
Wecker Ratgeber
Ein Wecker auf dem Nachttisch gehört für viele Menschen zur Standardausrüstung in ihrem Schlafzimmer. Doch welches Modell ist das richtige für mich? Was für Varianten gibt es und worauf sollte ich beim Kauf achten? In unserem Ratgeber erfahren Sie alles über die Wachmacher und finden so den idealen Wecker für Ihre Bedürfnisse.
1. Analoger Wecker: der Klassiker
Ein analoger Wecker zeichnet sich in erster Linie durch sein simples Konzept aus – in der Regel besteht er aus den folgenden Komponenten:
- Zwei bis drei Zeiger für die Uhrzeit
- Ein Zeiger für die Weckzeit
- Ein bis zwei Rädchen zum Einstellen der Uhrzeit
Vorteile auf einen Blick:
- Einfache Bedienung
- Kompakte Bauweise
- Retro-Look
- Individuelle Einstellung der Uhrzeit möglich
Die damit verbundene Benutzerfreundlichkeit geht allerdings zu Lasten der Funktionsvielfalt, denn außer einem kleinen LCD-Display für Datums- oder Temperaturanzeige bietet die Mehrheit der Analog-Wecker keine weiteren Möglichkeiten. Zudem sind die Möglichkeiten für die Automatisierung recht eingeschränkt; so sind analoge Wecker meist mit einer mechanischen Alarmtaste ausgestattet, die nach Betätigung manuell wieder aktiviert werden muss.
Handelt es sich bei dem analogen Wecker nicht um einen Funkwecker, kommt es mit der Zeit zu leichten Abweichungen zur offiziellen Uhrzeit, sodass Sie regelmäßig nachjustieren sollten. Dies ist normal und bedeutet nicht, dass der Wecker defekt ist.
Lautstärke und Beleuchtung sind wichtige Aspekte beim Kauf eines Analogweckers
Soll der analoge Wecker im Schlafzimmer verwendet werden, sollten zwei Aspekte beachtet werden:
- Lautstärke des Uhrwerks
Analoge Wecker sind mit einem Uhrwerk ausgestattet, welches das typische Tick-Geräusch des Weckers verursacht. Um nachts nicht gestört zu werden, sollten Sie daher ein leises Modell wählen. Als besonders geräuscharm gelten die sogenannten Sweep-Uhrwerke.
- Beleuchtung
Um das Ablesen eines Analog-Weckers im Dunkeln zu erleichtern, gibt es zwei gängige Methoden: Fluoreszenzfarbe auf den Zeigern (und Markierungen) und/oder eine separate Ziffernblattbeleuchtung.
Die Vor- und Nachteile können Sie der folgenden Übersicht entnehmen:
| Fluoreszenzfarbe | Ziffernblattbeleuchtung | |
|---|---|---|
| Erklärung | Speichert eintreffendes Licht und gibt es bei Dunkelheit wieder ab | Lampe befindet sich hinter der Anzeige |
| Vorteile | Keine zusätzliche Stromquelle benötigt, leuchtet von allein | Hohe Lichtstärke, gesamtes Ziffernblatt lässt sich gut ablesen |
| Nachteile | Funktioniert nur, wenn zuvor genügend Licht auf die Farbe gefallen ist, nicht so effektiv wie eine separate Beleuchtung, kann mit der Zeit ausbleichen | Benötigt Batterien oder eine andere Stromquelle, muss per Tastendruck eingeschaltet werden |
Analoge Wecker sind schlicht, zweckmäßig und effektiv. Sollten Sie jedoch Wert auf die Anzeige anderer Zeitzonen, unterschiedliche Weckzeiten und weitere Funktionen legen, sind Sie mit einem digitalen Wecker unter Umständen besser beraten.
