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Plastik-Fakten: Von erstaunlich bis erschreckend

Plastik ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken: Es steckt in Computern ebenso wie in Möbeln und Hygieneartikeln. Doch so vielseitig Kunststoff auch ist, er stellt eine große Bedrohung für die Umwelt dar. Die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Material sowie zu Umweltproblemen durch Plastikabfälle finden Sie in diesem Artikel.

1. Geschichte, Produktion und Nutzung von Plastik

Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich Plastik als unverzichtbarer Werkstoff etabliert. Wir haben die bedeutendsten Eckdaten über das vielseitige Material zusammengetragen.

1.1 Wichtige Erfindungen

Wo hat Plastik eigentlich seinen Ursprung und seit wann ist das Material so in Mode? In diesem Abschnitt finden Sie einige der zentralen Erfindungen im Bereich des Kunststoffs.

  • Mitte des 19. Jahrhunderts stellte der US-amerikanische Chemiker Charles Goodyear erstmals Gummi sowie Hartgummi her und legte damit den Grundstein für den Werkstoff Kunststoff.
  • 1912 erarbeitete der Chemiker Fritz Klatte in Deutschland ein Verfahren zur Herstellung von Polyvinylchlorid (PVC).
  • 1933 fertigte ein britisches Chemie-Unternehmen zum ersten Mal Polyethylen (PE).
  • Polyurethan (PUR), das etwa als Schaumstoff in Möbeln verwendet wird, wurde zum ersten Mal 1937 von Otto Bayer und weiteren Forschern produziert.
  • Polyethylenterephthalat – besser bekannt als PET – wurde erstmalig 1941 in Großbritannien hergestellt.
  • Polypropylen (PP) wurde ursprünglich 1951 in den USA entwickelt.
  • Heute sind die meistgenutzten Kunststoffe:
    • Polyethylen (PE)
    • Polypropylen (PP)
    • Polyvinylchlorid (PVC)
    • Polystrol (PS)
    • Polyurethan (PUR)
    • Polyethylenterephthalat (PET)
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Die Geschichte von Kunststoff

1.2 Zahlen und Fakten zur Plastikproduktion und -nutzung

Kunststoffe sind überall – doch wie lässt sich dies in Zahlen ausdrücken? Einige Beispiele zur Veranschaulichung:

  • Zwischen 1950 und 2015 wurden weltweitmehr als acht Milliarden Tonnen Plastik hergestellt.
  • Im gleichen Zeitraum ist die jährliche Produktionsmenge von rund zwei Millionen auf über 360 Millionen Tonnen Plastik gestiegen, manche Schätzungen gehen sogar von mehr als 400 Millionen Tonnen aus.
  • Über 30 Prozent des hergestellten Kunststoffs wird für Verpackungen genutzt, danach folgen in abnehmender Reihenfolge Erzeugnisse im Bausektor, Kleidung, Gebrauchsgegenstände, Verkehrsmittel und Elektroartikel.
  • Allein Coca-Cola hat 2017 fast 110 Milliarden PET-Flaschen produziert.
  • Jede Minute werden weltweit beinahe eine Million Getränke in Plastikflaschen verkauft.
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Plastik in Zahlen

2. Plastikverbrauch und Umweltverschmutzung

Kunststoffabfälle sind eine große Belastung für die Umwelt. Wie die Situation in Deutschland und auf der ganzen Welt aussieht, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

2.1 Plastikmüll international

Abfälle aus Kunststoff sind ein globales Problem. Weltweit kamen bis zum Jahr 2015 fast sieben Milliarden Tonnen zustande; in der EU fallen jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Sehr kritisch ist dabei der Umstand, dass es je nach Art des Kunststoffs Hunderte oder noch mehr Jahre dauern kann, bis es sich zu Mikroplastik zersetzt. Biologisch abbaubar sind Plastikabfälle grundsätzlich nicht.

2.2 Kunststoffabfälle in den Weltmeeren

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Millionen Tonnen an Kunststoffmüll befinden sich bereits in den Weltmeeren – und jedes Jahr werden es mehr.

