
Ratgeber Heizpilze
Um die Gartensaison auch bei kälteren Temperaturen fortzusetzen, bieten sich Heizpilze an: So können Sie genau den Bereich heizen, in dem Sie sich aufhalten. Wir stellen Ihnen gängige Bauformen vor.
Hinweis: Um Ihnen den bestmöglichen Überblick zu ermöglichen, behandeln wir im Folgenden sowohl gas- als auch strombetriebene Modelle.
1. Infrarot-Heizpilze
Diese Varianten werden mit Strom aus einer normalen Steckdose betrieben. Die Wärme geben sie in Form von Infrarot-Strahlung ab, die sich in drei Kategorien einteilen lässt. Die Bezeichnungen basieren dabei auf einer festgelegten Norm (DIN 5031) und sollten dem Gerät entsprechend in der Produktbeschreibung aufgeführt werden:
Strahlung Eigenschaften Kurzwellige Strahlung (IR-A) * Wärme wird erst dort erzeugt, wo die Strahlen auf ein Objekt treffen
- Hohe Energieeffizienz
- Geringe Folgekosten Mittel- und langwellige Strahlung (IR-B & IR-C) * Strahlen erhitzen zunächst die Umgebungsluft
- Personen & Objekte werden durch die Luft indirekt erwärmt
- Verhältnismäßig schlechte Energiebilanz, da viel Wärme verloren geht
Bei kurzwelligen Infrarot Heizstrahlern werden nur feste Objekte im Bereich des Heizpilzes/-strahlers erwärmt.
Ein großer Vorteil von Infrarot-Heizpilzen mit kurzwelliger Strahlung kann gleichzeitig auch ein Nachteil sein: Dadurch, dass die Wärme punktuell beim Auftreffen der Infrarot-Strahlen auf Objekte erzeugt wird, ist zwar die Energie-Effizienz sehr positiv, dafür kann nicht das gesamte Umfeld (inklusive der Luft) erwärmt werden. Im Vergleich zu gasbetriebenen Bauformen ist zudem häufig die Ausgangsleistung geringer. Infrarot-Heizpilze zeichnen sich durch eine simple Bedienung aus, da Sie nicht mit Gasflaschen hantieren müssen. Zudem können Sie sie normalerweise bedenkenlos im Innen- und Außenbereich aufstellen – achten Sie diesbezüglich stets auf die Angaben des Herstellers.
Infrarot-Heizpilze
Vorteile
- Für Innen- & Außenbereich geeignet
- Gute Energiebilanz (IR-A)
- Folgekosten überschaubar
- Lange Lebensdauer & weitgehend wartungsfrei
Nachteile
- Unflexibel durch Netzbetrieb
- Geringere Leistung als Gas
- Beschränkte Reichweite
2. Gasbetriebene Heizpilze
Bei diesen Modellen befindet sich im unteren Bereich ein separater Raum, in den eine Gasflasche gestellt und an den Gasbrenner angeschlossen wird. Letzterer befindet sich im oberen Teil der Konstruktion und sorgt für die gewünschte Wärme.
Achtung: Verwenden Sie Gas-Heizpilze niemals in geschlossenen Räumen! Weitere Sicherheitshinweise lesen Sie im Kapitel 4 „Sicherheit“.
Der Vorteil gegenüber elektrischen Varianten besteht bei Gas-Heizpilzen in der Flexibilität: Sie sind nicht an Strom aus der Steckdose gebunden, sondern können das Gerät dort aufstellen, wo es gebraucht wird. Davon abgesehen ist die Energie-Effizienz bei diesen Modellen oft negativer, was sich auch in höheren Folgekosten äußert. Grund hierfür ist, dass durchgehend Gas verbraucht und die so erzeugte Wärme an die gesamte nähere Umgebung abgegeben wird. Allerdings kann dieses Prinzip auch vorteilhaft sein, wenn das Umfeld gleichmäßig beheizt werden soll.
Beachten Sie die Richtlinien der einzelnen Bundesländer, denn nicht überall dürfen diese Geräte eingesetzt werden.
Beachten Sie: Durch die Verbrennung von Gas wird umweltschädliches CO2 freigesetzt, weshalb Heizpilze mit dieser Technik in einigen Bundesländern, zum Beispiel in der Gastronomie, nicht (mehr) eingesetzt werden dürfen. Informieren Sie sich diesbezüglich vor dem Kauf und wählen Sie bevorzugt ein Modell mit reduziertem Schadstoff-Ausstoß.
Neben klassisch pilzförmigen Heizstrahlern, gibt es auch optisch extravagante Modelle in Form einer Pyramide : Hier ist die Flamme oft spektakulär in Szene gesetzt, sodass sie neben der praktischen auch eine ästhetische Funktion erfüllen.
Gasbetriebene Heizpilze
Vorteile
- Flexible Standortwahl
- Meist höhere Ausgangsleistung als Infrarot-Heizpilze
- Konstante Erwärmung des Umfeldes
Nachteile
- Schlechtere Energie-Effizienz als Infrarot-Heizpilze
- Nur für Außenbereich geeignet
- Folgekosten (Gasflaschen)
- Gesetzliche Auflagen
Tipp: Platzieren Sie den Heizpilz an einem Ort ohne Wind oder Luftzug, da die Wärme sonst nicht lange vorhält.
