
Ratgeber Balkonsichtschutz
Der Balkon stellt eine kleine Wohlfühloase der Wohnung dar und gerade im Sommer möchte man sich darauf sonnen, frühstücken oder ein Gläschen Wein genießen. Durch die Balkone der umliegenden Nachbarn kann jedoch die Privatsphäre gestört werden und man fühlt sich schnell beobachtet. Ein Balkonsichtschutz schafft in diesen Fällen Abhilfe. Wir verraten Ihnen in diesem Ratgeber, welche unterschiedlichen Möglichkeiten Ihnen dafür zur Verfügung stehen.
1. Modelle
Ein Balkonsichtschutz schützt nicht nur vor neugierigen Blicken, sondern auch vor Wind oder Sonne. Je nachdem, ob Sie Ihren Balkon nach unten, oben oder zur Seite abgrenzen wollen, können Sie auf unterschiedliche Modelle zurückgreifen.
Balkonbespannung
- Lange Textilbahn
- Auch in anderen Materialien erhältlich wie Kunststoff oder Schilfrohr
- Lässt sich an der Brüstung befestigen
- Schützt vor Blicken von unten und auch vor Wind

Seitlicher Sichtschutz
- Erhältlich als Balkonrollo oder -fächer
- Hausfassade muss angebohrt werden

Markisen
- Können ebenfalls als seitlicher Sicht- und Windschutz dienen
- Herkömmliche Markisen schirmen nach oben ab und schützen zusätzlich vor Sonne
- Hausfassade muss angebohrt werden

Trennwände / Paravents
- Lassen sich einfach aufstellen und versetzen
- Können flexibel eingesetzt werden: Seitlich oder frontal

Hier alle Balkonbespannungen ansehen
Markisen und Trennwände lassen sich ebenso auf der Terrasse verwenden. Auch dort können Sie vor Wind oder Sonne schützen und schaffen eine optische Abtrennung. Die Vorrichtungen stellen zudem ein dekoratives Element dar und können dem Stil der Terrasse beziehungsweise des Balkons angepasst werden.
2. Materialien und Farben
Das Material eines Balkonsichtschutzes sollte vor allem blickdicht sowie witterungsbeständig sein und nicht schnell ausbleichen. Markisen oder Balkonfächer bestehen meist aus strapazierfähigem und wasserabweisendem Textilgewebe. Bei Balkonbespannungen haben Sie häufig eine größere Auswahl, was das Material betrifft. Im Folgenden haben wir für Sie die häufigsten Materialen aufgeführt:
Schilfrohr-/ Weidenmatten

Vorteile
- Natürliche Optik
Nachteile
- Nicht resistent gegen Schimmel
- Nicht witterungsbeständig
Bambusmatten

Vorteile
- Ebenfalls natürliche Optik
Nachteile
- Nicht resistent gegen Schimmel und anfällig gegenüber Witterung
Kunststoff Sichtschutz (PVC)

Vorteile
- In vielen verschiedenen Farben und unterschiedlichem Design erhältlich (z.B. Bambusoptik)
- Pflegeleicht
- Resistent gegen Schimmel und witterungsbeständig
PP oder PE Bespannungen

Vorteile
- In vielen verschiedenen Farben und Mustern erhältlich
- Üblich mit Streifenmuster
Nachteile
- Material bleicht leicht aus
Polyrattan

Vorteile
- Witterungsbeständig und pflegeleicht
- Blickdicht
- Zuschneidbar
Markisenstoff

