
Ratgeber Elektrokamine
Ein Kaminfeuer spendet Wärme und sorgt für ein gemütliches Ambiente. Doch nicht immer ist die Installation eines Brennholz-Kamins möglich, sodass zu Alternativen wie einem Elektrokamin gegriffen werden kann.
1. Elektrokamine
Elektrokamine sind seit den sechziger Jahren in Deutschland populär. Sie werden überall da aufgestellt, wo keine Möglichkeit besteht einen Kaminofen zu installieren, wie beispielsweise in Mietwohnungen oder in kleinen Räumen ohne Schornstein oder geeignete Außenwand.
Ebenso wie echte Flammen sorgt auch ein elektrisches Feuer für ein wohnliches Ambiente. Die künstlichen Kamine sind dekorativ und in ihrer Optik einem echten Brennholz-Kamin nachempfunden. Auch ein elektrischer Kamin gibt Wärme ab und kann dementsprechend als Ergänzung zur Heizung im Winter verwendet werden.
Alle Elektrokamine sind sich im Aufbau sehr ähnlich: Sie besitzen eine Gestell- und Rahmeneinheit aus unterschiedlichen Materialien, in der ein Heizelement integriert ist. Hinter einer Glasfront befindet sich ein künstliches Feuer, das elektrisch – in der Regel mit LEDs – betrieben wird.
Elektrische Kamine für ein wohnliches Ambiente: Elektrofeuer mit Flammenspiel
Im Folgenden werden die einzelnen Funktionen eines elektrischen Kamins erläutert:
Thermostat
Mit einem Thermostat lässt sich die Temperatur flexibel einstellen: Sobald der Raum die gewünschte Wärme erreicht hat, schaltet sich der Elektrokamin automatisch ab. Ist die Umgebungstemperatur nach einiger Zeit wieder abgekühlt, schaltet sich die Heizung wieder an. Deswegen kann der künstliche Kachelofen auch als Ersatz für eine Wärmequelle wie beispielweise einen Heizlüfter dienen.
Heizstufen
Ein elektrischer Kamin besitzt in der Regel mindestens vier Einstellungsstufen:
- Ein/Aus
- Kaminfeuer ohne Heizleistung
- Erste Heizstufe
- Zweite Heizstufe
Timer
Mit einem Timer können Sie bestimmen, wann sich der Elektrokamin ein- oder ausschaltet.
Gewicht
Wer den künstlichen Kamin flexibel im Raum umstellen möchte, sollte darauf achten, dass dieser Rollen besitzt und ein geringes Gewicht aufweist. Modelle, die an der Wand befestigt werden sollen, besitzen in der Regel keinen Standfuß und haben kompakte Abmessungen.
Dimmer
Bei besonders hochwertigen Modellen lässt sich nicht nur die Temperatur regulieren, sondern auch die Intensität der Kaminflamme dimmen.
Generell gilt: Je hochwertiger der Kamin, desto weniger lässt er sich von einem echten Brennholz-Kamin unterscheiden.
Kennzeichen eines elektrischen Kaminfeuers

- Anschluss an eine herkömmliche Niederspannungs-Steckdose
- Leistung zwischen 1.000 und 3.000 Watt
- Steuerung mit Fernbedienung möglich
- Flammeneffekt häufig separat zuschaltbar
- Mehrere Heizstufen, Thermostat und integrierter Timer
1.1 Vorteile eines Elektrokamins gegenüber einem Brennholz-Kamin
Brennholz-Kamine produzieren Abgase, die über einen Schornstein nach außen abgeführt werden müssen. Elektrokamine bieten ein wohliges und entspanntes Flair, ohne dass sie die Nachteile eines Brennholz-Kamins aufweisen. Wir verraten Ihnen, welche Vorteile ein strombetriebener Kamin gegenüber einem echten Kamin hat.
Gemütliches Kaminfeuer ohne Emissionen
- Einfaches Ein- und Ausschalten per Knopfdruck oder Fernbedienung.
- Gleichmäßigere Wärmeabgabe als bei einem Brennholz-Kamin.
- Wärme kann nach Ihren Bedürfnissen reguliert werden: Flammeneffekt auch ohne Hitze möglich und kann deswegen auch problemlos im Sommer genutzt werden.
- Hohe Sicherheit: Viele Modelle haben einen Überhitzungsschutz.
- Auch in Mietwohnungen nutzbar, es sind keine baulichen Maßnahmen erforderlich: Ein Elektrokamin benötigt keine Verbindung zu einem Schornstein, da keine Brennstoffe verbrannt werden.
- Keine Genehmigung erforderlich und keine regelmäßige Überprüfung durch den Schornsteinfeger notwendig.
- Vergleichsweise umweltfreundlich: Aus dem Betrieb resultieren keine direkten Emissionen wie CO2, was auch das Schmutzaufkommen reduziert.
- Günstig: Nach der Anschaffung sind lediglich Kosten für Strom notwendig.
1.2 Sicherheit
Im Gegensatz zu einem Brennholz-Kamin haben elektrische Kamine keine echten Flammen und werden nicht wie andere künstliche Kamine mit Ethanol betrieben, sodass sie, was die Brandgefahr betrifft, als ungefährlich gelten. Sichere Kamine sind mit dem CE-Prüfsiegel ausgestattet.
Elektrokamine gelten unter anderem aufgrund des integrierten Überhitzungsschutzes als sicher. Falls im Inneren eine kritische Temperatur überstiegen wird, schaltet sich der elektrische Kamin automatisch ab.
2. Wichtige Kaufkriterien
Die Wahl des richtigen Elektrokamins ist abhängig von Ihren räumlichen Begebenheiten und persönlichen Ansprüchen. Wir verraten Ihnen, was Sie bei der Anschaffung beachten sollten.
2.1 Montageart
Bevor Sie sich für einen Elektrokamin entscheiden, sollten Sie zuerst den Standort des Kamins festlegen, da davon die Wahl des richtigen Modells maßgeblich abhängig ist. Generell wird zwischen drei verschiedenen Varianten differenziert, die sich nicht nur in ihrer Optik, sondern auch hinsichtlich der Montageart unterscheiden.
- Freistehende Elektrokamine, die flexibel an der Wand oder mittig im Raum platziert werden können.
- Eckkamine sind besonders platzsparend und nehmen eine gewünschte Ecke des Raumes ein.
- Elektrische Wandkamine, die freischwebend an der Wand montiert werden.
Als stromsparend gelten Elektrokamine mit LED-Betrieb.
Eck-Kamin – Elektrokamin zur Wandmontage – freistehender elektrischer Kamin
2.2 Heizmechanismus
Die meisten Modelle imitieren nicht nur optisch ein Kaminfeuer, sondern besitzen auch eine integrierte Heizung, die zusätzlich den Raum aufwärmen kann. Als Ersatz für eine klassische Heizung ist ein Elektrokamin allerdings nicht geeignet.
Dabei handelt es sich in der Regel um eine Widerstandsheizung, da der sogenannte Heizwiderstand Strom in Wärme umwandelt. Andere Modelle ziehen kalte Luft aus dem Raum, erwärmen sie und geben die erhitzte Luft wieder ab.
Elektrokamine mit Wasserdampf

