
Stilvoll kleiden mit dem Krawatten Ratgeber
Krawatten werden oft zu festlichen Anlässen getragen und gehören auch in vielen Berufen zum guten Ton. Farbe und Muster sollten auf den jeweiligen Anlass abgestimmt sein.
1. Was es bei Krawatten zu beachten gilt
Eine Krawatte, auch Schlips genannt, kann viele verschiedene Muster, Farben und Formen aufweisen. Diese sollten für ein positives Erscheinungsbild nicht nur optisch zu deinem Anzug passen, sondern auch die eigene Persönlichkeit widerspiegeln. Dabei gilt es bei der Auswahl des passenden Modells einige Dinge zu beachten.
1.1 Länge der Krawatte
Für ein gepflegtes Erscheinungsbild sollte die Krawatte die perfekte Länge aufweisen. Sitzt sie zu hoch oder gar zu tief, wirkt das unprofessionell und im ungünstigsten Fall unfreiwillig komisch. Der Schlips sitzt hingegen perfekt, wenn dieser bis zum oberen Rand des Gürtels reicht.
Eine handelsübliche Krawatte weist eine Gesamtlänge von 142 bis 148 Zentimetern auf und eignet sich für eine Körpergröße von bis zu 1,85 Metern. Höher gewachsene Personen sollten auf ein XXL-Modell zurückgreifen, das eine Gesamtlänge von 160 Zentimetern aufweist. Ansonsten endet die Krawatte nach dem Binden zu weit oben.
1.2 Das Material
Die Optik einer Krawatte wird maßgeblich vom Material beeinflusst. So wirkt ein glänzendes Modell aus feiner Seide sehr viel hochwertiger als eine Krawatte aus Polyester oder Kunstfaser. Daher ist die klassische Seidenkrawatte für das Büro und feierliche Anlässe am besten geeignet: Sie wirkt formell und seriös.
Besonders edle Krawatten werden aus der sehr feinen und weichen Naturfaser Kaschmir hergestellt. Aufgrund ihrer glatten Beschaffenheit sehen Kaschmirkrawatten nicht nur überaus hochwertig aus, sondern schmiegen sich darüber hinaus besonders angenehm um den Hals und sorgen für ein bequemes Tragegefühl.
Seidenkrawatten bestechen mit feinem Material und einer schillernden Oberfläche.
1.3 Die Form
Langbinder sind sowohl in einer schmalen (6 Zentimeter) als auch in einer klassischen, breiten Variante (7-8 Zentimeter) erhältlich. Die jeweilige Ausführung sollten dem Anlass entsprechen und mit dem Anzug beziehungsweise seinem Träger harmonieren.
So können schmale Krawatten problemlos mit schmal geschnittenen Hemden, Sakkos oder auch mit Strickwesten kombiniert werden. Der Träger sollte ebenfalls einen schmalen Körperbau aufweisen. Breite Anzüge, besonders hohe oder stark gespreizte Kragen passen hingegen nicht mit den schmalen Varianten zusammen. Hier solltest du weiterhin auf breite Modelle setzen. Beleibtere Personen sollten ebenfalls auf eine schmal geschnittene Krawatte verzichten, da diese ansonsten den Proportionen des Trägers nicht entspricht und dementsprechend unvorteilhaft aussieht.
| Handelsübliche Krawatte | Schmale Krawatte |
|---|---|
| |
Abbildung: Eine handelsübliche, breite Krawatte (links) und eine schmale Slim-Variante (rechts) im direkten Vergleich.
1.4 Die Farbe
Bei Krawatten spielt die Symbolik von Farben eine erhebliche Rolle. So kann ein passend ausgewählter Schlips viel über den Träger verraten.
Blaue Krawatten
Im geschäftlichen Alltag wird oft zu Krawatten mit blauer Farbgebung gegriffen, da sie für formelle Anlässe stets eine sichere Wahl darstellen. So strahlt Blau Professionalität, Beherrschung und Ruhe aus. Entsprechend fachkundig werden die Träger wahrgenommen.

Braune Krawatten
Sie drücken Warmherzigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Bescheidenheit aus. Daher werden die Träger meist als sympathisch wahrgenommen. Unpassend kombiniert kann diese Farbe allerdings langweilig wirken. Braune Krawatten mit Streifen oder Rauten passen gut zu weißen oder hellblauen Oberteilen.

Grüne Krawatten
Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung und assoziiert auch weitere positive Eigenschaften, wie Natürlichkeit und Reinheit. Den Trägern wird unterbewusst eine gewisse Naturverbundenheit zugeschrieben. Besonders Mint- und Pastellgrün sind gewagte Farben. Werden diese allerdings gekonnt kombiniert, sorgen sie für einen positiven Effekt.

