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Der Smart Home-Hub: Was ist das und was bringt er?
Ein Smart Home-Hub ist die zentrale Steuerungseinheit eines Smart Homes. Wir erklären seine Funktionen, Bedeutung und helfen dir, das passende Modell für deine Bedürfnisse zu finden.
1. Aufgabe und Funktionen von Smart Home-Hubs
Smart Home-Hubs werden auch als
- Bridge,
- Basisstation,
- Zentrale oder
- Gateway
bezeichnet und stellen die Steuerzentrale eines Smart Homes dar. Mit einem Hub wird die Verbindung zwischen dem jeweiligen Endgerät (beispielsweise Thermostat, Lampe, Kamera oder Türklingel) und dem Steuerungsgerät (Smartphone, Tablet, Computer) hergestellt. Dazu verfügen die unterschiedlichen Systeme über verschiedene Funkstandards beziehungsweise Protokolle wie
- ZigBee,
- Z-Wave oder
- EnOcean.
Darüber hinaus ermöglichen Smart Home-Hubs, dass die verbundenen smarten Geräte miteinander kommunizieren oder interagieren. Auf diese Weise kannst du Automationen (sogenannte Szenarien oder Routinen) programmieren und abspeichern: Lege zum Beispiel fest, dass die Heiztemperatur automatisch herabgesenkt wird, wenn alle Lichter ausgeschaltet sind.
Mit Smart Hubs lassen sich unterschiedliche smarte Geräte verbinden und steuern.
Hinweis: Einige Smart Home-Geräte kommen ohne Hub aus und lassen sich beispielsweise per Bluetooth direkt per Handy, Tablet oder Computer steuern. Diese Art von Komponenten wird als Gadget bezeichnet.
Der Einsatz eines Hubs bietet weitere Vorteile:
- Maximaler Komfort
Sofern all deine Smart Home-Geräte denselben Funkstandard nutzen und mit einem einzigen Hub kompatibel sind, so benötigst du zur Steuerung deines gesamten Smart Homes lediglich eine App. Das spart nicht nur Speicherplatz auf deinem Smartphone, sondern sorgt auch dafür, dass du hinsichtlich Routinen und anderen Funktionen die meisten Möglichkeiten hast. - Geringerer Stromverbrauch
Einen weiteren Pluspunkt des Einsatzes eines Smart Home-Hubs stellt der geringere Energieverbrauch dar: Einige Smart Home-Geräte lassen sich direkt vom Smartphone oder Tablet aus steuern. Die Verbindung wird dabei per WLAN hergestellt. Das WLAN-Signal benötigt jedoch mehr Strom als die anderen Funkstandards, sodass sich diese Verbindungsart lediglich bei Smart Home-Geräten mit ständiger Energieversorgung, wie zum Beispiel smarten Lampen, anbietet. Smarte Thermostate werden hingegen per Batterie betrieben, weshalb sich bei diesen der Einsatz eines Hubs mit anderem Protokoll besser eignet.
Ein solches System, das auch als modularer Smart Home-Hub oder flexibler Hub bezeichnet wird, besteht aus mehreren Bausteinen, die sich beliebig miteinander kombinieren lassen. Dabei beherrscht jede Komponente einen eigenen Funkstandard. So ist der zusammengesetzte Hub in der Lage, über mehrere Protokolle zu kommunizieren und du kannst entsprechend verschiedene Geräte zentral mit nur einem modular zusammengestellten Gateway betreiben.
Ein Beispiel für ein solches System ist „homee“, bei dem das sogenannte Brain die Zentrale darstellt, die mit einzelnen Cubes ergänzt und ausgebaut wird. Jeder Cube unterstützt dabei einen bestimmten Funkstandard.
Hinweis: Auch bei diesen Hubs gilt, dass die jeweiligen Smart Home-Geräte mit der gewählten Zentrale kompatibel sein müssen. Die alleinige Unterstützung des Protokolls reicht nicht aus.
2. Unterschiedliche Arten
Bei der Einteilung von Smart Home-Hubs lässt sich zunächst zwischen zwei Typen unterscheiden: herstellereigenen Hubs und herstellerunabhängigen Hubs.
