
Gaming-PC Ratgeber
Trotz der Konkurrenz durch leistungsstarke Konsolen wie Playstation oder Xbox erfreuen sich Gaming-PCs nach wie vor großer Beliebtheit. Dies liegt zum einen an exklusiven Spieletiteln, die nur für PCs verfügbar sind, aber auch am sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, welches Computer bieten. Worauf Sie beim Kauf eines Gaming-PCs achten sollten erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Allgemeine Informationen
Auch wenn Tablets und Laptops den Desktop-PC (PC ist kurz für Personal Computer) in vielen Haushalten verdrängt haben, gibt es einige Anwendungen, für die Desktop-PCs die bessere Alternative darstellen. Insbesondere leistungsintensive Programme wie zum Beispiel Computerspiele benötigen hochwertige Hardware und lassen sich auf vielen der kleineren Verwandten des PCs nicht nutzen.
1.1 Vorteile von Gaming-PCs
Neben exklusiven Spieletiteln weisen Gaming-PCs gegenüber Konsolen weitere Vorteile auf. Wie alle Desktop-Rechner bieten Gaming-PCs in Ihren Gehäusen viel Platz für Hardware. Da diese nicht platzsparend konstruiert werden muss, ist sie oft günstiger als Hardware, die in Laptops, Tablets und Konsolen verbaut wird. Daher sind Spielecomputer bei gleichem Preis oft leistungsstärker als Konsolen, beziehungsweise bei gleicher Leistung preiswerter.
Ein weiterer Vorteil des Gaming-PCs liegt darin, dass sich die einzelnen Hardwareteile zur Leistungssteigerung modifizieren, übertakten (Modding) und problemlos austauschen lassen. Ist zum Beispiel die Grafikkarte veraltet, können Sie sie ohne Weiteres durch ein neueres Modell ersetzen. So kommen Sie auch in den Genuss aktueller Spieletitel, ohne einen neuen Computer kaufen zu müssen.
Darüber hinaus lassen sich nicht nur viele Spieletitel vor allem aus den Genres Egoshooter oder Strategie, am PC mit Maus und Tastatur komfortabler spielen als an der Konsole – einige Computerspiele sind sogar exklusiv für den PC verfügbar und somit für Sony-, Microsoft- , oder Nintendokonsolen nicht erhältlich.
Außerdem können Sie Gaming-PCs auch für Büroanwendungen oder zur Musik- und Filmwiedergabe nutzen. Spielkonsolen sind nur beschränkt multifunktional einsetzbar.
Die Vorteile eines Gaming-PCs im Überblick:
- Viel Hardware für wenig Geld
- Teile austauschbar
- Exklusive Spieletitel
1.2 Die wichtigsten Hardwarekomponenten eines Gaming-PCs
Vom Aufbau eines herkömmlichen Desktop-PCs unterscheidet sich ein Gaming-PC nur im Detail. Für das Gaming sind einige Hardwarekomponenten wichtiger als andere, darunter die Grafikkarte. Im folgenden Kapitel stellen wir Ihnen die einzelnen Bestandteile eines Spielecomputers vor und zeigen, welche Hardware für die Performance besonders wichtig ist.
Mainboard
- Das Mainboard (auch Motherboard) ist die Hauptplatine, mit der alle weiteren Hardwarekomponenten verbunden sind.
- Ist für die Kommunikation zwischen Grafikkarte, Prozessor und Arbeitsspeicher zuständig.
- Daher ist ein hochwertiges Mainboard mit einer aktuellen Firmware unerlässlich für ein ungetrübtes Spielerlebnis.
- Auch für andere Anwendungen nutzbar
- Achten Sie darauf, dass Ihr Mainboard über aktuelle Schnittstellen wie zum Beispiel USB 3.0 und USB 3.1 verfügt. Mehr dazu erfahren Sie hier.
CPU
- Die Central Processing Unit (CPU), häufig auch Prozessor genannt, übernimmt einen Großteil der Rechenarbeit des Computers.
- Eine leistungsstarke CPU ist Voraussetzung dafür, die neuesten PC-Spiele ruckelfrei zu spielen.
