
Was Sie über Rosé wissen sollten
Rosé genießt sowohl bei Weinkennern als auch bei Gelegenheitsgenießern einen guten Ruf. Welche Eigenschaften einen Rosé auszeichnen, welche Sorten es gibt und zu welchen Speisen diese Weinart am besten passt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Was ist Rosé?
Ein Rosé wird ausschließlich aus roten Traubensorten gewonnen. Aus diesem Grund besitzt er eine zarte Rosa- bis kräftige Rotfärbung. Für die unterschiedliche Farb- und auch die Aromaintensität sind unterschiedliche Herstellungsmethoden verantwortlich. Das Besondere ist, dass Rosé wie Weißwein hergestellt wird. Dabei kommt bei Winzern vor allem eine der drei folgenden Verfahren zum Einsatz:
1. Die Mazeration
Die sogenannte Mazeration bezeichnet einen physikalischen Vorgang, bei dem der Traubenmost mit den Schalen, den Kernen und dem Fruchtfleisch in Kontakt bleibt und auf diese Weise vor allem aus den Schalen Inhalts- und Farbstoffe gelöst werden. Bei Rosé beträgt die Zeitspanne der Mazeration nur wenige Stunden oder gar Minuten.
2. Abpress-Methode
Bei der Abpress-Methode wird der Most direkt aus den Trauben gepresst, ohne, dass es bei der weiteren Verarbeitung zu einer Mazeration kommt. Rosés, die mit dieser Methode hergestellt werden, zeichnen sich durch ihre leichte Rosafärbung aus.
3. Saignée-Methode
Nach einiger Zeit im Tank zusammen mit Kernen und Fruchtfleisch lässt der Winzer etwa zehn bis 20 Prozent des Mosts für die Weiterverarbeitung zum Rosé ab. Der Rest verbleibt für die Rotweinherstellung im Tank. Saignée Rosés zeichnen sich deswegen durch eine dunkelrote Färbung aus und sind ein Nebenprodukt der Rotweinherstellung.
Rosé wird in unterschiedlichen Verfahren gekeltert und ist auch als Rosé Secco erhältlich.
Beachten Sie: Rosé lässt sich geschmacklich am ehesten zwischen den vergleichsweise schweren Rotweinen und den milderen Weißweinen einordnen und wird in der Regel vorzugsweise gekühlt getrunken. Die Farbtiefe und das Aroma eines Rosés hängen unmittelbar mit der jeweiligen Herstellungsmethode zusammen.
2. Einige Rosé-Sorten im Überblick
Je nach Herstellungsland trägt Rosé unterschiedliche Namen. So wird der Wein beispielsweise in Spanien und in Portugal Rosado genannt, in Italien wird das alkoholische Getränk als Rosato bezeichnet.
Wird Rosé zu hundert Prozent aus einer Traubensorte gekeltert, so darf er in Deutschland unter dem Namen Weißherbst geführt werden. Eine beliebte französische Sorte ist der südfranzösische Tavel-Rosé, der unweit von Avignon gekeltert wird. Daneben werden weitere empfehlenswerte Rosés aus den Rebsorten Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Gamay oder Grenache gewonnen.
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an beliebten Sorten und Informationen zu den Geschmacksnoten so wie Hinweise zu passenden Gerichten:
| Weinsorte | Geschmacksnoten | Passende Gerichte |
|---|---|---|
| Tavel-Rosé | Erdbeere, Kirsche und Kräuter | Deftige Fleischgerichte, Ratatouille, scharfe Wurst |
| Pinot Noir | Himbeere, Pflaume, Johannisbeere und erdige Noten | Pilzgerichte, Schweinefilet, Ente, Lachs |
| Cabernet Sauvignon | Schwarze Johannisbeere und Zedernholz | Rindfleisch- und Wildgerichte |
| Gamay | Kirsche, Himbeere, leichte Schärfe | Käsegerichte, mediterrane Speisen |
| Grenache | Wald- und Erdbeere | Leichte Fleischgerichte, Fisch, Gemüse |
3. Die richtige Lagerung
Die richtige Lagerung ist in erster Linie abhängig von der Bausubstanz des Lagerraums: Neubauten sind im Vergleich zu Altbauten weniger gut geeignet, da die moderne Bauweise in der Regel übermäßig trockene Wohnräume und zu warme Kellerräume für die Weinlagerung bietet. Achten Sie außerdem darauf, den Wein bei der Lagerung keiner direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen, da diese den Rosé schal werden lassen kann.
Rosé, der im Kühlschrank aufbewahrt wird, sollte zügig getrunken werden, da die niedrigen Temperaturen den Korken verformen und den Wein schal werden lassen können.
