
Ratgeber Hygrometer
Neben einer angenehmen Raumtemperatur ist auch die Luftfeuchtigkeit wichtig. Ob diese im idealen Bereich liegt, messen Hygrometer. Erfahren Sie hier alles über die Messgeräte.
1. Was sind Hygrometer?
Mithilfe von Hygrometern wird die Luftfeuchtigkeit in Räumen gemessen, sodass Sie stets überprüfen können, ob sich die Werte im optimalen Bereich bewegen. Sie finden die Messgeräte auch unter den Bezeichnungen Luftfeuchtigkeitsmesser und Feuchtigkeitsmesser.
Das kontinuierliche Messen der Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen ist nützlich, um zu trockener oder zu feuchter Luft entgegenzuwirken. Diese Vorgehensweise ist ratsam, da eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit auf Dauer Atemwegsprobleme hervorrufen kann und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit Schimmelbildung begünstigt.
Optimale Luftfeuchtigkeit – Welche Werte sind normal
Je nach Raumklima ist eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent ideal. Folgende Werte sollte Ihr Hygrometer in den verschiedenen Räumen anzeigen:
| Wohnraum | Ideale Luftfeuchtigkeit |
|---|---|
| Wohn- Schlaf- und Arbeitszimmer | 40 – 60 % |
| Küche | 50 – 60 % |
| Badezimmer | 50 – 70 % |
Beachten Sie: Übersteigt die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen regelmäßig einen Wert von 70 Prozent, droht Schimmel.
2. Hygrometer – Funktionsweise
Wie Hygrometer die Luftfeuchtigkeit messen, wird zwischen zwei Arten unterschieden. Viele Geräte besitzen in ihrem Inneren einen hygroskopischen Stoff, der Auskunft über die Luftfeuchtigkeit gibt. Andere Hygrometer sind mit Sensoren ausgestattet, welche die Messwerte ermitteln.
Hygrometer mit Schimmelalarm
Mechanische Funktionsweise: Sogenannte Haarhygrometer messen die Luftfeuchtigkeit über hygroskopische Stoffe wie beispielsweise Haare, Synthetikfasern oder beschichtete Spiralfedern. Diese dehnen sich bei Feuchtigkeit aus und ihre Bewegung wird auf das jeweilige Gerät übertragen.
Elektronische Funktionsweise: Hierbei wird die Feuchtigkeit mittels Sensoren gemessen und interpretiert. Richtig kalibriert bietet diese Variante sehr genaue Messwerte.
2.1 Digitale und analoge Hygrometer
Des Weiteren können Sie sich zwischen digitalen und analogen Hygrometern entscheiden.
Des Weiteren können Sie sich zwischen digitalen und analogen Hygrometern entscheiden. Digitale Messgeräte verfügen in der Regel über einfache LC-Displays, die alle wichtigen Daten auf einen Blick anzeigen. Darüber hinaus sind digitale Hygrometer kleine Allrounder: Einige Modelle verfügen zusätzlich über eine Temperaturanzeige, Mondkalender, Uhrzeit und Schimmelalarm. Der Schimmelalarm schlägt an, wenn über einen längeren Zeitraum eine zu hohe Luftfeuchtigkeit gemessen wird. So können Sie rechtzeitig Maßnahmen ergreifen , um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Digitales (links) und analoges Hygrometer (rechts) im Vergleich.
Analoge Hygrometer besitzen ein klassisches Design, bestehend aus einem Ziffernblatt. Die Luftfeuchtigkeit wird mit Zeigern angegeben. Im Vergleich zu digitalen Varianten Sie sind sie weniger umfangreich ausgestattet und zeigen häufig nur die Luftfeuchtigkeit an. In der Regel müssen analoge Hygrometer regelmäßig von Hand kalibriert werden, um korrekte Ergebnisse anzuzeigen.
