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Kompressionsstrümpfe: Entlastung für Venen- und Lymphsystem
1. Funktionen von Kompressionsstrümpfen
Kompressionsstrümpfe können die Blutzirkulation in den Beinen durch einen gezielten Druckverlauf fördern und so Venenleiden lindern. Dabei wird der höchste Druck im Knöchelbereich ausgeübt und nimmt nach oben hin ab. Durch den Druck auf die Venen werden diese gestützt und die Muskelpumpen in den Waden aktiviert, was wiederum den Blutfluss verbessert. Zudem können Kompressionsstrümpfe dazu beitragen, Schwellungen, Müdigkeit und Schmerzen in den Beinen zu reduzieren.
Kompressionsstrümpfe unterstützen die Muskeln beim Sport. [Quelle: sports photos – stock.adobe.com]
2. Welche Kompressionsstrümpfe gibt es?
Ob Kompressionsstrümpfe für Schwangere und Sportler, für den Einsatz im Krankenhaus oder auf langen Reisen: Kompressionssocken sind in verschiedenen Varianten und Stärkegraden erhältlich. In der Regel wird zwischen drei Hauptkategorien unterschieden:
Medizinische Kompressionsstrümpfe haben eine hohe Druckkraft. Sie werden nach ärztlicher Verschreibung getragen und sind speziell für die Behandlung von Krampfadern oder anderen Venenerkrankungen konzipiert. Kompressionsstrümpfe empfehlen sich auch in der Schwangerschaft, um die Venen zu entlasten und dem Thromboserisiko entgegenzuwirken.
Sportkompressionsstrümpfe sind besonders für Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren hilfreich. Sie unterstützen die Muskeln während des Trainings, fördern die Durchblutung und können so den Regenerationsprozess beschleunigen.
Stützstrümpfe eignen sich für Personen mit berufsbedingtem Bewegungsmangel oder bei langem Sitzen auf Flugreisen. Sie haben nur eine geringe Druckkraft und sind nicht darauf ausgelegt, spezifische medizinische Probleme zu behandeln. Vielmehr dienen sie dazu, die Beine im Alltag zu entlasten und Ermüdungserscheinungen vorzubeugen.
Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Längen und Ausführungen.
Zu den medizinischen Kompressionsstrümpfen zählen auch Thrombosestrümpfe, die jedoch einen geringeren Druck ausüben als klassische Kompressionssocken. Thrombosestrümpfe kommen vorrangig im Krankenhaus nach langen Operationen und in Pflegeeinrichtungen zum Einsatz.
3. Wichtige Merkmale für den Kauf
Damit Kompressionsstrümpfe angenehm zu tragen sind und ihre Wirkung optimal entfalten können, solltest du beim Kauf auf folgende Kriterien achten:
Kompressionsstrümpfe sind in regulären Sockengrößen von 35 bis 49 oder in den Größen S bis XXL erhältlich. Zudem gibt es spezielle Übergrößenprodukte mit einem extra breiten Wadendesign. Wenn du bei der Passform auf Nummer sicher gehen möchtest, miss am besten immer deinen Wadenumfang. Dieser ist bei vielen Produkten zusätzlich angegeben.
Medizinische Kompressionsstrümpfe bestehen aus vier Kompressionsklassen. Die unterschiedlichen Druckstufen werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Klasse 1 entspricht mit 18 bis 21 mmHg einer leichten Kompressionsstärke, während sich Klasse 4 mit 49 mmHg und höher durch eine sehr starke Kompression auszeichnet. Ist die Klasse nicht angegeben, kannst du dich an der Stützkraft orientieren: Strümpfe ab 60 Dernier (DEN) haben eine starke Kompressionswirkung.
Man unterscheidet bei medizinischen Kompressionsstrümpfen zwischen einer Flachstrick- und einer Rundstricktechnik. Flachstrick-Kompressionen empfehlen sich bei der Behandlung von Lymphödemen und Lipödemen, während rundgestrickte Kompressionsstrümpfe für venöse Beschwerden geeignet sind.
Ob Kompressionssocken, -kniestrümpfe oder -strumpfhosen: Dir stehen verschiedene Längen zur Wahl. Je höher der Strumpf reicht, je größer ist die Kompressionswirkung auf das Bein. Modelle mit offenem Zehenbereich bieten zusätzlichen Komfort, da weniger Reibestellen auftreten können und die Zehen besser belüftet sind.
Obwohl die Farbe nicht unmittelbar mit der Wirkung von Kompressionsstrümpfen zusammenhängt, ist sie für viele Menschen ein wichtiger Faktor. Wie normale Socken sind auch Kompressionsstrümpfe in zahlreichen Farben und Mustern erhältlich. Beigefarbene Modelle sind am unauffälligsten und lassen sich gut zu Röcken, Kleidern oder Shorts tragen. Kompressionsstrümpfe in auffälligeren Farben sind besonders zu Sportbekleidung ein gutes Match.
Für die Wahl der passenden Größe ist der Wadenumfang entscheidend. [Quelle: klick61 – stock.adobe.com]
Bei Anziehhilfen handelt es sich in der Regel um eine Art Sack, der über den Fuß gezogen wird. Er besteht aus einem gleitfähigen Material, das die Reibung zwischen Haut und Kompressionsbekleidung reduziert, sodass sich die Kompressionsstrümpfe leichter anziehen lassen.
4. FAQ
Wann und wie lange sollte man Kompressionsstrümpfe tragen?
Die empfohlene Tragedauer von Kompressionsstrümpfen variiert je nach individuellen Bedürfnissen und ärztlicher Empfehlung. In der Regel sollten die Strümpfe jedoch nur über Tag bzw. bei entsprechender Belastung getragen werden.
Wie zieht man Kompressionsstrümpfe an?
Um Kompressionsstrümpfe anzuziehen, rolle den Strumpf bis zur Ferse, setze den Fuß hinein und ziehe den Strumpf langsam über das Bein. Stelle sicher, dass der Strumpf gleichmäßig sitzt, ohne Falten oder Drehungen, und achte darauf, dass die Ferse und der Zehenbereich richtig positioniert sind. Anziehhilfen bieten zusätzliche Unterstützung.
Kann man Kompressionsstrümpfe ohne Rezept kaufen?
Kompressionsstrümpfe können sowohl in Apotheken und Sanitätshäusern als auch im normalen Handel rezeptfrei erworben werden. Allerdings sollte bei schweren venösen Erkrankungen vor der Anschaffung immer ärztlicher Rat eingeholt werden, um die geeignete Druckklasse und Größe zu bestimmen.




































