2. Digitaler Wecker: die moderne Variante
Vorteile auf einen Blick:
- Funktionsvielfalt
- Präzise Einstellmöglichkeiten
- Moderner Look
- Flexibles Display
Digitalwecker sind meist deutlich mehr als reine Aufwachhilfen: Dadurch, dass das Uhrwerk elektronisch und nicht elektro-mechanisch ist, können neben der Zeit auch andere Informationen auf dem Display dargestellt werden, zum Beispiel:
Digitalwecker bieten viele möglichkeiten
- Exakte Alarmzeit
- Tag/Monat/Jahr
- Innen- und Außentemperatur
- Auskunft über Funkempfang
Ein großer Vorteil von digitalen Weckern ist außerdem, dass Sie je nach Modell nahezu alles präzise einstellen können – von der Uhr-respektive Weckzeit über die Lautstärke bis hin zur Display-Helligkeit. Je nach Funktionsumfang kann die Bedienung durchaus komplizierter ausfallen als es bei analogen Weckern der Fall ist. Ein Blick in die Bedienungsanleitung verschafft jedoch in der Regel schnell Abhilfe.
Noch größere Funktionsvielfalt bieten Radiowecker und Wetterstationen , die Sie etwa mit Ihrem Lieblingssender wecken oder Informationen zu Luftdruck und Niederschlag ausgeben können.
Für gute Sichtbarkeit in dunkler Umgebung sorgt bei einem Digital-Wecker in der Regel eine Leuchtiode hinter der Anzeige. Achten Sie in jedem Fall auf einen möglichst großen Kontrast zwischen Zahlen/Schrift und Hintergrund.
3. Lichtwecker: Licht statt Lärm
Lichtwecker versprechen, den Schlafenden nicht mit lauten Geräuschen, sondern mithilfe von Licht zu wecken. Hierzu sind die Geräte meist mit LED-Leuchten ausgestattet, deren Helligkeit schon vor dem eigentlichen Weckzeitpunkt schrittweise erhöht wird. Ist die volle Leuchtkraft erreicht, soll der oder die Schlafende von allein aufwachen, wie zu einem Sonnenaufgang.
Der Abstand vom Wecker zum Bett sollte möglichst gering sein. Die volle Wirkung wird nur dann erreicht, wenn ausreichend Licht auf die geschlossenen Augen trifft.
Vorteile auf einen Blick:
- Innovativer Ansatz
- Sanftes Aufwecken
- Stilvolle Optik
- Auch für Gehörgeschädigte geeignet
Achten Sie beim Kauf eines Lichtweckers deshalb auf die Angabe der Lichtstärke, wobei grundsätzlich gilt: je höher, desto besser. Zu empfehlen sind Werte ab 100 Lux, darunter reicht die Wirkung meist nur für lichtempfindliche Personen. In der folgenden Tabelle erhalten Sie anhand anschaulicher Beispiele einen Eindruck der verschiedenen Lux-Stärken.
Lichtquellen und ihre Lux-Werte
| Kerze | Lichtverhältnisse im Wohnzimmer | Lichtwecker | Flutlicht im Fußballstadion | Direktes Sonnenlicht |
|---|---|---|---|---|
| Ca. 1 Lux | Ca. 50 Lux | 18-500 Lux | < 1.400 Lux | < 100.000 Lux |
Einige Modelle bieten darüber hinaus zusätzliche Funktionen an. Hierzu gehören unter anderem:
- Klassischer Alarm
- Radio
- Einschlafhilfe durch Dimmen des Lichtes
Lichtwecker garantieren ein sanftes Aufwecken
Trotz des innovativen und durchaus effektiven Konzeptes bringen Lichtwecker ebenso ihre Nachteile mit sich. So ist die Uhrzeit nicht so komfortabel abzulesen wie bei Digital- und Analogweckern – obwohl auch bei Lichtweckern häufig ein digitales Display verbaut wird. Allein die Leuchtquelle nimmt konstruktionsbedingt den größten Teil der verfügbaren Fläche ein, weshalb das Display manchmal recht klein ausfällt und/oder der Kontrast nicht so stark ist. Wegen des hohen Stromverbrauchs ist bei den meisten Geräten lediglich der Betrieb über die Steckdose möglich.
Bedenken Sie, dass ein Lichtwecker am besten in dunkler Umgebung funktioniert.
4. Exotische und Spaß-Wecker: spielend leicht aufwachen
Vorteile auf einen Blick:
- Individuell
- Hoher Spaßfaktor
- Ausgefallenes Design
Von Tennisbällen, die erst nach einem beherzten Wurf gegen den Schrank Ruhe geben, über Hanteln, die zunächst ein paar Mal gestemmt werden müssen, bis hin zu Spielzeugraketen, die erst wieder auf ihre Abschussbasis gesetzt werden wollen, bevor der Alarm eingestellt wird – Sie müssen längst nicht mehr mit einem simplen Piepen in den Tag starten.
