
Wissenswertes zu Babymatratzen
Da Babys sehr viel Zeit schlafend verbringen, ist die Wahl einer geeigneten Matratze für das Babybett von enormer Bedeutung. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf einer Babymatratze achten sollten.
1. Besonderheiten von Babymatratzen
Babymatratzen unterscheiden sich in einigen Punkten deutlich von Matratzen für Erwachsene: Zwar werden hierbei die gleichen Materialien verwendet, doch aufgrund des geringen Gewichts der Säuglinge und ihrem oft ausgeprägten Bewegungsdrang sind einzelne Bestandteile wie Liegezonen vernachlässigbar. Härtegrade, die ohnehin nicht normiert sind und somit wenig Aussagekraft haben, finden Sie ebenfalls selten unter den Angaben zu Babymatratzen.
Dennoch ist es wichtig, auf die optimale Härte der Matratze zu achten:
Bei zu weichen Matratzen besteht das Risiko, dass der Säugling – wenn er auf dem Bauch schläft – mit dem Gesicht zu tief einsinkt und dadurch mehr Kohlendioxid aus der bereits verbrauchten Luft als Sauerstoff einatmet. Zudem muss die noch verformbare Wirbelsäule im Liegen unterstützt werden.
Seit August 2017 gilt eine neue Norm, die höhere Anforderungen an die Sicherheit von Produkten stellt, die für Kinder konzipiert sind. Nach DIN EN 16890 wird unter anderem ein sogenannter Kugeltest an Babymatratzen durchgeführt. Dabei wird geprüft, ob der Kopf eines Babys möglicherweise zu tief einsinken kann.
Obwohl Baby- und Kindermatratzen nicht generell gleichzusetzen sind, bieten einige Hersteller Matratzen mit zwei unterschiedlichen Oberflächen an: Die härtere Seite ist für Babys gedacht, die weichere Juniorseite dagegen für Kleinkinder. Dabei bezeichnet die Härte vor allem die Formstabilität der Oberseite.
Wenn Ihr Baby älter und schwerer wird, können Sie Matratzen mit verschiedenen Oberflächen einfach umdrehen. Besonders sinnvoll ist dies bei Varianten, die aus Kokosfasern und Latex bestehen.
2. Bestandteile
Manche Bestandteile von Babymatratzen hängen von ihrem Material beziehungsweise der Materialmischung ab. So gibt es bei Naturmatratzen häufig mehrere Schichten aus verschiedenen Fasern, während sich bei Schaummatratzen oft nur Bezug und Füllung unterscheiden lassen.
Achten Sie auf die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Matratze. Unabhängige Prüfsiegel wie der Oeko-Tex-Standard 100 garantieren die Schadstofffreiheit der zertifizierten Produkte.
In der Regel bestehen Babymatratzen aus dem besonders stabilen Kern, einer Füllung und einem Bezugsstoff oder einem abnehmbaren, waschbaren Bezug. Dieser umgibt die ganze Matratze enganliegend und wird meist mit einem Reißverschluss geöffnet. Einige Babymatratzen weisen trittfeste Kanten (Trittkanten) auf, die dem Säugling einen sicheren Stand verschaffen, sobald er sich in seinem Bett aufrichten kann. Die Verstärkung erfüllt ihren Zweck allerdings nur, wenn die Matratze exakt mit dem Bettgestell und den Gitterstäben abschließt.
Hier sehen Sie das Innenleben einer Kokoskern-Matratze.
Das Innenleben einer Schaummatratze ist eher schlicht.
Für alle gängigen Größen gibt es Matratzenbezüge aus unterschiedlichen Materialien wie Polyester, Lyocell, Frottee oder Baumwolle. Mittels Matratzenauflagen können Sie die Hygiene der Matratze zusätzlich erhöhen.
3. Matratzenarten
Babymatratzen finden Sie vornehmlich in den standardisierten Größen von 70 mal 140 Zentimetern oder 60 mal 120 Zentimetern, wobei auch Zwischen- und Sondergrößen angeboten werden. Die Höhe variiert zwischen sieben und 15 Zentimetern, am häufigsten finden Sie mittlere Höhen von etwa zehn Zentimetern.
3.1 Schaummatratzen
Schaummatratzen bestehen aus geschäumtem Polyurethan und sind sehr beliebt, denn die Modelle sind günstig und robust. Ihrem früheren schlechten Ruf zum Trotz weisen sie inzwischen gute Liegeeigenschaften auf, die sich in Varianten wie der Kaltschaummatratze noch erhöhen.
Die hohe Luftzirkulation von Kaltschaummatratzen beugt Milbenbefall vor.
Daher finden Sie Kaltschaummatratzen am häufigsten, wenn Sie nach Babymatratzen suchen, denn diese sind preiswert und dennoch sehr komfortabel und hygienisch. Sie bieten nicht nur einen hervorragenden Schutz gegen Milbenbefall, sondern sind überdies leicht zu reinigen. Der Nachteil der Matratzen tritt vor allem in den ersten Tagen auf: Der oft unangenehme Geruch muss zunächst durch langes Lüften, beispielsweise auf dem Balkon oder in einem nicht genutzten Zimmer, beseitigt werden.