Herstellereigene Hubs dienen in der Regel dazu, ausgewählte Geräte zu steuern, die dem eigenen Portfolio entstammen. Herstellerunabhängige Hubs sind hingegen flexibler und können mit den Produkten mehrerer Hersteller kommunizieren. Dazu sind sie mit weit verbreiteten Funkstandards ausgestattet, sodass sie eine hohe Kompatibilität bieten.
Homematic Smart Hub
Neben diesen beiden klassischen Smart Home-Hubs gibt es noch weitere Arten von Gateways, aus denen du wählen kannst:
- Router als Hub: Einige Router können ebenfalls als Smart Home-Basisstation dienen. Dabei wird entweder das WLAN-Signal oder DECT beziehungsweise DECT-ULE (wird beispielsweise von schnurlosen Telefonen verwendet) als Funkprotokoll eingesetzt. DECT und DECT-ULE sind dabei stromsparender und belasten nicht das WLAN-Netz. Der Vorteil des Einsatzes eines Routers besteht insbesondere darin, dass du kein zusätzliches Gerät benötigst. Allerdings kann der Funktionsumfang eingeschränkt sein.
Einige Router lassen sich mittels USB-Stick mit Funkstandards wie ZigBee oder Homematic IP nachrüsten. Somit können auch konventionelle Router als Hub genutzt werden.
- Flexible Hubs: Viele Zentralen unterstützen lediglich einen einzigen Funkstandard, wodurch du bei der Wahl deiner Smart Home-Geräte deutlich eingeschränkt wirst. Flexible Hubs sind hingegen mit mehreren Protokollen ausgestattet oder ermöglichen das Erweitern je nach Bedarf. Achte jedoch auch hierbei darauf, dass ein flexibler Hub nicht zwangsläufig alle von dir genutzten Funkstandards bietet oder Geräte – obwohl sie das gleiche Funknetz nutzen – gegebenenfalls dennoch nicht mit dem Hub zusammenarbeiten.
- Hybrid-Hubs: Teilweise werden auch Smart Speaker wie Amazon Echo (Alexa), Google Home beziehungsweise Google Nest und Apple HomePod als Smart Home-Hub bezeichnet. Tatsächlich bieten diese jedoch lediglich die Funktion der Sprachsteuerung und nur einige Modelle sind mit einem integrierten Hub (zum Beispiel einer ZigBee-Basisstation) ausgestattet. Allerdings gilt auch hierbei, dass sich alle Funktionen der Smart Home-Geräte nur mit dem Original-Hub des jeweiligen Herstellers nutzen lassen.
Hinweis: Einige Hubs sind auf spezielle Bereiche (Beleuchtung, Sicherheitstechnik, Energie und Wärme etc.) ausgelegt. Dementsprechend lassen sich mit ihnen nur Smart Home-Geräte der jeweiligen Kategorie steuern.
3. Wichtige Kaufkriterien
Damit du bei deinem Kauf die richtige Entscheidung triffst, haben wir im Folgenden die wichtigsten Aspekte für die Wahl einer Smart Home-Zentrale für dich zusammengefasst. Somit stellst du sicher, dass der Hub all deine Anforderungen erfüllt und sich wie gewünscht einsetzen lässt.
3.1 Kompatibilität & Standards
Damit du deine smarten Geräte mit dem Hub nutzen kannst, ist es essenziell, darauf zu achten,
- welches Protokoll/welche Protokolle bzw. Funkstandards die Bridge unterstützt und
- ob sie im Einzelnen mit jedem der Geräte kompatibel ist.
Beim zweiten Punkt spielt beispielsweise auch das Betriebssystem deines Smartphones eine Rolle, da nicht alle Gateways Android und iOS unterstützen. Zudem gibt es zum Beispiel auch Basisstationen, die zwar mit ZigBee ausgestattet, jedoch lediglich auf die Steuerung smarter Beleuchtung ausgelegt sind und entsprechend nur Lampen und Leuchten unterstützen.
Darüber hinaus kann die Zahl der gleichzeitig mit einer Bridge nutzbaren Geräte variieren. Prüfe entsprechend, wie viele smarte Produkte du aktuell und gegebenenfalls in Zukunft verwenden willst und ob der gewählte Hub die nötige Anzahl unterstützt.
