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Ratgeber Heizkörper
Beim Kauf und der Installation neuer Heizkörper gibt es viele Dinge wie die Leistung, die es zu beachten gilt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie das ideale Modell für Ihren Einsatzzweck wählen.
1. Funktionsweise von Heizkörpern
Die Funktion von Heizungsanlagen lässt sich am Beispiel von Flachheizkörpern einfach erklären:
- Das heiße Wasser wird von der Heizungsanlage in den Heizkörper geleitet, wo es die Wärme an die Heizplatten abgibt.
- Die Heizplatten erwärmen sich und geben die Wärme wiederum an die Umgebung ab (Strahlungswärme). Darüber hinaus werden gegebenenfalls vorhandene Konvektionsbleche in der Heizung ebenfalls aufgeheizt, wodurch die Raumluft zusätzlich erwärmt wird (Konvektionswärme).
- Anschließend fließt das leicht abgekühlte Wasser zurück in den Heizkessel, wo es wieder aufgeheizt wird. Danach beginnt der Kreislauf von vorn.
1.1 Aufbau und Typenbezeichnung
Zunächst kann zwischen zwei Heizkörperarten unterschieden werden:
- Flachheizkörper
- Röhrenradiatoren
Flachheizkörper
Flachheizkörper, die je nach Ausführung auch Planheizkörper oder Profilheizkörper genannt werden, tragen ihre Bezeichnung aufgrund ihrer Front in Form einer glatten oder leicht strukturierten Platte.
Die meisten dieser Heizkörper bestehen grundsätzlich aus einer oder mehreren Platten und gegebenenfalls zusätzlich aus Konvektoren.
- Die Platten machen die Front sowie eine eventuell vorhandene Rückseite oder Zwischenebenen aus.
- Bei Konvektoren handelt es sich um die zwischen den Platten häufig angebrachten wellenförmigen Bleche.
Darüber hinaus weisen Heizkörper die nötigen Öffnungen für den Zulauf und Ablauf des Heizwassers sowie eine Vorrichtung für den Anschluss eines Thermostats auf.
Profilheizkörper gehören zu den gängigsten Heizkörpermodellen. [Quelle: iStock.com/roberthyrons]
Die Vor- und Nachteile von Flachheizkörpern:
| Vorteile: | Nachteile: |
|---|---|
| Zahlreiche Größen je nach Heizbedarf und Platz | Reinigung von Konvektionsblechen anspruchsvoll |
| Verhältnismäßig günstiger Preis | Geruchsbildung und Staubaufwirbelungen durch Konvektoren möglich |
| Einfache Reinigung der Oberflächen | Eckige Form birgt Verletzungsrisiko (insb. in Kinderzimmern) |
| Recht einfache Montage | |
| Großer Gestaltungsspielraum aufgrund verschiedener Ausführungen |
Die Typenbezeichnung von Flachheizkörpern besteht aus zwei Ziffern: Dabei gibt die erste Ziffer an, aus wie vielen Platten die Heizung besteht, während die zweite Aufschluss über die Anzahl der Konvektionsbleche gibt. Gängig sind dabei die Typen 10, 11, 20, 21, 22, 30 und 33.
Übersicht der Heizkörpertypen und ihrer Eigenschaften
| Typ | Anzahl Platten, Konvektoren und Anordnung | Ungefähre Maße (bauliche Tiefe) |
|---|---|---|
| 10 | 1 Platte | 6 cm |
| 11 | 1 Platte, 1 Konvektor | 6,5 cm |
| 20 | 2 Platten | 7 cm |
| 21 | 2 Platten, 1 Konvektor (Platte, Konvektor, Platte) | 7 cm |
| 22 | 2 Platten, 2 Konvektoren (Platte, Konvektoren, Platte) | 10 cm |
| 30 | 3 Platten | 16 cm |
| 33 | 3 Platten, 3 Konvektoren (Platte, 2 Konvektoren, Platte, 1 Konvektor, Platte) | 16 cm |
Hinweis: Heizkörper der Typen 10, 20 und 30 werden auch als Hygieneheizkörper bezeichnet, da sie aufgrund der nicht vorhandenen Konvektoren kaum Hausstaub aufwirbeln.
So sehen die verschiedenen Heizkörpertypen von oben betrachtet aus. Die Platten und Konvektoren sind deutlich erkennbar.
Röhrenradiatoren
Im Gegensatz zu Flachheizkörpern bestehen Röhrenheizkörper aus mehreren Säulen und Gliedern und ähneln den früher gängigen Gliederheizkörpern. Dabei sind die einzelnen Rohrleitungen mehrreihig hintereinander angeordnet. Die Anzahl der Reihen bestimmt dabei die Länge beziehungsweise Breite des Heizkörpers, die Anzahl der Glieder pro Reihe die bauliche Tiefe. Beide sind für die Heizleistung verantwortlich.
