
Mikrofone
Egal, ob Sie auf einer Feier eine Rede halten wollen, ein Konzert auf der Bühne geben oder am PC ein Lied aufnehmen möchten: In jedem Fall benötigen Sie ein Mikrofon. Doch welches ist das Richtige? Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten, damit Ihre nächste Aufnahme oder Performance garantiert gelingt.
1. Kondensatormikrofone oder Dynamische Mikrofone – Welche Technik ist die richtige?
Mikrofone funktionieren, indem sie den auftreffenden Schall in ein Signal umwandeln. Durch den Anschluss an einen Verstärker oder ein Aufnahmemedium wird dieses Signal dann als Ton wiedergegeben beziehungsweise aufgenommen.
1.1. Überblick der gängigsten Mikrofonarten
Mikrofone unterscheiden sich besonders durch ihre technische Beschaffenheit. Hier ist vor allem zwischen Kondensatormikrofonen und dynamischen Mikrofonen zu differenzieren.
| Kondensatormikrofone | Dynamische Mikrofone |
|---|---|
| Klein- und Großmembran-Kondensatormikrofone | Bändchenmikrofon |
| Elektretmikrofon | Tauchspulenmikrofon |
Kondensatormikrofone sind die gängigste Form aller Mikrofonarten. In ihrem Gehäuse befindet sich eine bewegliche Membran, die mit einer Gegenelektrode verbunden ist. Der auftreffende Schall verändert den Abstand zwischen den beiden Komponenten. Die dadurch entstandenen mechanischen Schwingungen erzeugen anschließend elektrische Spannung, die über die XLR-Buchse ausgegeben wird. Man spricht in diesem Fall von elektroakustischen Wandlern.
Handliches Kondensatormikrofon
Eine besondere Form der Kondensatormikrofone ist das Elektretmikrofon. Anders als beim klassischen Kondensatormikrofon ist hier zusätzlich eine Elektret-Folie vor oder hinter die Membran gespannt. Der Vorteil: Das Elektret erzeugt eine viel höhere Spannung und wirkt so wie ein bereits im Mikrofon eingebauter Verstärker. Mittlerweile sind 90 Prozent aller Mikrofone Elektretmikrofone.
Dynamische Mikrofone funktionieren hingegen mit dem Prinzip der magnetischen Induktion. Die Schallwellen versetzen auch hier die Membran in Schwingungen, welche dann im Magnetfeld eines Dauermagneten eine permanente Spannungsänderung erzeugt. Diese wandelt sich anschließend in ein Signal um. Bei Tauchspulenmikrofonen sorgt eine Spule, die an die Membran gekoppelt ist, für die Weiterleitung des Schalls. Bändchenmikrofone kommen mit einem Aluminiumstreifen als Membran aus.
Dynamisches Mikrofon für die Bühne
Kondensatormikrofone
Pro
- Schnelle Reaktion auf den Schall
- Wenig Verstärkung notwendig
- Breiter Übertragungsbereich
- Neutraler Frequenzgang mit hohen und tiefen Frequenzbereichen
Contra
- Phantomspeisung immer notwendig
- Zu laute Schallquellen können eventuell nicht aufgenommen werden
- Nehmen auch Nebengeräusche auf
Dynamische Mikrofone
Pro
- Kaum Rückkopplung
- Robus
- Phantomspeisung selten notwendig
- Weichere Klänge
- Nehmen auch sehr laute Schallquellen auf
- Wenige Sibilanten (Zischlaute)
Contra
- Weniger hochauflösend/detailreich als Kondensatormikrofon
- Abstand zwischen Sänger und Mikrofon muss konstant und sehr nahe sein (weniger Bewegungsspielraum)
1.2. Richtcharakteristiken
Mikrofone lassen sich nicht nur durch ihre technische Beschaffenheit unterscheiden, sondern auch durch ihre Bauart. Die sogenannte Richtcharakteristik bestimmt, wie der Schall vom Mikrofon aufgenommen wird.
Kugelcharakteristik
Mikrofone mit Kugelcharakteristik nehmen den Schall von allen Seiten auf. Sie sind omnidirektional. Dank ihrer einfachen Ausrichtung können sie Stimmen mehrerer Personen gleichzeitig aufnehmen (zum Beispiel bei Gruppengesprächen). Nebengeräusche wie Wind stören die meisten Kugelmikrofone nicht.
Achtcharakteristik
Diese Richtcharakteristik nimmt den Schall von vorne und von hinten auf. Geräusche von der Seite dämpft die Form ab. Mikrofone dieser Bauart eignen sich besonders für Gespräche zwischen zwei Personen, da sie bidirektional sind.
Nierencharakteristik
Die Nierencharakteristik ist die gängigste Richtcharakteristik bei Mikrofonen. Sie ist eine Mischung aus den Kugel- und Achtformen. Nierenmikrofone nehmen den Schall vor allem von vorne auf und blenden Neben- und Rückgeräusche aus. Sie eignen sich dafür besonders gut für Bühnenauftritte, da sie sich allein auf die Stimme des Sängers fokussieren.
1.3. Einsatzmöglichkeiten
Vor dem Kauf sollten Sie wissen, wo Sie das Mikrofon nutzen wollen. Diese Tabelle verschafft Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Generell sollten Sie beim Kauf immer zusätzlich auf die Herstellerempfehlung achten – je nach Richtcharakteristik können die Einsatzmöglichkeiten bei den Mikrofonen variieren.
| Wofür? | Großmembran-Kondensator | Kleinmembran-Kondensator | Elektret | Tauchspulen | Bändchen |
|---|---|---|---|---|---|
| Bühnenauftritt (Gesang, Konzert) | - | - | -+ | + | - |
| Bühnenauftritt (Instrumental) | + | + | + | + | + |
| Tonaufnahme (Stimme, professionelle Studioaufnahme) | + | - | + | - | - |
| Tonaufnahme (Instrumental) | - | + | + | - | + |
| Einfache Tonaufnahme (Privatgebrauch) | + | - | + | + | - |
2. Weitere Mikrofonmodelle
Neben den klassischen Hand- oder Stativmikrofonen gibt es auch Mikrofonvarianten, die speziell auf eine Nutzungsart angepasst wurden.
Ohrbügelmikrofone eignen sich für Bühnenauftritte oder Präsentationen sehr gut, da der Träger beide Hände frei hat. Die meisten Hersteller wählten hierfür Kondensatormikrofone mit Nierencharakteristik.