Besonders die Ozeane sind von Plastikmüll betroffen, wie die folgenden Fakten zeigen:

  • Über fünf Billionen Plastikteile oder 150 Millionen Tonnen an Plastikabfällen befinden sich mittlerweile in den Ozeanen der Erde …
  • … und jedes Jahr kommen schätzungsweise zwischen vier und 13 Millionen Tonnen hinzu.
  • Inzwischen haben sich mehrere riesige Müllteppiche auf der Meeresoberfläche gebildet.
  • Den größten Müllstrudel stellt der Great Pacific Garbage Patch vor Kalifornien dar, er ist 4,5-mal so groß wie die Bundesrepublik.
  • Der Plastikmüll schwimmt nicht nur an der Wasseroberfläche, Millionen Tonnen sinken zudem auf den Meeresgrund.
  • Rund die Hälfte des Plastikmülls im Meer setzt sich aus verschiedenen Einwegprodukten zusammen.
  • 2018 zählten Getränkeflaschen, Zigarettenstummel und Wattestäbchen zu den häufigsten Kunststoffabfällen in den Ozeanen.
  • 2050 könnte sich in den Weltmeeren mehr Plastik als Fische befinden.
  • Über 80 Prozent der Kunststoffabfälle im Ozean kommen ursprünglich aus Asien, zum Beispiel aus China und Indonesien.
  • Der Fluss Jangtse in China spült jedes Jahr 330.000 Tonnen Plastik ins Meer, der Rhein ungefähr 30 Tonnen.

2.3 Plastikverbrauch und -abfall in Deutschland

Auch hierzulande fällt enorm viel Kunststoffmüll an. Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • In Deutschland sammelten sich laut BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.) 2017 über fünf Millionen Tonnen Plastikmüll an, wovon jedoch weniger als 16 Prozent recycelt wurden.
  • Pro Kopf kommen jedes Jahr mehr als 38 Kilogramm an Kunststoffabfällen zusammen – in Schweden sind es knapp 24, in Irland über 58 Kilogramm.
  • 2018 wurden hierzulande noch zwei Milliarden Plastiktüten verbraucht, die hauchdünnen Obst- und Gemüsebeutel (sogenannte Hemdchenbeutel) nicht eingeschlossen.
  • 2,8 Milliarden Einwegbecher („Coffee-to-go-Becher“) plus etwa halb so viele Plastikdeckel werden in Deutschland jedes Jahr verbraucht.
  • 2018 exportierte Deutschland über 740.000 Tonnen Plastikabfälle an 14 Länder auf der ganzen Welt. Hauptabnehmer war Malaysia mit rund 132.000 Tonnen, gefolgt von den Niederlanden mit etwa 110.000 Tonnen.
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Plastikverbrauch Deutschland

3. Mikroplastik

Kaum sichtbar, ist Mikroplastik eines der größten Probleme, die mit dem Siegeszug des Materials einhergehen. Hier einige Fakten:

  • Der Begriff Mikroplastik ist verhältnismäßig jung und wurde erst 2004 von einem englischen Biologen eingeführt.
  • Als Mikroplastik werden Kunststoffpartikel mit einer Größe zwischen 0,1 Mikrometer und 5 Millimetern bezeichnet.
  • Nicht nur die Ozeane weisen einen hohen Anteil an Mikroplastik auf, sondern auch Binnengewässer wie Seen. Zudem enthalten viele Böden Mikroplastik – mitunter sogar in deutlich höherer Konzentration.
  • In die Luft gelangt Mikroplastik unter anderem durch den Abrieb von Autoreifen und Schuhsohlen, ins Wasser beispielsweise durch das Waschen von Fleece-Textilien – Kläranlagen können die kleinen Partikel oft nicht filtern.
  • Kosmetika, Putz- und Waschmittel werden oft ebenfalls mit Mikroplastik versetzt.
  • Mikroplastik wird zunächst von Kleinstlebewesen aufgenommen, diese später von Krebstieren wie Muscheln. Schließlich kann Mikroplastik zum Beispiel über den Verzehr von Fischen auch in den menschlichen Körper gelangen.
  • Unter anderem in der Europäischen Union gibt es Pläne, den Einsatz von Mikroplastik in bestimmten Produkten zu regulieren oder zu verbieten.
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Mikroplastik sind winzige, kaum sichtbare Plastikpartikel.

4. Plastikabfälle als Gefahr für Mensch und Tier

Welche Auswirkungen können Plastikabfälle auf die Menschheit und Tiere haben? Hier finden Sie einige Fakten.

4.1 Gesundheitliche Aspekte beim Menschen

Die Auswirkungen, die Plastik und insbesondere Mikro- sowie Nanoplastik auf den Menschen haben können, sind noch weitgehend unbekannt. Gesundheitsrisiken, etwa durch über die Nahrung aufgenommene Plastikpartikel, können somit nicht ausgeschlossen werden.

  • 2018 wiesen Forscher aus Österreich zum ersten Mal Mikroplastik in humanen Stuhlproben nach.
  • Bei Untersuchungen fanden Wissenschaftler in zahlreichen Mineralwässern Mikroplastik.
  • Mikroplastik gelangt nicht nur über die Nahrung, sondern zum Beispiel auch durch Zahnpasta in den menschlichen Körper.
  • Durch Sonnen-, Gesichtscreme und Peelings kommen wir ebenfalls mit Mikroplastik in Kontakt.
  • Gemeinsam mit dem Mikroplastik kann der Mensch auch Bakterien, Viren oder Schadstoffe aufnehmen.

