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Wissenswertes über Fliesenkleber
Du willst in der Küche oder dem Badezimmer neue Fliesen verlegen und suchst nach dem passenden Fliesenkleber? Hier erfährst du alles, was du über die Klebstoffe für Fliesen wissen musst.
1. Allgemeines
Fliesen zählen zu den praktischsten und pflegeleichtesten Boden- und Wandbelägen. Damit die Platten nach dem Verlegen viele Jahre halten, kommt es auf den geeigneten Klebstoff an. Fliesenkleber lässt sich bei korrekter Anwendung sehr gut auf Wänden und Böden verteilen und sorgt für eine dauerhafte sowie wasserdichte Verbindung zwischen Fliese und Untergrund.
Die verschiedenen Verfahren zum Verlegen von Fliesen unterscheiden sich primär darin, wie dick der Fliesenkleber auf den Untergrund aufgetragen wird. Sind es beim Dünnbettverfahren häufig nur zwei bis sechs Millimeter, kann das Klebebett beim Dickbettverfahren zwischen 15 und 20 Millimeter hoch sein. Prüfe beim Kauf von Fliesenkleber, für welche Verlegeart dieser geeignet ist.
Die Vor- und Nachteile der Verlegearten im Überblick:
Dickbettverlegung
Vorteile
- Unebenheiten können sehr gut ausgeglichen werden.
Nachteile
- großer Zeitaufwand
- hoher Materialbedarf
- mehr Flächengewicht
- bei unsachgemäßer Aufbereitung können Fliesen im Mörtel absinken
Mittelbettverlegung
Vorteile
- Unebenheiten können mittelmäßig bis gut ausgeglichen werden.
- bringt die Vorteile der Dünn- und Dickbettverlegung zusammen
Nachteile
- mittlerer Zeitaufwand
- moderater Materialbedarf
Dünnbettverlegung
Vorteile
- eignet sich für viele Fliesenkleberarten
- ermöglicht eine rasche Arbeitsweise
- geringer Materialbedarf
Nachteile
- Unebenheiten können nicht oder kaum ausgeglichen werden.
Welcher Fliesenkleber für dein Projekt passend ist, hängt davon ab,
- ob er für den Innen- oder Außenbereich genutzt wird,
- welche Fliesenart verlegt wird (es gibt Modelle aus Keramik, Naturstein, Holz oder Porzellan),
- welches Verfahren beim Verlegen der Fliesen zum Einsatz kommt sowie
- auf welchen Untergrund die Fliesen geklebt werden.
Vor dem Kauf solltest du daher genau überlegen, welche Rahmenbedingungen gegeben sind und den Fliesenkleber ausgehend davon auswählen. Informationen zu den zugelassenen Einsatzgebieten des jeweiligen Klebstoffes erhältst du über die Produktbeschreibung.
An fachgerecht verlegten Fliesen kannst du dich Jahre oder sogar Jahrzehnte erfreuen. Für den richtigen Halt sorgt hierbei der Fliesenkleber. [Quelle: Hoda Bogdan – stock.adobe.com]
Fliesenkleber dient nicht nur als Klebemittel, er verhindert zudem, dass Feuchtigkeit durch die Fugen hinter die Fliesen gelangen und dort Schimmel verursachen kann.
Im Folgenden findest du weiterführende Informationen zu den verschiedenen Fliesenkleberarten und deren Einsatzgebieten.
2. Fliesenkleberarten
Klebstoffe für Fliesen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Zementkleber sowie Dispersionskleber. Für welche der beiden Typen du dich entscheiden solltest, hängt von der Art deines Projektes ab. Beide bieten diverse Vorteile.
2.1 Zementkleber
Zementkleber (auch Zementmörtel genannt) galt lange Zeit als der Standardklebstoff für die Fliesenverlegung. Er eignet sich für diverse Untergründe wie
- Estrich,
- Beton,
- Zementputz sowie
- Kalkputz.
Er ist als Pulver erhältlich und muss vor der Verwendung nach den Angaben des Herstellers angerührt werden.
Zementkleber härtet schnell aus. Du solltest daher stets nur kleine Mengen anrühren und diese anschließend zügig verarbeiten.
Zum Anrühren von Zementkleber benötigst du einen Eimer sowie einen Mörtelrührer. Informationen zum Verhältnis von Wasser und Zementklebstoffpulver kannst du der Produktbeschreibung entnehmen.
Zement-Fliesenkleber ist wasser- und frostbeständig und kann daher für den Innen- und Außenbereich genutzt werden. Er eignet sich für alle Fliesengrößen sowie Verlegearten und kann für Böden und Wände genutzt werden.
Zementkleber kann Naturstein und Marmor verfärben. Wenn du Fliesen aus diesen Materialien verlegen willst, solltest du daher auf spezielle Zementmörtel zurückgreifen, die für diesen Einsatzzweck vorgesehen sind. Ob sich ein Produkt hierzu eignet, kannst du der Produktbeschreibung entnehmen.
2.2 Flexkleber
Flexkleber ist eine besondere Art des Zementklebers. Er enthält Kunststoffzusätze und weist daher eine höhere Klebkraft auf als Standard-Zementmörtel auf. Er eignet sich deshalb auch für sehr glatte Flächen wie etwa Keramik.
Flexkleber weist im ausgehärteten Zustand eine hohe Flexibilität auf und kann daher Untergrundspannungen, Schwingungen und sonstige Bewegungen gut ausgleichen. Er kann aus diesem Grund auch auf „arbeitenden Untergründen“ wie Gipskarton oder auf noch nicht vollständig ausgetrocknetem Estrich (mindestens 28 Tage sollte der Estrich vorher trocknen) verwendet werden. Die Gefahr, dass Platten reißen, ist hierbei geringer als bei anderen Klebstoffarten.