Auch der Einsatz von Röhrenheizungen ist heute noch sehr beliebt. [Quelle: iStock.com/gremlin]
Übersicht der Anzahl an Gliedern pro Reihe und Tiefe der Radiatoren:
| Anzahl Glieder pro Reihe | Ungefähre Maße (bauliche Tiefe) |
|---|---|
| 2 | 6,5 cm |
| 3 | 10,5 cm |
| 4 | 14,5 cm |
| 5 | 18,5 cm |
| 6 | 22,5 cm |
Die Vor- und Nachteile von Röhrenradiatoren:
| Vorteile: | Nachteile: |
|---|---|
| Hohe Variabilität hinsichtlich Größe und Heizleistung | In der Regel höherer Anschaffungspreis wegen individueller Fertigung |
| Einzelne Säulen relativ einfach zu erreichen und zu reinigen | Aus diesem Grund häufig auch längere Lieferzeit |
| Eher abgerundete Ecken führen zu weniger Verletzungsrisiko | |
| Hohe Lebensdauer durch robuste Konstruktionsweise und wenige Einzelteile | |
| Gutes Verhältnis zwischen Konvektions- und Strahlungswärme |
1.2 Unterschied von Strahlungswärme und Konvektionswärme
Beim Heizen wird grundsätzlich zwischen zwei Wärmearten unterschieden: der Strahlungs- und der Konvektionswärme.
- Strahlungswärme
Strahlungswärme wird in Form von elektromagnetischer Strahlung abgegeben. Die Strahlen treffen auf Objekte sowie Personen und lassen Wärme auf deren Oberfläche entstehen. Dies wird von vielen Menschen angenehmer empfunden als Konvektionswärme und sorgt für ein Gefühl von Behaglichkeit. Abstrahlwärme sorgt für eine wellenartige Ausbreitung der eingestellten Temperatur im gesamten Raum. - Konvektionswärme
Bei Konvektionswärme hingegen wird die Luft direkt erwärmt. Dies sorgt für einen Anstieg der Raumtemperatur. Dabei entstehen jedoch Luftverwirbelungen, die wiederum dazu beitragen, dass Hausstaub in der Luft aufsteigt. Zudem wird die Luft erwärmt, steigt auf und zirkuliert im Raum, sodass sich die Temperatur im gesamten Zimmer nur langsam angleicht.
1.3 Größe und Leistung
Bei der Wahl eines Heizkörpers spielt die benötigte Leistung und damit einhergehend die Größe eine entscheidende Rolle: Diese müssen sich am benötigten Energiebedarf orientieren. Der Energiebedarf ist wiederum von zahlreichen Faktoren abhängig:
- Raumgröße
- Anzahl der Heizkörper pro Raum
- Vorhandensein und Art der Wärmedämmung
- gewünschte Temperatur
- Etage im Gebäude
Die exakte Heizlast für Neubauten kann von einem Heizungsbauer berechnet werden, bei einem Austausch von Heizkörpern können Sie sich hingegen nach dem vorherigen Modell richten. Als grober Wert gilt: 30 Watt pro Quadratmeter.
Tipp: Viele Hersteller geben an, für welche Raumgröße sich der jeweilige Heizkörper eignet.
2. Heizkörperarten und Einsatzgebiete
In diesem Kapitel stellen wir Ihnen gängige Heizkörperarten samt ihren Spezifikationen vor.
Badheizkörper
Typisch für Badheizkörper ist der Aufbau: Die einzelnen Rohrleitungen sind deutlich erkennbar und eignen sich dazu, Handtücher vor dem Gebrauch aufzuwärmen oder anschließend zu trocknen. Daher sind die meisten Modelle hochkant ausgerichtet. Sofern in der Küche ein entsprechendes Platzangebot vorhanden ist, eignen sie sich daher auch dort, um Geschirrtücher und Spüllappen zu trocknen.
Designheizkörper

Die Besonderheit dieser Heizungen ist ihre Gestaltung: Sie sind häufig in zahlreichen Farben sowie ausgefallenen Formen erhältlich. Somit passen sie sich besser in das Wohnkonzept ein oder bieten einen speziellen Blickfang im Zimmer. Sie sind beispielsweise als Röhrenheizkörper mit eckigen Flächen sowie mit integrierten Spiegeln erhältlich. Letztere sind aufgrund der doppelten Funktion ideal für Badezimmer geeignet. Zudem verhindert die abgestrahlte Wärme, dass der Spiegel beschlägt.
