
Gabionen Ratgeber
Gabionen sind mit Steinen befüllte Drahtkörbe, die vor allem im Gartenbereich eingesetzt werden. Sie eignen sich beispielsweise als Rankgitter, Zaun und Sichtschutz und sind eine interessante Alternative zur klassischen Mauer aus Beton. Zudem können sie originell bepflanzt und dekoriert werden. Durch das Spiel mit verschiedenen Höhen und Breiten der Steinkörbe sowie unterschiedlichen Bruchsteinarten können Sie verschiedene Atmosphären erzeugen. Dieser Ratgeber informiert Sie über den Aufbau, die Verwendung, die Befüllung sowie die Dekoration der Gabionen.
1. Aufbau
Gabionen bestehen aus einzelnen Bauteilen, die mit wenigen Handgriffen und fast ohne Werkzeug zusammengebaut werden können. Es empfiehlt sich, vor dem Kauf eine Skizze der Flächen anzufertigen, über die sich die Gabionen erstrecken sollen. Daraus ergeben sich die Anzahl der Drahtkörbe sowie die benötigte Steinmenge.
Fundament
Zunächst ist es wichtig, einen ebenen und gut befestigten Untergrund zu schaffen, damit die Gabionenkörbe einen stabilen Halt haben. Der Untergrund sollte tragfähig sein und mit einer Schicht aus Schotter belegt werden. Dadurch wird verhindert, dass die Gabionen in die Erde einsinken.
Achtung: Hohe und schmale Gabionen sollten zusätzlich mit im Fundament einbetonierten Metallpfosten gesichert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Steinkörbe umkippen oder auseinanderbrechen.
Befestigung
Gabionen haben viele Einsatzmöglichkeiten, z.B. als Hochbeet
Die einfachste Art der Befestigung ist die Verwendung von Spiralen. Diese werden einfach durch die Gitterstäbe gedreht. Ösen und C-Klammern sind ebenfalls geeignet. Sie werden an die äußeren Gitterstäbe gesetzt, umfassen so beide Stäbe und werden dann zusammengedrückt. Zum Verschließen der Ringe wird eine Zange benötigt. Achten Sie darauf, die Ringe fest zu schließen, damit die Gittermatten zusammengehalten werden, ansonsten wird die Statik beeinträchtigt.
Tipp: Um das Gitter auf die passende Größe zu schneiden, ist ein Bolzenschneider gut geeignet. Verwenden Sie keinen Winkelschleifer, da die Zink-Aluminium-Beschichtung, die dem Rostschutz dient, durch starke Erhitzung beschädigt werden kann. Die Trennstellen sollten zudem nach Möglichkeit nie zur Sichtseite zeigen, um die Verletzungsgefahr zu verringern.
Zusammenfassend sind folgende Schritte beim Aufbau der Gabionen zu befolgen:
- Fundament legen
- Die leeren Steinkörbe aufstellen
- Diese mit C-Ringen, Ösen oder Spiralen verbinden
- Die Körbe mit Bruchsteinen befüllen
2. Verwendungsmöglichkeiten
Gabionen sind aufgrund ihrer Variabilität und Flexibilität, ihrer einfachen Handhabung sowie ihrer hohen Belastungsfähigkeit äußert vielfältig einsetzbar. Grundsätzlich werden zwei Arten von Gabionen unterschieden:
- Schüttkörbe ⇒ komplett mit frostsicheren, belastbaren Steinen befüllt
- Mauersteinkörbe ⇒ an den Sichtseiten mit Mauersteinen oder Platten verblendet und mit Schotter aufgefüllt
Mögliche Einsatzgebiete der Gabionen sind:
| Gabione | Einsatzzweck |
|---|---|
Sicht- und Lärmschutz ![]() | Lava-Gestein eignet sich zur Füllung am besten, da es einen besseren Lärmschutz garantiert als andere Gesteinsarten. Mit Steinen befüllte Gabionen können etwa 25 Dezibel absorbieren und sind somit auch als Schallschutz einsetzbar. |
Gabionenwand ![]() | Zur besseren Stabilisierung eignet sich ein Betonfundament. Sie sollten eine gewisse Einbindtiefe beachten, die in etwa 50 Zentimeter betragen sollte, damit keine Einsackungen der Gabionen stattfinden können. Planen Sie zudem eine Sohlenentwässerung ein. Achten Sie außerdem darauf, dass die Steinkörbe eine Drahtstärke von mindestens viereinhalb Millimetern besitzen. |
Gabionenkorb ![]() | Eine weitere Art der Gabione sind Gabionenkörbe. Diese eignen sich beispielweise sehr gut zum Bepflanzen. So wird ihre Gabione zum Hingucker in Ihrem Garten. |
Gabionenzaun ![]() | Eine maximale Zaunbreite von 10 Zentimetern ist angemessen, da dies nicht zu massiv wirkt und die Begrenzung bei Bedarf schnell ab- und aufgebaut werden kann. Der Zaun kann durch Holzelemente optisch aufgelockert werden und auch farbliche Variationen durch helle Steine und dunkles Holz sind denkbar. Hinweis: Der Gabionenzaun sollte wegen seiner geringen Standfläche nicht höher als zwei Meter gebaut werden. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, sind Vierkantrohre ab einer Höhe von einem Meter zwingend erforderlich. |
Dekoration ![]() | Gabionen eignen sich sehr gut zur Dekoration Ihres Gartens. Egal ob als Kräuterspirale oder Pflanzkübel, Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. |
Sie können Gabionen auch zur Hangbefestigung oder als Hochbeet benutzen. Ebenso lassen sich die Drahtgitterkörbe zur Herstellung von Sitzbänken, Kaminen, Grills oder Brunnen verwenden.
