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Welches Kissen hilft bei Nackenschmerzen und Verspannungen?
Wir verraten dir, wie du das richtige Kissen findest, um deinen Nacken, deine Schultern und deinen Kopf beim Schlafen zu entlasten.
Bei der Auswahl eines Kissens gegen Nackenschmerzen spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle, um eine effektive Linderung zu erzielen.
- Kissenform und -höhe: Ein ergonomisch geformtes längliches Kissen, das den Nacken gut stützt, kann Verspannungen mindern.
- Material: Memory-Schaumstoffe passen sich der Kopfform an und bieten eine gute Unterstützung, während Latexkissen atmungsaktiv sind und sich gut für Allergiker eignen. Daunenkissen bieten hohen Komfort, jedoch weniger Unterstützung.
- Personalisierung: Einige Kissen sind individuell anpassbar und können in der Höhe verstellt werden.
- Schlafposition: Die Form und Höhe des Kissens sollte anhand der Schlafposition bestimmt werden. Hier gilt in den meisten Fällen: Je flacher, desto besser – vor allem in der Bauchlage.
- Ziel: Mit dem richtigen Kissen sollte die Wirbelsäule so geradlinig wie möglich verlaufen. Der Kopf sollte weder zu hoch noch zu flach aufliegen.
- Ärztliche Rücksprache: Bei starken Beschwerden und Schmerzen sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden, der bei der Wahl des richtigen Kissens individuell unterstützen kann. Ein gut ausgewähltes Kissen kann wesentlich zu einem erholsamen Schlaf beitragen und Nackenschmerzen vorbeugen oder lindern.
1. Größe und Form von Nackenkissen
Nackenverspannungen sind nicht nur unangenehm und schmerzhaft, sondern können auch bleibende Schäden verursachen. Die Ursachen liegen dabei oft im Alltag und der modernen Arbeitswelt: ob langes Sitzen im Büro, regelmäßiger Stress oder eine schlechte Körperhaltung inklusive Geierhals – all diese Faktoren führen zu Muskelverspannungen und können Probleme und Schmerzen im Schulter-, Nacken- sowie Kopfbereich auslösen. Deshalb ist es umso wichtiger, starren und einseitigen Bewegungen im Schlaf entgegenzuwirken, sodass sich dein Körper ausruhen und regenerieren kann.
Nackenschmerzen beeinflussen nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern können auch viele andere Symptome auslösen. [Quelle: eddows – stock.adobe.com]
Viele Menschen haben jedoch nicht nur eine viel zu weiche Matratze, sondern auch ein ungeeignetes Kopfkissen, das die Verspannungen oft verschlimmert, statt sie zu lösen. Ein klassisches Beispiel bildet hier das typische Kissen in den Maßen 80x80 Zentimetern, das sich in der Regel nicht für Personen mit Nackenproblemen eignet. Denn dieses sorgt aufgrund seiner Größe dafür, dass sowohl dein Kopf als auch deine Schultern erhöht auf dem Kissen liegen, wodurch die Halswirbelsäule in eine krumme Position gerät.
Damit sich deine Verspannungen lösen, empfiehlt sich deshalb kein quadratisches Kissen, sondern ein längliches, ergonomisch geformtes Kopfkissen mit einer Abmessung von beispielsweise 50x30 Zentimetern oder Kissen in den Maßen 40x80 Zentimeter. Durch die rechteckige Form kann dein Kopf auf dem Kissen liegen und deine Schultern positionieren sich automatisch auf der Matratze, wodurch eine möglichst gerade Liegeposition geschaffen wird. Das sorgt nicht nur für eine Entlastung der Wirbelsäule, sondern auch langfristig für einen erholsamen Schlaf.
Ein längliches Kissen bietet optimalen Halt für deinen Kopf und entlastet die Schultern. [Quelle: Екатерина Чумаченко – stock.adobe.com, generiert mit KI]
2. Modelle und Materialien
Ergonomisch geformte Kissen gegen Nackenschmerzen bestehen in der Regel aus synthetischen Schaumstoffen oder aus Naturmaterialien. Beide Materialvarianten bieten diverse Vor- und Nachteile: Während natürliche Stoffe und Füllungen in der Regel frei von Chemikalien sind und atmungsaktive sowie hypoallergene Eigenschaften aufweisen, gelten Nackenstützkissen aus Schaumstoff als besonders unterstützend und langlebig.
Feder- oder Daunenkissen eignen sich weniger für Menschen mit Nackenproblemen, da diese oft zu weich oder groß sind und nicht formstabil bleiben.
Verschiedene Nackenkissen auf einen Blick:
- Memory-Schaum-Kissen werden häufig bei Nackenbeschwerden eingesetzt. Dank des flexiblen Schaumstoffs passen sie sich individuell an den Kopf und Hals der Person an und unterstützen so eine gerade Haltung. Nach ihrem Gebrauch dehnt sich der Memory Schaum wieder aus und das Kissen erlangt seine Ursprungsform zurück.
- Latexschaumkissen weisen ähnliche Eigenschaften auf wie Kissen aus Polyurethanschaum oder Memory Foam und gelten als haltbar und langlebig. Manche Modelle sind in der Mitte weicher und am Rand fester, wodurch der Nacken gestützt wird und der Kopf einsinken kann. Modelle aus Naturlatex sind zudem atmungsaktiv und verhindern die Entwicklung von Milben.
- Kissen aus Mikrofaser oder Polyester-Kissen bieten eine leichte Unterstützung, sind oft atmungsaktiv und maschinenwaschbar.