3. Elektrische Heizpilze
Hier sorgen Leuchtmittel, etwa Quarz-Heizstäbe, für die gewünschte Wärmeentwicklung. Ähnlich wie gasbetriebene erhitzen auch elektrische Heizpilze die nähere Umgebung, haben jedoch in der Regel eine geringere Leistung. Aus diesem Grund sind sie eher für kleinere Innen- oder Außenbereiche geeignet. Dafür profitieren Sie von der komfortableren Handhabung; so entfällt unter anderem das Wechseln und/oder Transportieren von Gasflaschen.
Elektrische Heizpilze
Vorteile
- Weitgehend wartungsfrei
- Einfache Handhabung
- Für Innen- & Außenbereich
- Konstante Erwärmung des Umfeldes
Nachteile
- Oftmals geringere Reichweite und Leistung als Gas- und Infrarot-Heizpilze
- Folgekosten (Strom)
- Unflexibel durch Netzbetrieb
4. Sicherheit
Sowohl beim Kauf als auch bei der Benutzung eines Heizpilzes sollten Sie immer Vorsicht walten lassen. Insbesondere gilt dies für gasbetriebene Modelle, da die Verbindung von Gas und Feuer stets ein gewisses Gefahrenpotential birgt.
Sicherheitsaspekte beim Produkt
- Kippsicherung: Gerät schaltet sich ab einem bestimmten Neigungswinkel ab
- GS-Siegel für „geprüfte Sicherheit“
- Einwandfreie (deutsche) Bedienungsanleitung
Vorsichtsmaßnahmen bei der Nutzung
- Vor Gebrauch immer die niedrigste Stufe auswählen
- Nur auf ebenen & festen Standorten aufstellen
- Sicherheitsabstand zu den Seiten & nach oben sowie keine entflammbaren Gegenstände in der Nähe platzieren
- Während des Betriebes nicht bewegen
- Wenn eingeschaltet, nicht unbeaufsichtigt lassen
5. FAQ
Sind Heizpilze erlaubt?
Im Privatbereich ist der Einsatz von Heizpilzen erlaubt. In einigen deutschen Großstädten ist die Nutzung von Gasheizpilzen hingegen für Gaststätten und öffentliche Einrichtungen nicht gestattet. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf, ob Heizpilze in Ihrer Stadt erlaubt sind.
Wie bekommt man einen Heizpilz an?
Je nach Modell kann die Inbetriebnahme eines Heizpilzes variieren. Lesen Sie sich deshalb die Gebrauchsanweisung vor der ersten Nutzung genau durch. In der Regel sind folgende Schritte einzuhalten:
- Stellen Sie den Heizpilz an einem geeigneten Standort auf und schließen Sie gegebenenfalls die Gasflasche an
- Drücken Sie den entsprechenden Knopf, um das Gas nach oben strömen zu lassen
- Entzünden Sie das Gas mit einem Piezozünder
Welchen Heizpilz kann ich sowohl im Außen- als auch im Innenbereich verwenden?
Für den Außenbetrieb sind in der Regel alle Heizpilze geeignet – schauen Sie zur Sicherheit noch einmal in der Betriebsanleitung nach. Achten Sie bei elektrisch betriebenen Geräten darauf, dass Elemente wie Steckdosen vor Feuchtigkeit geschützt sind oder greifen Sie alternativ direkt zu witterungsbeständigen Produkten. In jedem Fall sollte der Heizstrahler einen sicheren und ebenen Stand haben – eine Wiese oder abschüssiges Gelände sollten Sie daher meiden. Gasbetriebene Modelle sollten Sie aus Sicherheitsgründen nicht in geschlossenen Räumen verwenden; hier sind elektrische Heizpilze mit oder ohne Infrarot-Technik die richtige Wahl.
Sind Gas-Heizpilze grundsätzlich umweltschädlicher als elektrische?
Das lässt sich nicht eindeutig sagen. Zwar stoßen gasbetriebene Modelle während des Betriebes beziehungsweise des Verbrennungsprozesses durchgehend umweltschädliches CO2 aus. Allerdings ist der Energiebedarf, sprich der Stromverbrauch, bei elektrischen Heizpilzen mitunter sehr hoch – vor allem, wenn sie nicht mit Infrarot, sondern mit gewöhnlichen Heizmitteln arbeiten. Hier findet die Umweltbelastung demnach indirekt statt, da bei der Erzeugung des Stroms ebenfalls große Mengen an CO2 freigesetzt werden (bei Öko-Strom kann es sich wiederum anders verhalten). Nach Möglichkeit sollten Sie daher bei beiden Bauformen auf verbrauchsarme Exemplare zurückgreifen.
Wie hoch sind die Kosten bei den verschiedenen Ausführungen?
Beim Anschaffungspreis sind Gas-Heizpilze häufig am günstigsten, gefolgt von Elektro- und schließlich Infrarot-Modellen. Die Folgekosten sind bei Letzteren wegen ihrer hohen Energie-Effizienz jedoch merklich niedriger, wohingegen Strom und besonders Gas bei häufigem Gebrauch deutlich zu Buche schlagen können.