Aufgrund seiner hohen Strapazierfähigkeit wird Kaltschaum häufig als Material für Reisematratzen eingesetzt.
3.2 Federkernmatratzen
Ein anderer Klassiker unter den Matratzen ist dagegen kaum für Babys geeignet: Die robuste Federkernmatratze neigt zur Bildung von Vertiefungen, wodurch Druckstellen am Körper entstehen können. Zudem ist der Aufbau anfällig für Milben und Keime, da sich innerhalb der Matratze diverse Hohlräume befinden. Federkernmatratzen sind in Baby- und auch in Kinderbetten wenig brauchbar, denn sie benötigen viel Zeit zum Trocknen. Eine häufige Reinigung ist jedoch unerlässlich, um ein hygienisches Schlafklima zu gewährleisten.
3.3 Latexmatratzen
Latexmatratzen passen sich in besonderer Weise dem Körper an, sind allerdings pflegeintensiv und im oberen Preissegment angesiedelt. Außerdem können sie unter Umständen zu weich sein und das Einsinken des Gesichts ermöglichen, daher ist es sinnvoll, stattdessen auf Mischungen zurückzugreifen: So gibt es Matratzen mit Latexkern, die von Schichten aus Kokos, Rosshaar oder Schaum umgeben sind und die Vorteile beider Typen in sich vereinen.
Wenn Sie ein umweltschonendes Modell aus natürlichem Latex vorziehen, sollten Sie auf die Angabe des Inhaltsstoffs achten.
Die enorme Punktelastizität von Latexmatratzen garantiert hohen Schlafkomfort.
Nicht nur Modelle, die zu 100 Prozent aus natürlichem Kautschuk bestehen, werden unter der Bezeichnung Naturlatex verkauft. Der Begriff hat für sich allein wenig Aussagekraft, denn er ist nicht geschützt. Sicherheit beim Kauf bietet das Gütesiegel QUL (Qualitätsverband Umweltverträgliche Latexmatratzen), das seit 1997 vergeben wird.
3.4 Naturfasermatratzen
Für Matratzen aus Naturfasern, die nicht nur aus Latex bestehen, werden vornehmlich Stoffmischungen verwendet, um verschiedene Härtegrade und Liegezonen zu erzeugen. Möglich sind Inhaltsstoffe wie Kokosfasern, Kork, Schurwolle, Rosshaar, Bio-Baumwolle, aber auch Stroh, Hanf und Seegras.
Ihre kurze Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren stellt im Fall von Baby- und Kindermatratzen kein Problem dar, weil sie ohnehin in einem vergleichbaren Zeitraum gegen größere Modelle ausgetauscht werden.
Sehr wichtig ist bei allen Produkten aus Naturfasern die Pflege: Lüften Sie Ihr Schlafzimmer jeden Tag ausreichend und wenden Sie die Matratze regelmäßig.
Vor- und Nachteile der vorgestellten Matratzenarten auf einen Blick
| Schaum | Federkern | Latex | Naturfaser | |
|---|---|---|---|---|
| Liegekomfort | ✔ | ✘ | ✔✔ | ✔ |
| Strapazierfähigkeit | ✔✔ | ✔ | ✔ | ✘ |
| Hygiene | ✔✔ | ✘ | ✔ | ➖ |
| Lebensdauer | ✔✔ | ✔✔ | ➖ | ✘ |
| Preis | ✔✔ | ➖ | ✘ | ✘ |
Wie Sie einen passenden Lattenrost zu Ihrer Wunschmatratze finden, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
4. FAQ
Worin besteht der Unterschied zwischen Baby- und Kindermatratzen?
Baby- und Kindermatratzen können, müssen sich aber nicht unterscheiden. Einige Modelle eignen sich sowohl für Säuglinge als auch für Kleinkinder und verfügen entsprechend über zwei unterschiedlich harte Oberflächen. Wenn Ihr Baby älter wird, können Sie die Matratze einfach umdrehen und weiterhin benutzen, solange sie groß genug ist.
Gibt es Liegezonen bei Babymatratzen?
Während Liegezonen bei Matratzen für Erwachsene ein sinnvoller Bestandteil sind, ist ihr Nutzen für Babys äußerst gering. Oft wacht der Säugling in anderer Position auf, als er eingeschlafen ist, sodass die einzelnen Zonen nicht den dafür vorgesehenen Körperbereich erreichen. Da ihr Gewicht so gering ist und sich noch kein Schwerpunkt ausgebildet hat, benötigen Babys ohnehin keine besonders stützenden Bereiche auf ihrer Matratze.
Wenn Sie die Angabe von Liegezonen in einer Produktbeschreibung finden, könnte damit auch eine Unterteilung in Baby- und Kleinkindseite gemeint sein.
Wie kann ich meine Babymatratze waschen?
Die meisten Babymatratzen besitzen einen abnehmbaren, waschbaren Bezug, den Sie problemlos in der Waschmaschine reinigen können. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie einen Matratzenbezug oder -schoner verwenden, um Ihr Kind hygienisch zu betten.































