
Hasen- und Kaninchenstall für draußen: Welcher ist der richtige?
Größe des Stalls, Versteck- und Spielmöglichkeiten, Schutz auch bei Regen und Kälte – einiges gibt es bei der Auswahl des passenden Hasen- oder Kaninchenstalls für eine artgerechte Tierhaltung zu beachten.
1. Was ist ein artgerechter Hasen- oder Kaninchenstall?
Flauschig, süß und friedlich sind Hasen und Kaninchen, deshalb sind sie beliebte Haustiere gerade bei Kindern. Damit sich der Nager wohlfühlt, gibt es einiges zu beachten: Kaninchen und Hasen sind Wildtiere, die als Haustiere hohe Ansprüche an Ihre Unterbringung stellen. Richtlinien zur Tierhaltung finden sich im Tierschutzgesetz:
- Sie müssen Ihren tierischen Mitbewohner verhaltensgerecht unterbringen
- Das Tier benötigt ausreichend Möglichkeiten und Platz, sich artgerecht bewegen zu können (Auslauf)
- Dem Gemeinschaftsbedürfnis des Tiers muss nachgekommen werden

Wichtig ist also, dass Sie Ihre Hasen oder Kaninchen nicht einzeln halten, sondern mindestens zu zweit. Nur so haben die Tiere die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen – ohne einen Artgenossen werden sie einsam und unglücklich. Deshalb ist auch die die Größe des Stalls so wichtig, die Nager müssen sich aus dem Weg gehen können und vor allem brauchen sie genügend Auslauf und Bewegung. Ist ein Stall in der passenden Größe gefunden, müssen Sie einen geeigneten Ort zum Aufstellen suchen.
Kleintierställe sind für draußen gedacht, sodass ein Ort gefunden werden muss, der Schutz vor Witterung bietet. Dann aber kann der Unterschlupf zu einem wahren Paradies für Ihren Mümmelmann werden: In einem Stall plus Freigehege im Garten haben die Tiere viel Platz und freuen sich an ihrer natürlichen Umgebung.
1.1 Größe des Stalls
Zwergkaninchen als auch die großen (Zucht-) Hasen müssen sowohl Versteck- und Spielmöglichkeiten zur Verfügung haben als auch genügend Freifläche, um herumrennen und sich beschäftigen zu können. Eine artgerechte Haltung mit genügend Platz ist nicht nur ethisch richtig, sondern bringt auch viele Vorteile:
- Steigerung der Lebenserwartung um ein Vielfaches
- Meist weniger kostspielige Tierarztbesuche
- Förderung des Spieltriebs
- Mehr Bewegung und Fitness für das Tier
- Dadurch höhere Schlafqualität
Kaninchen- oder Hasenstall
XXL Stall für Kaninchen und Hasen
Um die beste Größe für Ihren Kleintierstall herauszufinden und die optimalen Abmessungen festzulegen, sollten Sie wie folgt rechnen:
- Einzelne Kaninchen benötigen 2 m² Fläche.
- Einzelne Hasen benötigen 3 m² Fläche.
- Pro weiteres Tier muss die Grundfläche um 20 % erhöht werden.
Übliche Ställe, die Sie kaufen können, sind meist zu klein. Für Kaninchen und Hasen werden allerdings XXL Modelle (XXL Stall angeboten, in denen ein oder zwei Tiere auch dann genügend Platz haben, wenn keine Möglichkeit besteht, ein Freigehege anzubringen. Eine gute Möglichkeit ist auch, den Stall aus Holz und Draht selbst zu bauen.
Durch den Anbau eines Drahtgeheges kann die Freifläche einfach vergrößert werden, ohne dass Sie einen riesigen Stall kaufen müssen. Dann benötigt das Tier aber freien Zugang oder täglichen Auslauf in das Freigehege.
1.2 Ausstattung und Spielmöglichkeiten
Neben genügend Freifläche und einem Häuschen als Zufluchtsort benötigen Kaninchen und Hasen auch eine besondere Ausstattung des Stalls, die für Sicherheit und Abwechslung sorgt.
Das Häuschen
Auch im Stall selbst benötigen die Tiere ein einzelnes Häuschen, in dem sie ihr Nest bauen, schlafen und sich zurückziehen können, wenn sie Ruhe brauchen. Das Häuschen sollte groß genug sein, dass sich der Nager darin ganz verstecken und auch drehen und ausstrecken kann. Üblicherweise sind die Häuschen aus Holz.
Kaninchen und Hasen werden in der Natur von oben angegriffen, sodass sie sich sicher fühlen, wenn sie das Geschehen aus einer erhöhten Position verfolgen können. Dazu bietet sich ein erhöhtes Häuschen an, auf dem der Mümmelmann dann gerne sitzt.
Sicherheit
Ein idealer Zufluchtsort für Ihren Nager ist robust gebaut und sowie ein- wie auch ausbruchsicher. Das Tier darf nicht durch zu große Drahtmaschen entkommen und auch natürliche Feinde wie Marder, Katzen oder Greifvögel dürfen keinen Zugang zum Stall oder Gehege finden. Achten Sie deshalb auf die Dicke der verbauten Drähte und auf Engmaschigkeit der Gitter. Da Kaninchen und Hasen ein hohes Nagebedürfnis haben, sollten Sie auch regelmäßig überprüfen, dass verbaute Teile aus Holz noch unbeschädigt sind und standhalten. Gerade Eingänge (Türen, Fensterauslassungen und zu öffnende Dächer) und Verriegelungen werden gerne angenagt und sollten entsprechend robust sein.

