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Wissenswertes zu Gartenhäusern
1. Das eigene Gartenhaus
Gartenhäuser sind nicht nur schön, sondern auch praktisch. Ob zur Aufbewahrung von Gartengeräten, für Gäste oder als Partyraum: Gartenhäuser sind vielfältig nutzbar. Doch die Wahl des richtigen Gartenhauses ist nicht immer einfach, denn genauso vielfältig wie die Art der Nutzung, sind auch die Modelle der Hersteller.
1.1 Die richtige Materialauswahl
Die meisten Gartenhäuser bestehen aus Nadelhölzern. Du solltest darauf achten, dass das Gartenhaus aus Massivholz gebaut und von guter Qualität ist.
Bei Gartenhäusern aus Holz dämmen besonders Lärchen- und Kiefernhölzer sehr gut und bieten einen hohen Lärmschutz. Außerdem sind sie im Gegensatz zu Fichtenholz weniger anfällig für Witterungsbedingungen. Die Hölzer sind entweder bereits lackiert oder naturbelassen. Wenn du dich für ein unbehandeltes Holz entscheidest, solltest du bedenken, dass du eventuell noch eine Schutzlackierung benötigst.
Kleinere Gartenhäuser können auch aus Metallkonstruktionen bestehen. Sie sind sehr robust und weniger witterungsanfällig, fügen sich jedoch nicht immer optimal in die naturbetonte Umgebung eines Gartens ein.
Holz ist ein beliebtes Material.
1.2 Gartenhausarten
Blockbohlenhäuser sind massive und stabile Gartenhäuser aus Holz. Sie bestehen aus einzelnen Bohlen (zwischen 14 und 75 Millimetern dick) mit Rechteckquerschnitt. Beim Aufbau werden diese Bohlen mit einer „Stapelbauweise“ ineinander gesteckt. Blockbohlengartenhäuser haben bei richtiger Pflege eine lange Lebensdauer.

Geräteschuppen bestehen meistens aus Metall. Sie benötigen kein Fundament und sind pflegeleicht. Außerdem sind sie schnell aufgebaut und haben eine hohe Witterungsbeständigkeit. Allerdings besitzen sie keine Fenster und dämmen nicht gut.

Gartenlauben gibt es in vier-, fünf- oder sechseckiger Form und sie bestehen meistens aus Holz. Sie sind auf mindestens zwei Seiten offen. Allerdings bieten sie bei schlechtem Wetter keinen optimalen Schutz.

1.3 Kaufhilfe
Für welches Gartenhaus du dich entscheidest, kommt nicht nur auf den optischen Geschmack, sondern auch auf die Art der Nutzung an.
| Art der Nutzung | Gartenhausart | Größe des Gartenhauses* | Optimale Dicke der Wand |
|---|---|---|---|
| Lagerung und Aufbewahrung von Geräten | Gerätehaus | 4 qm² | 14 mm |
| Überwinterung von Pflanzen | Blockbohlenhaus | ab 2 qm² | 40 mm |
| Grill-Partys im Freien | Gartenlaube | je nach Bedarf | - |
| Ruheraum | Blockbohlenhaus | je nach Bedarf | 19 mm |
| Partyraum, Grillhütte | Blockbohlenhaus mit Terrasse | ab 10 qm² | 21 mm |
| Schlafplatz, Gästehaus | Blockbohlenhaus | 14 qm² | ab 40 mm |
| Umbau zu einer Sauna | Blockbohlenhaus | 8 qm² | ab 45 mm |
*Die angegebenen Maße dienen nur der Orientierung und sind ungefähre Angaben.
1.4 Standortauswahl
Auch der Standort deines Gartenhauses ist abhängig von der Art der Nutzung.
Geräteschuppen, in denen Werkzeuge und Gartengeräte aufbewahrt werden, sollten möglichst in der Nähe des Hauses oder der Beete stehen. Außerdem solltest du dein Gartenhaus nicht in den hintersten Winkel des Gartens stellen, da es sonst möglicherweise zu wenig genutzt wird.
Wenn das Gartenhaus als Aufenthaltsraum verwendet wird, sollte es nicht in der prallen Sonne stehen.
Hast du ein Gartenhaus mit Terasse? Dann solltest du die Terrasse nach Südwesten ausrichten. So kannst du auch die letzte Abendsonne genießen.
Gartenlauben werden am besten zentral im Garten platziert, sodass man einen freien Blick über den Garten hat.
Gartenhaus nach Südwesten ausrichten und Abendsonne genießen.
Tipp: Ratsam ist es auch, das Gartenhaus nicht in direkter Nähe eines Teiches zu platzieren, um so lästige Mückenstiche zu vermeiden.
2. Dachtypen
Gerade bei einem Gartenhaus solltest du dafür sorgen, dass das Dach dicht ist und so Schutz vor Nässe und Wind bietet. Deswegen solltest du auch das Dach deines Gartenhauses nicht nur nach dem eigenen Schönheitsempfinden auswählen, sondern nach Funktion.
Flachdach ⇒ Weniger als 10 Grad Dachneigung