Solche Elektrokamine überzeugen durch eine innovative 3D-Technik, sodass das Feuer täuschend echt wirkt. Im Inneren des Kamins befindet sich ein Vernebler, der Wasserdampf versprüht, wodurch plastisch erscheinende, bewegliche Flammenbilder und Raucheffekte entstehen. Der Wassernebel verbessert zudem das Raumklima.
Konvektionswärme
Neben Strahlungswärme erzeugt ein Elektrokamin auch Konvektionswärme. Diese kann als unangenehm empfunden werden, da sie Luft und dadurch auch Staub aufwirbelt. Deswegen sollten sich vor allem Hausstaub-Allergiker vor dem Kauf genau informieren. Die entstehende Konvektionswärme kann auch für den bekannten Hitzeeffekt sorgen, bei dem zwar der Kopf warm ist, aber die Füße dennoch kalt bleiben.
Isolierte Reflektoren im Elektrokamin wandelt die Konventionswärme in angenehme Strahlungswärme um.
Elektrische Kamine mit integriertem Gebläse, welches die warme Luft im Raum verteilt, weisen oftmals eine höhere Lautstärke auf als Modelle mit anderen Technologien.
3. Designauswahl
Bei den meisten Elektrokaminen handelt es sich um täuschend echte Imitationen eines Brennholz-Kamins, die sich auf den ersten Blick nicht als solche erkennen lassen. Besonders realistisch wirkende Modelle besitzen beispielsweise eine Ablage, auf welcher Sie echtes Kaminholz platzieren können. Zudem können auch Wohnwände einen elektrischen Kamin integriert haben.
Die unterschiedlichen Designs, in denen Elektrokamine erhältlich sind, orientieren sich an den typischen Wohnstilen:
Landhausstil

- Elektrokamine aus weißem oder hellem Holz (Kaminumrandung besteht in der Regel aus Holzimitat)
- Schlichte Optik mit wenig Verzierungen
- Harmoniert zu dunklen Holzböden oder grauen Wänden
Modernes Design

- Elektrokamin in kühlen Farben wie Grau oder Schwarz
- Häufig mit Edelstahlelementen verkleidet
Griechischer Stil

- Säulenförmige Optik
- Mit Ornamenten verziert
- Harmoniert gut zu Terrakotta und Marmor
Wer sich nicht für einen Standkamin, sondern für ein Wandmodell entscheidet, sollte bei der Anbringung das Artikelgewicht beachten.
4. FAQ
Wie viel Strom verbraucht ein Elektrokamin?
Der durchschnittliche Elektrokamin heizt mit etwa 1.000 bis 2.000 Watt, was einer beziehungsweise zwei Kilowattstunden entspricht (1 kW beziehungsweise 2 kW). Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,27 Euro pro Kilowattstunde ergeben sich Kosten zwischen 0,27 und 0,54 Euro pro Betriebsstunde. Wer also beispielsweise an 100 Tagen im Jahr für geschätzt zwei Stunden den Elektrokamin mit 1.000 Watt betreibt, muss mit Stromkosten von etwa 50 Euro rechnen.
Wie gut heizt ein Elektrokamin?
Die meisten Elektrokamine haben ein Heizelement integriert. Deswegen kann er ergänzend zur klassischen Heizung für mehr Wärme im Raum sorgen. Ein vollwertiger Ersatz in einem unbeheizten Raum ist ein Elektrokamin aber nicht.
Welcher künstliche Kamin ist besser: ein Elektro- oder ein Ethanol-Kamin?
In einem Kamin, der mit Bioethanol betrieben wird, befinden sich Edelstahlbrenndosen, die mit dem Brennstoff gefüllt sind. Wird das Bioethanol verbrannt, bilden sich echte Flammen, wodurch ein solcher Kamin sehr realistisch wirkt. Gleichzeitig muss das Feuer jedoch immer im Auge behalten werden, da eine Brandgefahr von ihm ausgehen kann. Außerdem empfinden viele den Geruch des verbrennenden Bioethanols als unangenehm. Ein Elektrokamin kann hingegen ohne Beaufsichtigung betrieben werden, da keine echte Flamme entsteht. Außerdem gibt ein solcher Kamin Hitze ab.






































