
Ratgeber Messersets
Sie zählen zu den wichtigsten Kochutensilien überhaupt und zeichnen sich durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus: Hochwertige Messer erleichtern Ihnen das Zerkleinern von Nahrung um ein Vielfaches. Wer für jeden Anlass ideal gerüstet sein möchte, sollte zu einem gut ausgestatteten Messerset greifen. So ist es Ihnen mitunter möglich, Obst beziehungsweise Gemüse zu schälen und zu garnieren sowie Fisch zu filetieren. Im folgenden Ratgeber zeigen wir Ihnen unter anderem, worauf Sie beim Kauf eines Messersets achten sollten, welche Messer-Varianten Sie benötigen und welche Aspekte beim Schneiden zu beachten sind.
1. Worauf ist beim Kauf eines Messersets zu achten?
Um einen sicheren Umgang mit den Messern und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, sollten Sie bereits vor dem Kauf auf einige wichtige Aspekte achten. Wir haben die zentralen Faktoren für Sie zusammengestellt:
Ein rutschsicherer Griff ist nur eine der essentiellen Eigenschaften eines hochwertigen Messers.
- Rutschsicherer Griff:Während Griffe aus Holz in der Regel schwer zu reinigen sind und eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer aufweisen, sind Kunststoff-Griffe die deutlich bessere Wahl. Sie sollten gut in der Hand liegen und hitzestabil sein.
- Das Material der Klinge: Hierbei ist rostfreier Edelstahl empfehlenswert. Er ist besonders langlebig sowie resistent gegenüber Säuren und Feuchtigkeit. Stellen Sie sicher, dass sich keinerlei Beulen auf der Klinge befinden und sie speziell gehärtet ist. Die Einheit für die Härte von Stahl ist „Rockwell“ (HCR). Qualitätsmesser besitzen für gewöhnlich eine Härte zwischen 55 und 60 HCR: In diesem Bereich haben die Artikel die beste Schnittfähigkeit bei geringster Bruchanfälligkeit.
- Die Verarbeitung des Messers: Achten Sie darauf, dass die Klinge fest mit dem Griff verbunden ist und dazwischen keine Lücken zu sehen sind, in denen sich Essensreste oder sonstiger Schmutz ansammeln kann.
2. Welche Messer benötige ich?
Ehe Sie sich für ein Messerset entscheiden, sollten Sie überlegen, welche Gerichte Sie vorwiegend zubereiten und welche Zutaten Sie dafür benötigen. Je nach Nahrungsmittel sind unterschiedliche Messerarten für das mühelose Zerkleinern empfehlenswert. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welches Messer sich für welchen Einsatzzweck eignet:
Gemüsemesser oder Spick-/Garniermesser

Schlanke, mittelspitze Klinge
Klein
Relativ starr
Für feine Arbeiten geeignet
Besonders hilfreich beim Schneiden von Gemüse (insbesondere Zwiebeln und Kräutern)
Gemüsemesser-Tipp: Güde Gemüsemesser-Serie Alpha
Kochmesser (Chefmesser)

Breite, spitze Klinge
In unterschiedlichen Größen erhältlich
Multifunktional: Schneiden, Filetieren, Tranchieren, Hacken,…
Chefmesser-Tipp: Zwilling SIGMAFORGE® Messer
Fleischmesser

Sehr dünn
Ermöglicht feines Schneiden
Für das Tranchieren und Parieren von Fleisch geeignet (Fleischsaft bleibt dadurch erhalten)
Fleischmesser-Tipp: Wüsthof Dreizack-Fleischmesser
Brotmesser

Klinge mit Wellenschliff
Relativ lange Klinge
Am vorderen Ende abgestumpft
Für das Schneiden jeglicher Art von Brot geeignet
Brotmesser-Tipp: Windmühlen Brotsägemesser
Ausbein-/Filetiermesser