Einige Vorteile von Gabionen sind die folgenden:
- Umweltfreundlich
- Hohe Stabilität und Widerstandsfähigkeit
- Nebeneinander und übereinander stapelbar
- Natürlich regulierende Entwässerung aufgrund der Wasserdurchlässigkeit
- Hohes akustisches Isoliervermögen
- Müssen nicht gewartet werden
3. Befüllung
Durch die Befüllung mit Steinen erhält jede Gabione einen individuellen Charakter und passt sich harmonisch an die Umgebung an. Als Füllmaterial können Steinsorten wie Granit, Quarzit, Marmor, Flusskiesel, Kalkstein oder spezielle Naturfasermatten verwendet werden. Auch der Einsatz von Klinkern, Glasbruch und Holz ist möglich. Sie können auch verschiedene Natursteinarten miteinander kombinieren. Gerade mediterran anmutende, beige-braune Jura-Kalksteine sowie grauer Muschelkalk wirken besonders edel.
Lassen Sie bei der Befüllung Ihre Kreativität spielen
Tipp: Basalt eignet sich besonders gut, da an diesem Gestein Algen und Moos nur schwer haften bleiben.
Das Steinmaterial sollte folgende Eigenschaften besitzen:
- Witterungsbeständig
- Ausreichend belastbar
- Größer als die Maschenweite
Wichtig ist, dass Sie Bruchsteine mit einer geeigneten Größe wählen. Diese hängt wiederum von der Maschengröße des Drahtkorbes ab, damit das Füllmaterial nicht aus der Gabione herausfällt. Als Faustregel gilt: Die Gesteinsgröße sollte etwa dem eineinhalb bis zweifachen der Maschengröße entsprechen.
Die Steine müssen zudem so dicht wie möglich geschichtet werden, um größere Hohlräume zu vermeiden. Füllen Sie die Körbe bis circa 25 Millimeter über den Rand, da die Steine mit der Zeit zusammen rutschen werden. Das Material verdichtet sich dadurch und wird stabiler. Bei kleinteiligem Füllmaterial müssen die Drahtkörbe zunächst mit Vlies oder Kokosmatten ausgelegt werden, damit das Material nicht durch das Gitter rieselt.
Die folgende Tabelle veranschaulicht, wie hoch der Steinbedarf je nach Größe der Gabione ist:
| Breite (mm) | Höhe (mm) | Tiefe (mm) | Steinbedarf (Liter) | Steinbedarf (Kilogramm) |
|---|---|---|---|---|
| 2000 | 2000 | 1000 | 4000 | 6400 |
| 2000 | 1000 | 500 | 1000 | 1600 |
| 1000 | 500 | 1000 | 500 | 800 |
| 1000 | 1000 | 1000 | 1000 | 1600 |
| 500 | 2000 | 500 | 1000 | 1600 |
| 500 | 500 | 500 | 125 | 200 |
4. Dekoration
Wenn Ihnen die Steinkörbe zu schlicht sind, können Sie diese mit einfachen Mitteln optisch aufwerten. Gabionen lassen sich beleuchten, bepflanzen, mit Schmuckblechen verschönern und eignen sich auch für das Anlegen von Wasserfällen.
