
Bunt auf das Papier: Aquarellfarben
Eine der wohl vielseitigsten und ältesten Maltechniken ist jene mit Aquarellfarben. Wir erklären, was Sie beim Kauf und der Anwendung der besonders leuchtkräftigen Farben beachten sollten.
1. Eigenschaften von Aquarellfarben
Aquarellfarben werden von Künstlern und Hobbymalern gleichermaßen gerne eingesetzt und zeichnen sich durch ihre Leuchtkraft und Vielseitigkeit an Verwendungsmöglichkeiten aus. Im Folgenden erfahren Sie, aus was sich die Farbe zusammensetzt, für welche Maltechniken sie eingesetzt werden kann und inwiefern sie sich von Wasserfarben unterscheidet.
1.1 Zusammensetzung
Aquarellfarben haben eine cremige Konsistenz – doch woraus setzen sie sich eigentlich zusammen?
Die Bestandteile von Aquarellfarben
- Farbpigmente: werden meist künstlich hergestellt, nicht wasserlöslich, sorgen für Leuchtkraft der Farben
- Bindemittel, meist Gummi arabicum: farbloser, wasserlöslicher Klebstoff, sorgt dafür, dass Farbpigmente sich ganz entfalten können (Alternativen: Tragant, Dextrin)
- Feuchthalte-, Netz- und Konservierungsmittel (z. B. Glycerin oder Glukose)
Damit die Farbe sich aktiviert, wird Wasser mit einem Pinsel oder einer Pipette auf den Farbnapf oder den Farbkleks auf der Palette gegeben.

1.2 Maltechninken mit Aquarellfarben
Ein Grund, weshalb Aquarellfarben bei Malern so beliebt sind, ist, dass sie so unterschiedlich und vielseitig eingesetzt werden können.
Diese Maltechniken können Sie mit Aquarellfarben anwenden:
- Lasieren: Auf trockenes Papier wird mit einem nassen Pinsel Farbe aufgetragen. Wenn diese getrocknet ist, kommt entweder dieselbe Farbe erneut (zur Farbintensivierung) oder eine andere Farbe (für einen Verlauf) darüber.
- Nass-in-Nass-Technik: Das Papier wird vor dem Bemalen befeuchtet und anschließend die Farbe aufgetragen. Dies sorgt für sanfte Verläufe.
- Lavieren: Die befeuchtete Fläche wird zunächst mit einer Farbe ausgemalt, anschließend kommt eine weitere hinzu – dies erzeugt einen harmonischen Farbverlauf.
- Nass-auf-Trocken-Technik: Hier wird die mit Wasser befeuchtete Farbe auf trockenes Aquarellpapier gegeben. So können klare Formen gezeichnet werden.
Wer die Technik beherrscht, kann wunderschöne Aquarelle erzeugen.
Die genannten Maltechniken sowie Tipps zum Malen mit Aquarellfarben können Sie auch diesem Video entnehmen:
Beachten Sie: Auch eingetrocknete Aquarellfarbe lässt sich ganz leicht aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit wiederverwenden.
1.3 Wie unterscheiden sich Wasser- und Aquarellfarben?
- Beide Farben werden durch Wasser aktiviert, jedoch wird beim Malen mit Aquarellfarben viel mehr Wasser eingesetzt als bei Wasserfarben.
- Wasserfarben enthalten mehr Füllstoffe sowie immer das Bindemittel Dextrin.
- Zwar sind in Aquarellfarben mehr Farbpigmente enthalten, jedoch sind Wasserfarben deckender. Das liegt an der Feinheit der Pigmente, die bei Letzteren gröber ausfällt. Wasserfarbe wird daher auch oft Deckfarbe genannt.
- Aquarellfarben enthalten hochwertigere Farbpigmente, was diese lichtfest macht.
- Wasserfarbe ist günstiger als Aquarellfarbe.
Wasserfarbe ist günstiger und deckender als Aquarellfarbe und daher bei Kindern sehr beliebt.
2. Nützliche Tipps rund um Aquarellfarben
Aquarellfarben sind für Profis und Anfänger gleichermaßen geeignet. Dennoch gibt es einige nützliche Tipps, die Ihnen zu noch besseren Ergebnissen verhelfen.
2.1 Die passenden Materialien
Das richtige Material zu verwenden, ist für das Ergebnis Ihrer Aquarellmalerei essenziell. Neben hochwertiger Farbe und feinen Pinseln ist besonders die richtige Malunterlage ausschlaggebend. „Falsches“ Papier kann dazu führen, dass das Gemalte unschön verläuft. Daher ist professionelles Aquarellpapier vonnöten, weil dieses für die Menge an Feuchtigkeit, die bei der Aquarellmalerei benötigt wird, ausgerichtet ist.
Dabei haben Sie die Wahl zwischen
- feinem,
- mittlerem, leicht angerautem
- sowie rauem
Aquarellpapier.

Anfängern wird in der Regel zu mittlerem bis rauem Papier geraten, da diese beiden Sorten besonders saugfähig sind. Bei glattem Papier besteht die Gefahr, dass die Farbe zu leicht verwischt. Geübte Maler können hier jedoch besonders strahlende Werke erzeugen. Je grobkörniger das Papier, desto mehr entsteht ein 3D-Effekt in Ihrem Gemälde.
2.2 Pinselpflege
Hochwertige Aquarellpinsel sollten entsprechend gepflegt werden, damit Sie lange etwas von ihnen haben. Achten Sie daher auf die folgenden Pflegetipps für Pinsel:
- Gehen Sie bereits während des Malens behutsam mit dem Pinsel um. Drücken Sie nicht zu fest auf das Papier und lassen Sie ihn nicht zu lange im Wasserglas stehen – hier besteht die Gefahr, dass sich die Borsten verbiegen.
- Waschen Sie die Pinsel nach dem Malen immer unter lauwarmem Wasser aus. Stellen Sie sicher, dass das Wasser nicht zu heiß ist, da sich sonst die Verleimung der Borsten lösen kann.
- In regelmäßigen Abständen empfiehlt sich zudem die Reinigung mit einer sanften Seife. Oftmals werden hierfür spezielle Produkte zur Pinselreinigung angeboten oder aber Sie nutzen Babyshampoos.
- Generell gilt: Der Pinsel ist erst dann sauber, wenn im Wasser keine Farbrückstände mehr zu sehen sind.
- Legen Sie die Pinsel zum Trocknen auf ein Tuch und geben Sie sie erst dann in eine Hülle oder Mäppchen, wenn sie komplett trocken sind. So vermeiden Sie möglichen Schimmel.

3. FAQ
Soll ich Aquarellfarben in Tuben oder Näpfen kaufen?
Sie erhalten Aquarellfarbe in der Tube oder in einem entsprechenden Napf – oftmals werden beide Varianten als Sets oder Paletten angeboten. Die Farbe im Napf lässt sich sparsamer verwenden und ist besonders dann geeignet, wenn Sie detailreiche Gemälde anfertigen möchten. Aquarellfarbe aus der Tube empfiehlt sich mehr für große Flächen.
Sind Aquarellfarben giftig?
Generell sind hochwertige Aquarellfarben nicht giftig. Beachten Sie jedoch, dass günstig hergestellte Farbpigmente Schadstoffe enthalten können. Sollte Ihr Kind versehentlich Farbe verschluckt haben, suchen Sie am besten einen Arzt auf.


