- Wasserkopfkissen sind mit Wasser gefüllt und passen sich der Nackenform an, wodurch Druckpunkte reduziert werden. Sie sind oft schwer und können bei Bewegungen Geräusche verursachen. Darüber hinaus haben sie eine kühlende Funktion, was positiv ist, da Kissen mit Kühlfunktion Linderung bei Nackenproblemen verschaffen können.
- Nackenrollen werden unter den Nacken gelegt, sodass der Kopf auf der Matratze liegt, während der Nacken gestützt wird. Nackenrollen können zur Entspannung beitragen, jedoch auch zu Überstreckungen führen, wodurch Verspannungen gefördert werden können.
- Buchweizenkissen sind mit Buchweizenschalen gefüllt und passen sich der Kopfform an. Sie gleichen Temperaturunterschiede und Feuchtigkeit aus, können jedoch beim Bewegen Geräusche erzeugen. Neben Kissen mit Buchweizenfüllung gibt es beispielsweise auch Nackenkissen mit Dinkel-, Kirschkern- oder Hirsefüllung.
- Seitenschläferkissen sind extra lange Kissen, bei denen ein Ende als Kopfunterlage verwendet wird und das andere mit den Beinen eingeklemmt werden kann. Kissen für Seitenschläfer können höhenverstellbar sein und zusätzlich die Hüfte entlasten sowie Druckpunkte an Beinen und Knien verhindern.
- Kissen aus Baumwolle oder Bambus sind atmungsaktiv und weisen allergikerfreundliche Eigenschaften auf. Deshalb eignen sie sich in der Regel auch gut für Personen mit empfindlicher Haut.
Memory-Schaum-Kissen passen sich der Körperform an. [Quelle: Zarina Lukash – stock.adobe.com]
Orthopädische Nackenkissen zeichnen sich durch ihre ergonomische Form aus. Diese wirkt je nach Modell an verschiedenen Stellen unterstützend, wodurch die Halswirbelsäule entlastet wird. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte Zervikal-Kissen aus Memory Schaum.
3. Schlafposition
Entscheidend bei der Wahl des richtigen Nackenkissens ist in erster Linie deine Liegeposition, die in Seitenlage, Rückenlage oder Bauchlage eingeteilt werden kann:
Seitenschläfer
Die Seitenschläfer-Position ist gesellschaftlich am weitesten verbreitet und ähnelt der Embryonalstellung. Personen, die in der Regel auf der Seite liegen, können ein höhenverstellbares Seitenschläferkissen nutzen, das zusätzliche Entlastung für die Wirbelsäule und Knie bietet.
Rückenschläfer
Bei Verspannungen ist die Rückenlage in der Regel am besten, da die Schwerkraft vertikal auf deinen Körper wirkt und so gegen die Alltagsbewegungen steuert. Schläfst du überwiegend auf dem Rücken, empfiehlt sich zum Beispiel ein Nackenstützkissen mit Einbuchtung, in der dein Kopf einsinken kann.
Bauchschläfer
Wer auf dem Bauch schläft, sollte am besten ganz ohne Kissen schlafen oder ein so niedriges Kissen wie möglich wählen. Damit der Körper beim Liegen nicht zu sehr einsinkt und sich die Wirbelsäule biegt, sollten Bauchschläfer auch auf eine härtere Matratze zurückgreifen.
Achte bei der Wahl deines Kissens darauf, dass dein Kopf nicht zu hoch oder zu tief liegt, damit deine Wirbelsäule auch wirklich gerade positioniert ist und du nicht aus Versehen in eine Schonhaltung gerätst. Denn diese mag zwar im ersten Moment deine Symptome lindern, kann aber langfristig zu Schäden sowie Verschlimmerung der Verspannungen und Schmerzen führen.
Beim Schlafen sollte deine Wirbelsäule so gerade wie möglich sein. [Quelle: TA design- stock.adobe.com]
Kissen nach Liegeposition:
4. Tipps: So findest du das richtige Nackenkissen
Da man bei der Wahl des richtigen Nackenkissens viel falsch machen kann, haben wir hier noch einmal wichtige Punkte für dich zusammengefasst:
- Dein Kissen sollte generell so flach wie möglich sein, um deine Schmerzen oder deren Ursache nicht zu verschlimmern.
- Wähle eine rechteckige, längliche Kissenform, damit deine Schultern auf der Matratze liegen.
- Beachte beim Kissenkauf deine Schlafposition und frage dich, mit welchem Kissen deine Wirbelsäule im Liegen auf einer geraden Linie verläuft.
- Kissen werden nur genutzt, wenn diese auch gemütlich sind. Suche dir deshalb ein Kissen aus, auf dem du bequem liegen kannst und mit dessen Härtegrad du dich wohlfühlst.
- Alle Körper sind anders. Damit du deine Wirbel nicht überstreckst oder abknickst, sollte sich dein Kissen individuell an deine Körperform anpassen können.
- Frage dich, ob du empfindlich gegenüber Geräuschen bist, da manche Modelle wie Naturkissen bei Bewegungen rascheln können.
Hast du schon längere Zeit Probleme, Schmerzen oder leidest unter einer Allergie beziehungsweise sensibler Haut, solltest du in jedem Fall mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Diese können dich bei der Wahl des richtigen Kissens unterstützen.
Weitere Infos über die richtige Kissengröße oder die passende Kopfkissenfüllung findest du hier.