Achten Sie auch darauf, Freigehege ausreichend abzudecken. In ein oben offenes Gehege können andere Tiere eindringen und Ihren Nager ängstigen oder schlimmstenfalls verletzen oder sogar töten.
Abwechslung
In der Natur sind Kaninchen und Hasen den ganzen Tag mit Nestbau und Futtersuche beschäftigt, sodass sie auch in Gefangenschaft Abwechslung durch Spielmöglichkeiten benötigen, um ausgelastet und zufrieden zu sein. Spielzeuge sind meist aus Holz, Rinden oder anderen Naturmaterialien gefertigt, damit sie problemlos angenagt werden können. Verstecke und Nagerspielzeuge können Sie selbst bauen (es werden zahlreiche Anleitungen im Internet bereitgestellt) oder auch bereits fertig und auf Tauglichkeit geprüft erwerben:
- Weidentunnel
- Keramiktunnel
- Hängematten
- Futterkugeln
- Lauframpen
Lauframpen sind auch optimal geeignet, um Stockwerke innerhalb des Stalls miteinander zu verbinden, oder eine Treppe vom Stall in ein Freigehege zu bauen.
Des Weiteren benötigen Sie für die Außenställe außerdem Trinkflasche oder Trinknapf sowie einen Futternapf.
2. Unterschiedliche Modelle
Je nachdem, wieviel Platz Sie für den Kleintierstall haben und wo Sie ihn aufstellen möchten, kommen unterschiedliche Modelle infrage. Sie unterscheiden sich nach folgenden Kriterien:
- Größe der Freifläche
- Anzahl der Stockwerke
- Oben oder an den Seiten zu öffnen
- Materialien
- Ausstattung
- Möglichkeit einer nachträglichen Vergrößerung
Um die Ställe nachträglich vergrößern zu können, wählen Sie ein Modell, das sich aus einzelnen, erweiterbaren Modulen zusammensetzt oder eines, das sich mit etwas handwerklichem Geschick durch Anbau und Integration eines Freigeheges vergrößern lässt.
Kleintierställe für drinnen werden „Käfig“ genannt. „Stall“ meint große Modelle (meist aus Holz) für den Garten.
Einstöckiger Stall
- Für ein einzelnes Nagetier
- Meist mit Öffnungsklappe zum Verriegeln und vergitterter Fensteröffnung
- Oft mit aufklappbarem Flachdach
- Nur als Rückzugsort für ein Freigehege geeignet
- Bietet keinen Auslauf

