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Wissenswertes über Lerntürme
Ob in der Küche oder im Badezimmer: Lerntürme ermöglichen es Kindern, am Familienalltag teilzuhaben. Was Lerntower auszeichnet und worauf du beim Gebrauch achten solltest, erfährst du im Folgenden.
1. Was sind Lerntürme?
Lerntürme (auch Lerntower, Learning Tower oder Entdeckerturm genannt) werden ähnlich wie Tritthocker über Stufen bestiegen. Sie verfügen jedoch – im Gegensatz zu Trittleitern – auf dem Podest über eine Brüstung, die Kinder vor Stürzen schützt. Anders als Hochstühle können die Kleinen Lerntürme ohne Hilfe erklimmen. Sie entscheiden daher selbst, ob und wie lang sie oben verweilen möchten. Der Lerntower wird zudem im Stehen genutzt und verschafft Kindern Einblick in Bereiche, die sie anderenfalls nicht einsehen können wie die Arbeitsplatte oder das Waschbecken.
Mithilfe des Lernturms erreichen Kinder selbstständig höhergelegene Bereiche der Wohnung.
Vorteile von Lerntürmen:
- Entlastung im Alltag: Durch die Nutzung des Learning Towers werden Kinder in alltägliche Aktivitäten wie Kochen oder Backen einbezogen. Eltern können auf diese Weise Pflichten im Haushalt erledigen und gleichzeitig ihren Schützling beaufsichtigen.
- Lernen durch Beobachten: Auf dem Lernturm können Kinder dabei zusehen, wie die Eltern alltägliche Arbeiten ausführen. Dadurch lernen sie Neues dazu.
- Hilfsbereitschaft fördern: Bereits Kleinkinder haben den Impuls, Aufgaben im Haushalt zu übernehmen. Auf dem Lernturm können sie den Eltern beim Kochen, Backen und weiteren Aktivitäten helfen. Das baut das Selbstwertgefühl der Kleinen auf und stärkt die Eltern-Kind-Bindung.
- Unfällen vorbeugen: Anders als Stühle und Bänke sind Lerntürme kippsicher konstruiert. Ein Herunterfallen wird zudem durch die Brüstung verhindert.
Lerntürme stammen aus der Montessori-Pädagogik. Der Leitsatz dieses Erziehungs- und Bildungskonzeptes „Hilf mir, es selbst zu tun“ spiegelt sich im Aufbau der Türme wider: Sie sind so konstruiert, dass sie von Kindern gefahrlos eigenständig genutzt werden können. Gleichzeitig ermöglichen sie es den Kleinen, im sich im Alltag Wissen anzueignen und ihre sozialen Kompetenzen auszubauen.
Der Lernturm sollte nicht mit einem Spielturm verwechselt werden. Bei einem Spielturm handelt es sich um eine Kombination aus Sprossenwand und weiteren Spielelementen, die häufig für die Nutzung im Außenbereich vorgesehen ist. Spieltürme dienen in erster Linie dazu, die motorischen Fähigkeiten der Kleinen auf spielerische Art zu schulen.
2. Einsatzbereiche
Lerntürme bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Sie können im Grunde überall dort genutzt werden, wo Kinder höherliegende Bereiche wie Waschbecken oder Tisch- und Arbeitsplatten erreichen sollen.
Zwar können Kinder Learning Tower selbstständig besteigen, sie sollten die Türme dennoch nur unter Aufsicht nutzen. Weitere Hinweise zum richtigen Gebrauch findest du in den Produktinformationen.
So kannst du Lerntürme zu Hause nutzen:
Küche
Die Küche ist Einsatzort Nummer eins für Learning Tower. Teig kneten, Karotten abspülen oder Plätzchen ausstechen: Diese Tätigkeiten sind bereits Kleinkindern möglich und wenn du den Lernturm an Küchentisch oder Arbeitsplatte schiebst, können die Kleinen beim Kochen oder Backen mithelfen.
Gemeinsam Mahlzeiten zubereiten und dabei etwas lernen: Lerntürme machen es möglich. Quelle: Halfpoint – stock.adobe.com
Bad
Mit einem Lernturm erreichen Kinder problemlos das Waschbecken im Badezimmer und können ihre Hände waschen oder erste Versuche mit der Kinderzahnbürste starten. Ebenso spannend: den Eltern beim Rasieren zusehen und vielleicht selbst eine Kinderrasur versuchen – natürlich ohne Rasierer.
Kinder können Learning Tower ab dem Zeitpunkt nutzen, an dem sie das Möbelstück selbstständig besteigen können. Dies ist häufig ab einem Alter von 18 bis 24 Monaten der Fall. Muss dein Kind auf den Turm gehoben werden, ist es noch zu früh für den Einsatz.
Esszimmer
Für die Mahlzeiten ist ein Lernturm weniger geeignet. Hier ist ein Hochstuhl vorzuziehen, da Kinder in diesem besser zur Ruhe kommen und sich auf das Essen konzentrieren können. Abseits der Mahlzeiten kann es jedoch Spaß machen, bei den Großen am Tisch dabei zu sein und an Aktivitäten oder Gesprächen teilhaben zu können.
