
Ratgeber Taschenrechner
Taschenrechner ermöglichen das einfache Lösen von Rechenaufgaben über die Eingabe der Zahlen und Operationen. Für die unterschiedlichen Bereiche, in denen sie Verwendung finden, gibt es spezielle Modelle, die beispielsweise besonders komplizierte Rechnungen durchführen können. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Taschenrechnerarten verfügbar sind, worin sie sich unterscheiden und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
1. Verwendung und Eigenschaften von Taschenrechnern
Taschenrechner werden sowohl im Privatgebrauch als auch an Schulen, Universitäten, im Beruf und der Forschung eingesetzt. Dabei war die Verwendung in der Pädagogik lange Zeit umstritten, da Lehrer und Eltern befürchteten, die Fähigkeit zum Kopfrechnen könnte durch Taschenrechner negativ beeinflusst werden. Mittlerweile ist jedoch das Gegenteil belegt: Der Gebrauch von Taschenrechnern kann das mathematische Verständnis sogar steigern und insbesondere leistungsschwache Schüler können deutlich vom Einsatz profitieren.
Programmierbare Taschenrechner können mit dem PC verbunden werden.
Aufgrund des simplen Aufbaus sind Taschenrechner einfach zu bedienen: Über die Tastatur werden Zahlen und Rechenschritte eingegeben, die sich – ebenso wie das Ergebnis – auf dem Display ablesen lassen. Die Stromversorgung wird dabei entweder über Batterien oder über kleine Solarzellen sichergestellt. Einige Rechner bieten sogar beide Quellen gleichzeitig an.
Beachten Sie, dass die Ergebnisse elektronischer Rechenmaschinen nicht immer exakt sein müssen. Dies hängt beispielsweise damit zusammen, dass gerade bei langen und komplizierten Rechnungen gerundete Teilergebnisse zur weiteren Berechnung verwendet werden. Außerdem bieten die Displays nur einen begrenzten Platz zur Darstellung der Ziffern, weswegen Ergebnisse teilweise ebenfalls in gerundeter Form dargestellt werden. Ein weiterer entscheidender Faktor für die Genauigkeit des Taschenrechners ist seine Programmierung:
Bei der sequentiellen Eingabe erfolgt die Berechnung direkt nach dem Eintippen. Teilrechnungen von langen Rechenwegen werden somit unmittelbar durchgeführt, weswegen mathematische Regeln wie Punktrechnung vor Strichrechnung nicht befolgt werden. Dies kann zu deutlichen Abweichungen vom tatsächlichen Ergebnis führen.
Die algebraische Notation befolgt hingegen die Gesetze der Mathematik. So wird eine Rechnung erst nach vollständiger Eingabe aller Zahlen und Operanden (zum Beispiel Plus, Minus, Mal, Geteilt, Gleich) umgesetzt. Dabei erhalten Sie möglichst exakte Ergebnisse. Auch hier kann es zu geringfügigen Ungenauigkeiten durch Rundungen kommen.
Hierbei gelten die gleichen Punkte wie bei der algebraischen Notation; Gleichungen werden nach den mathematischen Regeln gelöst. Zusätzlich können bei der Eingabe von Funktionen in den Rechner Klammern verwendet werden.
2. Taschenrechner-Modelle
Elektrische Rechenmaschinen werden in diversen Ausführungen angeboten, die sich je nach Einsatzzweck unterscheiden und angepasste Funktionen aufweisen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigen Modelle mit den jeweiligen Besonderheiten vor.
Beachten Sie: Der Gebrauch von Taschenrechnern in Schulen und an Universitäten ist reguliert. Achten Sie daher darauf, welche Arten erlaubt oder vorgeschrieben beziehungsweise verboten sind und halten Sie gegebenenfalls mit Lehrern und Dozenten Rücksprache.
2.1 Standard-Taschenrechner
Standard-Taschenrechner sind die einfachste Ausführung. Sie bieten neben einem mehrstelligen LCD-Display Tasten zur Eingabe des Rechenwegs. Diese sind dabei stark begrenzt und bieten häufig nur die vier Grundrechenarten, eine Funktion zum Ziehen von Wurzeln sowie die Möglichkeit zur Eingabekorrektur.
Standard-Taschenrechner von Canon
2.2 Tischrechner
Tischrechner werden in der Regel in Büros –insbesondere im kaufmännischen Bereich – eingesetzt. Dabei finden sie unter anderem bei Zahlungskontrollen, Steuerberechnungen und Währungsumrechnung Verwendung. Durch ihren festen Standplatz fallen Tischrechner meist größer aus als andere Modelle. Dies bietet Ihnen den Vorteil eines komfortablen Bedienfeldes mit entsprechend großen Tasten. Viele Varianten sind mit einem integrierten Drucker ausgestattet. Auf diese Weise können Sie neben Ergebnissen auch Rechenwege für Ihre Unterlagen dokumentieren.
