
Ratgeber Exzenterschleifer
Exzenterschleifer sind universell einsetzbar und wesentlich effizienter als Schwingschleifer. Der Unterschied liegt in der Bauweise der Geräte: Der Exzenterschleifer verfügt im Gegensatz zum klassischen Schwingschleifer über eine rotierende Schleifscheibe, worauf ein runder Schleifteller exzentrisch angebracht ist und zugleich kreisförmig schwingt. Doch was muss ich bei der Anschaffung eines Exzenterschleifers beachten? Diese und weitere Fragen klären wir in diesem Ratgeber.
1. Eigenschaften von Exzenterschleifern
Exzenterschleifer arbeiten durch ihre Bauweise besonderes effizient und erreichen einen hohen Abrieb. Aber auch feine Schleifarbeiten können mit einem Exzenterschleifer durchgeführt werden. Im Gegensatz zu Schwingschleifern werden dabei keine kreisförmigen Abdrücke auf der Oberfläche hinterlassen. Die Geräte sind mit einer runden Schleifplatte ausgestattet, womit sich überwiegend gerade oder auch gewölbte Flächen schleifen lassen. Für die Bearbeitung von Ecken sind sie jedoch nicht geeignet. Das Schleifpapier wird mit einem Klettband angebracht. Mit bestimmten Aufsätzen kann ein Exzenterschleifer auch Polierarbeiten durchführen.
Alle Vorteile auf einen Blick:
- Hoher Abrieb
- Hohe Oberflächenqualität (Feinschliff)
- Effektives Bearbeiten gewölbter Flächen
- Auch für Polierarbeiten geeignet
2. Entscheidungshilfe
Beim Kauf eines Exzenterschleifers gibt es ein paar Aspekte zu beachten. Wichtige Kennzahlen sind Leistung und Umdrehungszahl, doch auch die Ausstattung kann von Gerät zu Gerät variieren. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.
2.1 Ausstattung
Exzenterschleifer mit Absaugbeutel
Um die Arbeit mit einem Exzenterschleifer zu erleichtern, sollten die Geräte über eine gewisse Ausstattung verfügen. Empfehlenswert ist vor allem eine integrierte Absaugung, da beim Schleifen viel Staub anfällt. Alternativ sollte es möglich sein, extern einen Staubsauger anzuschließen.Mit einer Tellerbremse können Schleifarbeiten sanfter durchgeführt werden. Gerade bei empfindlichen Materialien ist diese Funktion von Vorteil. Nützlich sind außerdem ein Sanftanlauf, eine Regelelektronik und eine Konstant-Elektronik. Zudem sollte vor allem bei langem Arbeiten die Schleifmaschine gut in der Hand liegen. Achten Sie daher auf einen ergonomischen Griff.
2.2 Leistung und andere Kennzahlen
Ein weiterer entscheidender Faktor bei der Anschaffung eines Exzenterschleifers ist die Leistung, welche von der Drehzahl abhängt. Bei besonders hochwertigen Modellen liegt diese bei 13.000 Umdrehungen pro Minute, gängig sind etwa 12.000 Umdrehungen. Achten Sie darauf, dass sich die Drehzahl regulieren und auf das zu bearbeitende Material anpassen lässt. Die reine Leistungsaufnahme sollte bei 220 bis 450 Watt liegen. Beachten Sie außerdem den Tellerdurchmesser. Dieser beträgt im Durchschnitt 80 bis 150 Millimeter. Geräte mit einem Schleifteller von 150 Millimetern sorgen für einen hohen Arbeitsfortschritt, wohingegen Maschinen mit einem kleinen Schleifteller von nur 80 Millimetern von Karosseriebauern und -lackierern verwendet werden. Für den gewöhnlichen Gebrauch ist ein Durchmesser von 125 Millimetern ideal. Zudem lassen sich Schleifteller in drei Härtegrade unterscheiden: soft, medium und hart. Bei gewölbten Oberflächen eignen sich softe Schleifteller, während für das Schleifen von planen Untergründen harte Schleifteller eingesetzt werden. Medium Schleifteller können Sie hingegen universell einsetzen.