Vorteile
- langlebig
- pflegeleicht
- sicherer Witterungsschutz
- nimmt in der Höhe keinen Platz weg
Nachteile
- optimale Dachabdichtung wichtiger als bei anderen Dachformen
- können schnell undicht werden
- Schnee kann nicht abrutschen und so zum Einsturz führen
- eventuell Hitzeentwicklung im Sommer
Satteldach ⇒ klassische Dachform, besteht aus zwei entgegengesetzten Dachschrägen

Vorteile
- Nässe kann gut abgeleitet werden
- Wind kann weniger Schäden anrichten
- Flächengewinn in der Höhe
- Anbringung einer Solaranlage möglich
Nachteile
- aufwendige Anbringung
- benötigt eventuell weitere Stützen
Pultdach ⇒ Leicht geneigte Dachfläche in Form eines Pultes

Vorteile
- Regenwasser kann zur weiteren Nutzung aufgefangen werden
- Anbringung einer Solaranlage möglich
- leicht aufzubauen
Nachteile
- teure Abdichtung
- eventuell Hitzeentwicklung im Sommer
Runddach ⇒ Gewölbt

Vorteile
- ansprechende Optik
- bietet große Abstellfläche ohne Ecken: Hausfläche kann optimal genutzt werden
Nachteile
- hohe Geräuschbelästigung bei Regen oder Hagel
- komplizierter Aufbau
3. Der Aufbau
Gartenhäuser werden meistens in praktischen Komplettbausätzen geliefert. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man das Gartenhaus ohne professionelle Hilfe aufbauen. Bis auf die nötigen Werkzeuge werden alle notwenigen Materialien mitgeliefert.
3.1 Das richtige Fundament
Bevor du dich an den Aufbau deines Gartenhauses machst, solltest du auf jeden Fall ein Fundament gelegt haben. Ein Fundament verhindert das Absinken des Gartenhauses in den Erdboden und schützt vor Frost und Feuchtigkeit. Bei kleinen Gerätehäusern kann unter Umständen eine Kiesschicht reichen, bei größeren Gartenhäusern solltest du jedoch eine der folgenden Möglichkeiten wählen:
Fundamentplatte
- Grober Aufbau
- Fläche von 30 cm Tiefe ausheben
- 15 cm Kiesschicht, dann PE-Folie
- 6 cm Betonschicht
- Stahlmatte auslegen und mit restlichem Beton auffüllen
- Vorteile
- einfache Ausführung
- sehr stabil
- Nachteile
- hoher Betonbedarf
Streifenfundament
- Grober Aufbau
- Boden 20 cm tief ausheben
- innerhalb der ausgehobenen Fläche einen 60 cm tiefen und 30 cm breiten Graben ausheben ⇒ dort werden später die tragenden Wände stehen.
- 10 cm Kiesschicht, dann PE-Folie in die Gräben einfüllen
- Stahlmatte auslegen und die Gräben mit Beton auffüllen
- anschließend auch die restliche Fläche mit Beton auffüllen
- Vorteile
- günstiger als eine Fundamentplatte
- dauerhafter Frostschutz
- Nachteile
- hoher Arbeitsaufwand
Punktfundament
- Grober Aufbau
- mehrere Punktfundamente: je nach Größe des Gartenhauses
- Aushebung einzelner Schächte (mind. 30 cm x 30 cm, 80 cm tief)
- eventuelle Abstützung der Schächte mit Hilfe von Bretterschalen
- Punktfundamente mit Beton auffüllen
- Vorteile
- ab 80 cm Tiefe sehr stabil und frostsicher
- geringer Materialverbrauch
- Nachteile
- sehr empfindlich bei Frost
- ungeeignet bei sandigen Böden
- kostenintensiv
3.2 Das Werkzeug
Neben dem Baumaterial für das Fundament benötigst du noch einige Werkzeuge, um dein Gartenhaus aufzubauen. Leitern sind wichtig, um auch in hochgelegenen Bereichen arbeiten zu können, während eine Handsäge praktisch ist, um Holz zurechtzusägen. Für das Ausrichten, Messen und genaues Arbeiten sind eine Wasserwage, ein Maßband, Winkel und ein Bleistift unerlässlich. Um Schraubarbeiten zu erledigen, sind ein Akkuschrauber und Schraubenschlüssel praktisch. Soll mit Nägeln gearbeitet werden, brauchst du außerdem einen Hammer. Um deine Hände zu schützen, solltest du während der Arbeit immer Arbeitshandschuhe tragen.
