
Ratgeber MP3-Player
Seit 1999 gibt es MP3-Player auf dem deutschen Markt. Die ersten Modelle verfügten über wenig Speicherplatz und einen stark eingeschränkten Funktionsumfang. In ihrer Hochphase entwickelten sich die mobilen Geräte zu Alleskönnern, die neben Musik auch Texte, Bilder oder sogar Videos speichern ließen. Mit der enormen Verbreitung von Smartphones verringerte sich die Nachfrage deutlich, obwohl die Benutzung eines MP3-Players nicht nur beim Sport situative Vorteile hat. Wann sich die Anschaffung eines MP3-Players lohnt und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Einsatzgebiet von MP3-Playern
Bei einem MP3-Player handelt es sich um ein tragbares Medienabspielgerät (Portable Media Player), das die Audio-Kompressionstechnik MP3 beherrscht und oft zusätzliche Formate wie WMA oder MP4 unterstützt. Die Bezeichnung MP3 entstammt der Dateiendung, während das Verfahren eigentlich MPEG-1 Audio Layer III oder MPEG-2 Audio Layer III heißt.
MP3-Player bieten viele Vorteile gegenüber Smartphones.
Hierbei werden Frequenzen, die das menschliche Gehör nicht wahrnimmt, aus der Audio-Datei herausgeschnitten, um ihre Größe zu verringern. Je stärker die Komprimierung ist, desto mehr Frequenzen werden gefiltert. Der Komprimierungsgrad wird in Bitraten angegeben, die Aussagen über die Qualität zulassen.
Während CDs Bitraten von 1,4 Mbit pro Sekunde aufweisen, variieren die Bitraten von MP3s je nach Komprimierungsgrad. Üblich sind mittlere Bitraten von 128 bis 192 kBit/s.
Zwischen Audio-Dateien mit einer höheren Bitrate ab 192kBit/s und CDs gibt es kaum hörbare Unterschiede, obwohl MP3s nur ein Achtel des Speicherplatzes benötigen.
Besonders beim Sport punkten MP3-Player gegenüber den meist großen und unhandlicheren Smartphones, da nicht jede Sportbekleidung über den entsprechenden Platz in den Taschen verfügt und die Hände bei den meisten Sportarten freibleiben sollten. Außerdem wiegen MP3-Player weniger und sind in niedrigen Preissegmenten erhältlich.
Beachten Sie, dass beim Training immer das Risiko einer Beschädigung oder gar Zerstörung des Geräts durch Stöße oder Unfälle besteht. Zum Joggen eignen sich MP3-Player mit Flash-Speicher, da Alternativen mit mechanischer Festplatte negativ auf Erschütterungen reagieren.
Manche Geräte sind speziell auf sportliche Aktivitäten ausgelegt: Sie können mithilfe eines Clips oder einer Klammer an der Kleidung befestigt werden und fungieren als Schritt- oder Kilometerzähler.
Für Musikliebhaber bietet ein MP3-Player Vorteile im Hinblick auf das Hörerlebnis: Auf modernen Wiedergabegeräten mit viel Speicherplatz können unkomprimierte und somit größere Dateien gespeichert und abgespielt werden, die über ein viel feineres Klangbild verfügen. Die Wahl der Kopfhörer beeinflusst die Tonqualität ebenfalls.

Vorteile von MP3-Playern:
- Geringe Größe: Kleine Taschen sind ausreichend
- Geringes Gewicht: Keine störende Belastung
- Robust und preisgünstig: Ideal beim Sport
- Mit Clips und Klammern: Befestigung an der Kleidung möglich
- Ausgezeichnete Klangqualität: Ideal für Musikliebhaber
2. Bauweise und technische Details
Seit ihrer Markteinführung haben sich nicht nur die technischen Details der Geräte enorm verändert, sondern auch ihr Aussehen.
2.1 MP3-Sticks
Der MP3-Stick wird wie ein USB-Stick mit dem PC oder Laptop verbunden, um Musik zu übertragen. Dazu kann an einer Seite des länglichen, für gewöhnlich ovalen Players eine Kappe abgenommen werden. Diese Modelle verfügen über einen Kopfhöreranschluss und ein kleines Display zur Titelanzeige sowie -navigation. Zur Stromversorgung werden in der Regel AAA-Batterien benötigt, während die Dateien auf einem internen, nicht austauschbaren Flash-Speicher oder einer microSD-Karte liegen. Ein Wiedergabegerät mit microSD eignet sich vor allem, wenn Sie noch nicht wissen, wie viel Speicher Sie benötigen: Denn die Karte lässt sich leicht austauschen und ihre Kapazität reicht von 16 MB bis zu 512 GB.
Bei dem MP3-Stick handelt es sich um ein älteres Modell, das immer noch produziert wird.
