
Wissenswertes über Schallplattenspieler
Bis in die 1980er Jahre fester Bestandteil der privaten Musikanlage wurden Plattenspieler und die von ihnen abgespielten Schallplatten von Compact Discs und dem Walkman verdrängt. Seit einigen Jahren jedoch erleben der Plattenspieler und Musik auf Vinyl ein wahres Revival. Wir stellen Ihnen alle wichtigen Komponenten und Eigenschaften eines Plattenspielers vor und beantworten häufige Fragen zu Problemen bei Installation und Gebrauch.
1. Funktionsprinzip eines Plattenspielers
Schallplattenspieler, auch Plattenspieler genannt, sind elektrische Geräte, die zum Abspielen von Schallplatten dienen. Mittels einer Nadel, die die Rillen der Schallplatte abtastet, werden Schwingungen an den Tonabnehmer weitergeleitet, welcher diese in elektrische Ströme übersetzt. Nach der Entzerrung und Verstärkung eben jener Ströme kann ein Tonsignal abgeben werden. Für die Wiedergabe des elektrischen Analogsignals werden Verstärker und Lautsprecher benötigt. Moderne Schallplattenspieler verfügen zum Teil über einen Laser anstatt einer Nadel.
Schallplattenspieler werden auch Turntables genannt. Der englische Begriff findet besonders in der DJ-Szene Verwendung.
Grundsätzlich können Schallplattenspieler Tonträger in zwei Geschwindigkeiten abspielen: 33 sowie 45 Umdrehungen pro Minute. Einige Plattenspieler verfügen über die Möglichkeit, auch mit 78 Umdrehungen pro Minute zu spielen. Diese Turntables ermöglichen das Anhören alter Schellackplatten, den Vorgängern der Vinylplatte.

Nachdem Schallplatten und dadurch auch die verwendeten Abspielgeräte durch die Kassette beziehungsweise die CD verdrängt wurden, erleben sie seit einigen Jahren auch als Teil einer Stereoanlage ein Comeback. Musikliebhaber schätzen neben dem Retro-Gefühl vor allem den organischen, warmen Klang, den eine Compact Disc oder MP3 so nicht erzeugen kann. Daneben gehören Turntables und Platten seit jeher zur DJ-Szene und ermöglichen das typische Scratchen.
2. Elemente und Merkmale
Plattenspieler unterscheiden sich hinsichtlich verschiedener Punkte, die in Ihre Kaufentscheidung mit einfließen sollten.
2.1 Nadel, Tonabnehmer und Tonarm
Plattenspieler-Nadeln können aus Metall, Saphir, Rubin oder Diamant hergestellt sein. Während Versionen aus Saphir oder Rubin um die 100 Stunden Spiellaufzeit überstehen, ermöglichen Diamantnadeln bis zu 1.000 Spielstunden. Elliptische Nadeln bedeuten eine hohe Klangqualität, sphärische Nadeln sind besonders für das sogenannte Scratchen geeignet.
Beachten Sie: Plattenspielernadeln sind nicht genormt, sondern auf verschiedene Tonabnehmermodelle zugeschnitten. Daher benötigen Sie für den Kauf einer neuen Nadel Marke und Modellnummer Ihres Plattenspielers.
Der Tonabnehmer hält zum einen die Nadel und transferiert zum anderen ihre Schwingungen mittels eines integrierten Wandlers. Dieser arbeiten meist elektromagnetisch (gekennzeichnet durch die Kennziffern MM) oder elektrodynamisch (Kennziffern MC).
Achten Sie auf eine hohe Qualität des Tonabnehmers sowie die Auswechselbarkeit der Nadel.
Der Tonarm wird ausbalanciert durch ein Gegengewicht oder eine einstellbare Feder.
Ob Retro-Look oder stylisch-modern, Plattenspieler werden in zahlreichen Designs angeboten.
2.2 Antrieb
Drei verschiedene Antriebsarten sind bei Plattenspielern möglich:
In diesem Fall ist die Achse des Plattentellers gleichzeitig auch die des Motors beziehungsweise der Teller ist Teil des Motors. Die Drehzahl des Letztgenannten ist dabei ausschlaggebend für die Geschwindigkeit beim Abspielen. Schallplattenspieler mit dieser Antriebsart verfügen über eine äußerst kurze Hochlaufzeit und werden vorrangig in der DJ-Szene eingesetzt.
Die Drehung der Motorachse wird mithilfe eines Riemens oder eines Bandes auf den Plattenteller übertragen. Diese Art des Antriebs ist die gängige Technik für den Privatgebrauch.
Hier wird die Antriebskraft des Motors per Reibrad auf die Innenseite des Plattentellers übertragen. Diese Antriebsart wird vorrangig bei günstigen Plattenspielern verbaut.
2.3 Betriebsart
Wie der Tonarm bewegt wird, zeigt die Betriebsart an:
Manueller Betrieb
Der Tonarm wird per Hand in die Einlaufrille gelegt um das Abspielen zu starten und nach dem Ende der Aufnahme aus der Auslaufrille manuell herausgehoben.
Halbautomatischer Betrieb
Hierbei muss nur zu Beginn des Abspielens der Tonarm per Hand aufgelegt werden. Am Ende der Aufnahme wird er automatisch auf der Tonarm-Ablagestützte platziert.
Vollautomatischer Betrieb
In diesem Fall werden sowohl das Auflegen als auch das Anheben des Tonarms automatisch vom Plattenspieler gesteuert. Das Betätigen eines Start-Knopfes initiiert den Vorgang.
Einige Modelle verfügen über die Möglichkeit, die Schallplatten nach Ende der Seite automatisch zu wechseln. Diese Plattenspieler verfügen grundsätzlich über einen vollautomatischen Betrieb.
