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Pfostenträger und Bodenhülsen
Bodenhülsen und Pfostenanker sind verlässliche Hilfsmittel, wenn du beispielsweise Pfosten oder Balken im Boden verankern willst. Was die Unterschiede sind und worauf du bei der Auswahl achten solltest, zeigen wir dir in diesem Ratgeber.
1. Verwendungszweck
Ob du dich für eine Bodenhülse oder für einen Pfostenanker entscheiden solltest, ist vom Verwendungszweck abhängig. Die beiden Bezeichnungen werden oft nicht trennscharf verwendet, und doch gibt es Unterschiede, die du kennen solltest:
Bodenhülsen
Entscheide dich für eine Bodenhülse, wenn die Befestigung im Boden keine grundlegend statische Funktion übernimmt, und die Verankerung nur vergleichsweise wenig Gewicht tragen muss.
Verwendungsbeispiele: Verankerung von Zeltpavillons oder Sonnenschirmen
Aufschraubbodenhülse
Pfostenanker
Pfostenanker sorgen für eine zuverlässige Statik bei Konstruktionen. Sie werden entweder in ein Betonfundament eingelassen oder mit einem bereits vorhandenen Fundament verschraubt. Pfostenanker verschraubst oder verleimst du mit dem Pfosten. Dies hat den Vorteil, dass die Holzpfosten nicht mit dem Erdreich in Kontakt kommen, sondern nur der Pfostenanker, der den Pfosten trägt. Holz, welches auf Dauer Feuchtigkeit ausgesetzt ist, fault und wird instabil. Deswegen solltest du Holzpfosten mit genug Spielraum zum Boden mit einem Pfostenanker montieren.
Verwendungsbeispiele: Verankerung von Carports, Vordächern oder Terrassenkonstruktionen
Höhenverstellbarer Pfostenanker zum Aufschrauben
2. Varianten bei Pfostenankern und Bodenhülsen
Für die Wahl des passenden Pfostenankers oder der richtigen Bodenhülse ist entscheidend, was du genau montieren willst. Ausgehend von der Verwendung solltest du dir Gedanken machen, welche Bauweise und welches Material für deine Zwecke am besten geeignet sind.
2.1 Verankerungsarten
Die wichtigste Überlegung bei der Bauweise betrifft die Art und Weise, wie du den Pfostenträger oder die Bodenhülse mit dem Untergrund verbindest. Hier hast du verschiedene Möglichkeiten:
- Einschlagbodenhülsen: Diese Modelle zeichnen sich durch einen langen Dorn aus, den du in den Boden einschlägst. Damit du die Hülse beim Einschlagen nicht beschädigst, kannst du mit einer sogenannten Einschlaghilfe aus Kunststoff arbeiten, die du einfach über den Hülsenkopf stülpst. Einige Bodenhülsen weisen am Dorn ein Schraubenprofil auf, sodass du sie in den Boden eindrehen kannst. Einschlagbodenhülsen sind nur für sogenannte gewachsene Böden geeignet, also Untergründe, die sich durch Witterung und Ablagerungen natürlich entwickelt haben. Zudem sollten sie fest und seit etwa zehn Jahren unberührt sein, also beispielsweise in dieser Zeitspanne nicht umgegraben worden sein, damit die Bodenhülse ausreichend Halt hat.
- Pfostenanker zum Aufschrauben: Diese Modelle verfügen über Bohrlöcher in der Bodenplatte, sodass du sie mit Dübeln mit dem Untergrund verschrauben kannst. Wichtig ist hierbei, dass sowohl die Dübel als auch die Schrauben speziell für diesen Zweck geeignet sind. Außerdem musst du dafür sorgen, dass die Schraubverbindungen frostsicher sind: Hierzu dichtest du die Bohrlöcher im Fundament mit Fugen- oder Bitumendichtmasse ab, bevor du die Schrauben eindrehst. Andernfalls sammelt sich Wasser in den Löchern, was bei starkem Frost dazu führen kann, dass das Fundament beschädigt wird (Frostsprengung).
- Pfostenträger zum Einbetonieren: Soll der Pfostenträger ein hohes Gewicht tragen, so ist es ratsam, ihn einzubetonieren. Beachte hierbei, dass der Träger für den Balken nicht zu weit aus dem Betonfundament herausragt. Empfehlenswert sind hierbei etwa maximal fünf Zentimeter, andernfalls leidet die Tragfähigkeit.
