
Das Anlehngewächshaus
Anlehngewächshäuser sind ideal für Hobbygärtner mit wenig Platz. Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei der Anschaffung achten sollten, damit Ihre ganzjährige Gemüseernte von Erfolg gekrönt ist.
1. Eigenschaften und Vorteile eines Anlehngewächshauses
Anlehngewächshäuser gelten als perfektes Einsteigermodell für Hobbygärtner und können auch auf kleinen Flächen aufgestellt werden, sofern eine geeignete Außenwand vorhanden ist. Mithilfe der Konstruktion lassen sich einige Gemüsesorten ganzjährig anbauen, außerdem ermöglichen Anlehngewächshäuser die Kultivierung von Kräutern, die Anzucht von Keimlingen und die Überwinterung von empfindlichen Kübelpflanzen.
Ein Anlehngewächshaus sieht einem normalen Gewächshaus ähnlich. Im Unterschied dazu weist es jedoch lediglich an drei Seiten eine Wand auf, weshalb die offene Fläche an eine geeignete Mauer gelehnt wird. Im Fall einer Hauswand wird so eine Grundwärme weitergegeben, die für den Anbau vieler Pflanzen völlig ausreicht und die Anschaffung einer separaten Heizung unnötig macht.
Durch die spezielle Bauweise und die damit verbundene Aufstellungsart ergeben sich einige Vorteile von Anlehngewächshäusern gegenüber konventionellen Gewächshäusern:
- Geringere Anschaffungskosten
- Höhere Stabilität und Robustheit
- Wärmere Temperaturen im unbeheizten Zustand (als Kaltgewächshaus)
- Geringere Energiekosten beim Einsatz einer Heizung (als temperiertes Gewächshaus oder Treibhaus)
2. Wichtige Kaufaspekte
Bevor Sie sich ein Anlehngewächshaus anschaffen, sollten Sie ausmessen, wie viel Platz Sie vor der gewünschten Wand zur Verfügung haben, und sich überlegen, welche Pflanzen Sie kultivieren möchten. Denn für den Anbau einiger Gemüsesorten benötigen Sie eine Heizung, während für die Überwinterung vieler Kübelpflanzen ein Kaltgewächshaus ausreicht.
Die ideale Größe eines Anlehngewächshauses
Sehr kleine Varianten benötigen keinen Gang.
Durch die Integration einer Haus- oder Garagenwand auf einer Seite sind Ihre Möglichkeiten der Aufstellung relativ begrenzt. Auch die Größe der Konstruktion richtet sich zunächst nach dem verfügbaren Platzangebot auf Ihrem Grundstück. Darüber hinaus spielen weitere Aspekte eine Rolle:
- Wie viele Pflanzen und welche Arten möchten Sie anbauen?
- Soll das Gewächshaus begehbar sein?
- Wollen Sie dort Arbeiten wie das Pikieren ausführen?
Damit Sie Pflanzen in Ihrem Anlehngewächshaus problemlos kultivieren können, sollte die Standardhöhe von zwei Metern nicht unterschritten werden. Für den Anbau von Stabtomaten und Schlangengurken können sich sogar Modelle mit einer Gesamthöhe von bis zu vier Metern lohnen, um eine besonders ertragreiche Ausbeute zu erhalten. Informieren Sie sich rechtzeitig über die benötigte Anbaufläche der von Ihnen gewünschten Pflanzen – werden diese zu eng gepflanzt beziehungsweise gestellt, sind Ernteeinbußen die Folge.
Der richtige Standort für Anlehngewächshäuser
Aufgrund der Mauer als vierte Wand fällt vergleichsweise wenig Licht in das Gewächshaus. Daher sollten Sie vorab prüfen, ob zusätzliche Beleuchtung für die Kultivierung der gewünschten Pflanzen notwendig ist.
Grundsätzlich ist die Südseite eines Gebäudes die beste Wahl, um Pflanzen ausreichend mit Licht zu versorgen. Allerdings kommen nur freie und gerade Wände in Frage, die keine Fenster aufweisen. Der Anbau eines Anlehngewächshauses kann auch auf der Terrasse oder dem Balkon erfolgen. Hierfür bieten sich vor allem Varianten mit einer kleinen Grundfläche an, die oftmals nicht begehbar sind. Die Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Dünger sowie wenig aufwendige Arbeiten erfolgen dabei durch die geöffnete Tür.