Diese Spaß-Wecker bringen zwar eine Menge Spaß und lockern den Tagesanfang auf. Beachten Sie aber, dass es massive Qualitätsunterschiede gibt – im Zweifelsfall machen Sie sich ein persönliches Bild vom gewünschten Modell und der Verarbeitung. Als innovatives Geschenk machen die Spaß-Wecker jedoch garantiert eine gute Figur.
5. Schlafphasenwecker: Das sanfte Wecken
Vorteile auf einen Blick
- Berücksichtigt persönlichen Biorhythmus
- Auch für Gehörgeschädigte geeignet


Wenn Sie sich trotz frühen Zubettgehens morgens oft erschöpft fühlen, könnte ein sogenannter Schlafphasenwecker die Lösung sein. Während herkömmliche Wecker nämlich nur zu einer festgelegten Uhrzeit klingeln und dabei Ihren Biorhythmus nicht berücksichtigen (können), sollen Schlafphasenwecker den idealen Zeitpunkt bestimmen, an dem Sie sich nach dem Aufwachen ausgeruht und fit fühlen.
Dieses Prinzip lässt sich in etwa wie folgt darstellen:
Möglich ist dies aufgrund der unterschiedlichen Verhaltensmuster des Menschen in den einzelnen Schlafphasen, denn im Tiefschlaf bewegen wir uns oft weniger als während des leichten Schlafes. Findet das Aufwachen nun in einer leichten Phase statt, so fühlt man sich in der Regel besser, als wenn man buchstäblich aus den tiefsten Träumen gerissen wird. Ein Schlafphasenwecker misst (meist mithilfe eines Armbandes) kurz vor dem gewünschten Weckzeitpunkt, wie stark Sie sich im Bett bewegen und startet den Alarm dann, wenn Sie dazu bereit sind.
Hinweis: Sollte keine erhöhte Körperaktivität in diesem Zeitrahmen stattfinden, erfolgt das Klingeln spätestens zur eingestellten Zeit.
Schlafphasenwecker gibt es in zwei handelsüblichen Varianten:
- Kombination aus Armband und Weckeinheit
- Armband plus separate Weckstation
Zwar existieren ebenso Schlafphasenwecker, welche die Gehirnströme mittels Sensoren am Kopf messen und so den passenden Aufwachzeitpunkt bestimmen sollen. Allerdings sind diese Geräte aufgrund ihres hohen Preises und der aufwändigen Bedienung selten für Privatpersonen zu empfehlen. Auch bei Schlafphasenweckern gibt es große Qualitätsunterschiede – informieren Sie sich daher vor dem Kauf genau über das jeweilige Modell.
6. Vibrationswecker: lautlos geweckt
Vorteile auf einen Blick:
- Wecken ohne Störung von Mitmenschen
- Auch für Gehörgeschädigte geeignet
Eine weitere Methode, lautlos geweckt zu werden, bieten Ihnen Vibrationswecker. Diese sorgen sogar für ein noch sanfteres Aufwachen als die oben genannten Lichtwecker. Je nach Ausführung platzieren Sie den Vibrationswecker entweder im Bett (zum Beispiel unter dem Kopfkissen) oder am Handgelenk. Funktionstechnisch handelt es sich dabei zumeist um Digitalwecker mit den gleichen Vor- und Nachteilen. Zusätzlich zum Vibrationsalarm bieten einige Modelle einen Lautsprecher für ein klassisches Wecksignal.
7. Wecker vs. Handy, Stereoanlage & Co.
Im Anschluss lesen Sie noch einige Gründe, warum sich ein der Kauf eines Weckers trotz Weckfunktionen in Handy, Stereoanlage & Co. nach wie vor lohnt:
Vorteile auf einen Blick
- Lange Batterielaufzeit und/oder Sicherheit Dank Netzbetrieb
- Hohe Zuverlässigkeit und Lebensdauer
- Oft gelungenes Preis-/Leistungsverhältnis
- Innovative und einzigartige Weckmethoden, z.B. Lichtwecker
- Verschiedene Modelle für (fast) alle Bedürfnisse
8. Lexikon Wecker
DCF77: Auch DCF -77-Signal. Langwellensender im hessischen Mainflingen. Sendet die in Deutschland offiziell geltende Uhrzeit an Funkuhren in (West-)Europa. Der Name setzt sich zusammen aus
- D für Deutschland,
- C für die Kennzeichnung als Langwellensender und
- F für Frankfurt (nahe Mainflingen) auf einer Frequenz von 77,5 kHz.