Rote Krawatten
Diese Farbe steht vor allem für Liebe, kann aber auch Kraft und sogar Feindseligkeit ausdrücken. Daher solltest du auf einen signalroten Schlips bei geschäftlichen Angelegenheiten verzichten. Möchtest du Rot allerdings nicht missen, triffst du mit Bordeauxrot die richtige Wahl. Diese strahlt nicht nur Wärme und Kraft aus, sondern lässt sich auch gut mit vielen Hemden und Anzügen kombinieren.

Schwarze Krawatten
Die Farbe schwarz wird entweder mit Trauer oder Festlichkeit verbunden. Tagsüber wird eine schwarze Krawatte üblicherweise nur zu Beerdigungen getragen. Abends findet sie dagegen bei festlichen Anlässen Verwendung.

Gelbe Krawatten
Diese Farbe kann besonders gut im Frühling und im Sommer getragen werden. Personen mit gelber Krawatte wirken gut gelaunt und kreativ. Dezente Pastelltöne lassen sich darüber hinaus mit vielen Oberhemden und Anzügen kombinieren. Knalliges Gelb verträgt sich dagegen weniger mit anderen Farben. Hier solltest du auf ein schlichtes weißes Hemd zurückgreifen.

1.5 Das Muster
Neben Farben können auch Muster das Erscheinungsbild beeinflussen: Während die einen Muster bestimmte Körperpartien hervorheben oder kaschieren, unterstützen andere Muster einen entweder auffälligen oder subtilen Look.
College-Streifen
Klassische College-Streifen lassen sich mit beinahe jedem Outfit kombinieren und sind daher meist die richtige Wahl. Schmal gebaute Personen sollten auf das diagonal verlaufende Streifenmuster allerdings verzichten, da es Gesicht und Oberkörper optisch schmälert.

Karo
Das karierte Muster wirkt kontrastreich und räumlich, weshalb damit der Brustkorb optisch angehoben wird. Personen mit heller Haut und dunklen Haaren stehen kontrastreiche Krawatten mit Karomuster besonders gut.

Punkte
Kleine weiße Tupfer auf Krawatten mit hellen, freundlichen Farben wirken auflockernd und machen besonders im Sommer einen erfrischenden Eindruck.

Lustige Cartoons solltest du als Muster meiden. Diese nehmen dem Träger die Ernsthaftigkeit und Seriosität. Auch mit großen und auffälligen Mustern solltest du vorsichtig umgehen. Diese wirken schnell überladen und machen nur bei gekonnter Kombination mit Hemd und Anzug einen positiven Eindruck.
2. Krawatten richtig binden
Zwar gibt es zahlreiche Techniken, die Krawatte zu binden, in der Regel reicht es allerdings aus, ein bis zwei Bindetechniken zu beherrschen, die für diverse Anlässe geeignet sind.
Zum Standardknoten zählt der Einfache Krawattenknoten oder auch der Halbe Windsor. Dieser lässt sich auch von Anfängern einfach binden und passt zu allen gängigen Hemdkragen. Außerdem wirkt der Knoten flach und dezent.
Der Windsorknoten für besondere Anlässe fällt hingegen deutlich ausladender aus, weshalb er nur bei breiten Kragen gebunden werden sollte. Zudem bedarf diese Technik etwas Übung.
Den letzten Schliff verleihst du deiner Krawatte, indem du ein Grübchen auf der breiten Seite direkt unter den Knoten eindrückst. Der sogenannte dimple lässt den dünnen Seidenstoff etwas üppiger wirken und verleiht der Krawatte lässige Eleganz.
Krawatten lassen sich durch Krawattennadeln subtil oder auffällig aufwerten. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber zu Krawattennadeln.
3. FAQ
Welche Krawatten sind modern?
An großer Beliebtheit erfreuen sich vor allem schmal geschnittene Krawatten, die oft von jungen Trägern angezogen werden. Die sogenannten Slim Varianten sollten allerdings nur mit dem Freizeitlook oder Business Casual-Outfit getragen werden. Für feierliche Anlässe kommen weiterhin die klassischen, normal geschnittenen Krawatten in Frage. Beachte, dass schmale Krawatten vor allem bei schlanken und groß gewachsenen Personen vorteilhaft aussehen. Auf einer zu breiten Brust wirkt dieser Schlips zu zierlich.
Was sagt der Krawattenknoten aus?
Zwar gibt es zahlreiche verschiedene Techniken, um eine Krawatte zu binden, allerdings genügt es, sich ein bis zwei Knoten anzueignen. Das Hauptaugenmerk liegt vielmehr im sauberen und symmetrischen Ergebnis des Knotens. Auf besonders feierlichen Anlässen lohnt es sich, den imposanten Windsorknoten zu präsentieren. Dieser erfordert etwas Übung.
Was sagt die Krawattenfarbe aus?
Hinter der Krawattenfarbe steckt viel Symbolik, weshalb du bei der Farbauswahl genauer hinsehen solltest. So kann die Krawatte bereits auf den ersten Blick viel über den Träger verraten. Weitere Informationen rund um die Farbe von Krawatten erhältst du im Kapitel 1.4 dieses Ratgebers.














































































