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Wissenswertes über Schnittschutzschuhe
1. Sicher arbeiten mit Schnittschutzschuhen
Schnittschutzschuhe sind bei Arbeiten mit der Motorsäge ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung. Anders als reguläre Sicherheitsschuhe verfügen sie neben Stahl- oder Kunststoffkappen zusätzlich über Schnittschutzeinlagen, weshalb sie zuverlässigen Schutz vor Schnittverletzungen bieten. Da sie häufig von Forstwirten getragen werden, sind sie auch unter dem Begriff Forststiefel bekannt.
Bei Arbeiten mit der Motorsäge steht die Sicherheit an erster Stelle: Neben dem passenden Schuhwerk sollten eine Schnittschutzhose, ein Schutzhelm sowie Handschuhe getragen werden. [Quelle: Parilov – stock.adobe.com]
Bei professionellen Arbeiten mit der Kettensäge – etwa in der Forstwirtschaft – ist das Tragen von Schnittschutzschuhen in der Regel Pflicht. Dabei ist darauf zu achten, dass das Schuhwerk der Norm DIN EN ISO 1724 entspricht. Auch für Privatpersonen ist die Nutzung von Schnittschutzschuhen zu empfehlen, um Verletzungen und Unfällen im Umgang mit der Kettensäge vorzubeugen.
2. Kaufaspekte
Um einen optimalen Schutz zu gewährleisten, müssen Schnittschutzschuhe gut sitzen und für den individuellen Einsatzzweck geeignet sein. An folgenden Kaufkriterien erkennst du den perfekten Schuh.
Schnittfestigkeit
Schnittschutzschuhe enthalten spezielle Schnittschutzfasern, die bei Kontakt mit der laufenden Motorsäge die Kette zum Stillstand bringen, bevor das Material durchtrennt ist. Entsprechend der Norm EN ISO 17249 sowie der EG-Richtlinie 89/686/EWG der Kategorie II unterteilt sich der Schnittschutz in folgende Schutzklassen:
- 0 (Kettengeschwindigkeit von max. 16 Meter pro Sekunde)
- 1 (Kettengeschwindigkeit von max. 20 Meter pro Sekunde)
- 2 (Kettengeschwindigkeit von max. 24 Meter pro Sekunde)
- 3 (Kettengeschwindigkeit von max. 28 Meter pro Sekunde)
- 4 (Kettengeschwindigkeit von max. 32 Meter pro Sekunde)
Schnittschutzschuhe müssen der Schutzklasse eins oder höher entsprechen, da gebräuchliche Kettensägen in der Regel eine Geschwindigkeit von mindestens 15 bis 23 Metern pro Sekunde erbringen. Für professionelle Motorsägenführer sind die Klassen drei bis vier zu empfehlen.
Der volle Schnittschutz ist in der Regel nur bei einer auslaufenden Motorsäge gegeben. Nach Kontakt mit dem Schuh sollte also kein Gas mehr gegeben werden.
Siegel
Einen hochwertigen Schnittschutzschuh erkennst du unter anderem an relevanten Siegeln und Zertifikaten. Auf folgende Symbole kannst du beim Kauf achten:
| CE-Kennzeichnung | KWF-Prüfzeichen | SSK-Emblem |
|---|---|---|
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Die CE-Kennzeichnung belegt, dass der Hersteller die laut EU-Vorgaben nötige Sicherheitsprüfung des Produkts durchgeführt hat. Das KWF-Prüfzeichen erhalten Produkte, die den Anforderungen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. an Qualität des Materials und Schnittschutz entsprechen.
Sohle
Neben Schnittschutzklasse und Siegeln ist auch die Sohle ein zentrales Kaufkriterium bei Schnittschutzschuhen. Arbeiten mit der Motorsäge werden häufig in unwegsamem Gelände ausgeführt. Je nach Wetterlage kann der Boden zudem rutschig sein. Schuhwerk mit einer guten Profilsohle sorgt hier für einen stabilen Stand, wodurch Sägearbeiten sicher ausgeführt werden können.
Eine verstärkte Sohle verbessert den Stand und die Trittsicherheit. Zudem sorgt sie für den nötigen Tragekomfort an langen Arbeitstagen.
Schafthöhe
Nicht nur die Sohle, sondern auch die Schafthöhe entscheidet darüber, ob ein Schnittschutzschuh dem Träger ausreichend Stabilität gewährt. Bei Sägearbeiten stellen Stürze ein hohes Sicherheitsrisiko dar, daher sind – insbesondere in alpinem Gelände – Schuhe mit einem mindestens knöchelhohen Schaft zu empfehlen.
Der Schaft des Schnittschutzschuhs sollte mindestens über den unteren Bund der Schnittschutzhose reichen, damit Beine und Knöchel optimal geschützt sind.
Obermaterial
Schnittschutzschuhe werden häufige mehrere Stunden am Stück und bei jedem Wetter getragen. Um ein angenehmes Tragegefühl sowie eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten, sollten die Schuhe daher wasserdicht, abriebfest und atmungsaktiv sein. Möchtest du sie an kalten Tagen tragen, solltest du zudem auf eine ausreichende Fütterung achten.
Empfehlenswert sind Modelle aus robustem Leder oder hochwertiger GORE-TEX-Membran. Diese ist dauerhaft wasserdicht, windabweisend und gleichzeitig atmungsaktiv.
Bei Bedarf kannst du zudem auf Schnittschutz-Gummistiefel zurückgreifen.
Gut geschützt durch Schlamm und Matsch mit Schnittschutz-Gummistiefeln
3. Bekannte Hersteller
Diese Hersteller stehen für Schnittschutzschuhe in ausgezeichneter Qualität:
4. FAQ
Was ist das Besondere an Schnittschutzschuhen?
Schnittschutzschuhe sind mit speziellen Schnittschutzeinlagen ausgestattet, welche bei Kontakt mit der laufenden Motorsäge die Kette blockieren und den Träger auf diese Weise vor Schnittverletzungen schützen.
Wie lange darf man Schnittschutzschuhe tragen?
Schnittschutzschuhe sollten bei Dauereinsatz im professionellen Bereich nach etwa einem Jahr gegen ein neues Paar getauscht werden. Trägst du die Schuhe hingegen nur gelegentlich und pflegst sie gut, kannst du auch drei bis fünf Jahre Freude an ihnen haben.
Welche Klassen haben Schnittschutzschuhe?
Schnittschutzschuhe sind in fünf Schutzklassen (0-4) unterteilt, wobei erst ab Klasse eins von einer ausreichenden Schutzwirkung auszugehen ist.





































