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Snowboard-Boots: Tipps zum Kauf
Die richtigen Snowboard-Boots sind entscheidend, um die Bergabfahrt in vollen Zügen genießen zu können. Hier erfährst du alles, was du wissen musst, um die perfekten Boots für dich zu finden.
1. Passform und Größe von Snowboard-Boots
Die Grundlage für jedes erfolgreiche Snowboardabenteuer liegt in der richtigen Passform deiner Boots. Ein falsch sitzender Snowboardschuh kann nicht nur deinen Fahrkomfort beeinträchtigen, sondern auch deine Leistung auf der Piste. Hier sind einige entscheidende Punkte, die du bei der Auswahl der richtigen Größe und Passform deiner Snowboard-Boots befolgen solltest:
Fußlänge messen: Stell dich barfuß auf ein Blatt Papier und zeichne den Umriss nach. Um nun die exakte Länge deines Fußes zu bestimmen, misst du den Abstand von der Ferse bis zur längsten Zehe. Dies bildet die Grundlage für die Auswahl der richtigen Größe, welche sich immer auf den Snowboardinnenschuh bezieht.
Größentabelle konsultieren: Größentabellen für Snowboard-Boots ähneln denen von Skischuhen. So bestimmt deine Fußlänge die Größe der Boots, welche in Mondopoint (MD oder Mondo) angegeben wird. Ist dein Fuß zum Beispiel 26 Zentimeter lang, entspricht das einer Größe von 26 Mondopoint. Das Mondopoint-Größensystem besteht aus 5-Millimeter-Schritten – bei ungeraden Zahlen wird auf die nächstgrößere Größe aufgerundet.
Zehenraum überprüfen: Stehe beim Anprobieren aufrecht in den Boots und überprüfe, ob du genügend Bewegungsfreiheit hast. Idealerweise sollte ein kleiner Abstand zwischen deinen Zehen und der Bootspitze vorhanden sein, etwa die Breite eines Fingers.
Nach Druckpunkten fühlen: Achte darauf, dass deine Ferse fest im Boot sitzt, um eine optimale Kontrolle zu gewährleisten. Laufe anschließend in den Boots herum, gehe ein paar Mal in die Knie und achte auf mögliche Druckstellen. Das Schienbein sollte nur leicht die Oberkante des Snowboard-Stiefels berühren.
Mithilfe dieser Tabelle kannst du deine Mondopoint-Größe auch auf Basis deiner normalen Schuhgröße ermitteln:
| EU-Schuhgröße | Mondopoint |
|---|---|
| 37 | 235 |
| 38 | 240 |
| 38,5 | 245 |
| 39,5 | 250 |
| 40 | 255 |
| 41 | 260 |
| 41,5 | 265 |
| 42,5 | 270 |
| 43 | 275 |
| 44 | 280 |
| 44,5 | 285 |
| 45,5 | 290 |
| 46 | 295 |
Trage beim Anprobieren deiner Snowboardschuhe die Socken, die du auch beim Snowboardfahren normalerweise trägst. Zudem solltest du die Boots am besten vormittags anprobieren, da die Füße im Laufe des Tages anschwellen und sich somit auch die Schuhgröße verändert.
Folgendes Video veranschaulicht, wie du die richtige Größe deiner Snowboard-Boots bestimmst:
2. Modellunterschiede
Snowboardschuhe sind für Damen, Herren und Kinder in einer breiten Palette an Modellen erhältlich, die auf verschiedene Geländetypen und Fahrstile zugeschnitten sind. Hier die gängigsten Snowboardschuhmodelle im Überblick:
- All-Mountain-Boots sind ideal für fortgeschrittene Fahrer, die gerne verschiedene Geländearten erkunden. Sie bieten eine ausgewogene Mischung aus Flexibilität und Härte, um sowohl Sprünge abzufedern als auch hohen Geschwindigkeiten standzuhalten.
- Freestyle-Boots richten sich an Snowboarder, die gerne Tricks an Rails versuchen oder Kicker springen. Da die Schuhe sehr weich sind, ermöglichen sie viel Bewegungsfreiheit für kreative Fahrmanöver. Oft sind an der Ferse und in der Sohle zusätzlich stoßdämpfende Materialien eingearbeitet.