Heizwände/Paneelheizkörper

Heizwände bestehen aus breiten, flachen Heizelementen, die sowohl hochkant als auch quer angeordnet sein können. Aufgrund ihrer Beschaffenheit geben sie vorrangig Abstrahlwärme ab, was für Behaglichkeit sorgt. Zudem sind sie gut für Allergiker geeignet, da kaum Staub aufgewirbelt wird.
Konvektoren
Konvektionsheizungen zeichnen sich durch ihre niedrige, breite Bauweise aus. Damit eignen sie sich ideal, um möglichst unauffällig in den Raum integriert zu werden. Vor bodenhohen Fensterfronten stören sie weder das Raumbild noch die Aussicht oder den Lichteinfall ins Zimmer. Zudem bilden sie dort eine Wärmeschutzwand, die den andernfalls entstehenden Kältestrom von der Fensterfront in den Raum hinein aufhält.
Elektroheizkörper

Elektrisch arbeitende Heizungen werden per Kabel über eine Steckdose betrieben. Sie sind dementsprechend flexibel im Einsatz und eignen sich für die temporäre Verwendung sowie für Orte, an denen keine Heizrohre verlegt sind. Typische Einsatzgebiete sind Gartenhäuser, Wintergärten und Partykeller. Dort können sie als Vollheizung eingesetzt werden oder als zusätzliche Wärmequelle, um eine höhere Raumtemperatur zu erreichen. Modelle mit integriertem Timer bieten zusätzlichen Komfort.
Infrarotheizungen
Infrarotheizungen gehören zu den Elektroheizkörpern, unterscheiden sich jedoch in ihrer Funktion. Sie sondern Strahlungswärme in Form von Infrarotstrahlen ab. Dadurch kommt es wiederum kaum zu Staubaufwirbelungen, da nicht die Luft selbst erwärmt wird. Somit sind Infrarotheizkörper von Allergikern zu bevorzugen.
Tipp: Einige Energieversorger bieten spezielle Heizstromtarife an. Diese können die Heizkosten bei der Verwendung von Elektroheizungen entsprechend senken.
Bankheizkörper
Bankheizkörper bestehen aus einem Röhrenheizkörper sowie einer Art Korpus als Zusatzelement, welches eine Sitzgelegenheit bietet. So kann der Bereich oberhalb der Heizung als Ablage oder beispielsweise zum Anziehen der Schuhe genutzt werden und ist insbesondere in Fluren überaus praktisch.
Austauschheizkörper
Häufig können alte Heizungen bei Sanierungsarbeiten nicht einfach durch neue ersetzt werden, da sie sich im Aufbau unterscheiden. Zu diesem Zweck weisen Austauschheizkörper eine ähnliche Konstruktionsweise wie frühere Modelle auf: Die Rohrabstände der Anschlüsse sind identisch mit denen früherer Ausführungen. Somit können Sie alte Heizungen einfach austauschen, ohne neue Rohrleitungen für den Zu- und Ablauf verlegen zu müssen.
3. FAQ
Kann man Heizkörper einfach austauschen?
In der Regel lassen sich alte oder defekte Heizkörper durch neue ersetzen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Anschlüsse passend zu den Leitungen angebracht sind und die gewünschte Heizleistung vom neuen Modell erbracht wird. Beim Austausch alter Heizkörper befinden sich die Öffnungen für den Zu- und Ablauf meist an Stellen, die heute nicht mehr genutzt werden. Damit auch solche Geräte einfach gewechselt werden können, sind sogenannte Austauschheizkörper erhältlich, bei denen die Anschlüsse entsprechend der früheren Norm platziert sind. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Sind neue Heizkörper sinnvoll?
Die Anschaffung neuer Heizkörper kann durchaus auch dann sinnvoll sein, wenn die vorhandenen Modelle noch funktionstüchtig sind: Aufgrund ihrer modernen Bauweise kann der Austausch bis zu 15 Prozent an Energie sparen und Ihre Heizkosten entsprechend senken.
Welche Heizkörper sind die besten?
Diese Frage ist von zahlreichen Faktoren abhängig:
- Wie viel Platz steht Ihnen für die Montage zur Verfügung?
- Welche Heizleistung benötigen Sie?
- Wollen Sie die Heizung dauerhaft oder nur selten und bei Bedarf nutzen?
- Haben Sie eine Hausstauballergie?
In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen die verschiedenen Heizkörpertypen sowie unterschiedliche Bauweisen mit ihren Eigenschaften und Vorteilen detailliert vor.






