Sehr dünne Klinge
Hoch flexibel
Sehr scharf
Ausbeinmesser: Trennen des Fleisches vom Knochen
Filetiermesser: Filetieren von Fisch und Fleisch
Ausbeinmesser-Tipp: WMF Ausbeinmesser GRAND GOURMET
Tipp: Die wichtigsten Messerarten sind das Koch- und Spickmesser. Wenn Sie eine Sammlung bestehend aus mindestens vier verschiedenen Ausführungen haben möchten, lohnt sich die zusätzliche Anschaffung eines Ausbein- und Fleischmessers.
Im Folgenden finden Sie außerdem eine Übersicht über weitere Messerarten samt deren Eigenschaften:
- Santokumesser: Chefmesser aus Japan, breite, scharfe Klinge, vielfältig einsetzbar
- Schinkenmesser: Gebogene Klinge, erleichtert das Schälen, Formen und Schneiden von Gemüse
- Schälmesser: Gebogene Klinge, erleichtert das Schälen, Formen und Schneiden von Gemüse
- Lachsmesser: Lange, flexible Klinge, ermöglicht hauchdünnes Schneiden von Lachs
3. Richtig schneiden: Die fünf Klingenzonen
Die Messerklinge kann in fünf Zonen unterteilt werden, die allesamt unterschiedliche Einsatzzwecke abdecken. Das folgende Schema gibt Ihnen einen Überblick:

Klingenspitze: Mit diesem Teil des Messers können Sie besonders präzise arbeiten. So stellt das feine Schneiden von beispielweise Knoblauch oder Zwiebeln kein Problem dar.
Schneide: Die Schneide nimmt den größten Teil des Messers ein. Mit dem Bereich lassen sich sowohl große als auch harte Lebensmittel problemlos schneiden: Salatköpfe, Karotten oder Tomaten können damit im Handumdrehen zerkleinert werden.
Klingenende: Dieser Teil stellt den stabilsten Bereich des Messers dar. Das Klingenende eignet sich ideal zum Schneiden harter Lebensmittel wie beispielsweise roher Kartoffeln.
Klingenblatt: Unter dem Klingenblatt versteht man den mittleren Teil eines Messers. Auch dieser Bereich ist beim Kochen nützlich: Das Plattieren von Fleisch und Zerdrücken von Knoblauch geht bei ausreichender Klingenbreite leicht von der Hand.
Klingenrücken: Der Klingenrücken zeichnet sich durch seine hohe Stabilität aus. Auch kleinere Knochen können damit problemlos zerhackt und Krustentiere aufgeschlagen werden. Wenn Sie hingegen größere Knochen zerkleinern möchten, sollten Sie zu einem Hackmesser greifen.
4. Die Aufbewahrung der Messer
Für Messersets ist in erster Linie eine sichere Aufbewahrung vonnöten. Insbesondere bei Kindern im Haushalt sollten sich die Messer an einem unzugänglichen Ort befinden. Bei hochwertigen Messern ist es außerdem empfehlenswert, darauf zu achten, dass weder Spitze noch Schneide stumpf werden. Dies erreichen Sie, indem Sie die Messer von anderem Besteck getrennt lagern. Welche Möglichkeiten Sie haben, zeigen wir Ihnen im Folgenden:
Ein Messerblock:

Diese Art der Aufbewahrung ist nicht nur optisch ansprechend, sondern sorgt auch für Ordnung. Durch einen Messerblock haben Sie alle Messer sofort griffbereit. Darüber hinaus sind die Exemplare durch die einzelnen Halterungen voneinander getrennt, wodurch eine längere Lebensdauer des Sets gewährleistet ist. Beim Erwerb eines Messerblocks müssen Sie lediglich darauf achten, dass die jeweiligen Öffnungen für Ihre Messer groß genug sind.
Magnetleisten:
Auch Magnetleisten sorgen für eine geordnete Aufbewahrung Ihrer Messer. Sie werden für gewöhnlich in unmittelbarer Nähe zur Kochfläche angebracht und weisen zusätzliche Haken für beispielsweise Kellen auf. Um die Messer anzubringen, muss lediglich die flache Seite der Klinge an die Leiste gehalten werden; durch Magnetismus bleiben die Messer daran haften. Der entscheidende Vorteil von Magnetleisten liegt darin, dass jede Art von Messer, unabhängig von der Größe, angebracht werden kann. Es ist lediglich darauf zu achten, dass die
Gesamtlänge der Leiste für die Anzahl Ihrer Messer ausreichend ist.
Messertaschen:

