
Wanderschuhe - Darauf müssen Sie achten
Wenn Sie die Wanderlust packt, sollte das Abenteuer in der Natur nicht an ungeeignetem Schuhwerk scheitern. Schlüpfen Sie in die falsche Fußbekleidung, kann dies fatale Folgen haben – gerade in steinigen, unebenen Landstrichen besteht unter Umständen akute Verletzungsgefahr. Selbst wenn es nicht zu einem Umknicken kommt, bremsen etwaige Blasen unter den Füßen das Vergnügen am Wandern. Worauf Sie bei der Wahl eines Wanderschuhpaars achten müssen und worüber Sie sich vor dem Kauf im Klaren sein sollten, verrät Ihnen dieser Ratgeber.
1. Klassische Wanderschuhe
Wasserdicht, robust und rutschfest: Wanderschuhe sind die perfekten Begleiter für Erkundungen in der freien Natur. Die klassische Variante des Schuhs weist eine stabile Sohle sowie eine gute Dämpfung auf und ist daher für mehrstündige Touren geeignet. Wanderschuhe bestehen aus Leder oder Synthetik. Erstere besitzen einen hohen Tragekomfort und können auch auf feuchten Wanderwegen verwendet werden. Schuhe aus synthetischen Stoffen sind bei warmen Temperaturen angenehm, da sie den Schweiß ableiten.
Wanderschuh klassisch
Art und Form des Schuhwerks für Wanderungen können variieren und hängen von der Beschaffenheit des Gebiets ab, das erklommen werden soll. So sind neben den klassischen Wanderschuhen weitere Varianten erhältlich. Damit Sie die richtige Wahl treffen, sollten Sie sich fragen, welche Witterungsverhältnisse in dem Wandergebiet normalerweise vorherrschen und wie häufig und lange Sie die Stiefel nutzen wollen: Verwenden Sie die Schuhe täglich oder nur im Urlaub und gelegentlich am Wochenende? Soll es ein Tagesausflug in die Natur werden oder wollen Sie eine mehrtägige Tour unternehmen?
1.1 Leichtwanderschuhe / Multifunktionsschuhe
Ein leichtes Gewicht der Wanderschuhe macht eine mehrstündige Tour komfortabler: Sie ist an sich schon kraftraubend, sodass man das Gefühl schwerfälliger Beine durch klobige, schwere Schuhe nicht auch noch verstärken möchte. Ein Leichtwanderschuh besitzt eine sportliche, schlanke Optik und ist für längere Spaziergänge geeignet. Er verfügt über eine biegsame Sohle und ist insgesamt sehr dynamisch.
Trekkingschuhe
1.2 Trekkingstiefel
Ein Trekkingstiefel wird auch als Wanderstiefel bezeichnet. Tagelange und anspruchsvolle Touren durch Mittel- und Alpengebirge können nur mit derartigen Trekkingstiefeln bewältigt werden. Diese zeichnen sich durch einen hohen, gefütterten Schaft aus, was einen hohen Grad an Stabilität garantiert. Geröll und Gestein können Ihren Füßen in diesen Stiefeln nichts anhaben.
Trekkingstiefel
1.3 Alpinstiefel
Speziell für Hüttentouren im Hochgebirge eignen sich Alpinstiefel – sie zählen zur Profiausstattung eines Wandernden, da sie auch für Kletterpassagen geeignet sind. Der Schaft der Bergschuhe reicht bis weit über die Knöchel und die feste Sohle besitzt ein grobes Profil – so sind Sie auch gegen Schnee und Eis gewappnet. Bei einigen Modellen ist es zudem möglich, Steigeisen zu montieren
Die Oberfläche bestehend aus hochwertigem Leder ist zwar sehr widerstandsfähig, für den Erhalt dieser Eigenschaft aber auch mit großem Pflegeaufwand verbunden.
Alpinstiefel
2. Die richtige Schuhgröße ermitteln
Bei der Wahl des richtigen Wanderschuhs ist die Passform entscheidend: Eine halbe bis eine Nummer größer als der normale Straßenschuh muss der Wanderschuh sein. Doch wie können Sie von zu Hause aus Ihre Schuhgröße ermitteln?
Zunächst benötigen Sie zwei DIN-A4-Blätter, also für jeden Fuß ein Blatt Papier. Stellen Sie sich darauf und zeichnen Sie mit einem Bleistift die Umrisse Ihrer Füße nach. Dabei müssen Sie den Bleistift stets senkrecht halten. Um die genaue Länge des Fußes zu ermitteln, empfiehlt es sich, mit einem Lineal eine Linie zu ziehen, die die äußersten Punkte des Umrisses tangiert. Anschließend lesen Sie den Abstand von der Ferse bis zum Zeh ab. Diesen Zentimeterwert multiplizieren Sie nun mit 1,5: Das Ergebnis ist die Zahl Ihrer Schuhgröße.
