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Forstnerbohrer Ratgeber
1. Eigenschaften und Einsatzzwecke
Bei einem Forstnerbohrer handelt es sich um einen Aufsatz für Bohrmaschinen, der für Löcher genutzt wird, die besonders groß, aber dabei präzise und splitterfrei sein sollen. Mit diesem Holzbohrer können Sie Löcher mit einem Durchmesser von acht bis 150 Millimetern anfertigen. Der Forstnerbohrer eignet sich für verschiedene Arten von Holz: Sowohl hartes als auch weiches Holz sowie Spanplatten und andere Verbundstoffe können bearbeitet werden.
Für ähnliche Löcher in anderen Materialien, wie beispielsweise Beton, bietet sich der Einsatz von Bohrkronen an.
Mit dem Bohrer können Sie beispielsweise Löcher für Teelichthalter erstellen.
Häufige Einsatzzwecke von Forstnerbohrern:
- Bohren von Sacklöchern (Löcher, die das Bauteil nicht komplett durchdringen)
- Astlöcher aufbohren, um sie mit Querholzdübeln aufzufüllen (daher umgangssprachlich auch Astlochbohrer genannt)
- Aufnahmebohrungen für Topfscharniere in Möbeln
- Schlichte Grifflöcher in Möbeltüren
- Bohrungen in großen Holzbalken, zum Beispiel beim Bau eines Carports
- Dekorative Zwecke, wie Löcher für Teekerzen oder Blumenkübel
2. Aufbau des Forstnerbohrers
Im Gegensatz zum klassischen Holzspiralbohrer, den man für normale Löcher mit geringem Durchmesser verwendet, verfügen Forstnerbohrer weder über einen Bohrkopf noch über ein Bohrgewinde.
Der Forstnerbohrer besteht aus folgenden Elementen:
- Einem Schaft: entweder Rundschaft, Zylinderschaft oder Sechskantschaft.
- Einer Zentrierspitze zum präzisen Ansetzen, die vermeidet, dass der Bohrer abrutscht.
- Zwei Hauptschneiden, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, zum Beispiel einfache gezahnte Schneiden, gezahnte Schneiden in Wellenform oder geschlossene Schneiden.
Die Schneiden des Holzbohrers tragen das Holz Schicht für Schicht splitterfrei ab.
Achten Sie beim Kauf des Holzbohrers auf den Schaftdurchmesser, damit dieser zu Ihrer Bohrmaschine passt.
Die zwei Hauptschneiden rotieren beim Bohren um die Zentrierspitze, wobei mit jeder Umdrehung eine Schicht Holz abgetragen wird. Die Funktionsweise des Forstnerbohrers erinnert daher eher an Hobeln als an Bohren, was sich auch an den entstehenden großen Holzspänen zeigt.
Für einige Bohrungen eignen sich spezielle Modelle:
- Bei beschichteten Oberflächen oder sehr harten Hölzern sollten Sie Forstnerbohrer mit hartmetallbestückten Schneiden verwenden.
- Präzisionsgeschliffene Zähne eignen sich ebenfalls gut für Harthölzer, da sie die Holzfasern besonders leicht durchtrennen.
- Ein Staketen-Forstnerbohrer mit auswechselbarer Spitze ist ideal für Bohrungen, die schräg auf der Fläche angesetzt werden und wird beispielsweise häufig für Treppengeländer genutzt.
3. Tipps zur Verwendung
Bei der Verwendung eines Forstnerbohrers gibt es einige Besonderheiten, die Sie beachten sollten.
Die richtige Drehzahl
Wichtig beim Arbeiten mit dem Bohrer ist vor allem die Drehzahl: Stellen Sie diese möglichst gering ein, damit die Spitze nicht zu heiß wird und dadurch abstumpft. Akkuschrauber mit Getriebe können Sie dafür in den Gang mit niedriger Drehzahl und hohem Drehmoment stellen. Welche Stufe das ist, hängt von Modell und Hersteller ab.
Achten Sie darauf, dass der Bohrer nicht überhitzt, da dies dazu führen kann, dass die Schneiden abstumpfen und das bearbeitete Holz Brandspuren davonträgt.
Da Forstnerbohrer nur eine geringe Drehzahl für einen hohen Drehmoment benötigen, können sie bei kleinen Größen mit einer Handbohrmaschine bedient werden. Mit einem Bohrständer können Sie jedoch die Bohrtiefe und den Druck am besten regulieren. Zudem garantiert der Einsatz, dass Sie exakt senkrecht in das Material eindringen.
Das Loch vorbohren
Bei der Verwendung eines Forstnerbohrers sollten Sie immer zunächst mit einem Spiralbohrer ein Loch vorbohren. So können Sie den Zentrierstift an der zu bohrenden Stelle fixieren. Andernfalls kann es schnell passieren, dass das Bohrloch unpräzise wird oder die Oberfläche rund um das Loch ausfranst.
Nutzen Sie einen Spiralbohrer in passender Größe, um ein Loch vorzubohren.
Achten Sie beim Vorbohren auf den richtigen Durchmesser, denn sowohl ein zu kleines als auch ein zu großes Loch bieten keinen ausreichenden Halt für die Zentrierspitze. Messen Sie daher die Spitze des Zentrierstifts aus und wählen Sie einen Spiralbohrer, der möglichst genau diesem Durchmesser entspricht.






