- Seit Mitte der 2000er Jahre sind bei den meisten PCs sogenannte Mehrkernprozessoren im Einsatz, die ihre Rechenkraft für ein besseres Ergebnis bündeln.
- Die Leistung einer CPU wird in Gigahertz (GHz) angegeben. Weitere Informationen finden Sie hier.
Arbeitsspeicher
- Speichert Informationen und Daten für laufende Programme zwischen
- Gängiger Arbeitsspeicher ist der sogenannte DDR-RAM
- Größe des Arbeitsspeichers entscheidend für die Performance
- Wird in Gigabyte (GB) angegeben. Weitere Informationen finden Sie hier.
Grafikkarte
- Übernimmt die Berechnung der grafischen Darstellung
- Besonders wichtig für Spiele mit aufwendiger Grafik
- Mit eigenem Prozessor (GPU) und Arbeitsspeicher ausgestattet
- Größe in Gigabyte und Taktrate in Gigahertz geben Aufschluss über die Leistungsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie hier.
Festplatte
- Dient dazu, Daten langfristig zu sichern
- Für Gamer besonders wichtig, wenn viele Spiele gleichzeitig auf der Festplatte gespeichert werden sollen
- Als HDD günstiger, als SSD schneller. Hybridspeicher bieten eine gute Alternative.
- Größe wird in Giga- oder Terrabyte angegeben. Weitere Informationen finden Sie hier.
Netzteil
- Versorgt die übrigen Hardwarekomponenten mit Strom
- Leistungsfähiges Netzteil für Gaming-PCs besonders wichtig, da hochwertige Hardware sehr energieintensiv ist
Gehäuse
- Schützt die Hardware vor Staub und äußerer Krafteinwirkung
- Teilweise mit geräuschdämmenden Materialien ausgestattet
- Lassen sich in Form und Farbe den individuellen Vorlieben anpassen
Lüfter- und Kühlsysteme
- Beim Betrieb leistungsstarker Hardware entsteht große Hitze
- Lüfter kühlen die einzelnen Hardwarekomponenten
- Hochwertiger Lüfter für leistungsstarke Hardware notwendig
1.3 Weiteres Zubehör für Gaming-PCs
Neben den Komponenten, die für einen reibungslosen Betrieb des Rechners sorgen, benötigen Computer weiteres Zubehör zur Darstellung der Grafik, aber auch zur Befehlseingabe.
Monitor
- Größe wird als Bildschirmdiagonale in Zoll angegeben
- Flimmerfreies Bild dank hoher Bildwiederholfrequenz, die in Hertz oder Frames per Second angegeben wird (fps)
- Gutes Kontrastverhältnis entscheidend für hochwertige Darstellung der Computergrafik
- Für Spieleerlebnis in HD wird ein HD-fähiger Monitor sowie eine HD-fähige Grafikkarte benötigt
Eingabegeräte
Am weitesten verbreitet sind Maus und Tastatur
Spezielle Gaming-Mäuse und Tastaturen verfügenüber zusätzliche belegbare Tasten und kürzere Reaktionszeiten
Viele Gamer nutzen speziell gefertigte Mauspads mit guten Reibungseigenschaften
Für einige PC-Spiele wie die Sportsimulationen der FIFA-Reihe eignen sich Gamepads sehr gut
Soundwiedergabe und Headset
Weniger kostspielig, aber mindestens ebenso wichtig wie die Grafikwiedergabe
Soundkarte mit Klinkenanschlüssen für Boxensystem oder Headset
Headset mit Mikrofon wichtig für Kommunikation bei Multiplayer-Spielen.
