waren, funktionieren moderne Taschenlampen in der Regel mit sparsamen LEDs. Mehr Informationen zu den Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Leuchtmittel erhalten Sie in diesem Abschnitt des Ratgebers.
Energiequelle
Als Energiequelle für Taschenlampen sind Batterien und Akkus am weitesten verbreitet, manche Modelle sind jedoch mit einem Dynamo ausgestattet, der die Taschenlampe mithilfe einer Kurbel auflädt und mit Strom versorgt. Die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile der drei Varianten haben wir in diesem Kapitel für Sie zusammengefasst.
Reflektor
Der Reflektor ist ein spezieller Spiegel, der hinter dem Leuchtmittel angebracht ist und dafür sorgt, dass das Licht gebündelt und optimal nach vorne abgestrahlt wird.
Abdeckungsscheibe
An der Front der Leuchte ist eine Scheibe aus Glas oder Kunststoff angebracht, die das Leuchtmittel schützt. Bei hochwertigen Taschenlampen ist diese Abdeckung mit einem speziellen Material beschichtet, das für eine besonders hohe Lichtdurchlässigkeit sorgt.
Kontakte
Die Kontakte, die den Stromkreislauf der Taschenlampe schließen, haben meist die Form einer Spiralfeder. Bei vielen kostengünstig produzierten Modellen sind diese metallischen Federn eine Schwachstelle, da sie bereits nach kurzer Zeit zu rosten beginnen und/oder abbrechen und somit unbrauchbar werden können.
Qualitativ hochwertige Taschenlampen zeichnen sich generell durch die folgenden Eigenschaften aus:
- Robuste Bauweise sowie Bruchfestigkeit des Gehäuses und der Schutzscheibe
- Langlebige Kontakte, die resistent gegenüber Korrosion durch Feuchtigkeit oder Batterieflüssigkeit sind
- Korrekt geformter Reflektor für ideale Lichtabgabe
- Starker Leuchtkegel bei geringem Energieverbrauch
2. Taschenlampen-Typen
Bei Taschenlampen werden die Varianten unter anderem in Bezug auf die Leuchtcharakteristik unterschieden. Hierzu zählen Aspekte wie:
- Leuchtreichweite
- Ausleuchtungsfläche
- Lichtfokus
Anhand dieser Punkte werden sie in der Regel in drei Taschenlampen-Typen eingeteilt, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
2.1 Thrower
Als Thrower (deutsch: Werfer) werden Taschenlampen bezeichnet, die eine besonders hohe Leuchtreichweite aufweisen. Die angegebenen Werte können hierbei mehrere hundert Meter betragen. Die hohe Reichweite wird durch einen speziellen Aluminium-Reflektor ermöglicht, der auch SMO-Reflektor genannt wird. Der geworfene Lichtkegel ist schmal und eignet sich vor allem zum fokussierten Anleuchten einzelner Objekte.
Ein Thrower wirft einen schmalen Lichtkegel, der eine sehr hohe Reichweite hat.
Die Reichweitenangabe bedeutet in der Praxis nicht, dass das menschliche Auge beim Einsatz einer entsprechenden Lampe mehrere hundert Meter weit sehen kann.
2.2 Flooder
Ein Flooder (deutsch: Fluter) hat eine deutlich geringere Reichweite, kann durch seinen breiten Lichtkegel jedoch dazu genutzt werden, die nähere Umgebung großflächig auszuleuchten. Flooder-Taschenlampen werfen keine konzentrierten Lichtstrahlen, sodass bei vielen Modellen bewusst auf einen Reflektor verzichtet wird. Dadurch wird die Reichweite zwar geringer, die ausgeleuchtete Fläche nahe gelegener Bereiche jedoch umso größer.
Ein Flooder hat nur eine geringe Reichweite. Dafür leuchtet sein breiter Lichtkegel die nahe Umgebung großflächig aus.
2.3 Universallampen
Universallampen sind eine Mischung aus Flooder und Thrower. Sie vereinen eine relativ hohe Reichweite mit einem breiten Lichtkegel. Somit sind sie für zahlreiche Einsätze und den Allround-Gebrauch gedacht.