Schwanenhalsmikrofone werden gerne für Vorträge genutzt, da sie sowohl auf einen Tisch gestellt als auch an einem Rednerpult befestigt werden können. Je nach Hersteller variiert ihre technische Bauart. Meist werden sie mit der Nierencharakteristik ausgestattet, da sie so den Sprecher am besten frontal aufnehmen können.

Lavaliermikrofone sind kleine Mikrofone, die an der Kleidung angebracht werden. Wie die Ohrbügelmikrofone eignen sie sich für freie Vorträge oder Theaterauftritte. Da auch hier oft die Kondensatoren-Technik verwendet wird, sind sie für Gesang meist ungeeignet.

3. Tipps zum richtigen Umgang für den perfekten Klang
Mikrofone sind meist recht empfindliche Geräte. Sie müssen nicht nur sorgfältig gelagert werden, sondern sind auch auf technischer Seite sehr sensibel. Hier erfahren Sie, was Sie beim Umgang beachten sollten. Außerdem ist das passende Zubehör unerlässlich.
Den passenden Anschluss finden
- Mikrofone können je nach Nutzung und Beschaffenheit an verschiedene Geräte angeschlossen werden. Für den privaten Gebrauch reichen oft Mikrofone mit USB-Anschluss aus. Sie können dann praktischerweise direkt an den PC oder Laptop gekoppelt werden.
- Wer Mikrofone professionell nutzt, benötigt mehr als nur einen PC. Mit einem XLR-Anschluss können Verstärker und Lautsprecher mit dem Mikrofon verbunden werden. Dabei spielt die Qualität des Kabels eine große Rolle. Mindere Qualität oder defekte Kabel können Brummgeräusche verursachen.
- Manche Mikrofone verfügen über eine Funkverbindung. Sie funktionieren jedoch nur bei kurzen Distanzen, zum Beispiel auf der Bühne.

Der richtige Schutz für eine störungsfreie Aufnahme
- Je sensibler das Mikrofon geschaltet ist, desto extremer machen sich Luftbewegungen in der Aufnahme bemerkbar. Offenporiger Schaumstoff als Überzug reicht für die meisten Aufnahmearten aus. Er kann je nach Art Windgeräusche von 30 bis 60 Dezibel abdämpfen.
- Bei Außenaufnahmen mit stärkerem Windaufkommen empfiehlt sich ein zusätzlicher Korb- oder Fellwindschutz. Sein großes Volumen sorgt dafür, dass der Wind abgelenkt und gebrochen wird und so das Mikrofon nicht erreicht.
- Bei Studioaufnahmen wird oft ein zusätzlicher Popschutz verwendet um sogenannte Popgeräusche beim Stimmen-Recording zu vermeiden. Der ringförmige Rahmen wird beispielsweise mit einem Nylon-Gewebe bespannt und wirkt wie eine zusätzliche Membran, die vor dem Mikrofon angebracht wird.

4. FAQ
Wann wurde das Mikrofon erfunden?
Das erste Patent für ein Mikrofon wurde 1876 von Alexander Graham Bell angemeldet. Philipp Reis stellte im Zuge der Telefon-Entwicklung jedoch bereits 1861 das Kontaktmikrofon vor. Auch andere Forscher wie Fritz Sennheiser entwickelten den nützlichen Apparat weiter. Georg Neumann gelang in den 1920er Jahren in Berlin mit der Anfertigung des ersten Kondensatormikrofons der Durchbruch.
Was ist ein Sennheiser-Mikrofon?
Hierbei handelt es sich um Mikrofone der Firma Sennheiser, benannt nach dem Forscher und Elektroingenieur Prof. Dr. Fritz Sennheiser. Im firmeneigenen Labor wird auch heute noch an Verbesserungsmöglichkeiten für Mikrofone gearbeitet.
Was ist der Unterschied zwischen Stereo- und Mono-Mikrofonen?
Ein Stereo-Mikrofon hat zwei Kanäle, mit denen es den Schall empfängt. Seine Aufnahmen eignen sich dementsprechend gut für die Wiedergabe mit Stereo-Lautsprechern. Der Nachteil: Da die beiden Kanäle abwechselnd Klänge speichern, entsteht ein unruhiger Ton, der zudem viele Nebengeräusche einfängt. Mono-Mikrofone konzentrieren sich auf eine Schallquelle und sind daher besonders bei Musikaufnahmen die üblichere Variante.
Was ist eine Phantomspeisung?
Kondensatormikrofone werden von einer Spannung zwischen 12 und 48 Volt versorgt. Diese Versorgung nennt sich Phantomspeisung. Sie erfolgt meist über externe Spannungsquellen, die über ein XLR-Kabel an das Mikrofon geschickt werden. Dynamische Mikrofone haben meistens keine Phantomspeisung.
Welche ist die richtige Schreibweise: Mikrofon oder Mikrophon?
Laut Duden sind beide Schreibweisen möglich.






































