
Informationen über FPV Drohnen
Spricht man von einer Drohne, handelt es sich dabei um den Überbegriff eines unbemannten Flugobjekts, worunter im Allgemeinen ein Quadrocopter verstanden wird. Trägt ein Quadrocopter beziehungsweise eine Drohne darüber hinaus die Abkürzung FPV (First Person View), dann handelt es sich dabei um ein spezielles Fluggerät: Über eine an der Front integrierte Kamera, welche ein Echtzeitbild an den Piloten am Boden liefert, kann dieser den Quadrocopter auch außerhalb des direkten Sichtfelds steuern.
1. Eigenschaften einer FPV Drohne
FPV Drohnen sind auch als Foto- und Kameradrohnen geläufig, da diese eine integrierte Kamera aufweisen, die je nach Modell des Quadrocopters unterschiedliche Bildauflösungen unterstützt. Die verbaute Kamera dient sowohl zum Aufnehmen von Fotos und Videos als auch zur Orientierung des Piloten, da hierüber das gesamte Sichtfeld aus der Ich-Perspektive (First Person View)* der Drohne aufgezeichnet wird.
Damit der Pilot am Boden das Bildsignal des Flugzeugs einsehen kann, befindet sich bei vielen Modellen bereits ein Display in der Fernsteuerung integriert, welche das Funksignal des Quadrocopters empfängt. Andere Varianten ermöglichen hingegen das Anschließen externer Bildschirme, Smartphones oder Virtual Reality Brillen.
Abbildung: Das von dem Quadrocopter aufgenommene Bild wird an die Steuereinheit oder an eine VR-Brille gesendet, wodurch der Pilot die Umgebung der Drohne aus der Ego-Perspektive sieht.
Auch wenn du bereits Flugerfahrung mit Drohnen gemacht hast, solltest du bedenken, dass die Steuerung über die Ego-Perspektive ein gänzlich neues Flugerlebnis mit sich bringt und sich andersartig auf die Wahrnehmung und das Steuergefühl auswirkt. Daher solltest du dich zunächst mit der neuartigen Perspektive vertraut machen, bevor du anspruchsvolle Strecken fliegst.
2. Einsatzzweck und Unterschiede zu anderen Drohnen
Aufgrund ihrer technischen Ausstattung und der damit einhergehenden First Person Perspektive ergeben sich mit einer FPV Drohne neue Einsatzmöglichkeiten, da sich das Fluggerät somit auch außerhalb des direkten Sichtfeldes sicher lenken lässt. So werden FPV Quadrocopter vor allem für Wettrennen eigesetzt, in denen Piloten um die schnellste Rundenzeit gegeneinander antreten. Das Besondere hierbei besteht darin, dass die Piloten das aufgenommene Sichtfeld nur über eine Virtual Reality Brille einsehen können und keinen direkten Blickkontakt zu ihrem Fluggerät haben.
Bei dem Sport greifen Hobbypiloten meist auf spezielle Race Copter zurück, die besonders hohe Leistungen aufweisen. Mehr Informationen dazu erhältst du in unserem Ratgeber über FPV-Racing und Race Copter.
Beachte, dass diese Art der Steuerung nur auf dafür vorgesehenen Flächen erlaubt ist. Außerdem muss aus Sicherheitsgründen jede Drohne von einer weiteren Person überwacht werden, welche direkten Sichtkontakt zu dem Fluggerät hält.
Handelsübliche FPV Drohnen eigenen sich hingegen weniger für professionelle Rennen, da sie sich durch eine filigranere Bauweise auszeichnen und je nach Bauform als Spielzeug konzipiert sind. So sind diese Fluggeräte teilweise sogar, wie auch Mini Quadrocopter, für den Flug innerhalb geschlossener Räume geeignet. Diese weisen daher eine deutlich geringere Leistung als ein Racing Copter auf, der bis zu 130 Stundenkilometer schnell werden kann und deshalb niemals in geschlossenen Räumen verwendet werden sollte.
Abbildung: Eine handelsübliche FPV Drohne für drinnen und draußen (links) sowie ein Racing Copter speziell für Rennen (rechts).
Beachte, dass du eine FPV Drohne über das Sichtfeld der Kamera nur steuern darfst, wenn eine zweite Person zusätzlich direkten Sichtkontakt hält, um Unfällen vorzubeugen.