Bei manchen Modellen lässt sich der Lampenkopf ähnlich wie das Objektiv einer Spiegelreflexkamera austauschen. Je nach Situation können Sie damit für die optimale Ausleuchtung sorgen. Andere Varianten bieten einen ausziehbaren oder drehbaren Kopf, sodass sich der Fokus des Lichtkegels variieren lässt: So kann entweder eine kleine Fläche stark beleuchtet oder eine große Fläche weniger hell angestrahlt werden.
Für den alltäglichen Einsatz sind Universaltaschenlampen in der Regel ausreichend. Für professionelle Arbeiten empfiehlt sich hingegen die Anschaffung von zwei unterschiedlichen, spezialisierten Modellen.
2.4 Übersicht
Die folgende Tabelle liefert eine Zusammenfassung der Lampenarten und ihrer Eigenschaften:
| Thrower | Flooder | Universallampe | |
|---|---|---|---|
| Reichweite | Hoch | Gering | Variabel |
| Ausleuchtungsfläche | Klein | Groß | Variabel |
| Einsatzzweck | Gezieltes Anleuchten ferner Objekte | Ausleuchten großer, naher Flächen | Flexibler Allround-Einsatz |
3. Lichtquellen im Vergleich
Die meisten modernen Taschenlampen-Modelle sind mit LEDs ausgestattet. Zum Teil sind jedoch auch noch Varianten mit klassischen Glühbirnen erhältlich. Generell empfehlen sich LED-Taschenlampen, da diese diverse Vorteile bieten:
- Lebensdauer: LED-Lampen halten bei sachgemäßem Gebrauch mehrere 10.000 Stunden, Glühbirnen hingegen etwa 500 bis 1.000 Stunden.
- Energieverbrauch: LEDs verbrauchen deutlich weniger Energie, sodass die Taschenlampe eine längere Leuchtdauer bietet.
- Lichtausbeute: Die Lichtausbeute wird in Lumen pro Watt angegeben. Taschenlampen mit Glühbirne erreichen etwa zehn Lumpen pro Watt, Modelle mit LEDs hingegen bis zum Zehnfachen.
- Farbspektrum: Glühbirnen leuchten warmweiß. Leuchtdioden sind hingegen mit unterschiedlicher Lichtfarbe von kalt- bis warmweiß erhältlich.
- Widerstandsfähigkeit: Während Erschütterungen die Glühbirne beziehungsweise den Glühdraht beschädigen können, sind LEDs robuster gegenüber äußerlichen Einflüssen und damit auch ideal für den Outdoor-Bereich geeignet.
Lichtausbeute pro Watt einer Glühbirne (oben) im Vergleich zu einer LED (unten)
4. Energiequellen
Die Wahl der Energiequelle sollte anhand der geplanten Nutzung erfolgen: Batterien bieten Ihnen den Vorteil, diese je nach Bedarf ersetzen zu können, sodass im Prinzip ein Dauerbetrieb möglich ist. Taschenlampen mit Akkus können Sie hingegen stets neu aufladen. Dies ist praktisch, da keine Ersatzbatterien vorhanden sein müssen und schont zudem die Umwelt. Allerdings müssen Arbeiten wegen der Ladezeit gegebenenfalls unterbrochen werden. Taschenlampen mit eingebautem Dynamo machen Sie von jeglicher Energiequelle unabhängig. Dafür muss der Strom manuell erzeugt werden, lange Einsatzzeiten sind nicht möglich.
Die folgenden Tabellen fassen die Vor- und Nachteile der drei unterschiedlichen Bauarten zusammen:
Ideal für alle gängigen Arbeiten (mit langer Dauer).
Vorteile Batterien
- Dauerbetrieb möglich
- Hohe Leuchtkraft
Nachteile Batterien
- Batteriewechsel (Kosten, Umwelt)
Ideal für alle gängigen Arbeiten (mit kürzerer Dauer)
Vorteile Akku
- Wiederaufladbar (kostengünstig)
- Hohe Leuchtkraft
Nachteile Akku
- Unterbrechung des Betriebs notwendig
Ideal für Notfälle und auf Ausflügen ohne Zugriff auf Batterien oder Steckdose
Vorteile Dynamo
- Unabhängig von Energiequellen
Nachteile Dynamo
- Meist geringe Leuchtkraft
- Leuchtdauer wenige Minuten
5. Farbspektrum
Die Farbtemperatur, also die Farbe des von einer Lichtquelle abgegebenen Lichts, wird in der Einheit Kelvin (K) angegeben. Je niedriger der Wert, desto wärmer wirkt das abgestrahlte Licht. Man unterscheidet dabei grob drei Bereiche: Das warmweiße Spektrum wie beispielsweise von Glühbirnen, das hellere Neutralweiß und das noch hellere Tageslichtweiß. Tageslichtweiße Lampen haben häufig einen Blaustich, durch den man das Licht als kühl empfindet, der aber zugleich die Lichtausbeute erhöht.