Makita Akkuschrauber
3.3 In 9 Schritten zum fertigen Gartenhaus
In der folgenden Anleitung geben wir dir eine kurze Aufzählung der Schritte bis zu deinem fertigen Gartenhaus. Selbstverständlich liegt beim Kauf eines Fertiggartenhauses eine solche Anleitung in detaillierter Form bei. Die folgende Anleitung dient nur der Orientierung und soll dir eine grobe Vorstellung von den bevorstehenden Aufgaben verschaffen.
- Untergrund: Zuallererst musst du das Fundament verlegen. Achte darauf, dass es getrocknet ist, bevor du mit weiteren Arbeiten beginnst. Je nach Art des verwendeten Betons kann sich die Trocknungszeit unterscheiden.
- Sockelbohlen: Verschraube die Sockelbohlen mit den Bodenbalken.
- Träger ausrichten: Verlege die Längs- und Querträger. Achte darauf, dass diese im rechten Winkel zueinander liegen und diagonal verlaufen.
- Wandbohlen aufbauen: Steck die Wandbohlen mit der Stapelbauweise zusammen. Achte darauf, einen Platz für die Tür freizulassen.
- Tür einsetzen: Wenn du einige Reihen der Wandbohlen verlegt hast, setz den Türrahmen ein. Es ist empfehlenswert, die Tür selbst erst später einzuhängen.
- Wandbohlen hochziehen: Jetzt kannst du die die Wandbohlen komplett hochziehen. Achte darauf, einen Platz für das Fenster freizulassen.
- Fenster einsetzen: Setz den Fensterrahmen ein. Auch hierbei solltest du das eigentliche Fenster erst später einsetzen.
- Dach: Nun kannst du Giebelsockel und -spitze aufsetzen.
- Bodendielen verlegen: Verlege nun die Bodendielen in deinem Gartenhaus.
4. Pflege des Gartenhauses
Damit dein Gartenhaus dir viele Jahre erhalten bleibt, musst du es pflegen und vor der Witterung schützen.
Entferne regelmäßig Blätter und Schnee vom Dach, damit das Gartenhaus möglichst wenig belastet wird. Es kann auch vorkommen, dass das Dach mit der Zeit undicht wird. Solche Schäden solltest du so schnell wie möglich beseitigen, da sich sonst Wasser unter der Dachpappe sammeln kann und so das Holz zum Faulen bringt. Außerdem empfiehlt sich eine wiederholte Behandlung mit einem oder mehreren der folgenden Mittel:
- Grundierungsschicht: schützt das Holz vor Pilzen, Insekten und Feuchtigkeit
- Holzlasur: alle ein bis zwei Jahre erneuern, gegebenenfalls mehrmals streichen > Verhinderung von Fäulnis, Schutz vor Witterung
- Lackfarbe: in verschieden Farben, hält mehrere Jahre, alte Lackfarbe muss vorher abgeschliffen werden, gegebenenfalls mehrmals streichen
- Holzöl: erhält die Holzstruktur, Holz reagiert jedoch empfindlicher auf Sonneneinstrahlung, jährliche Erneuerung
Gartenhäuser brauchen Schutz vor Witterung.
5. Gartenhauszubehör
- Schleppdach: Ein Schleppdach ist ein nachträglicher Anbau an das eigentliche Gartenhaus. Es bietet eine geschützte Abstellfläche, zum Beispiel für Brennholz.
- Terrasse: Eine Terrasse am Gartenhaus gibt die Möglichkeit, bei gutem Wetter vor dem Gartenhaus zu sitzen. Außerdem wird das Gartenhaus optisch vergrößert.
- Anbau: Ein Gartenhaus mit Anbau bietet weitere Nutzflächen und Verstauungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Rasenmäher oder Fahrräder. Ein Anbau kann wahlweise rechts oder links am Gartenhaus angebracht werden.
- Vordach: Ein Vordach schützt den Eingangsbereich des Gartenhauses und bietet somit eine weitere Sitzgelegenheit oder eine regengeschützte Abstellmöglichkeit.