Tischrechner von Casio
2.3 Finanzrechner
Finanzrechner kommen im gesamten Finanzwesen wie beispielsweise der Buchhaltung zum Einsatz. Sie verfügen über speziell benötigte Rechenoperationen für die Berechnung von Steuern und zur Zinsrechnung, die über die Eingabetasten direkt ausgewählt werden können. Darüber hinaus gehören auch statistische Funktionen zum Leistungsumfang. Einige Modelle bieten zudem Programmiermöglichkeiten.
Finanzrechner von HP
2.4 Wissenschaftliche Taschenrechner
Wissenschaftliche Taschenrechner werden allem voran in der Mathematik und dem Ingenieurwesen eingesetzt. Sie enthalten in der Regel den größten Funktionsumfang und verfügen über mehrzeilige Displays. Diese stellen die komplette Recheneingabe zusätzlich zum Ergebnis dar. Darüber hinaus sind die Rechner mit der algebraischen Notation mit Klammern ausgestattet.
Zu wissenschaftlichen Taschenrechnern gehören auch zwei weitere Kategorien: die Grafikrechner (auch grafikfähige Taschenrechner, GTR) sowie Computeralgebrasysteme (CAS).
Grafikrechner von HP
Grafikrechner zählen häufig zu den programmierbaren Taschenrechnern und sind mit einem speziellen Display ausgestattet, das eine Punktmatrix bietet. Dank dieser können grafische Darstellungen – teilweise sogar in 3D – wiedergegeben werden. Dies ermöglicht es unter anderem, Graphen und Diagramme darzustellen.
Es wird zwischen verschiedenen Ausführungen unterschieden:
- Numerisch-grafische Rechner (GTR): Arbeiten mit Näherungswerten
- Symbolisch-grafische Rechner (SGTR): Nutzen algebraische Rechnungen; werden auch als Computeralgebra-Taschencomputer (CA-TC) bezeichnet
CAS-Rechner können hingegen nicht nur numerisch rechnen, sondern auch Gleichungen lösen beziehungsweise umstellen. Einige Geräte bieten zudem die Möglichkeit, Tabellenkalkulation einzusetzen.
Als Mischform von GTR und CAS sind zudem sogenannte CAS-Grafikrechner erhältlich.
2.5 Programmierbare Taschenrechner
Programmierbare Taschenrechner beschreiben eine weitere Sonderform der wissenschaftlichen Rechner. Sie sind mit einem internen Speicher ausgestattet, der es ermöglicht, komplizierte Rechenwege zu programmieren und einzuspeichern. Auf diese Weise können verschiedene Operationen vereinfacht beziehungsweise automatisiert von der Maschine durchgeführt werden. Für noch mehr Komfort sind viele Modelle mit dem PC koppelbar: So können Programme auf dem Computer geschrieben und anschließend auf den Taschenrechner übertragen werden.
Programmierbarer Taschenrechner von Casio
Sehen Sie sich unser Angebot elektrischer Rechenmaschinen dieser namhaften Hersteller an:
3. FAQ
Ab wann dürfen Taschenrechner in der Schule benutzt werden?
Dies ist von mehreren Faktoren abhängig. Dabei spielen unter anderem das Bundesland, die Schulform sowie die Klassenstufe eine wichtige Rolle. Je nach Bestimmung kann der Gebrauch von Taschenrechnern untersagt oder auch verpflichtend vorgeschrieben sein. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie stets den Mathematiklehrer dazu befragen.
Ab wann gilt ein Taschenrechner als programmierbar?
Bei programmierbaren Taschenrechnern haben Sie die Möglichkeit, Formeln und Rechenwege abzuspeichern, um diese vereinfacht oder automatisiert von dem Gerät ausführen zu lassen. Eine solche Funktion bieten zum Teil auch Grafikrechner, weswegen sie je nach Bundesland und Schulform oder Universität nicht zugelassen sein können. Im Zweifel sollten Sie mit dem Lehrer oder Dozenten Rücksprache halten, ob das ausgewählte Modell zulässig ist.
Kann ein Taschenrechner sich verrechnen?
Aufgrund ihrer Programmierung können Taschenrechner sich zwar nicht verrechnen. Dennoch kann es dazu kommen, dass Ergebnisse von der tatsächlichen Lösung abweichen, wofür es zwei Hauptgründe gibt: Je nach Modell benutzen Taschenrechner bei umfangreichen Rechenoperationen gerundete Teilergebnisse. Darüber hinaus kann das Endergebnis aufgrund des beschränkten Displays teilweise nur gerundet dargestellt werden. Außerdem sind einige Modelle mit der sogenannten sequentiellen Eingabe versehen. Dies bedeutet, dass die Umsetzung der einzelnen Rechenschritte entsprechend der Eingabe erfolgt. Dabei werden Regeln wie etwa „Punktrechnung vor Strichrechnung“ nicht berücksichtigt.











