3.2 Sprachsteuerung
Ein weiterer wichtiger Punkt, der den gebotenen Komfort maßgeblich beeinflusst, ist die Verfügbarkeit beziehungsweise Möglichkeit der Sprachsteuerung: Achte daher entsprechend darauf, ob der gewählte Smart Home-Hub mit Smart Speakern kompatibel ist. Viele Geräte unterstützen gleich mehrere Sprachassistenten, wie beispielsweise:
- Alexa (Amazon Echo)
- Google Assistant (Google Home, Google Nest, Android)
- Siri (Apple HomePod, iOS)
Viele Smart Home Hubs sind mit Sprachassistenten kompatibel [Quelle: iStock.com/gabort71]
3.3 App
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, vorab einen Blick auf die zugehörige App zu werfen: Welche Funktionen bietet die Steuerungssoftware? Ist die Bedienung einfach und intuitiv gestaltet? Fehlen eventuell von dir gewünschte Möglichkeiten? Hierbei kann es auch hilfreich sein, sich die Bewertungen zu den jeweiligen Apps durchzulesen.
4. Fazit
Mit einem Smart Home-Hub holst du das Maximum aus deiner persönlichen Smart Home-Konfiguration heraus.
- Überlege dir vor der Wahl, welche Funkstandards du benötigst, um alle vorhandenen und zukünftig geplanten Smart Home-Geräte steuern zu können.
- Prüfe zudem, ob die Geräte konkret mit der jeweiligen Basisstation einsetzbar sind und wie viele Produkte sich gleichzeitig mit dem Hub verbinden lassen.
- Achte darauf, ob der Hub alle gewünschten Funktionen bietet und wie komfortabel seine Verwendung (Aufbau und Steuerung der App) ist.
5. FAQ
Was ist ein Smart Home-Hub?
Ein Hub (auch Bridge, Basisstation, Zentrale oder Gateway genannt) ist die Steuerzentrale eines Smart Homes, die unter anderem für die Kommunikation zwischen den einzelnen Geräten und dem Smartphone oder anderen Steuergeräten zuständig ist. Mehr Informationen über die Funktionen, Eigenschaften und Unterschiede der verschiedenen Systeme sowie Hilfe bei der Kaufentscheidung bietet dir unsere Beratung.
Welcher Smart Home-Hub ist der beste?
Die Antwort auf diese Frage ist von deinen persönlichen Bedürfnissen abhängig und lässt sich nur individuell beantworten. Bei der Suche nach einem Hub, der zu deinen Anforderungen passt, solltest du auf diese Punkte achten:
- Unterstützt das gewählte Produkt die Funkstandards, die deine Smart Home-Geräte nutzen?
- Sind die Geräte darüber hinaus konkret mit dem Hub kompatibel?
- Planst du, zukünftig weitere smarte Gadgets zu kaufen? Dann solltest du bereits hier auf die Eignung des Gateways achten.
In unserer Beratung erhältst du weitere wichtige Informationen sowie Hilfe bei der Auswahl.
Welche Alexa hat einen Smart-Hub?
Alexa dient insbesondere als Sprachassistent beziehungsweise der Amazon Echo als Smart Speaker, damit du kompatible Geräte, die über einen entsprechenden Skill verfügen, per Sprachbefehl steuern kannst.
Die Modelle Echo Plus, Echo Show und Echo Studio sind darüber hinaus mit dem ZigBee-Protokoll ausgestattet, sodass sie für geeignete Smart Home-Geräte als Zentrale fungieren können.
Hat Alexa ZigBee?
Der Amazon Echo Plus, Show und Studio verfügen über den Funkstandard ZigBee und können dementsprechend mit kompatiblen Smart Home-Geräten kommunizieren.
Wie viele Bridges braucht man für ein Smart Home?
Die Antwort auf diese Frage ist von zahlreichen Faktoren abhängig, da einige Smart Home-Konfigurationen gar keine Bridge benötigen. Andernfalls ist mindestens eine Bridge nötig – beim Einsatz mehrerer Geräte von verschiedenen Systemen, die nicht miteinander kompatibel sind, ist hingegen mindestens ein Gateway pro System notwendig. Um darüber hinaus die Reichweite des Signals zu erhöhen, kann die Kombination mehrerer Bridges sinnvoll sein. Mehr Informationen dazu erhältst du in unserer Beratung.










