2.2 MP3-Player
Diese Geräte spielen ebenso wie MP3-Sticks nur Musik im Audioformat MP3 ab, werden allerdings über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden, um die Dateien zu übertragen. Die Stromversorgung erfolgt mittels Akku, der über die USB-Schnittstelle aufgeladen wird. Meistens fungiert eine microSD-Karte als Speicher, wodurch Erweiterungen des Speicherplatzes jederzeit möglich sind. Einige Modelle haben dagegen einen internen Flash-Speicher, der nicht ausgetauscht werden kann. Eine weitere Speicher-Alternative sind Mini-Discs: Sie besitzen eine besonders lange Akkulaufzeit von über 60 Stunden und die Musik-Dateien werden ebenfalls über den Anschluss an einen PC übertragen. Nur Geräte von Sony unterstützen diese Art des Datenspeichers.
MP3-Player mit Flash-Speicher eignen sich hervorragend für sportliche Aktivitäten.
Aufgrund des geringen Funktionsumfangs und der Bedienelemente sind MP3-Sticks und MP3-Player sehr intuitiv zu handhaben.
2.3 MP4-Player
MP4-Player werden üblicherweise als MP3-Player bezeichnet, obwohl sie MP4 und darüber hinaus zahlreiche andere Audio- und Videoformate unterstützen. Daher verfügen sie häufig über ein großes, farbiges Display und zahlreiche Funktionen, die über das Abspielen von gespeicherten Musikstücken und Videos hinausgehen. So können Sie zum Beispiel über einen DVB-T-Empfänger mobiles Fernsehen genießen. Einige Modelle bieten zudem organisatorische Funktionen wie Wecker, Terminkalender und Adressbuch oder sind als Diktiergerät und Kamera nutzbar. Dadurch ist die Navigation komplexer, die einzelnen Bedienelemente weisen jedoch große Ähnlichkeiten zu herkömmlichen Playern und Smartphones auf.
MP4-Player sind die Alleskönner unter den tragbaren Abspielgeräten.
Überlegen Sie sich vor dem Kauf, wofür Sie den MP3-Player nutzen wollen. Ein Touchscreen kann beim Joggen hinderlich sein, wenn Sie während des Laufens einen anderen Titel auswählen möchten. Hierfür sollten Sie außerdem die kleineren Modelle in Betracht ziehen, während für das regelmäßige Fernsehen auf Ihrem Wiedergabegerät ein großes Display empfehlenswert ist.
MP4-Player werden über den PC/Laptop oder einen direkten Netzanschluss geladen und besitzen eine eigene Festplatte; beim Ipod besteht diese zum Beispiel aus einem nichtmechanischen Flash-Speicher.
Alle MP3- und MP4-Player können an die heimische Stereoanlage oder an spezielle Dockingstations angeschlossen werden.
2.4 Stromversorgung
Bei älteren Modellen wie dem MP3-Stick erfolgt die Stromversorgung durch AAA-Batterien, die jederzeit ausgetauscht werden können.
MP3- und MP4-Player, die mittels USB-Schnittstelle oder Netzanschluss aufgeladen werden, besitzen dagegen einen Akku. Ein Großteil dieser Geräte wird von einem Lithium-Polymer-Akku betrieben, der eine Unterart des Lithium-Ionen-Akkus darstellt und keine flüssigen Elektrolyten enthält. Die Akku-Laufzeit beträgt mindestens 10 Stunden, wobei die Art der Verwendung über den Stromverbrauch entscheidet
Wenn Sie viele multimediale Funktionen nutzen wollen, sollten Sie einen MP3-Player mit hoher Laufzeit auswählen.
Der gefürchtete Memoryeffekt, der sich als Kapazitätsverlust vor allem bei Akkus aus Nickel-Cadmium und Nickel-Metallhydrid bemerkbar macht, tritt bei Lithium-Ionen-Akkumulatoren nicht auf.
Da die Akkus fest verbaut sind, sollten Sie sich bei einer Beschädigung zunächst an den Hersteller wenden. Falls die Garantie für das Gerät bereits abgelaufen ist, können Sie bei einem unabhängigen Reparaturservice den Preis für einen Austausch erfragen oder selbst den Akku wechseln. Regelmäßiges Aufladen und eine kühle Lagerung helfen, die Lebenszeit Ihres Akkus zu erhöhen.
Setzen Sie ihr Gerät keinesfalls extremer Hitze oder Kälte aus, da hierbei Leistungseinbußen auftreten können.
3. Dateiverwaltung
Nach dem Kauf Ihres MP3-Players müssen Sie zunächst Musik und gegebenenfalls Videos darauf speichern. Wie das funktioniert, hängt maßgeblich von ihrem Wiedergabegerät ab.
Musik können Sie mittels Drag and Drop oder über die firmeneigene Software auf dem Gerät speichern.