Beachten Sie: Wollen Sie Rosé langfristig lagern, sind Temperaturen im Bereich von zehn bis 15 Grad Celsius ideal.
Weinkühlschränke helfen bei der richtigen Lagerung.Auch die Verschlussart des Weines ist für die richtige Lagerung wichtig. Handelt es sich dabei um einen Korken, so sollte die Flasche auf jeden Fall liegend gelagert werden, damit der Verschluss in ständiger Berührung mit der Flüssigkeit steht und somit nicht austrocknen kann. Auch die Luftfeuchtigkeit des Lagerraums ist in diesem Zusammenhang zu beachten: Ein Feuchtigkeitsanteil von mindestens 50% ist ideal für die Lagerung, da so das Austrocknen des Korkens verhindert wird.
Weinkühlschränke helfen bei der richtigen Lagerung.
Für die Lagerung sollten Sie außerdem einen Ort wählen, der keinen ständigen Erschütterungen durch beispielsweise Bahn- oder Autoverkehr sowie durch Geräte wie Waschmaschinen ausgesetzt ist. Andernfalls kann sich der feine aromaspendende Bodensatz des Weines (das sogenannte Depot) nicht absetzen. Rosé sollte nicht länger als ein oder zwei Jahre gelagert werden. Eine Alternative zu einem geeigneten Lagerraum sind spezielle Weinkühlschränke.
4. Die optimale Weinverkostung
Vor dem eigentlichen Genuss eines Weines wird dieser in der Regel zunächst dekantiert oder karaffiert. Dies ist bei Rosés in der Regel nicht nötig und stark abhängig vom persönlichen Geschmack. Beim eigentlichen Dekantieren wird der Wein umgefüllt, um die Feststoffe des Depots vor dem Trinken vom Rest der Flüssigkeit zu trennen. Dazu wird der Wein von professionellen Weinverkostern langsam in eine Glaskaraffe umgefüllt, bis der Bodensatz sich dem Flaschenhals nähert.
Glaskaraffen und Dekanter weisen eine charakteristische bauchige Form auf, die das Karaffieren begünstigt: So kann aufgrund der Form möglichst viel Sauerstoff an den Wein gelangen, was die Aromaentfaltung positiv beeinflussen kann. Für das Karaffieren sollte dem Wein jedoch Zeit gegeben werden: Ein bis drei Stunden sind hierbei empfehlenswert. Die Weinverkostung erfolgt in drei Schritten, um möglichst viele Sinne beim Weingenuss anzuregen:
1. Sehen
Weinkenner halten den Wein im Glas vor einen hellen Hintergrund oder vor eine Lichtquelle, um alle **Schattierungen** zu erkennen.
2. Riechen
Durch feines Riechen am Weinglas und Schwenken des Weines kann ein erster Eindruck von den **Aromen** des Weines gewonnen werden.
3. Schmecken
Es wird zunächst ein kleiner Schluck des Weines an den **Geschmackszentren** im Mund entlanggeführt (hierzu zählen Gaumen, Zunge und der Rachenraum). Danach wird etwas Luft aufgenommen, sodass Nuancen des Weinaromas auch den **Nasenraum** erreichen können (sogenannte Retro-Olfaktion).
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5. FAQ
Muss Rosé dekantiert werden?
Aufgrund der Herstellungsverfahren und der Tatsache, dass diese Weinart nur verhältnismäßig kurz gelagert werden sollte, ist das Dekantieren nicht unbedingt notwendig. Wie das Dekantieren ist auch die Notwendigkeit des Karaffierens eine Frage Ihres individuellen Geschmacks.
Ist Rosé im Vergleich zu Rot- und Weißwein minderwertig?
Der vermeintlich schlechte Ruf von Rosé ist auf den Irrtum zurückzuführen, dass es sich dabei um ein Gemisch aus Rot- und Weißwein handelt. Die vergleichsweise weniger aufwändigen Herstellungsverfahren und die Tatsache, dass viele Rosé-Sorten Nebenprodukte der Rotweinherstellung sind, können jedoch isoliert betrachtet kein Qualitätsurteil rechtfertigen.
Zu welchen Speisen eignen sich Rosés?
Mit welchen Gerichten Rosé geschmacklich harmoniert, ist abhängig von der jeweilig verarbeiteten Rebsorte. Generell lässt sich jedoch sagen, dass sich Rosé wie Weißwein eher zu Speisen wie Fisch und Geflügel eignet und gekühlt genossen werden sollte.
































