
Wissenswertes über Chronographen
Chronographen sind die stilvollen Alleskönner unter den analogen Armbanduhren: Sie zeigen nicht nur die aktuelle Uhrzeit an, sondern dienen zugleich auch als Stoppuhr. Aufgrund des eleganten bis sportiven Designs gelten Sie darüber hinaus als modisches Statussymbol. Wir erklären Ihnen, wie Chronographen aufgebaut sind und was Sie zum Thema Wasserschutz beachten sollten. Außerdem stellen wir Ihnen einige besondere Modelle vor.
1. Bestandteile von Chronographen
Unter einem Chronographen versteht man in der Regel eine analoge Armbanduhr, die über eine Stoppuhr-Funktion zur Kurzzeitmessung verfügt. Aus der Notwendigkeit, diese zu steuern, entsteht der typische Aufbau eines Chronographen, an dem – meist rechts vom Ziffernblatt – mechanische Drücker angebracht sind. Viele Ausführungen geben darüber hinaus den Wochentag und/oder das aktuelle Datum an und ermöglichen durch Komponenten wie die Lünette weitere praktische Funktionen.
Chronographen weisen die folgenden Bestandteile auf:
Ziffernblatt und Totalisatoren
Wie alle analogen Armbanduhren besitzen Chronographen ein Ziffernblatt, von dem sich in Kombination mit den beweglichen Zeigern die jeweilige Uhrzeit ablesen lässt. Aufgrund der zusätzlichen Anforderungen an Chronographen befinden sich dort ein bis drei Totalisatoren (= Hilfsziffernblätter). Diese bilden zum Beispiel die Sekunden der aktuellen Uhrzeit ab, wenn der Sekundenzeiger des Hauptziffernblatts über die Chronographensekunden informiert.
Lünette
Die Lünette ist ein Ring auf dem Gehäuse, der entweder verschraubt oder beweglich ist. Drehbare Ausführungen erfüllen viele verschiedene Zwecke: So zeigen Lünetten unter anderem die Himmelsrichtungen an, fungieren als Rechenschieber oder können als eigene Zeitmessung verwendet werden. Letzteres ist besonders für Taucher interessant, da sie darauf angewiesen sind, unter Wasser schnell und deutlich die vergangenen Minuten zu erkennen.
Drücker
Als Chronographendrücker oder kurz Drücker werden die Knöpfe seitlich am Gehäuse bezeichnet, mit denen die Stoppuhr bedient wird: Mit dem oberen Drücker wird die Zeitmessung gestartet, während der untere Drücker die Stoppuhr anhält oder auf null zurücksetzt. Eine dieser beiden Funktionen wird zum Teil durch die sogenannte Krone (= mittlerer Knopf) bedient, mit der Sie ansonsten die Uhrzeit einstellen.
Im folgenden Video sehen Sie ein Beispiel für die Bedienung und Einstellung eines Chronographen:
2. Wasserdichtigkeit
In der Regel sind Armbanduhren für Männer häufiger mit der Stoppuhr-Funktion ausgestattet als Modelle für Frauen. Obwohl auch elegante Modelle existieren, wirken die meisten Varianten – nicht zuletzt wegen der Drücker – sportiv. Da sie auch gerne beim Sport eingesetzt werden, sind zahlreiche Chronographen mit einem hohen Wasserschutz ausgerüstet. So halten sie verschiedenen Freizeitaktivitäten stand.
Die Wasserdichtigkeit wird entweder in Bar oder in Metern aufgeführt.
Wenn Sie keine Kennzeichnung auf Ihrem Chronographen finden, ist die Uhr nicht gegen Spritzwasser geschützt. In diesem Fall sollten Sie beim Händewaschen oder im Regen darauf achten, dass Ihre Armbanduhr nicht nass wird. Ab einer Wasserdichtigkeit von drei Bar beziehungsweise 30 Metern stellt dies kein Problem dar.
Weitere wichtige Werte und die daraus folgende Eignung der Chronographen können Sie der Tabelle entnehmen:
| Druck | Tiefe | Spritzwasser | Duschen | Schwimmen | Tauchen |
|---|---|---|---|---|---|
| 3 bar | 30 m | ja | nein | nein | nein |
| 5 bar | 50 m | ja | ja | nein | nein |
| 10 bar | 100 m | ja | ja | ja | nein |
| 20 bar | 200 m | ja | ja | ja | ja |
Relativ selten finden Sie noch die Angabe atm oder ATM bei Uhren. Dabei handelt es sich um ein frühere Einheit für Druck – die Größe entspricht dem Wert in Bar: Einen Chronographen mit dem Hinweis „20 atm“ können Sie also sogar zu einem Tauchgang tragen, da er einer Tiefe von bis zu 200 Metern standhält.
3. Besondere Modelle
Einige Serien bestechen durch eine besondere Optik, zum Beispiel die Modellreihen von Ice Watch und Festina:
Neben den stilistischen Besonderheiten einiger Marken und Serien gibt es auch Varianten des Chronographen, die sich durch eine spezielle Funktionalität auszeichnen:
- Geprüft auf Wasserdichtigkeit
- Wasserfest bis 200 Meter Tiefe
- Druckfest
- Drehbare Lünette zur Messung der Tauchzeit
- Mit leuchtenden Indizes, Ziffern und Zeigern
- Aus bis zu 25 cm Entfernung ablesbar

- Kontraststarkes Ziffernblatt
- Robust und stoßfest
- Widerstandsfähig gegen Wetterbelastungen
- Meist mit leuchtenden Ziffern und Zeigern
- Griffige Krone

Weitere außergewöhnliche Uhren können Sie hier entdecken:
4. FAQ
Was ist eine kleine Sekunde?
Hierbei handelt es sich um eine besondere Variante, die Sekunden anzuzeigen. Da Chronographen auch die Zeit messen können, verfügen sie in der Regel über mehrere Ziffernblätter. Wenn der Sekundenzeiger auf dem Hauptziffernblatt die zu stoppende Zeit abbildet, erfolgt die Angabe der normalen Sekunden auf einem der Totalisatoren (Hilfsziffernblätter). Da diese kleiner sind als das Hauptziffernblatt, spricht man von einer kleinen Sekunde. Der umgekehrte Fall wird als große Sekunde bezeichnet, wobei der Sekundenzeiger dann den Namen große Stoppsekunde trägt.
Worin besteht der Unterschied zwischen Chronographen und Chronometer?
Ursprünglich war ein Chronograph ein reines Zeiterfassungsgerät, während darunter inzwischen eine analoge Armbanduhr mit Zeitstopp-Funktion verstanden wird.
Ein Chronometer ist dagegen eine Uhr, die sich durch ihre enorme Genauigkeit auszeichnet. Die Bezeichnung darf nur für Modelle verwendet werden, die ein entsprechendes Testverfahren des Schweizer Observatoriums Contrôle officiel suisse des chronomètres (COSC) durchliefen. In einem Zertifikat, das die Ganggenauigkeit des jeweiligen Chronographen bestätigt, werden die einzelnen Prüfkriterien und -ergebnisse festgehalten.Was bedeutet atm?
Mit der Angabe atm oder ATM bei Uhren wird in seltenen Fällen die Wasserdichtigkeit beschrieben. Die physikalische Atmosphäre (atm) ist eine veraltete Einheit für Druck – der Größenwert entspricht der Maßzahl in bar: Ein Chronograph mit der Kennzeichnung „10 atm “ hält dementsprechend einem Druck von zehn Bar oder einer Wassertiefe von 100 Metern stand.










