Die folgende Grafik hilft Ihnen dabei, eine Taschenlampe mit der gewünschten Farbtemperatur zu wählen.
Farbspektren und Kelvin-Angaben
6. Extras
Einige Taschenlampen bieten praktische Zusatzfunktionen, die ihren Einsatz noch komfortabler machen:
- Drehbarer/herausziehbarer Kopf zur Einstellung des Lichtfokus
- Eingebautes Radio
- Magnete zum Anbringen an metallischen Oberflächen
- Einstellbare Helligkeitsstufen
- Blink-Modus als Warnblink- und SOS-Funktion
- Camping-Lampen-Funktion für die Beleuchtung großer Flächen
Wenn Sie die Taschenlampe im Outdoor-Bereich nutzen wollen, sollten Sie zusätzlich auf eine IPX-Zertifizierung achten: Taschenlampen mit IPX-6 sind gegen Spritzwasser geschützt, Modelle mit IPX-8 können sogar kurzzeitig unter Wasser getaucht werden.
7. Lexikon
Steht für den Lichtstrom. Bezeichnet die Menge des von der Lichtquelle in alle Richtungen abgestrahlten Lichts. Wird als Richtwert für die Helligkeit einer Lichtquelle gesehen.
Steht für die Beleuchtungsstärke. Bezeichnet die Menge des auftretenden Lichtes im Verhältnis zur Größe einer Fläche. Steht in Zusammenhang mit der Leuchtreichweite.
Gibt an, wie viel Licht eine Lichtquelle im Verhältnis zu einer bestimmten Leistung abgibt. Wird in „Lumen pro Watt“ gemessen.
Fluter-Taschenlampe, die einen breiten Lichtkegel mit geringer Reichweite wirft. Geeignet, um nahe Bereiche großflächig auszuleuchten. Zeichnet sich meist durch hohe Lumen-Werte aus. Häufig ohne Reflektor.
Werfer-Taschenlampe, die einen schmalen Lichtkegel mit sehr hoher Reichweite wirft. Geeignet für gezieltes Anleuchten entfernter Objekte. Zeichnet sich meist durch hohe Lux-Werte aus.
Bezeichnet das Licht außerhalb des zentralen Lichtkreises. Bei Throwern ist der Sidespill gering.
EDC steht für „every day carry“, also für Taschenlampen, die so klein sind, dass sie ungestört jederzeit mitgeführt werden können. Sie werden beispielsweise am Schlüsselbund befestigt. Die meisten EDC-Lampen sind nicht für den dauerhaften Einsatz ausgelegt, sondern eignen sich eher für Notfälle.
8. FAQ
Woran erkenne ich die Helligkeit einer Taschenlampe?
Die Helligkeit von Lampen wird in Lumen angegeben: je höher der Wert, desto heller die Lampe. Eine Kerze hat eine Helligkeit von etwa 15 Lumen,leistungsstarke Taschenlampen bieten bis etwa 5.000 Lumen Helligkeit.
Wie erkenne ich, welche Lichtfarbe eine Taschenlampe hat?
Lichtfarbe beziehungsweise Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben. Dabei werden grundsätzlich drei Bereiche unterschieden:
- Warmweiß: ca. 1.000-3.000 Kelvin
- Neutralweiß: ca. 3.000-6.000 Kelvin
- Tageslichtweiß: ab ca. 6.000 Kelvin
Mehr über die Farbtemperatur von Taschenlampen erfahren Sie an dieser Stelle.
Welche Taschenlampen haben eine hohe Lebensdauert und sind zudem sparsam?
Die meisten modernen Taschenlampen arbeiten mit LEDs. Im Vergleich zu Modellen mit Glühbirnen sind diese überaus sparsam im Energieverbrauch und bieten eine sehr hohe Lebensdauer.

