2.1 Halterungsformen
Eine weitere wichtige Eigenschaft von Pfostenankern besteht darin, wie der Pfosten mit dem Anker verbunden wird. Hier werden mehrere Varianten unterschieden:
Sichtbare Verbindung von Anker und Pfosten
Pfostenträger in der U-, H- und der L-Form werden für eine sichtbare Verbindung von Pfosten und Halterung genutzt. Der Pfosten wird dabei seitlich an der Halterung verschraubt. Der Vorteil bei dieser Art der Verbindung ist die hohe Stabilität.
Von links nach rechts: U-, H- und L-Anker.
H-Anker werden tief im Boden verankert, verhindern den direkten Kontakt des Pfostens mit dem Boden und sorgen für hohe Stabilität.
Unsichtbare Verbindung von Anker und Pfosten
Von einer unsichtbaren Verbindung spricht man, wenn du die Verankerung direkt in den Balken einlassen kannst und sie von außen nicht oder kaum sichtbar ist. Dazu wird der Balken von unten geschlitzt oder gebohrt, danach auf den Anker gesetzt und in der Regel mit diesem verleimt oder verschraubt. Darüber hinaus gibt es Pfostenanker, die am oberen Ende nur eine Platte aufweisen, auf die der Balken gesetzt und von unten damit verschraubt wird. Diese Form der unsichtbaren Verbindung ist jedoch vergleichsweise instabil und wird im Außenbereich und bei der Montage von schweren Balken nur selten eingesetzt.
„Unsichtbarer“ Pfostenanker für einen geschlitzten Pfosten.
Größtmögliche Flexibilität hast du mit Pfostenankern und Bodenhülsen, die in der Höhe und auch in der Breite verstellbar sind. Das ist vor allem bei der zuverlässigen Verankerung von Balken wichtig, die ein spezielles Zwischenmaß aufweisen.
Bei der Montage solltest du dir überlegen, in welcher Richtung horizontal die stärksten Kräfte wirken werden: Beispielsweise werden bei einem Zaun die Front- und Rückseite die größte Angriffsfläche für Wind bieten. Wichtig ist, dass die Haltelaschen des Ankers für die Verschraubung des Holzbalkens in diesem Fall entsprechend in die Richtung von Zaunvorder- und Rückseite zeigen, da so die Stabilität erhöht wird.
3. Material
Für die Langlebigkeit von Konstruktionen ist das Material der Pfostenanker und Bodenhülsen entscheidend. Damit du die richtige Entscheidung triffst, solltest du dir überlegen, welche Witterungsverhältnisse an dem Ort vorherrschen, an dem du einen Pfostenanker oder eine Bodenhülse nutzen willst:
- Rostfreier Edelstahl ist eine gute Wahl in Umgebungen, in denen mit vergleichsweise hoher Feuchtigkeit und somit Rostbildung zu rechnen ist.
- Soll der Pfostenanker hingegen auch vor anderen Einwirkungen außer Rost geschützt sein (beispielsweise Korrosionserscheinungen wie Lochfraß), so ist ein feuerverzinktes Modell empfehlenswert. Durch die Feuerverzinkung können Einwirkungen durch extreme Temperaturen wie Frost dem Anker nichts anhaben.
4. FAQ
Welche Pfostenträger gibt es?
Gängige Formen von Pfostenträgern sind beispielsweise sogenannte U-, H- oder L-Anker. Holzbalken werden mit diesen Trägern verschraubt, die Träger selbst werden entweder mit dem Untergrund verschraubt oder in ein Betonfundament eingelassen.
Wie tief sollte ein Pfostenträger einbetoniert werden?
Beim Betonieren von Pfostenträgern solltest du ein Fundament wählen, das mindestens 80 Zentimeter tief ist, da der Boden in dieser Tiefe keinen Bodenfrost mehr aufweist. So wird verhindert, dass Wasser unter dem Fundament gefrieren und das Fundament nach oben drücken kann. In höheren Lagen kann diese Frostgrenze auf bis zu 1,5 Meter Tiefe ansteigen.
Aus welchem Material sollte ein Pfostenanker bestehen?
Wichtig ist vor allem, dass der Bodenanker widerstandsfähig gegenüber Rost ist, da die Bodennähe dazu führt, dass der Träger ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt ist (beispielsweise durch Tau). Rostfreier Edelstahl eignet sich deswegen besonders gut als Material. Feuerverzinkte Pfostenträger bieten darüber hinaus Schutz vor Korrosionserscheinungen wie beispielsweise Lochfraß.










