Beleuchtung:
Während des Befüllens der Gabionen können Sie Stromleitungen verlegen, um eine Beleuchtung zu integrieren. Der Lichteffekt ist am wirkungsvollsten, wenn Sie die Steinkäfige mit (farbigen) Glasbrocken füllen. Das Licht scheint abends durch die transparenten Glaskörper und sorgt für wunderschöne Reflektionen. Gerade in Kombination mit Wasser, wie beispielsweise einem Brunnen, wirkt Licht sehr beruhigend.
Achtung: Die Lichtquelle muss in jedem Fall spritzwassergeschützt sein.
Bepflanzung:
Sie können die Steinkörbe auch mit Pflanzen begrünen. Die Bepflanzung sorgt für zusätzliche Standfestigkeit, da die Wurzeln den Zusammenhalt der Steine unterstützen. Zudem bieten Pflanzen darüber hinaus auch einen Lärm- und Sichtschutz. Ein gewisser Anteil an immergrünen Pflanzen sorgt zusätzlich dafür, dass die Steinkörbe im Winter nicht zu kahl wirken.
Gabionen lassen sich auf drei Arten bepflanzen:
- Von unten nach oben: Benutzen Sie hierzu rankende Pflanzen wie beispielsweise Efeu, Wilden Wein, Clematis oder Rosen. Diese können an dem Drahtgitter emporwachsen und die Maschen umklammern.
- Nur oben: Füllen Sie die Körbe nicht ganz mit Steinen, sondern verwenden Sie für den oberen Bereich Pflanzenerde. In diese Erde können Sie ganz nach Geschmack verschiedene Blumen sowie kleine Heckenpflanzen oder Nadelgehölze einpflanzen.
- Seitlich: Geben Sie etwas Blumenerde in die Hohlräume zwischen den Steinen. Am besten eignen sich für diese Art der Bepflanzung Steingartengewächse, wie beispielsweise Steinbrech, Hauswurz oder Mauerpfeffer. Diese Pflanzen sind sehr genügsam und kommen mit wenig Wasser aus.
Tipp: Nutzen Sie die Gabionen als Rankhilfe für Brombeeren oder Himbeeren. So können Sie von Ihrer Gabionenwand leckere Früchte ernten.
Schmuckbleche:
Eine weitere Möglichkeit die Gabionen zu verschönern, sind Schmuckbleche. Diese werden an die Maschen der Gitterboxen gehängt und lockern den Gesamteindruck auf. Schmuckstücke existieren in diversen Farben und Materialien, besonders beliebt ist Edelstahl.
Wasserfall:
Einen Wasserfall können Sie ganz einfach in Ihren Steinkörben einbauen. In Kombination mit einer Teichpumpe und einem Drehzahlregler liefert Ihnen der Wasserfall einen wunderschönen breiten Wasserfilm, der praktisch geräuschlos in den Teich oder ein anderes Wasserreservoir zurückfließt.
5. FAQ
Kann ich Gabionen bei Bedarf mit dem Winkelschleifer kürzen?
Um die Gabionengitter auf die gewünschte Größe zu kürzen, sollten Sie am besten einen Bolzenschneider verwenden. Die Verwendung eines Winkelschleifers kann die Beschichtung, die dem Rostschutz dient, beschädigen.
Welches Fundament benötigt die Gabione?
Als Untergrund für die Gabionen können Sie einen Streifen aus Bauschutt beziehungsweise Schotter anlegen. Dieser verhindert, dass die Gabionen wegsacken. Ein Betonfundament ist nur dann nötig, wenn die Drahtkörbe beispielsweise eine große Höhe haben sollen, wie etwa bei einer Mauer.
Sind mehrere Arten von Füllungen möglich?
Sie können die Gabionen nicht nur mit einer Steinart füllen, auch Kombinationen sind möglich. Sogar die Füllung mit speziellen Materialien, wie Glas, Beton- oder Ziegelschutt ist denkbar.
Welche Eigenschaften sollte das Steinmaterial besitzen?
Die Bruchsteine sollten witterungsbeständig sein. Zudem ist es wichtig, dass die Steine eine gewisse Belastbarkeit besitzen und nicht zu brüchig sind. Zudem empfiehlt es sich, auch Steine zu verwenden, die größer als die Maschen der Drahtkörbe sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Inhalt aus den Körben herausfällt.

