Flexkleber ist in der Regel teurer als andere Zementmörtelarten.
2.3 Dispersionskleber
Anders als bei Zementmörtel handelt es sich bei Dispersionskleber um einen wasserlöslichen Klebstoff auf Kunststoffbasis. Er ist beim Kauf bereits gebrauchsfertig, ein Anrühren ist nicht mehr notwendig. Somit sind auch Fehler beim Mischen der Komponenten ausgeschlossen.
Dispersionskleber weist eine höhere Klebkraft als Zementmörtel auf, weshalb er sehr gut für glatte Oberflächen wie Gipskarton oder Hartschaum geeignet ist. Er wird insbesondere für das Verlegen von Fliesen an Wänden genutzt.
Dispersionsklebstoffe erhärten durch Trocknung, sie benötigen daher deutlich länger zum Aushärten als Zementmörtel. Aus diesem Grund sind sie weniger gut für die Verlegung von Bodenfliesen geeignet. Zudem werden sie ausschließlich für das Dünnbettverfahren genutzt.
Dispersionskleber sind in der Regel nicht frostbeständig und sollten daher nur für den Innenbereich genutzt werden.
2.4 Reaktionsharzkleber
Reaktionsharzkleber wird auf Basis von Polyurethanharz oder Epoxidharz hergestellt. In Privathaushalten wird dieser Klebstoff selten verwendet, häufig findet er im gewerblichen Kontext, etwa in Laboren, Großküchen oder Schwimmbädern, Anwendung.
Reaktionsharzkleber härtet innerhalb weniger Stunden aus, weshalb er sich gut für professionelle Fliesenlegearbeiten eignet, bei denen es auf eine schnelle sowie saubere Arbeitsweise ankommt. Er haftet sicher auf glatten und vibrierenden Untergründen und ist wasser- sowie wasserdampfdicht.
Reaktionsharzkleber ist die perfekte Wahl für Nassräume mit anspruchsvollen Umgebungsbedingungen wie Schwimmbäder. [Quelle: uwimages – stock.adobe.com]
3. Tipps zur Anwendung von Fliesenkleber
Bevor du mit dem Fliesenverlegen beginnst, solltest du den Untergrund vorbereiten. Dieser sollte sauber, trocken und möglichst eben sein. Für die Reinigung kannst du einen Staubsauger oder auch einen Bodenreiniger nutzen. Bei Bedarf kann es zudem sinnvoll sein, eine Grundierung aufzutragen. Diese verhindert, dass Reste von altem Boden- oder Wandbelag die Haftfähigkeit des Fliesenklebers einschränken.
Die Menge an Klebstoff solltest du großzügig berechnen, denn er wird beim Verlegen mit einer Kelle oder Zahnspachtel üppig auf den Untergrund aufgetragen. Anschließend werden die Fliesen darauf fixiert.
Arbeitest du mit Fliesenkleber auf Pulverbasis, solltest du stets nur so viel Klebemasse vorbereiten, wie du innerhalb von 30 Minuten verbrauchen kannst.
Weitere Tipps zum Verlegen von Fliesen findest du in folgendem Video:
4. FAQ
Für welchen Fliesenkleber sollte ich mich entscheiden?
Welcher Fliesenkleber der richtige für dein Projekt ist, hängt unter anderem davon ab, ob du die Fliesen im Innen- oder Außenbereich verlegen willst, da nicht jede Kleberart frostbeständig ist. Eine beliebte Option für den Außenbereich ist etwa Zementkleber. Zudem spielt eine Rolle, auf welchen Untergrund die Fliesen geklebt werden. Auf sehr glatten Oberflächen wie etwa Gipskarton kann Dispersionskleber eine gute Wahl sein, da dieser eine besonders hohe Klebewirkung erzielt. Darüber hinaus dürfen bestimmte Fliesenarten wie etwa Produkte aus Naturstein nur mit dafür vorgesehenen Klebstoffen behandelt werden, da sich diese andernfalls verfärben können. Schließlich ist auch die Verlegeart relevant: Möchtest du die Platten im Dickbettverfahren verlegen, eignet sich Zementkleber sehr gut.
Was ist der Unterschied zwischen Zementkleber und Flexkleber?
Streng genommen zählen Flexkleber zu den Zementklebern. Der Unterschied besteht darin, dass Flexkleber Kunststoffzusätze enthalten. Diese sorgen für eine höhere Klebkraft und Flexibilität. Der Klebstoff hält daher auch auf sehr glatten Untergründen und kann Schwingungen oder Stöße besser als andere Klebstoffvarianten ausgleichen. Er ist jedoch häufig kostenintensiver als regulärer Zementkleber.
Gibt es Fliesenkleber, mit dem ich die Fliesen direkt auf Beton verlegen kann?
Fliesen direkt auf Beton zu verlegen, ist problemlos möglich. In der Regel wird für diesen Zweck Zementkleber genutzt. Beachte jedoch, dass der Beton hierzu vollständig ausgetrocknet sein sollte. Dies ist in der Regel nach sechs Monaten der Fall.
Wie lange muss Fliesenkleber trocknen?
In den meisten Fällen sind Fliesen nach dem Verlegen nach drei bis 24 Stunden begehbar. Bis der Klebstoff vollständig ausgehärtet ist, dauert es hingegen sieben bis 28 Tage.






































