
Was Sie über 50ccm Roller wissen sollten
Neben dem Auto bieten vor allem Motorroller sowohl im Stadtverkehr als auch bei Überlandfahrten hohe Mobilität. Motorroller mit einem Hubraum von 50 Kubikzentimetern zählen zu den sogenannten Kleinkrafträdern und können auch von Jugendlichen gefahren werden, wenn eine entsprechende Fahrerlaubnis vorliegt. Was die Unterschiede zwischen den Modellen ausmacht und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Vorteile von 50 Kubikzentimeter Rollern
Ein Motorroller bietet gegenüber einem Auto neben dem niedrigeren Anschaffungspreis weitere entscheidende Vorteile: So gestaltet sich die Parkplatzsuche einfacher und der Treibstoffverbrauch ist wesentlich geringer. Im Gegensatz zu einem vollwertigen Motorrad benötigen Sie zum Fahren eines 50 Kubikzentimeter Rollers außerdem keinen gesonderten Führerschein, wenn Sie im Besitz eines PKW-Führerscheins der Klasse B sind. Darüber hinaus fällt für diese Roller keine KFZ-Steuer an.
Alle Vorteile von 50ccm Rollern auf einen Blick:

- Vergleichsweise niedriger Anschaffungspreis
- Einfach zu parken
- Geringer Treibstoffverbrauch
- Fahrerlaubnis durch Führerscheinklasse AM abgedeckt (in Klasse B inbegriffen)
- Keine KFZ-Steuer
Beachten Sie: Der Kauf eines neuen Rollers bietet im Gegensatz zu gebrauchten Modellen den Vorteil, dass Sie sich über etwaige Beschädigungen keine Gedanken machen müssen. Diese sind gerade für Laien zum Teil schwer erkennbar (und führen unter Umständen zu hohen Reparaturkosten). Darüber hinaus gehen Sie kein Risiko hinsichtlich der benötigten Dokumente ein, da Sie alle Unterlagen, die das Fahrzeug direkt betreffen, beim Kauf erhalten.
2. Unterscheidung nach Höchstgeschwindigkeit
Roller mit 50 Kubikzentimeter Hubraum unterscheiden sich durch die Höchstgeschwindigkeit, die erreicht werden kann. Je nach Ausführung hat dies Folgen für die benötigte Führerscheinklasse. So können Sie zwischen zwei Varianten wählen:
50 ccm Roller, mit denen 25 km/h gefahren werden kann 50 ccm Roller, mit denen Sie eine Geschwindigkeit bis zu 45 km/h erreichen
Rollerführerschein ab wann?
Bereits Jugendliche im Alter von 16 Jahren dürfen mit einer entsprechenden Fahrerlaubnis (Führerscheinklasse M) einen 50 Kubikzentimeter Roller fahren. Für das Fahren gedrosselter Modelle hingegen, die eine Höchstgeschwindigkeit von lediglich 25 km/h erreichen, sind die Vollendung des 15. Lebensjahres und ein Mofa-Führerschein bereits ausreichend.
Beachten Sie: Für alle Rollermodelle mit einem Hubraum von 50 Kubikzentimetern ist ein eigenes Versicherungskennzeichen erforderlich.
Unter dem Hubraum versteht man das Volumen, das durch die sich auf und ab bewegenden Kolben im Motorraum verdrängt werden kann. Hierbei gilt: Je mehr Volumen verdrängt werden kann, desto mehr Energie wird durch die Reaktion des Treibstoffs erzeugt, was sich in einer entsprechenden Motorleistung niederschlägt.
3. Verbrauch
Motorroller sind günstiger als Autos oder Motorräder, was den Verbrauch und somit einen wesentlichen Anteil der laufenden Kosten angeht. Informieren Sie sich bei der Suche nach einem passenden Rollermodell über den Treibstoffbedarf: Nach Möglichkeit sollten Sie sich für ein Fahrzeug entscheiden, das etwa 1,9 bis 2,5 Liter pro hundert Kilometer verbraucht. Hinsichtlich des Energiebedarfs sind die Modelle von Markenherstellern meist die effizientere und somit auf lange Sicht günstigere Wahl als Fahrzeuge im unteren Preissegment.
Ob Sie sich eher für einen Zwei- oder Viertaktmotor entscheiden sollten, kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängt vielmehr von Ihren individuellen Vorlieben ab: So stehen Zweitakter in dem Ruf, ruhiger zu laufen und robuster zu sein. Viertaktmotoren sind hingegen sparsamer und umweltverträglicher, was den Treibstoffbedarf und die Abgasentwicklung angeht.
4. Wichtige Komponenten und Eigenschaften
Neben dem Hubraum und dem Verbrauch sind weitere Aspekte wie die Beschaffenheit der Bremsen wichtig, um die Qualität eines Rollers einschätzen zu können. Die wichtigsten Komponenten führen wir im Folgenden auf.