Beide Varianten besitzen Ihre Vor- und Nachteile:
Analog
Schlichtes, klassisches Design Benötigt kein Strom / Batterien Manuelle Kalibrierung Wenige Funktionen
Digital
Viele Funktionen Automatische Kalibrierung Viele mit Schimmelalarm Benötigt Strom / Batterien
2.2 Hygrometer richtig kalibrieren
Digitale Hygrometer müssen Sie in der Regel nicht kalibrieren, die Geräte nehmen dies automatisch vor. Haben Sie trotzdem das Gefühl, dass die Messung falsch ist, können Sie die Batterien herausnehmen und erneut einsetzen. So richtet sich das Hygrometer neu aus.
Analoge Luftfeuchtigkeitsmesser sollten in regelmäßigen Abständen neu kalibriert werden, um genaue Messwerte zu erhalten. Wie Sie das Gerät justieren, ist vom jeweiligen Modell abhängig. Halten Sie sich an die Tipps des Herstellers.
Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Raum gleichbleibend ist und kein Luftzug entsteht, während Sie das Hygrometer justieren.
3. Der ideale Aufstellort
Egal, ob Sie Ihr Messgerät aufstellen oder aufhängen möchten, der richtige Aufstellort ist ausschlaggebend für genaue Messwerte. Grundsätzlich können Sie Hygrometer in jedem Raum platzieren, allerdings sollten Sie folgende Positionen vermeiden:
- In der Nähe eines Heizkörpers
- In der Nähe eines Luftbefeuchters
- In der Nähe eines Fensters
- Hinter einem Vorhang
An diesen Orten verhält sich die Luftfeuchtigkeit in der Regel anders als im übrigen Raum, sodass das Hygrometer dort falsche Werte misst.
4. FAQ
Wie wird das Hygrometer aufgestellt?
Sie haben mehrere Möglichkeiten das Hygrometer in Ihrem Zuhause anzubringen, idealerweise nicht in der Nähe eines Heizkörpers, Fensters oder Luftbefeuchters. Sie können Ihr Hygrometer auf einem Regal oder einer Kommode aufstellen. Hierfür sind die Geräte mit kleinen Standfüßen ausgestattet. Alternativ dazu können Sie das Messinstrument auch aufhängen. Einige Modelle verfügen über ein Loch auf der Rückseite, sodass Sie es mit mithilfe eines Nagels aufhängen können. Andere Varianten verfügen über einen Magnetstreifen, was die Anbringung am Kühlschrank oder anderen Metallflächen ermöglicht.
Was kann ich gegen eine zu hohe Luftfeuchtigkeit tun?
Überschreitet die Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen einen Wert von 60 Prozent, beziehungsweise im Badezimmer 70 Prozent, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit senken, um Schimmelbildung zu vermeiden. Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen:
- Regelmäßiges, kurzes Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster.
- Feuchte Wäsche draußen statt in den Räumen trocknen.
- Stellen Sie Schälchen mit Salz auf. Das Salz bindet die Feuchtigkeit, sodass diese im Raum reduziert wird.
- Praktische Luftentfeuchter können schnelle Abhilfe schaffen.
Die Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig – Was kann ich tun?
Vor allem im Winter kann es schnell zu trockener Luft in Wohnraumen kommen. Sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 40 Prozent, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um die Feuchtigkeit zu steigern. Beachten Sie dafür folgende Tipps:
- Platzieren Sie eine Schale mit Wasser auf einem Heizkörper. Durch die Verdunstung des Wassers steigt die Luftfeuchtigkeit an. Als Alternative bietet sich auch ein feuchtes Handtuch über der Heizung an.
- Anders als bei zu hoher Luftfeuchtigkeit empfiehlt es sich bei trockener Luft, die Wäsche im Raum zu trocknen.
- Zimmerpflanzen verbessern die Luftfeuchtigkeit.
- Lassen Sie nach dem Duschen die Tür des Badezimmers offen, sodass sich die feuchte Luft ausbreiten kann.
- Luftbefeuchter zerstäuben einen feinen Wassernebel, der zügig zu einer höheren Luftfeuchtigkeit beiträgt.


