4.2 Bedrohungen für das Tierreich

Für zahlreiche Tierarten sind vor allem Plastikabfälle in den Ozeanen eine Bedrohung: Die Meeresbewohner verfangen sich entweder in umhertreibendem Unrat oder verschlucken beziehungsweise fressen ihn, woraufhin kurz- oder langfristig der Tod der Tiere folgt.

  • An Plastikmüll sterben jedes Jahr rund eine Million Seevögel und weit über hunderttausend Meerestiere.
  • Schätzungen zufolge geraten jährlich bis zu 136.000 Wale und verschiedene Robbenarten in Kunststoffnetze, aus denen sie sich nicht selbstständig befreien können.
  • Man geht davon aus, dass 2050 nahezu sämtliche Seevögel auf der Erde Plastik auf dem Nahrungsweg zu sich nehmen.
  • Chemikalien und Giftstoffe, die unter Umständen in Kunststoffmüll enthalten oder daran angelagert sind, werden über die Nahrungskette ebenfalls aufgenommen.
  • Über 2.200 Tierarten in den und um die Weltmeere kommen regelmäßig mit Abfällen (aus Kunststoff) in Berührung.
  • Manche Tiere schwimmen auf dem Plastikmüll in Gegenden, in denen sie normalerweise nicht vorkommen, was das natürliche Gleichgewicht der dortigen Flora und Fauna durcheinanderbringen kann.
  • In größeren Mengen hat Mikroplastik bei Tieren negative Auswirkungen auf das Immunsystem und die Fortpflanzung, außerdem erhöht es deren Sterberate .

5. Fazit

Innerhalb weniger Jahrzehnte ist Plastik zu einem scheinbar unverzichtbaren Bestandteil der Welt geworden. Doch bei allen Vorzügen, die dieses vielseitige Material bietet, birgt es auch erhebliche Probleme für Tierwelt und Menschheit. Angesichts der riesigen Mengen, die jedes Jahr hergestellt werden und später vielfach in der Umwelt statt im Recyclingkreislauf landen, ist ein Umdenken erforderlich. Wie Sie Ihren eigenen Alltag möglichst plastikfrei gestalten können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

FAQ

  • Welche Auswirkungen kann Mikroplastik auf den Menschen haben?

    Genaue Informationen darüber, ob und wie sich Mikroplastik auf den menschlichen Körper auswirkt, liegen aufgrund mangelnder Studien noch nicht vor. Fest scheint indes zu stehen, dass der Mensch Mikroplastik über die Nahrungskette sowie zum Beispiel über Hygieneprodukte aufnimmt. Bei Tieren konnte nachgewiesen werden, dass die Aufnahme bestimmter Mengen von Mikroplastik das Immunsystem negativ beeinträchtigt, die Sterberate erhöht sowie die Fortpflanzung beeinflusst.

  • Wie gelangt Plastik ins Meer?

    Ein Großteil des Kunststoffmülls in den Weltmeeren stammt aus Ländern, in denen es kein oder nur ein eingeschränkt funktionierendes Abfallmanagement gibt. In Südostasien wird Müll beispielsweise nicht flächendeckend gesammelt, sondern oft an beliebigen Stellen abgeladen. Von dort kann das Plastik über Flüsse in den Ozean gespült werden. Doch auch von Touristen hinterlassene Abfälle an Stränden gelangen leicht ins Meer. Von Schiffen wird ebenfalls oft (Plastik-)Müll in der See entsorgt oder etwa Ladung verloren. Nicht zuletzt befördern Abwässer Mikroplastik in die Meere, das unter anderem von Waschmitteln und Kosmetika stammt.

  • Was kann ich gegen Plastik im Meer tun?

    Besonders wichtig ist es, Plastikabfälle richtig zu entsorgen, damit sie gar nicht erst in die Natur gelangen. Darüber hinaus können Sie grundsätzlich auf plastikfreie und nachhaltige Alternativen zu Kunststoff setzen – so tragen Sie zu einem geringeren Müllaufkommen bei. Pfandflaschen aus Glas sind nur eines von vielen Beispielen hierfür. Achten Sie außerdem auf die Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln: Mikroplastik sollte nicht enthalten sein, denn es kann zum Beispiel über Flüsse ins Meer gelangen.

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Redakteur Simon

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Quellenhinweise
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/chemie_plastikatlas_2019.pdf
https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20181005STO15110/plastik-im-meer-fakten-auswirkungen-und-neue-eu-regeln
https://www.test.de/Mikroplastik-Wie-gefaehrlich-sind-die-winzigen-Kunststoffteilchen-4817845-0/