WLAN- und LAN-Verbindung
- Netzwerkkarten sind notwendig, damit sich Ihr PC mit dem Heimnetzwerk verbinden und mit Hilfe eines Routers auf das Internet zugreifen kann
- Als WLAN-Karte mit drahtloser Verbindung zum Router
- Als LAN-Karte mit Kabelverbindung zum Router
2. Welche Hardware ist die wichtigste zum Computerspielen?
Folgender Tabelle können Sie entnehmen, welche Hardware besonders wichtig für die Performance eines Gaming-PCs ist:
| Hardware | Gewichtung |
|---|---|
| CPU | +++ |
| Grafikkarte | +++ |
| Arbeitsspeicher | +++ |
| Festplatte | ++ |
| WLAN/LAN | ++ |
| Monitor | ++ |
| Maus und Tastatur | ++ |
| Soundkarte und -equipment | ++ |
3. Selbstgebauter Rechner vs. Komplett-PC
Wenn Sie beim Kauf eines Gaming-PCs Geld sparen möchten, besteht die Möglichkeit, die Hardwarekomponenten zu günstigen Preisen einzeln zu erstehen und das Gerät selbst zusammenzubauen. Voraussetzung ist neben etwas handwerklichem Geschick und technischem Sachverstand, dass Sie sich darüber informieren, welche Hardwarekomponenten besonders gut miteinander harmonieren. Bremst das Motherboard aufgrund veralteter Firmware oder Anschlüsse die CPU aus, bringt Ihnen auch der teuerste Prozessor keine bessere Performance. Daher eignen sich selbstgebaute Rechner vor allen Dingen für Nutzer, die bereits über etwas Erfahrung mit Computern verfügen. Für Neulinge empfiehlt sich ein Komplettsystem, bei dem schon alle Teile verbaut sind.
4. Für unterwegs: Der Gaming-Laptop
Auch wenn Desktop-PCs Gamer mit Vorteilen wie gutem Preis/Leistungsverhältnis und komfortabler Bedienung bei großzügiger Ausstattung überzeugen, bieten sie einen großen Nachteil: Sie sind sperrig und schwer zu transportieren.
Abhilfe schaffen Gaming-Laptops. Diese bieten gegenüber Konsolen die gleichen Vorteile wie ein Desktop-PC und lassen sich nicht nur für exklusive Spieletitel, sondern auch zur Datenverarbeitung und für Büroanwendungen nutzen. Darüber hinaus sind Sie mit einem Gaming-PC nicht auf einen Standort festgelegt und können ihn leicht zum gemeinsamen Gaming mit Freunden mitnehmen.
5. FAQ
Wieviel Arbeitsspeicher braucht ein Gaming-PC?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da sich die Anforderungen an Spielecomputer schnell ändern. Zum aktuellen Zeitpunkt ist ein Arbeitsspeicher von vier Gigabyte die untere Grenze für einen Gaming-PC. Idealerweise verfügt das Gerät über acht Gigabyte Speicher, um die neuesten Titel spielen zu können. Darüber hinaus lässt sich der Arbeitsspeicher auch auf 16 Gigabyte aufrüsten, vorausgesetzt, dass das Mainboard dies unterstützt.
Soll ich mir ein Komplettsystem zulegen oder den Rechner selber zusammenbauen?
Ein Komplettsystem eignet sich vor allen Dingen für Nutzer, die bisher wenig Erfahrung mit Computerhardware haben. Die einzelnen Komponenten sind in der Regel vom Hersteller aufeinander abgestimmt und bereits verbaut. Fortgeschrittene haben die Möglichkeit, sich ihren Wunsch-PC aus den verschiedenen Hardwareteilen zusammenzustellen und können so Geld sparen.
Wie viele Kerne benötigt die CPU eines Gaming-PCs?
Aufgrund der schnellen technischen Entwicklung lässt sich diese Frage nicht allgemeingültig beantworten. Erschwert wird dies des Weiteren deshalb, weil die Anzahl der Prozessorkerne nicht zwangsläufig etwas über die Leistung des PCs aussagt. Wichtig ist, wie gut die Kerne miteinander harmonieren und ob sie ihr Leistungspotential voll ausschöpfen. Daher gibt es durchaus Multikernprozessoren mit vier Kernen, die sich wesentlich besser für das Spielen hardwareintensiver Computerspiele eignen, als solche mit sechs oder sogar acht Kernen. Informieren Sie sich am besten vor dem Kauf mit Hilfe aktueller Testberichte.
