6. Rechtliche Aspekte
Bevor du ein Gartenhaus baust, solltest du dich unbedingt mit Nachbarn und Vermietern absprechen. Außerdem solltest du dich auf jeden Fall beim zuständigen Bauamt nach den Planungsrechten für Gartenhäuser erkundigen, denn auch im eigenen Garten muss das bundesweit geregelte Planungsrecht (Baugesetzbuch) eigehalten werden. Auch ein Mindestabstand zum Nachbargrundstück muss eingehalten werden. Wenn du dein Gartenhaus ohne Baugenehmigung baust, kann dies mit hohen Kosten verbunden sein: Ein unrechtmäßig errichteter Bau muss nämlich nachträglich entfernt werden.
7. FAQ
Wie schütze ich mein Gartenhaus vor der Witterung?
Um dein Gartenhaus vor der Witterung zu schützen, solltest du einmal im Jahr eine Schutzlasur auftragen oder die Lackfarbe erneuern. Außerdem solltest du darauf achten, dass die Ränder der Standfläche des Gartenhauses immer freigelegt sind, damit so Regenwasser besser ablaufen kann.
Mit wie vielen Personen baue ich mein Gartenhaus auf?
Bau das Gartenhaus nicht alleine auf. Je nach Größe des Hauses sollten es zwei bis drei Personen sein, so dauert der Aufbau circa einen Tag.
Brauche ich eine Genehmigung für den Bau eines Gartenhauses?
Je nach Bundesland sind die Regelungen verschieden. Am besten erkundigst du dich beim Bürgerbüro des städtischen Bauamts, wie die Regelungen für dein Bundesland aussehen. Eventuell musst du dann eine Genehmigung einholen.
Kann ich Probleme mit Nachbarn bekommen, wenn ich ein Gartenhaus in meinen Garten stelle?
Ja. Zum dem Nachbargrundstück muss immer ein Mindestabstand eingehalten werden. Dieser liegt in der Regel bei drei Metern, kann sich aber von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Wenn du ohne die schriftliche Genehmigung des Nachbarn diesen Mindestabstand nicht einhältst, drohen rechtliche Konsequenzen.
Kann ich ein Gartenhaus auch zu einer Sauna umbauen?
Theoretisch ja. Der Umbau eines Gartenhauses zu einer Sauna ist jedoch mit sehr viel Aufwand und handwerklichem Geschick verbunden. Das Gartenhaus muss mindestens acht Quadratmeter groß sein. Außerdem musst du den Boden mit Beton abdichten und das Gartenhaus gut isolieren. Es empfiehlt sich, die Angelegenheit vorher mit einem Profi zu besprechen.
Kann ich mein Gartenhaus auch im Winter nutzen?
Gut isolierte Gartenhäuser mit einer Wanddicke von mindestens 40 Millimetern können sehr gut auch im Winter zum Schlafen und Wohnen genutzt werden. Dabei empfiehlt sich auch der Einbau eines kleinen Heizofens. Du kannst dich zwischen einem Heizofen mit Strom oder einem Gasofen entscheiden.
