Steht dir nur wenig Platz zur Verfügung, kannst du auf eine schmale Lernturm-Variante zurückgreifen. Praktisch sind zudem klappbare Modelle, die bei Nichtbenutzung raumsparend verstaut werden können. Als besonders langlebig erweisen sich höhenverstellbare Ausführungen, diese kannst du an die Größe des Kindes anpassen.
3. Lerntürme sicher nutzen
Die Sicherheit der kleinen Nutzer steht bei Lerntürmen an erster Stelle. Damit es nicht zu Unfällen kommt, ist es deshalb wichtig, dass du bei Kauf und Einsatz des Learning Towers einige Punkte beachtest.
- Stabilität: Achte darauf, dass der Learning Tower robust und stabil ist. Er sollte zudem so konstruiert sein, dass er auch dann nicht umkippt, wenn sich das Kind über die Brüstung lehnt. Ob ein Turm kippsicher ist, erkennst du unter anderem daran, dass er über einen gleichmäßigen Aufbau verfügt und keine Seiten überstehen. Modelle aus Massivholz sind besonders sicher, da sie ein hohes Eigengewicht aufweisen.
- Belastbarkeit: Nutze den Lerntower stets nur im vorgegebenen Gewichtsbereich, um sicherzustellen, dass die Stabilität des Möbelstücks gewährleistet ist.
- Brüstung: Je mehr Leisten das Geländer enthält, desto sicherer sind die kleinen Nutzer vor dem Herausfallen geschützt. Je nach Aufbau kann es dadurch jedoch für Kinder schwerer sein, auf den Turm zu klettern. Wichtig ist zudem, dass das Geländer keine scharfen Kanten aufweist.
- Stellplatz: Damit der Lernturm sicher steht, solltest du ihn auf einer ebenen Fläche aufstellen. Achte zudem darauf, dass sich auf Standhöhe des Kindes keine Schranktüren oder Fenster befinden. Um den Kippschutz zusätzlich zu erhöhen, kannst du den Turm mit einer Seite an den Tisch oder die Arbeitsplatte schieben.
- Material: Lackierung und Material des Lerntowers sollten schadstofffrei und nach der Norm DIN EN 71-3 speichelfest sein. Ob diese Kriterien bei einem Modell zutreffen, erfährst du, wenn du dir die Produktinformationen ansiehst.
- Nutzungsregeln: Kinder können Lerntürme zwar ohne Hilfe besteigen, dennoch sollte es für den Gebrauch klare Regeln geben, welche deutlich machen, wann und wie der Turm zum Einsatz kommt. Kinder dürfen Entdeckertürme grundsätzlich nur unter Aufsicht nutzen.
Learning Tower sind für die Nutzung in Innenräumen gedacht. Das Material der Kindermöbel ist daher in der Regel nicht witterungsbeständig. Wenn du den Lernturm jedoch auf einer ebenen Fläche platzierst, die vor Wind und Regen geschützt ist, spricht nichts gegen die beaufsichtigte Verwendung im Freien.
4. FAQ
Worauf sollte ich beim Kauf eines Lernturms achten?
Beim Kauf eines Lernturms solltest du insbesondere darauf achten, dass das Produkt die nötigen Sicherheitsanforderungen erfüllt: Dazu zählen Kippsicherheit, schadstofffreies und speichelfestes Material sowie eine saubere Verarbeitung ohne scharfe Kanten. Darüber hinaus sollten Maße und Design des Turms zu deiner Wohnung passen. Für kleine Räume können schmale Varianten oder klappbare Lerntürme eine praktische Option sein.
Welche Vorteile haben Lerntürme?
Hauptvorteil eines Lernturms: Er fördert das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit deines Kindes, da es ihn ohne Hilfe besteigen und aktiv am Familienleben teilhaben kann. Auf dem Learning Tower kann es etwa beim Zubereiten von Mahlzeiten helfen und dabei etwas lernen. Zudem entlastet das Möbelstück Erziehungspersonen, da diese gleichzeitig Haushaltsaufgaben erledigen und ihren Schützling beaufsichtigen können.
Wie sicher ist ein Lernturm?
Sofern der Lernturm kippsicher konstruiert ist und an einem passenden Ort aufgestellt wird, ist die Nutzung für Kinder sicher. Learning Tower dürfen dennoch nur unter Aufsicht eines Erwachsenen genutzt werden.
Wie lange benutzt man Lerntürme?
Lerntürme können so lange genutzt werden, bis die Kinder groß genug sind, um höhergelegene Bereiche der Wohnung ohne Hilfe zu erreichen. Dabei sollte die Größe des Turms zur Körpergröße des Kindes passen. Ist es zu groß für den Lernturm, kann dies die Kippsicherheit beeinträchtigen. Besonders praktisch sind deshalb Modelle mit einer höhenverstellbaren Standfläche, da diese besonders lange genutzt werden können.





