- Backcountry-Boots oder Freeride-Boots sind für erfahrene Snowboarder konzipiert, die sich gerne in unberührtem Terrain abseits der Piste bewegen. Die Boots bieten die im Tiefschnee benötigte Stabilität, verfügen über einen verstärkten Fersen- und Zehenbereich und sind oft mit speziellen Funktionen für Wanderungen und Aufstiege ausgestattet.
Ob Schwarz, Weiß oder knallig bunt – Snowboard-Boots sind in zahlreichen verschiedenen Designs erhältlich. Um sie sicher zu transportieren und vor äußeren Einflüssen zu schützen, solltest du zu deinen Snowboard-Boots gleich die passende Tragetasche kaufen.
Snowboard-Boots von verschiedenen Marken:
2.1 Soft-Boots vs. Hard-Boots
Weiterhin wird bei Snowboardschuhen zwischen Soft-Boots und Hard-Boots unterschieden. Soft-Boots sind ideal für Anfänger und Freestyle-Fahrer geeignet, während Hard-Boots von erfahrenen Alpin-Snowboardern bevorzugt werden, die sich auf enges Kurvenfahren bei hohen Geschwindigkeiten konzentrieren:
| Soft-Boots | Hard-Boots |
|---|---|
| sehr bequem und flexibel, ähneln vom Tragegefühl normalen Wanderschuhen | relativ steif und unflexibel, ähneln dem klassischen Skischuh |
| zeichnen sich durch eine weiche Struktur aus, die viel Bewegungsfreiheit und eine gute Dämpfung bei Tricks und Sprüngen bietet | bieten weniger Bewegungsfreiheit, dafür aber sehr guten Halt und Stabilität für das Sprunggelenk |
| ermöglichen eine gute Kontrolle über das Board mit wenig Kraftaufwand | ermöglichen auch bei hohem Tempo maximale Kontrolle und Kraftübertragung auf die Kanten sowie harte, schnelle Kantenwechsel |
| werden in der Regel mit Schnürsystemen oder BOA®-Verschlüssen angeboten, was eine individuelle Anpassung ermöglicht | verfügen über Schnallenverschlüsse und können nur mit speziellen Alpinbindungen kombiniert werden |
Hard-Boots haben, ähnlich wie Skischuhe, eine Hartschale und Schnallen, weshalb sie optimalen Halt beim Kurvenfahren bieten. [Quelle: Evaldas – stock.adobe.com]
Zwar sind Soft-Boots im Gegensatz zu Hard-Boots weich – allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Härtegrade, welche durch den sogenannten Flex-Wert bestimmt werden.
2.2 Flex-Wert
Neben der Eignung für verschiedene Terrains wie Piste oder Tiefschnee, unterscheiden sich Snowboard-Boots – wie auch Skischuhe – in ihrem „Flex“. Der Flex-Wert gibt an, wie biegsam der Schuh beziehungsweise das Material ist. Der Wert wird in verschiedene Bereiche unterteilt – je niedriger der Flex, je weicher sind die Snowboard-Boots. Steifere Schuhe sind reaktionsschneller, weshalb sich Boots mit einem hohen Flex-Wert vorrangig für schnelle und sehr erfahrene Fahrer eignen:
| Flex-Wert | Härtegrad | Fahrertyp |
|---|---|---|
| 1-4 | weich | Anfänger und Freestyler |
| 4-7 | mittel | erfahrene All-Mountain-Snowboarder |
| 7-10 | hart | professionelle Freerider |
Snowboard-Boots unterteilen sich in einen Außenschuh und einen Innenschuh. Der Außenschuh besteht zum größten Teil aus Kunststoffen, während der Innenschuh aus einem weichen Schaummaterial gemacht ist, um den Fuß zu polstern und vor Kälte zu schützen. Bei manchen Modellen ist der Innenschuh herausnehmbar, bei anderen fixiert. Zusätzlich kann er mit einer eigenen Schnürung ausgestattet sein, um extra Halt zu bieten.
Außenschuh
Innenschuh
Manche Hersteller bieten thermoformbare Innenschuhe an. Beim sogenanntem Thermoforming wird der Innenschuh durch Hitze an die individuelle Fußform angepasst. Dadurch passen die Schuhe wortwörtlich wie angegossen, was einen optimalen Tragekomfort gewährleistet. Das Verfahren lässt sich sowohl im Fachgeschäft als auch im eigenen Backofen durchführen.