Vorteile
- Hochwertiger Look
- Wetterfest
Nachteile
- Verfärbt sich mit der Zeit
- Sollte nur für Rollos verwendet werden, sodass der Stoff bei Nichtgebrauch in einem Kasten geschützt wird
Die Farben der Materialien sind hauptsächlich in natürlichen Tönen gehalten wie beige, braun, grün oder gelb/blau-weiß gestreift. **Besonders beliebt ist die Farbe Grau , da sie zu jeder Art von Stahlgeländer passt, unauffällig ist und sich gut mit anderen Farben kombinieren lässt. Achten Sie bei der Wahl der Farbe auf die Gestaltung der Hausfassade und Ihres Balkons beziehungsweise Ihrer Terrasse. Die Farben weiterer Elemente wie beispielsweise eines Sonnenschirms sollten zum Sichtschutz passen.
Hier alle Schilfrohrmatten ansehen
3. Befestigung eines Balkonsichtschutzes
Je nach Art des Balkonsichtschutzes können für die Befestigung Bohrungen an der Wand nötig sein. Balkonbespannungen werden ganz einfach über Metallösen, durch die Kabelbinder, Schlingen oder Kordeln gezogen werden, am Geländer befestigt. Ebenso können Sie Sichtschutzmatten aus Bambus oder Weide ganz einfach an die Brüstung binden. Markisen oder Balkonfächer hingegen werden an der Hauswand befestigt. Hierfür muss eine Halterung an das Gemäuer geschraubt werden. Die einfachste Variante sind Trennwände oder Paravents: Sie lassen sich ganz einfach aufstellen, ohne dass eine Befestigung vonnöten ist.
Achtung: Sofern Sie in einer Mietwohnung leben, sollten Sie grundsätzlich Ihren Vermieter fragen, ob es bestimmte Vorgaben gibt. Denn selbst wenn die Hausfassade unberührt bleibt, kann die Hausverwaltung eine Balkonverkleidung komplett untersagen oder die Farbauswahl eingrenzen.
4. FAQ
- Stellt ein Balkonsichtschutz eine bauliche Veränderung dar?
Vorrichtungen, die das Gesamterscheinungsbild eines Hauses beeinträchtigen, gelten als bauliche Veränderung. Somit dürfen Wohnungseigentümer nicht eigenmächtig auf ihrem Balkon einen Sichtschutz errichten: Das Anbringen von Markisen bedarf einer Genehmigung des Hauseigentümers. Sichtschutz, der nicht über das Geländer hinausragt und farblich zur Außenfassade passt, ist generell erlaubt, doch auch die Montage einer Balkonbespannung kann der Vermieter verbieten. Klären Sie daher unbedingt im Voraus mit dem Hauseigentümer ab, ob es Vorgaben für einen einheitlichen Sichtschutz gibt. So sparen Sie sich womöglich viel Ärger und auch Geld, falls Sie eine Vorrichtung wieder abnehmen müssen.
Tipp: Ein Paravent stellt einen mobilen Sichtschutz dar, den Sie flexibel aufstellen können, wenn er auch tatsächlich gebraucht wird. So gehen Sie kein Risiko ein und etwaigem Ärger aus dem Weg.
- Welche Möglichkeiten habe ich, mich vor Blicken von benachbarten Balkonen zu schützen?
Insbesondere in Mietshäusern mit mehreren Parteien werden die Balkone sehr eng aneinander gebaut, sodass Sie sich in Ihrer Privatsphäre gestört fühlen können. Mit einem Sichtschutz, der Ihren Balkon zur Seite hin abtrennt, können Sie dem entgegenwirken. Hierfür eignen sich am besten Balkonfächer, senkrechte Markisen beziehungsweise Rollos, Vorhänge oder Paravents.
- Welche Voraussetzungen muss ein Balkonsichtschutz erfüllen?
Ein Balkonsichtschutz ist häufig das ganze Jahr über angebracht und muss somit sehr robust und witterungsbeständig sein. Dazu zählt, dass das Material reißfest ist, starkem Wind standhält und auch UV-beständig ist. Möchten Sie die Vorrichtung auch im Winter nicht abnehmen, muss das Material zudem Frost aushalten können. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass der Sichtschutz pflegeleicht ist, sodass sich etwaige Verschmutzungen leicht entfernen lassen.



