Beim Kauf eines Exzenterschleifers sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Umdrehungszahl
- Leistung
- Tellerdurchmesser und -härtegrad
- Tellerbremse
- Ergonomischer Griff
- Absaugung
- Langes Kabel
3. Anwendung des Exzenterschleifers
Damit Sie bei der Arbeit mit einem Exzenterschleifer auch das gewünscht Ergebnis erhalten, sollten Sie ein paar Dinge beachten.
- Halten Sie das Gerät parallel zur Arbeitsfläche. Bei einer Schräghaltung können schnell Dellen entstehen.
- Mit einem Exzenterschleifer lassen sich unterschiedliche Werkstoffe bearbeiten wie etwa Holz, Metall, Kunststoff oder Glas. Für Naturholz sind die Geräte jedoch eher ungeeignet, da die vielseitigen Schleifbewegungen die Faserung aufreißen können. Hierfür sollten Sie zu einem Bandschleifer greifen.
- Vermeiden Sie es, den Exzenterschleifer bereits vor dem Auflegen auf die Arbeitsfläche anzustellen. Die Geräte sollten nicht im laufenden Betrieb an das Werkstück geführt werden, da der Abrieb durch die gleichzeitige Schwing- und Drehbewegung an den Rändern sehr hoch ist. Wird die laufende Maschine versehentlich leicht schräg auf das Werkstück angelegt, können tiefe Kerben entstehen.> Stellen Sie den Schleifer immer erst auf das Werkstück und beginnen Sie dann in der richtigen Position mit dem Schleifen.
- Bei Exzenterschleifern mit integriertem Sauger setzt sich kein Staub auf der Arbeitsfläche ab. Dies erleichtert die Arbeit, da Sie diese nicht unterbrechen müssen, um den Schleifstaub zu entfernen.
- Exzenterschleifer sind besonders gut geeignet bei der Bearbeitung von gewölbten Flächen. Durch die Rotation passen sich die Geräte sehr gut Neigungen an.
4. FAQ
Wofür benötige ich eine Tellerbremse?
Eine Tellerbremse ist eine Sicherheitsvorkehrung, über die die meisten hochwertigen Geräte verfügen. Sie sorgt dafür, dass der Schleifteller beim Aufsetzen des Geräts auf das Werkstück nicht zu hoch dreht. So werden unschöne Dellen im Material vermieden. Zudem wird die Scheibenrotation automatisch gedrosselt, wenn kein Kontakt zur Oberfläche besteht. Diese Sicherheitsvorrichtung verhindert Verletzungen während der Arbeit mit einem Exzenterschleifer. Eine weitere sinnvolle Funktion ist die Regulierung der Drehzahl, sodass sich die Rotation an das zu bearbeitende Material anpassen lässt.
Was kann ich mit einem Exzenterschleifer bearbeiten?
Während mit einem klassischen Schwingschleifer überwiegend Oberflächen aus Hart- und Weichholz bearbeitet werden, können Sie mit einem Exzenterschleifer ebenso Plastik, Glas, Kunststoff oder Metall glätten. Auch das Abschleifen von lackierten oder anderweitig beschichteten Oberflächen ist unproblematisch. Zudem können die Geräte sowohl auf ebenen als auch gewölbten Flächen eingesetzt werden. Für Ecken und Kanten eignen sich die Maschinen jedoch eher weniger. Je nach Bearbeitungszweck müssen Sie die richtige Schleifscheibe wählen. Für die Entfernung von Lacken sollten Sie beispielsweise eine grobe Körnung zwischen 40 und 80 wählen, während sich für den Feinschliff eine Körnung zwischen 200 und 400 besser eignet.









