4.1 Bremsen
Im Wesentlichen kommen bei Motorrollen Scheiben- oder Trommelbremsen) zum Einsatz. Effizienter und somit sicherer sind Scheibenbremsen: Anders als Trommelbremsen funktionieren diese hydraulisch, was eine genauere Dosierbarkeit und Übertragung der Bremswirkung zur Folge hat als bei Trommelbremsen. Darüber hinaus sind Scheibenbremsen wartungsarm und die Bremsbacken können sehr schnell und einfach ausgetauscht werden.
4.2 Getriebeart
Die meisten Roller sind mit einem stufenlosen Automatik-Getriebe versehen, das auch unter der Bezeichnung CVT (Continuously Variable Transmission) bekannt ist. Dieses hat die Aufgabe, den Motor nach Möglichkeit immer im optimalen Bereich hinsichtlich des Drehmoments zu halten. Ein stufenloses Getriebe ist anderen Arten deswegen überlegen, da das Drehmoment auf keine festen Werte beschränkt ist. Das hat zur Folge, dass bei diesem Getriebe, das auch als Variomatik bezeichnet wird, keine Gänge gewechselt werden müssen: Das unterschiedliche Tempo wird ausschließlich durch das Betätigen des Gaszugs geregelt.
Beachten Sie: Ältere Roller können über andere Getriebearten verfügen. Stufenlose Getriebe sind seit den 1990er Jahren jedoch aufgrund ihrer Kosteneffizienz und der wegfallenden Schaltung mittlerweile jedoch Standard.
4.3 Tankvolumen
Bei der Überlegung, welches Tankvolumen für Ihre Zwecke am besten geeignet ist, sollten Sie vor allem die Angaben zum Verbrauch beachten: Ein Roller, der sich zwar einerseits durch ein großes Tankvolumen auszeichnet, andererseits jedoch einen überdurchschnittlichen Verbrauch aufweist, ist Modellen mit kleinerem Tank mit weniger Verbrauch gegenüber im Nachteil.
5. Wichtiges Zubehör
Achten Sie beim Fahren eines 50 Kubikzentimeter Rollers vor allem auf Ihre Sicherheit: Ein Helm ist zum Fahren eines Rollers gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus können Sie aus einer großen Auswahl an Schutzartikeln wie Brillen, Jacken oder Handschuhen wählen.
50ccm Retro Roller von Kreidler
Mit dem entsprechenden Zubehör sind Sie außerdem in der Lage, den vorhandenen Stauraum Ihres Rollers zu erhöhen: Top-Cases sind in diesem Fall die richtige Wahl. Diese kofferartigen Aufsätze lassen sich mit Ihrem Roller verbinden und sorgen dafür, dass Sie mehr Gepäck oder beispielsweise Einkäufe sicher verstauen können. Stellen Sie vor dem Kauf anhand der Unterlagen Ihres Rollers fest, welche Top-Cases mit Ihrem Modell kompatibel sind. Oftmals vermittelt auch die Produktbeschreibung der Stauraumerweiterungen hierzu nähere Informationen.
6. Wie Sie mit einem Roller richtig Bremsen
In kritischen Situationen richtig zu handeln ist vor allem für Motorrad- und Rollerfahrer wichtig, da es bei Fehlverhalten leichter zu schweren Verletzungen kommen kann als beim Fahren eines Autos. Aus diesem Grund ist es vor allem wichtig zu wissen, wie Sie richtig bremsen.
Machen Sie sich bewusst, dass auf dem Hinterrad zwar tendenziell mehr Gewicht lastet. Aufgrund der Massenträgheit wird die Belastung auf das Vorderrad durch den Bremsvorgang jedoch erhöht, sodass auf beide Räder in etwa die gleichen Kräfte wirken. Das Hinterrad kann zu Beginn des Vorgangs mehr Bremskraft aufbringen, sodass Sie wie folgt bremsen sollten:
Betätigen Sie die Hinterradbremse (linker Bremshebel) schnell und kraftvoll und halten Sie den Hebel gedrückt. Drücken Sie gleichzeitig die Vorderradbremse (rechter Bremshebel) zunächst in dosierten Intervallen und erhöhen Sie den Druck nach und nach Bringen Sie den Schwerpunkt nach vorne und unten, indem Sie sich vorwärts lehnen Halten Sie den Lenker gerade und sehen Sie während des Bremsmanövers geradeaus
7. FAQ
Wie hoch ist der durchschnittliche Verbrauch eines 50 Kubikzentimeter Rollers?
Bei der Auswahl eines Rollers sollten Sie auf einen durchschnittlichen Verbrauch von etwa 1,9 bis 2,5 Liter pro hundert Kilometer achten.
Ist das Tragen eines Helmes beim Rollerfahren Pflicht?
Das Tragen eines Helmes ist für Rollerfahrer gesetzlich vorgeschrieben und wird bei Nichtbeachtung als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet.
Ich bin im Besitz eines Führerscheins der Klasse B. Darf ich damit einen Roller fahren?
In Führerscheinklasse B ist die für Roller benötigte Klasse AM für das Fahren von Kleinkrafträdern enthalten.




