Oft wird es wie ein Wechseldatenträger angezeigt, sobald Sie es mit ihrem PC oder Laptop verbinden. In diesem Fall können Sie die gewünschten Titel per Drag and Drop aus Ihrem Musik-Verzeichnis in den Speicher des Players kopieren. Manche Hersteller bieten darüber hinaus eine Verwaltungssoftware an, mit der Sie Ihre Musik organisieren können. Dadurch können selbst große Musiksammlungen übersichtlich archiviert werden. Apple erlaubt für die Musikverwaltung lediglich die firmeneigene Software iTunes, um Produkte wie den iPod zu bespielen.
Durch die Verwendung des Kopierschutzes Digital Rights Management (DRM) konnte Musik von anderen PCs nicht der eigenen Musiksammlung zugewiesen werden. Außerdem war es nicht möglich, in iTunes gekaufte Titel auf anderen Playern abzuspielen. Inzwischen sind jedoch alle Titel im iTunes Store DRM-frei und können als MP3 exportiert werden, während immer mehr Abspielgeräte das von Apple genutzte AAC-Format (Advanced Audio Coding) unterstützen.
4. Zusätzliche Funktionen
Einige Abspielgeräte sind Alleskönner, die nicht nur unterschiedliche Audio- und Videoformate wiedergeben, sondern sich als Radio, Organizer oder zur Stimmaufnahme verwenden lassen. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Zusatzfunktionen.
- Touchscreen
- Radio (auch online betriebene Sender)
- Automatische Lautstärkeregelung (AVC): Anpassung der Lautstärke an die der Umgebungsgeräusche
- Equalizer: Abstimmung des Klangs auf eigene Vorlieben oder Musikstil
- Shuffle: Zufällige Wiedergabe von Titeln
- Diktiergerät
- Kalender
- Wecker
- Kamera
- Schrittzähler
- Videorecorder
- Bluetooth-Verbindung
- Apps für soziale Netzwerke
5. Zubehör
Als wichtigstes Zubehör für Ihren MP3-Player werden die Kopfhörer gewöhnlich mitgeliefert. Durch hochwertige Ausführungen holen Sie den besten Klang aus Ihrem Abspielgerät, außerdem gibt es spezielle Sportkopfhörer .
Möchten Sie Ihre Musik laut hören, sei es zu Hause oder bei Freunden, empfiehlt sich der Kauf einer Dockingstation. Diese haben einen oder mehrere Lautsprecher, zum Teil ein Display und verschiedene Anschlüsse, um mit dem Abspielgerät verbunden zu werden. Dabei kann zudem der Akku aufgeladen werden.
Mithilfe von Taschen und Hüllen stellen Sie sicher, dass Sie lange Freude an Ihrem Gerät haben. Eine Hülle schützt nicht nur vor Stürzen, sondern beugt auch Verschleißerscheinungen vor. Daneben gibt es Sportarmbänder, in die sich kleinere MP3-Player integrieren lassen. Schutzfolien werden auf das Display geklebt, um es vor Kratzern zu schützen, können aber jederzeit rückstandslos entfernt werden.
Nicht immer sind Ladekabel oder Ladegeräte im Lieferumfang enthalten. Sie können aber ebenso wie viele Akkus nachgekauft werden.
6. FAQ
Eignen sich MP3-Player für Kinder?
Wie für Smartphones interessieren sich viele Kinder ebenfalls schon früh für MP3-Player. Dagegen ist nichts einzuwenden, dennoch sollten Sie die folgenden Aspekte berücksichtigen: Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Gerät gut verarbeitet und robust ist. Für kleinere Kinder ist zudem eine einfache Bedienung empfehlenswert. Da die grundlegenden Funktionen und ein kleiner bis mittlerer Speicherplatz völlig ausreichen, sollte der MP3-Player im unteren Preissegment liegen. Einige Wiedergabegeräte sind extra für Kinder entwickelt und haben eine verringerte Lautstärke, um Hörschäden vorzubeugen.
Können MP3-Player auch MP4 abspielen?
Viele MP3-Player können mehr als das Audio-Format MP3 (= MPEG-1 Audio Layer III oder MPEG-2 Audio Layer III) abspielen. Ob ein Wiedergabegerät MP4 unterstützt, sollte aus der Beschreibung hervorgehen. Da es sich bei MP4 um ein Video-Format handelt, ist eine entsprechende Angabe oftmals nicht bei den kompatiblen Audio-Formaten zu finden.
Kann ich meinen MP3-Player an das Autoradio anschließen?
Die meisten Autoradios lassen sich über ein Kabel am Klinkenstecker (Line-In Eingang) mit einem MP3-Player verbinden. Eine andere Möglichkeit ist der Anschluss über einen Adapter, falls kein Line-In Eingang vorhanden ist.







