Doppelstöckiger Stall
- Für ein einzelnes Nagetier
- Meist mit Öffnungsklappe zum Verriegeln und vergitterter Fensteröffnung
- Oft mit aufklappbarem Flachdach
- Stockwerke durch Lauframpen verbunden
- Bestmögliche Ausnutzung des Platzangebots
- Nur als Rückzugsort für ein Freigehege geeignet
- Bietet keinen Auslauf

XXL Stall
- Je nach Größe für mehrere Nagetiere geeignet
- Bietet viele Räume und Versteckmöglichkeiten
- Stockwerke durch Lauframpen verbunden
- Größe reicht als Behausung ohne Freigehege
- Bietet Auslauf
- Braucht viel Platz im Garten

- Als Ergänzung zu einem (kleineren) Stall
- Meist aus Drahtgitter
- Benötigt zusätzliche Versteckmöglichkeiten
- Natürliches Umfeld durch Kontakt mit der Wiese

3. Aufstellungsort und Witterungsbedingungen
Damit sich Hase und Kaninchen wohlfühlen, ist nicht nur die Beschaffenheit des Stalls wichtig, sondern auch die Auswahl des Orts, an dem der Stall aufgestellt wird. Nagetiere leiden nämlich unter:
- Zugluft
- Hitze
- Kälte
- Nässe
Ein schattiger wind- und nässegeschützter Platz ist häufig die Terrasse. Das Aufstellen des Stalls unter einem Dach hat auch den Vorteil, dass das Holz nicht so schnell verwittert.
Oft ist eine Unterbringung im Außenstall im Winter nicht empfehlenswert, Sie müssen einiges beachten, damit Ihr Nager draußen überwintern kann. In der Natur verbringen die Nager die kalten Monate in einem unterirdischen Bau, den sie mit Heu und Fell auspolstern und isolieren. Damit der Außenstall auch bei kalten Temperaturen ein gemütliches Heim bietet, muss er ebenfalls entsprechend gegen Bodenkälte und hereinziehende Umgebungskälte isoliert werden.
- Rückzugsort darf nicht den Boden berühren und muss auf Füßen stehen
- Die Einstreu muss mindestens 12 cm hoch aufgeschüttet werden
- Genügend Heu und Stroh müssen zum Nestbau bereitgestellt sein
- Die Stallwände können doppelwandig mit Styropor und einer weiteren Holzschicht isoliert werden
- Nur erwachsene, gesunde und fitte Tiere dürfen draußen überwintern
4. FAQ
Wie groß sollte ein Kaninchen- oder Hasenstall sein?
Die meisten angebotenen Kleintierställe sind zu klein. Sie können einen kleinen Stall aber durch ein großes Freigehege ergänzen oder Sie entscheiden sich für einen XXL Stall, in dem ein bis zwei Nagetiere ausreichend Platz finden. Schon ein einzelnes Kaninchen benötigt 2 m² Freifläche als Auslauf. In diesem speziellen Kapitel erfahren Sie Genaueres zu optimalen Abmessungen eines Kleintierstalls.
Welches Holz eignet sich für einen Hasen- oder Kaninchenstall?
Verschiedene Holzarten sind geeignet, um daraus einen Kleintierstall zu bauen. Beliebte Holzarten sind günstige Hölzer wie Tannenholz, Fichtenholz oder Kiefernholz. Das Holz muss in jedem Fall lasiert werden, da unbehandeltes Holz den Urin der Tiere aufsaugen und dann unangenehm riechen und Krankheiten begünstigen würde. Außerdem muss die Lasur für Nager geeignet und ungiftig sein, weil diese gern am Holz nagen.
Wie oft muss ich den Hasenstall oder Kaninchenstall saubermachen?
Jede Woche sollte der Kleintierstall gründlich gereinigt werden. Dazu räumen Sie alle Heu und Stroh aus, kehren den Stall aus und tauschen es gegen neue Materialien. Die meisten Nagetiere suchen sich eine Ecke Ihres Stalls aus, um dort zu pinkeln. Diese Ecke sollten Sie jeden Tag kontrollieren und die Urinstellen entfernen.
5. Verwandte Links
6. Quellenhinweise
- https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html






