Hinweis: Das Anlehngewächshaus unterscheidet sich baurechtlich von einem Wintergarten und darf daher nicht als zusätzlicher Wohnraum verwendet werden. Zudem ist für die Aufstellung in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich.
3. Gängige Materialien
Ein Anlehngewächshaus besteht aus einem Rahmen und lichtdurchlässigen Scheiben aus Glas oder stabilen Kunststoffen – Folien werden bei diesem Typ üblicherweise nicht genutzt.
Für den Rahmen wird Aluminium bevorzugt, weil sich das Leichtmetall durch eine lange Haltbarkeit auszeichnet. Darüber hinaus eignen sich einige Holzarten wie Teak, die weniger empfindlich auf das feuchtwarme Klima im Anlehngewächshaus reagieren. Der Pflegeaufwand für hölzerne Profile fällt jedoch vergleichsweise hoch aus.
Für ein beheiztes Anlehngewächshaus eignen sich Polycarbonatplatten aufgrund ihrer isolierenden Eigenschaften hervorragend.
Die Fensterflächen können aus Kunststoffen wie Polycarbonat und Acrylglas oder Einscheiben-Sicherheitsglas gefertigt sein. Auf den Einsatz von einfachem Flachglas sollte verzichtet werden: Zum einen ist die Isolierung unzureichend, während das Material ein größeres Risiko birgt, dass Ihre Pflanzen unter starker Sonneneinstrahlung verbrennen, zum anderen könnten Sie sich im Fall einer Beschädigung daran verletzen.
Eigenschaften gängiger Materialien
| Acrylglas | Polycarbonatplatten | Einscheiben-Sicherheitsglas |
|---|---|---|
| Hohe Lichtdurchlässigkeit | Lichtdurchlässigkeit geringer als von Acrylglas | Höchste Lichtdurchlässigkeit und Transparenz |
| Schutz vor UV-Licht | Lichtdurchlässigkeit sinkt mit zunehmendem Alter | Geringere Wärmeisolierung als Kunststoffscheiben |
| Empfindlich gegenüber Kratzern | Hohe Wärmeisolierung | Kein Schutz vor UV-Licht |
| Zum Beispiel unter dem Markennamen Plexiglas erhältlich | Zum Beispiel unter dem Markennamen Makrolon erhältlich |
4. FAQ
Sind Anlehngewächshäuser aus Glas zu empfehlen?
Echtglas punktet zwar durch seine hohe Lichtdurchlässigkeit, kann aber unter Umständen zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Außerdem ist es anfälliger für Beschädigungen und birgt ein höheres Verletzungsrisiko als Anlehngewächshäuser mit Kunststoffeinsätzen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie auf jeden Fall sogenanntes Einscheiben-Sicherheitsglas verwenden, das unempfindlicher als konventionelles Flachglas ist und nicht scharfkantig splittert.
Was gilt es bei einem Anlehngewächshaus aus Holz zu beachten?
Die meisten Anlehngewächshäuser bestehen aus pflegeleichtem Aluminium, doch Varianten mit einem Holzrahmen sind ebenfalls erhältlich. Wichtig ist, dass nur bestimmte Hölzer, wie beispielsweise Red Cedar und Teak, dem feuchtwarmen Klima standhalten, wenn sie entsprechend gepflegt werden. Andere Arten verwittern hingegen schon nach kurzer Zeit.
Kann ich ein Anlehngewächshaus mit Hochbeeten ausstatten?
Wenn Ihr Gewächshaus eine ausreichende Höhe aufweist, sind Hochbeete überaus praktisch: Sie ermöglichen eine angenehme, rückenschonende Arbeitshaltung und eignen sich für den Anbau zahlreicher Küchenkräuter und Gemüsesorten. Durch die Kombination von Hochbeeten in unterschiedlichen Höhen können Sie den Lichteinfall auf die Pflanzen optimieren. Freier Platz unter dem Hochbeet kann zudem als Stellfläche für kleine Gartengeräte genutzt werden.

