- Die Uhrzeit wird dabei von mehreren Atomuhren bestimmt und gilt als sehr genau.
- Fluoreszenzfarbe: Häufig auf den Zeigern analoger Wecker zu finden. Speichert eintreffende Lichtenergie und gibt sie bei Dunkelheit wieder ab. Es entsteht ein (meist grünlicher) Leuchteffekt.
- Lux: (Aus dem Lateinischen „Lux“ = Licht) Einheit, in der die Beleuchtungsstärke von Lichtquellen angegeben wird (siehe Tabelle).
- Snooze-Funktion: Auch „Schlummerfunktion“. Beendet zunächst den Alarm und aktiviert ihn wenige Minuten später erneut.
9. FAQ
Die Uhrzeit auf meinem Wecker geht regelmäßig etwas vor oder nach. Ist das normal?
Bei Weckern mit Quarz-Uhrwerk ist ein gewisser Toleranzbereich in einem Zeitraum von einigen Wochen durchaus normal. In der Regel kann dies leider nur durch manuelles Nachstellen korrigiert werden. Starke Temperaturschwankungen können ein Verstellen zusätzlich begünstigen.
Sollte es sich um eine Funkuhr handeln, stellen Sie sicher, dass ein ausreichend starkes Signal vorhanden ist und ändern Sie gegebenenfalls den Standort.Braucht ein Funkwecker durchgängigen Empfang?
Nein, nachdem die Uhrzeit am Anfang eingestellt wurde, funktioniert der Wecker bis auf weiteres wie eine gewöhnliche Uhr. Empfehlenswert ist es jedoch, dass Sie alle paar Wochen eine Funkverbindung ermöglichen, damit sich die Uhrzeit erneut anpassen und ggf. korrigieren kann.
Welcher Wecker ist besser: funk oder manuell?
Die Vorteile einer Funkuhr sind nicht von der Hand zu weisen: Sie benötigen keine Musteruhrzeit, brauchen sich um die Zeitumstellung im Sommer und Winter keine Gedanken zu machen und können sicher sein, dass die angezeigte Zeit korrekt ist. Problematisch wird es, wenn Ihr Wecker nicht (mehr) ordnungsgemäß funktioniert. Sollte die Uhrzeit einmal falsch angezeigt werden und gibt es keine Möglichkeit, sie von Hand zu korrigieren, ist der Wecker praktisch nutzlos.
Falls Sie es gewohnt sind, Ihre Uhren vor oder zurück zu stellen, käme ein Modell mit Funk ohnehin nicht in Frage. Auch dann, wenn Sie des Öfteren weltweit unterwegs sind, kann es zu Komplikationen kommen, denn viele der in Deutschland verkauften Funkuhren beziehen ihr Signal ausschließlich von dem DCF77 Funkturm in Hessen. Dieser hat zwar eine Reichweite von fast 2.000 Kilometern, darüber hinaus ist ein sauberer Empfang aber unwahrscheinlich. Hier empfehlen sich Modelle, die automatisch die jeweilige Zeitzone erkennen. Ein guter Kompromiss ist ein Funkwecker, der sich bei Bedarf manuell einstellen lässt.
Was ist sinnvoller: Batterie oder Netzbetrieb?
Die beste Antwort lautet: beides. Ein Wecker, der ausschließlich im Netzbetrieb funktioniert, verbraucht zwar keine Batterien, ist bei einem Stromausfall allerdings unbrauchbar. Modelle, die wiederum nur per Batterie betrieben werden können, sind immer an entsprechenden Nachschub gebunden. Sinnvoll ist deshalb eine Kombi-Lösung, wie sie von vielen Herstellern angeboten wird. Dabei läuft das Gerät hauptsächlich mit Strom aus der Steckdose, schaltet bei Bedarf jedoch selbstständig in den Batteriemodus.







