2.3 Schnürsysteme
Gute Snowboard-Boots sollten dem Fuß optimalen Halt bieten – dazu gehört auch eine zuverlässige Schnürung. Beim Schnürsystem stehen dir verschiedene Optionen zur Wahl – von klassischen Schnürsenkeln über den innovativen BOA®-Verschluss bis hin zur Schnellschnürung. Auch Kombinationen aus verschiedenen Schnürsystemen sind möglich.
Klassisches Schnürsystem
Das traditionelle Schnürsystem mit Schnürsenkeln ist auch bei Snowboard-Boots nach wie vor beliebt, da es maximale Flexibilität und eine genaue Anpassung an den Fuß ermöglicht. Bei druckempfindlichen Stellen kannst du beim Schnüren einfach etwas mehr Luft lassen.
Snowboardschuhe mit klassischen Schnürsenkeln
BOA®-System
Der praktische BOA®-Verschluss besteht aus einer kleinen Drehscheibe und dünnen Nylondrähten, die per Drehverschluss kinderleicht festgezogen oder gelockert werden können – sogar mit dicken Handschuhen. Bis zu drei Drehverschlüsse können sich an einem Snowboardschuh befinden, um eine optimale Anpassung zu gewährleisten. Zudem gibt es auch hybride Modelle mit Schnürung und BOA®-Verschluss in Kombination.
Snowboardschuhe mit zwei BOA®-Verschlüssen
Schnellschnürsystem
Sogenannte Speed-Lace-Systeme verwenden spezielle Schnürsenkel und ein Schnellverschlusssystem, welches sich von Hersteller zu Hersteller leicht unterscheiden kann. Meist handelt es sich dabei um ein System mit Griff, Schnalle oder Rad, durch das die Schnürsenkel mit nur einem Handgriff angezogen und verriegelt, beziehungsweise gelockert werden.
Es gibt auch Schnellschnürsysteme mit zwei Schnürbereichen, einem oberen und einem unteren, was flexible Einstellmöglichkeiten und somit einen besonders starken Halt gewährleistet:
Snowboardschuhe mit doppeltem Schnellschnürsystem
3. FAQ
Welche Größe sollte ich für meine Snowboard-Boots wählen?
Um die richtige Größe für deine Snowboard-Boots zu bestimmen, misst du zunächst deine Fußlänge, das heißt den Abstand von der Ferse bis zur längsten Zehe. Konsultiere anschließend die Größentabelle der jeweiligen Marke und wähle deine entsprechende Größe in der Einheit Mondopoint.
Wie sollte ein Snowboardschuh sitzen?
Snowboard-Boots sollten fest sitzen, jedoch keine Druckstellen verursachen. Gehe beim Anprobieren in die Knie und beuge dich leicht nach vorne – deine Ferse sollte nun fest verankert und deine Zehen circa eine Fingerbreite von der Bootspitze entfernt sein, während dein Schienbein nur leicht den Schaft des Stiefels berührt. Trage dabei am besten die Socken, die du auch beim Snowboarden trägst.
Was ist der Unterschied zwischen Snowboard-Boots und Skischuhen?
Klassische Snowboard-Boots sind flexibler als Skischuhe und ermöglichen mehr seitliche Bewegungsfreiheit, was für die spezifischen Anforderungen des Snowboardens essenziell ist. Zudem ähneln Snowboardschuhe vom Tragegefühl klassischen Wanderschuhen, weshalb du darin auch gut laufen kannst. Skischuhe hingegen haben eine harte Außenschale mit Schnallen und sind somit steifer, was eine direktere Übertragung der Bewegungen auf die Skier ermöglicht.
Wie lange halten Snowboard-Boots?
Die Lebensdauer von Snowboard-Boots hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Häufigkeit der Nutzung, der Intensität des Gebrauchs und der Pflege. Generell gilt: Wenn der Boot nicht mehr richtig passt und zu locker sitzt, sollte er ausgetauscht werden.





























