
Für mehr Sicherheit im Wasser: Schwimmflügel
Um bei einem versehentlichen Sturz ins Wasser nicht unterzugehen, sollten Kinder so früh wie möglich Schwimmen lernen. Bei Nichtschwimmern, die sich noch nicht eigenständig über Wasser halten können, sind Schwimmhilfen empfehlenswert. Wir stellen Ihnen die Vorteile von Schwimmflügeln genau vor und verraten Ihnen, warum sich diese nicht dafür eignen, Ihrem Kind das Schwimmen beizubringen.
1. Einsatzmöglichkeiten von Schwimmflügeln
Schwimmflügel sind Auftriebshilfen, die das Kind sicher über Wasser halten, wenn es noch nicht schwimmen kann. Das sorgt dafür, dass Ihr Nachwuchs bei den ersten Bewegungen im Wasser Vertrauen fasst. Zudem verhindern Schwimmflügel bei einem Sturz ins Wasser das sofortige Untertauchen. Sie eignen sich beispielsweise für das Planschen in seichtem Wasser – zur Unterstützung beim Schwimmen lernen sind sie jedoch nicht empfohlen.
Schwimmflügel geben Nichtschwimmern mehr Sicherheit im Wasser.
Die aufblasbaren Schwimmhilfen werden über Ventile mit Luft gefüllt, welche dann für den entsprechenden Auftrieb im Wasser sorgt. Sie werden direkt am Körper getragen, verlangen im Gegensatz zu Schwimmsitzen jedoch eine gezielte Eigenaktivität des Kindes (tretende Arm- und Beinbewegungen). Damit das Kind auch auf große Entfernung sichtbar ist, sind Schwimmflügel in knalligen Farben gehalten. Als Klassiker gelten die orangen Modelle des Herstellers BEMA. Abgerundete Ecken minimieren die Verletzungsgefahr.
Schwimmflügel eignen sich sowohl für Babys und Kleinkinder als auch für Anfänger im Erwachsenenalter.
Auftriebshilfen bieten keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Ertrinken! Das können nur Schwimmwesten .Ein Nichtschwimmer darf niemals ohne Beaufsichtigung im Wasser gelassen werden – auch nicht mit einer Schwimmhilfe wie Schwimmflügeln.
Sicherheits-Rückschlagventile
Das Sicherheitsventil verhindert das Ausweichen von Luft. Außerdem sind die Ventile so verschlossen, dass sie von Kindern in der Regel nicht geöffnet werden können und auch nicht unbeabsichtigt aufgehen. Rückschlagkappen verhindern das ungewollte Austreten von Luft.
Doppelluftkammersystem
Die meisten Schwimmflügel besitzen mehrere Luftkammern, was diese besonders sicher macht: Sollte eine Kammer Luft verlieren, ist der Auftrieb immer noch ausreichend, sodass das Kind nicht untergeht.
Beachten Sie die Hinweise des Herstellers bezüglich der Altersempfehlung und des maximal zulässigen Gewichts:
| Größe | Maximales Gewicht (Altersempfehlung) |
|---|---|
| 00 | Bis 11 kg / bis 1 Jahr |
| 0 | 11 bis 30 kg / 1 bis 6 Jahren |
| 1 | 30 bis 60 kg / 6 bis 12 Jahren |
| 2 | Über 60 kg / ab 12 Jahren |

Schwimmflügel müssen wie alle Schwimmhilfen die Anforderung nach der Sicherheitsnorm DIN EN 13138 erfüllen. Zudem sollten Sie sich für ein Produkt mit GS-Siegel („geprüfte Sicherheit“) entscheiden. Bei diesem Test werden sowohl die Schweißnähte als auch die Ventile genau überprüft.
Tipp: Blasen Sie die Schwimmflügel erst vollständig auf, wenn sie am Arm des Kindes sitzen.
Schwimmscheiben als Alternative zu den klassischen Schwimmflügeln
2. So lernt Ihr Kind schwimmen
Wer seinem Kind das Schwimmen beibringen möchte, sollte dabei keine Schwimmhilfe verwenden. Diese geben dem Kind ein falsches Sicherheitsgefühl im Wasser, da sich das Kind auch später auf die tragende Kraft verlassen wird. Zudem können Sie stören und die Bewegungsfreiheit von Armen und Beinen einschränken, was zu einer falschen Körperhaltung im Wasser führen kann.
| Schwimmhilfe-Klassen | Produkte | Art der Benutzung |
|---|---|---|
| A | Schwimmsitze | Passive Benutzung |
| B | Schwimmflügel, Schwimmgurt | Aktive Benutzung (am Körper getragen) |
| C | Schwimmbretter, Schwimmnudeln | Aktive Benutzung (zum Festhalten) |
Lediglich Produkte der Gruppe C werden als Hilfsmittel in Schwimmkursen eingesetzt, beispielsweise für das Erlernen einer neuen Schwimmtechnik.
Experten empfehlen, dass Kinder spätestens mit vier Jahren das Schwimmen lernen sollten. Viele Schwimmbäder bieten zudem Wassereingewöhnungskurse für Kinder ab einem Alter von drei Jahren oder Babyschwimmen an, um die ersten Voraussetzungen des Schwimmens zu erlernen. Bei jüngeren Kindern ist der Orientierungssinn noch nicht ausreichend ausgeprägt, sodass sie beim Untertauchen nicht automatisch wieder zur Wasseroberfläche zurückfinden.
Schwimmflügel eignen sich nicht für den Einsatz im Schwimmkurs.
Tipps und Tricks rund ums Schwimmen lernen
- Erklären Sie Ihrem Kind die Baderegeln
- Machen Sie Ihr Kind schon früh mit Wasser vertraut, sodass ihm die Angst davor genommen wird
- Die Wassertemperatur sollte über 30 Grad Celsius betragen
- Gehen Sie immer mit ins Wasser und machen Sie die richtigen Bewegungen vor
- Haben Sie Geduld und üben Sie keinen Druck auf das Kind auf
3. FAQ
Wann sind Schwimmflügel sinnvoll?
Schwimmflügel sind vor allem für Nichtschwimmer empfehlenswert. So können Sie mit Ihrem Kind im Wasser planschen, ohne es die ganze Zeit über Wasser halten zu müssen. Auch wenn Ihr Kind bereits die Schwimmtechniken beherrscht, kann es bei rauem Seegang am Meer sinnvoll sein, für einen zusätzlichen Aufrieb zu sorgen.
Warum eignen sich Schwimmflügel nicht für das Schwimmen lernen?
Lernt Ihr Kind mit Schwimmflügeln schwimmen, kann es ein falsches Gefühl für Sicherheit entwickeln. Es muss verstehen, dass es bei Nichtbewegung untergehen kann. Zudem behindern die Auftriebshilfen an den Armen die korrekten Armbewegungen, sodass die genaue Schwimmtechnik möglichweise falsch erlernt wird.
Ab welchem Alter sind Schwimmflügel empfohlen?
Schwimmflügel gibt es in verschiedenen Größen, die sich für unterschiedliche Altersklassen und Gewichtsgruppen eignen. Ob und wann Sie Ihrem Kind Schwimmflügel anziehen, bleibt Ihnen überlassen. Viele Eltern fühlen sich sicher, wenn Ihr Kleinkind beim Planschen im flachem Wasser mit einer Auftriebshilfe ausgestattet ist. Bedenken Sie aber, dass auch Schwimmflügel keinen ausreichenden Schutz vor dem Untergehen bieten, sodass Sie Ihr Kind immer im Auge behalten müssen.




