3. Ausstattungsmerkmale einer FPV Drohne
Damit du auch über einen längeren Zeitraum Freude an deiner FPV Drohne hast, solltest du beim Kauf einige Dinge beachten:
- Reichweite: Drohnen weisen oftmals stark voneinander abweichende Funkreichweiten auf. Während günstige Einsteigergeräte meist lediglich eine Reichweite von 40 bis 100 Metern zwischen Steuereinheit und Fluggerät zulassen, weisen professionelle Drohnen Reichweiten bis zu 2.000 Metern auf.
- Flugdauer: Die Flugdauer fällt bei den meisten Modellen recht ähnlich aus. In der Regel kann bei handelsüblichen FPV Quadrocoptern von acht bis zehn Minuten ausgegangen werden. Wie auch die Reichweite kann die Flugdauer zwischen einzelnen Geräten variieren.
- Ladezeit: Bis der Akku wieder seinen vollaufgeladenen Zustand erreicht, dauert es je nach Modell und Akku zwischen 30 und 120 Minuten. Daher empfiehlt es sich, stets mindestens einen Ersatzakku mitzuführen.
- GPS: Mithilfe eines GPS ist es dir möglich, die genaue Flugroute deiner Drohne zu verfolgen, damit du stets die Orientierung behältst. Bei vereinzelten Drohnen kannst du zudem bestimmte Flugrouten festlegen.
- Kamera: Bei einer FPV Drohne stellt die Kamera einen elementaren Bestandteil dar. Hierbei solltest du insbesondere auf die Bildauflösung achten, welche die Drohne aufnehmen kann. Gerade bei Einsteigermodellen weisen die eingebauten Kameras oft nur eine mindere Qualität auf.
Abbildung: Einige FPV Drohnen, wie die Hubsan X4 Air Pro, können komplett über das Smartphone gesteuert werden.
4. Alternative zur FPV Drohne
Wollen du mit einem Quadrocopter vor allem hochauflösende Luftbilder und -videos aufnehmen, solltest du auf RC-Drohnen mit eingebauter oder ansteckbarer Kamera zurückgreifen, wie beispielsweise auf den DJI Phantom Quadrocopter. Bei diesen Fluggeräten ist die Kamera unterhalb des Quadrocopters angebracht, was eine besonders ruhige Kameraführung ermöglicht. Außerdem sind Foto- und Kameradrohnen speziell für die Aufnahme von Foto- und Videomaterial konzipiert, sodass die Drohnen unter anderem vorgegebene Flugbahnen automatisch abfliegen oder einem definierten Objekt selbstständig folgen.
DJI Phantom
Bei diesen Fluggeräten stehen daher nicht Schnelligkeit oder Kunstflug im Vordergrund, wie es bei FPV Drohnen der Fall ist, sondern vielmehr ruhige und vielseitige Flugeigenschaften.
5. FAQ
Was bedeutet FPV im Zusammenhang mit Drohnen?
FPV ist die Abkürzung von First Person View und bedeutet so viel wie Ego- oder Ich-Perspektive. Mithilfe der verbauten Kamera, welche Echtzeitbilder an den Piloten am Boden sendet, kann dieser die Perspektive der Drohne einnehmen.
Wie werden FPV Drohnen verwendet?
Diese Fluggeräte werden genauso wie handelsübliche Drohnen gesteuert. Das aufgenommene Bildmaterial wird über eine Funkverbindung entweder an das Steuergerät mit integriertem Display, an ein externes Display, an das Smartphone oder die Virtual Reality Brille übertragen.
Worin besteht der Unterschied zwischen einer FPV Drohne und einem handelsüblichen RC-Gerät?
Eine FPV Drohne wird hauptsächlich in der First Person View beziehungsweise der Ich-Perspektive geflogen, was eine neuartige Flugerfahrung schafft. In Verbindung mit einer Virtual Reality Brille wird dieser Effekt noch verstärkt.
Was muss ich bei der Nutzung einer Drohne beachten?
Sämtliche Vorschriften zur Nutzung von Drohnen sind in der Drohnen-Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur geregelt. Diese schreibt unter anderem vor, dass die Fluggeräte nur bis zu einer maximalen Flughöhe von einhundert Metern gesteuert werden dürfen, immer in direkter Sichtweite des Piloten bleiben müssen und nicht über Wohnhäuser geflogen werden dürfen. Beachte außerdem, dass eine Drohnen-Haftpflichtversicherung beim Benutzen von Drohnen Pflicht ist.






