Richtig Schnüren
Die richtige Passform wird auch mit der Schnürung erreicht, weil das korrekte Binden Druckstellen und Blasen vermeidet. Seien Sie sich bewusst, dass sich spätestens eine halbe Stunde nach dem Start der Wanderung die Schnürung weitet. Das liegt daran, dass sich der Schuh in dieser Zeit durch die Reibung erwärmt. Nun sollten Sie sich nochmal die Zeit nehmen, um Ihre Schuhe neu zu binden.
Die Lasche des Schuhs muss stets mittig liegen. Beim Aufstieg ist eine Schnürung, die oben am Schaft noch Platz lässt, bequemer. Wenn die Ferse im Schuh schlackert, empfiehlt sich für das Schnüren die sogenannte Flaschenzugtechnik: Dafür fädelt man den Schnürsenkel direkt durch die beiden Zughaken. Danach führt man das gegenüberliegende Ende durch den Schnürsenkel, der die beiden Zughaken verbindet. Zieht man nun an den Senkeln, wird der Fuß tiefer in den Schuh gedrückt und damit ist die Ferse besser fixiert. Danach können Sie wie gewohnt über Kreuz weiter schnüren.
3. Reinigung und Pflege
Die richtige Pflege verschafft Ihnen eine dauerhafte Freude am Wandern, da sie Ihre Schuhe funktionstüchtig hält. Entnehmen Sie dem Schuh das Fußbett sowie die Schnürsenkel. Sofern die Schuhe starke Verschmutzungen aufweisen, können Sie diese mit warmem Wasser und einer Bürste entfernen. Anschließend empfiehlt es sich, die Schuhe zu imprägnieren.
Damit Sie beim Wandern keine Blasen bekommen - Achten Sie auf die richtige Schuhauswahl!
Nutzen Sie das Imprägnierspray nicht nur einmalig am Anfang, sondern in regelmäßigen Abständen – am besten sofort nach der Reinigung mit Wasser und Bürste, wenn die Schuhe noch feucht sind. Dann sind die Poren des Leders so weit geöffnet, dass der Schutz tief in das Material einwirken kann. Wenn sich das Leder während der Wanderung mit Wasser vollsaugt, verliert der Schuh seine Atmungsaktivität. Damit das Leder nicht austrocknet und brüchig wird, sollten Sie es regelmäßig mit einer Wachscreme behandeln. Diese wird mit einem Tuch oder einer weichen Bürste aufgetragen.
Tipp: Sofern Sie in einer Region mit übermäßig kalkhaltigem Leitungswasser wohnen, sollten Sie destilliertes Wasser zur Reinigung verwenden!
Bewahren Sie außerdem Ihre Wanderschuhe an einer trockenen, luftigen Stelle auf – am besten in einem Schuhkarton oder -beutel. Oft ist es im Keller sehr feucht, sodass die Schuhe dort Schimmel ansetzen könnten. Vermeiden Sie aber ebenso Aufbewahrungsorte in Nähe einer Heizung oder eines Ofens – Nasses Leder verbrennt sehr leicht.
4. FAQ
Für welche Aktivitäten kann ich einen Leichtwanderschuh verwenden?
Multifunktionsschuhe haben eine griffige Sohle, sind wasserdicht und bieten eine gute Trittkontrolle. Mit diesen Allroundern in sportlich-schlankem Design lassen sich bestimmte Outdoor-Aktivitäten wie das Trailrunning bewältigen.
Welche Ausrüstung benötige ich zum Wandern über das Schuhwerk hinaus?
Wanderstöcke können bei der richtigen Handhabung eine große Unterstützung beim Wandern sein. Schuheinlagen sind ebenfalls nützliche Helfer. Ähnlich wie spezielle Wandersocken aus Wolle oder Mischgewebe haben sie durch ihre Polsterung einen dämpfenden Effekt und bieten Schutz vor Druckstellen. Baumwollsocken hingegen leiten die Feuchtigkeit nicht nach außen, sondern halten sie am Fuß, was den Eindruck nasser Füße erwecken kann.
Wie kann ich während einer mehrtägigen Tour meine Wanderstiefel reinigen?
In einem Bach können Sie groben Schmutz von den Wanderschuhen abwaschen. Am Abend sollten Sie in jedem Fall die Schuhe auslüften. Dies schaffen Sie, indem Sie die Schnürung breit öffnen und das Fußbett entnehmen. Stopfen Sie das Schuhinnere mit Zeitungspapier aus, um etwaige Feuchtigkeit aufzusaugen.






































