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Akkuschrauber: Drehmoment richtig einstellen & anwenden

Das Drehmoment am Akkuschrauber ist entscheidend, um Schrauben nicht zu überdrehen und das Material zu schonen. Wir erklären, was die Zahlen bedeuten und wie du die richtige Stufe wählst.


1. Akkuschrauber-Drehmomentstufen: Erklärung

Das Drehmoment beschreibt die Kraft, mit der ein Akkuschrauber eine Schraube dreht. Am Gerät selbst stellst du es über den Drehmomentring ein, der sich direkt hinter dem Bohrfutter befindet und mit Zahlen beschriftet ist. Die verschiedenen Stufen sind dafür da, die Antriebskraft genau an das Material und die Schraubengröße anzupassen, damit du weder zu wenig noch zu viel Kraft aufwendest.

Indem du das Drehmoment also vorher einstellst, hört der Akkuschrauber genau dann auf die Schraube einzudrehen, wann er es soll. So verhinderst du das Überdrehen von Schrauben oder Beschädigungen am Material und kannst Schrauben auf die genau gleiche Höhe eindrehen.

Je nachdem, welche Stufe du einstellst, verhält sich der Akkuschrauber unterschiedlich:

  • niedrige Stufe (z. B. 1-5): wenig Drehmoment, Kupplung greift früh ein – ideal für empfindliche Materialien und kleine Schrauben
  • mittlere Stufe (z. B. 6–12): moderates Drehmoment – geeignet für Holzschrauben und mittlere Arbeiten
  • hohe Stufe (z. B. 13–25+): hohes Drehmoment, maximale Kraft – für große Schrauben und hartes Material
Hinweis

Das Drehmoment wird in Newtonmeter (Nm) angegeben. Je höher der Nm-Wert, desto größer die Kraft, mit der der Akkuschrauber die Schraube dreht.

Drehmoment Akkuschrauber Tabelle: Stufen und Anwendungen
DrehmomentstufeUngefährer Nm-BereichTypische Anwendung
1–3Sehr niedrigFeine Schrauben, Elektronikgehäuse, dünnes Holz
4–7NiedrigScharniere, Beschläge, Weichholz
8–12MittelMöbelschrauben, Spanplatten, Hartholz
13–18HochKonstruktionsholz, größere Holzschrauben
19–25+Sehr hochBeton- und Metalldübel, schwere Befestigungen
Tipp

Als Faustregel gilt: niedrige Stufen für empfindliche Oberflächen und kleine Schrauben, hohe Stufen für hartes Material und große Schrauben – fang lieber niedrig an und taste dich nach oben vor.

Infografik „Drehmomentstufen am Akkuschrauber": Nahaufnahme eines türkisen Akkuschraubers mit Drehmomentring. Text erklärt drei Stufen – niedrig (1–5) für kleine Schrauben und empfindliches Material, mittel (6–12) für Holzschrauben und Standardarbeiten, hoch (13–25+) für große Schrauben und hartes Material. Weitere Hinweise: Stufe am Drehmomentring einstellen, mit niedriger Stufe beginnen (z. B. 3 oder 4), und die Kupplung schützt, indem sie beim Erreichen der eingestellten Stufe stoppt.

2. Anleitung: Drehmoment richtig einstellen

Bevor du losschraubst, solltest du das Drehmoment passend zum Material und zur Schraubengröße einstellen. So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Akkuschrauber vorbereiten: Setze den passenden Bit (Schraubeinsatz) ein und stecke den Akku ein.
  2. Drehmomentring finden: Der Ring mit den aufgedruckten Zahlen befindet sich direkt hinter dem Bohrfutter.
  3. Niedrige Stufe wählen: Starte immer auf einer niedrigen Stufe – zum Beispiel Stufe 3 oder 4.
  4. Testschraube eindrehen: Drehe eine Schraube probeweise in das Material ein und prüfe, wie tief sie sitzt.
  5. Stufe anpassen: Greift die Kupplung zu früh ein, erhöhe die Stufe. Dreht die Schraube zu tief, reduziere sie.
Wie schalte ich das Drehmoment am Akkuschrauber aus?

Um die Drehmomentkupplung zu deaktivieren, stellst du den Drehmomentring auf das Bohrsymbol (meist ein Bohrer-Icon). In diesem Modus dreht der Akkuschrauber ohne Kupplungsabschaltung durch – ideal für Bohrarbeiten, aber nicht zum Eindrehen von Schrauben geeignet.

Tipp

Hat sich eine Schraube überdreht, drehe sie heraus, wechsle auf eine niedrigere Drehmomentstufe und verwende im Zweifelsfall einen etwas dickeren Ersatzdübel für mehr Halt.

3. Drehmomentwert und Drehzahl

Die Drehmomentwerte eines Akkuschraubers können je nach Gerät stark variieren. Einfache Heimgeräte liefern oft zwischen 15 und 40 Nm, während professionelle Modelle bis zu 100 Nm oder mehr erreichen. Für den normalen Heimgebrauch – also das Zusammenbauen von Möbeln, das Befestigen von Regalen oder kleinere Renovierungsarbeiten – reichen in der Regel 20 bis 40 Nm völlig aus.

Ein wichtiger Unterschied, den viele verwechseln – Drehmoment und Drehzahl sind zwei verschiedene Größen:

  • Das Drehmoment eines Akkuschraubers (in Nm) beschreibt wie bereits erwähnt die Drehkraft.
  • Die Drehzahl beim Akkuschrauber (in Umdrehungen pro Minute, U/min) hingegen die Geschwindigkeit, mit der sich der Bit dreht.

Eine hohe Drehzahl eignet sich gut zum Bohren, ein hohes Drehmoment ist beim Eindrehen großer Schrauben gefragt.

4. FAQ

  • Wie stelle ich das Drehmoment bei meinem Akkuschrauber ein?

    Drehe den Drehmomentring hinter dem Bohrfutter auf die gewünschte Stufe. Niedrige Zahlen stehen für wenig Kraft, hohe Zahlen für mehr Drehmoment. Taste dich für beste Ergebnisse von unten nach oben.

  • Für was stehen die Zahlen auf dem Akkuschrauber?

    Die Zahlen auf dem Drehmomentring geben die Kupplungsstufen an und bestimmen, bei welcher Kraftstufe die Kupplung abschaltet. Je höher die Zahl, desto mehr Kraft wird auf die Schraube übertragen, bevor das Gerät stoppt.

  • Wie viel Nm bei Akkuschrauber?

    Für den Heimgebrauch sind Akkuschrauber mit 20 bis 40 Nm in der Regel ausreichend. Wer regelmäßig in hartes Holz oder Metall schraubt, sollte zu einem Gerät mit 50 Nm oder mehr greifen.


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