Diese Form der Aufbewahrung lohnt sich vor allem auf Reisen. So sind Messertaschen zum Beispiel für den Camping-Urlaub sinnvoll: Insbesondere Rolltaschen lassen sich platzsparend verstauen und sorgen für eine geordnete und sichere Lagerung. Auch in der Küche können Messertaschen gesondert in die Schublade gelegt werden – die Messer sind dadurch jedoch nicht unmittelbar griffbereit.
5. Die Reinigung und Pflege
Grundsätzlich sollten Sie bei der Suche nach einem passenden Messerset auf hohe Qualität Wert legen: Zu den wichtigsten Merkmalen zählen dabei ein rostfreies Ausgangsmaterial, hohe Stabilität und Schnitthaltigkeit, sowie ein ergonomischer Griff. Diese Varianten sind zwar teurer in der Anschaffung, versprechen jedoch eine deutlich längere Haltbarkeit. Voraussetzung dafür ist die richtige Pflege und Reinigung der Messer:
- Messer sollten direkt nach dem Gebrauch abgespült und abgetrocknet werden – andernfalls können sich Rostflecken bilden. Insbesondere beim Schneiden von säurehaltiger Nahrung sind bereits nach kurzer Zeit Korrosionsschäden am Messer zu sehen, sofern sie nicht sofort nach Gebrauch gereinigt werden.
- Geben Sie hochwertige Messer nicht in die Spülmaschine. Auch wenn diese als spülmaschinenfest gekennzeichnet sind, können sie bei dem Vorgang erheblich beschädigt werden: So könnte anderes Besteck durch den harten Wasserstrahl gegen die Messer stoßen und Kratzer oder gar Absplitterungen verursachen. Darüber hinaus beinhalten Spülmittel oftmals aggressive Salze, die das Messermaterial unter Umständen angreifen.
- Griffe aus Holz bedürfen besonderer Pflege: Im Laufe der Zeit werden sie spröde oder quellen gar auf. Das Einreiben der Griffe mit ein wenig Oliven- oder Rapsöl schafft hierbei Abhilfe. Auch Griffe aus anderen Materialien können auf diese Weise behandelt werden: Dadurch erhalten sie ihren natürlichen Glanz zurück.
Tipp: Sollte sich doch einmal Rost gebildet haben, können Sie die Flecken für gewöhnlich mithilfe von Stahlputzmitteln entfernen. Auch Zitronensaftkonzentrat und Cola (aufgrund der enthaltenen Phosphorsäure) erweisen sich als hilfreiche Mittel.
6. FAQ
Wie stelle ich sicher, dass der Messerblock für mein Messerset geeignet ist?
Wenn Sie ganz sichergehen möchten, sollten Sie den Messerblock stets vom selben Hersteller wie Ihre Messer kaufen. In der Regel finden Sie auch entsprechende Sets. Wenn Sie die Aufbewahrungsmöglichkeit erst im Nachhinein erwerben wollen, sollten Sie die Maßangaben zu den einzelnen Halterungen in Erfahrung bringen und mit denen Ihrer Messer abgleichen.
Wie vermeide ich eine Reizung der Augenschleimhäute beim Zwiebelschneiden?
Damit Ihre Augen beim Zwiebelschneiden nicht tränen, können Sie das Gemüse unter fließendem Wasser schneiden. Alternativ dazu genügt auch das Anfeuchten des Schneidebretts.
Wie kann ich meine Messer selbst schärfen?
Zum Schärfen Ihrer Messer benötigen Sie die richtigen Utensilien: Ein Wetzstahl, Wetzstein oder Messerschärfer eignet sich hierfür am besten. Stellen Sie vor dem Schärfen sicher, dass die Klinge sauber und trocken ist.Um mit einem Wetzstahl ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, müssen Sie ihn senkrecht mit der Spitze nach unten auf eine ebene Fläche stellen. Die Messerklinge sollte dabei an den Wetzstahl in einem Winkel von etwa 15 Grad angelegt und im Anschluss in einer leichten Bogenbewegung nach unten gezogen werden. Diesen Vorgang sollten Sie sowohl auf der Ober- als auch Unterseite der Klinge mehrmals durchführen. Ein Wetzstein muss hingegen zunächst in Wasser getaucht werden, ehe er verwendet werden kann. Die Klinge kann daraufhin mit der grobkörnigen Seite geschliffen werden: Auch hier müssen Sie das Messer in einem 15 Grad Winkel anlegen und mit gleichmäßigem Druck über den Stein ziehen. Dieser Vorgang sollte auf beiden Seiten mehrmals wiederholt werden. Im Anschluss führen Sie denselben Prozess nochmals mit der feinkörnigen Seite aus. Die einfachste Methode ist das Schärfen mit einem Messerschärfer: Dieser weist einen Griff auf, mit dessen Hilfe Sie den Schärfer nach Belieben positionieren können. Darüber hinaus können Sie per Knopfdruck den Vor- (für besonders stumpfe Messer) oder Feinabzug wählen. Um das Messer zu schärfen, müssen Sie es mit der unteren Klingenseite voran in den Schleifschlitz stecken und es langsam von vorne nach hinten Richtung Körper ziehen.






