3. Kompatibilität und Anschlüsse
Die Technik hat sich seit der Hochphase der Schallplattenspieler rasant weiterentwickelt. Moderne Plattenspieler verfügen jedoch im Gegensatz zu den früheren Modellen über zahlreiche Wege der Kompatibilität mit heutigen Systemen.
Für moderne Verstärker, die keinen Phono-Ausgang haben, ist die weitergeleitete Spannung unter Umständen zu gering. Somit ist ein Vorverstärker in viele Turntables eingebaut, der diesen Umstand ausgleicht. Integrierte Lautsprecher ermöglichen ein Abspielen ohne externe Geräte. Verfügt Ihr Gerät über Kopfhörerausgänge, können Sie Ihre Schallplatten auch in Situationen genießen, in denen keine laute Musik erwünscht ist.
Auch zahlreiche Anschlussmöglichkeiten werden heutzutage in Plattenspielern verbaut. So können bei manchen Geräten Schallplatten über eine USB- oder Bluetooth-Schnittstelle mittels Software digitalisiert werden.
Moderne Plattenspieler mit zahlreichen Anschluss- und Abspielmöglichkeiten, wie CD, Kassette, UKW-Radio, SD-Speicherkarte und USB-Stick.
4. Wartung und Pflege
Reinigen und pflegen Sie Ihren Plattenspieler regelmäßig, können Sie nicht nur das Klangerlebnis verbessern, sondern auch die Lebensdauer von Plattenspieler und Platte verlängern.
- Nutzen Sie eine Nadelbürste, um Staub vom Tonabnehmer zu entfernen.
- Mit einer antistatischen Bürste können Sie die Rillen Ihrer Schallplatte reinigen.
- Zur effektiven Pflege empfehlen sich spezielle Reinigungsflüssigkeiten, die in Reinigungssets für Schallplattenspieler enthalten sind.
Eine Abdeckplatte schützt Ihren Plattenspieler vor Staub.
Wartung
Wir haben die wichtigsten Fragen zum Thema Wartung für Sie zusammengestellt.
Die Nadel des Schallplattenspielers sollte spätestens dann gewechselt werden, wenn der Klang unsauber wird. Auch wenn sie aus den Rillen der Schallplatte springt, könnte ein Austausch anstehen, allerdings sollten Sie in diesem Fall prüfen, ob stattdessen das Auflagegewicht zu niedrig eingestellt ist. Stellen Sie bei einer Sichtkontrolle fest, dass die Spitze der Nadel teilweise oder vollständig abgenutzt ist, ist ein Wechsel ebenfalls ratsam.
Das Vorgehen beim Wechsel der Nadel ist vom Modell des Plattenspielers abhängig. Grundsätzlich sollten Sie jedoch für den Tausch das Gerät von der Stromzufuhr trennen. Danach gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten:
1: Die Nadel lässt sich einfach durch Ziehen aus dem Tonabnehmer lösen.
2: Ein Verschluss sichert die Nadel im Tonabnehmer. Öffnen Sie diesen und nehmen Sie die Nadel heraus.
Achtung! Zerren Sie nicht grob an der Nadel, da dies den Tonabnehmer beschädigen kann.
Im Anschluss können Sie die neue Nadel in den Nadelschlitten einsetzen und gegebenenfalls den Verschluss schließen.
Kontrollieren Sie den Riemen, wenn Ihr Plattenspieler mit Riemenantrieb läuft. Dieser kann verformt oder defekt sein. Tauschen Sie ihn bei Bedarf aus.
Prüfen Sie ob Ihr Verstärker über einen Phono-Eingang verfügt. Ist dies nicht der Fall, ist die Spannung, die der Tonabnehmer produziert, vermutlich zu gering, um vom Verstärker erkannt zu werden. Dieses Problem kann mit einem Vorverstärker behoben werden. Verfügt Ihr Gerät nicht über einen integrierten Vorverstärker, können Sie sich einen externen zulegen.
5. FAQ
Seit wann gibt es Plattenspieler?
Die Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Vorgänger des Schallplattenspielers waren der Phonograph und das Grammophon, wobei sich Letzteres durchsetzte. Die ersten elektrisch angetriebenen Plattenteller mit Tonabnehmer waren ab den 1920er Jahren erhältlich. Als Erfinder des Grammophons sowie der Schallplatte gilt der in Deutsche Emil Berliner.
Kann ich mit jedem Plattenspieler scratchen?
Nicht jeder Plattenspieler eignet sich für das sogenannte Scratchen. Sie sollten sich für ein Gerät mit Direktantrieb und manuellem Betrieb entscheiden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, neben einer Slipmat (einem Filzkissen) eine zugeschnittene Plastiktüte unterzulegen, damit die Schallplatte widerstandsfrei rutschen kann. Auch Plattennadel und Tonarm sollten speziell ausgerichtet werden, um das Scratchen zu ermöglichen. Achten Sie darauf, dass Sie mit dem Plattenspieler eine sphärische Nadel verwenden können; diese ist zum Scratchen geeignet.
Wie sollte ich meinen Plattenspieler aufstellen?
Wenn Sie einen Platz für Ihren Schallplattenspieler suchen, sollten sie wackelige Untergründe sowie die direkte Nähe zu anderen elektronischen Geräten meiden. Ein fester Tisch oder eine Wandhalterung bieten dafür eine stabile Grundlage und ermöglichen einen ausbalancierten Klang. Mit einer Wasserwaage können Sie sicher sein, dass Ihr Plattenspieler optimal ausgerichtet ist.













































