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Saisonal kochen / 14. Juli 2017

Stevan Paul: Kochen unter freiem Himmel

Im Sommer startet die große Camping- oder Festivalzeit. So zieht es Jahr für Jahr immer wieder Menschen raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer, um unter freiem Himmel zu leben, zu feiern, zu kochen und zu entspannen. Profikoch, Foodstylist, Autor und Blogger Stevan Paul gehört seit über 30 Jahren zu diesen Menschen. Für sein Buch „Open Air“ war er gemeinsam mit der Fotografin Daniela Haug einen Sommer lang auf den schönsten Musik-Festivals Europas unterwegs.

Stevan Paul: Kochen unter freiem Himmel
© Daniela Haug

Von Roskilde in Dänemark bis zum Dimensions-Festival am Meeresstrand von Kroatien hat Stevan Paul in die Töpfe der Festivalköche und Zeltnachbarn geschaut, ließen sich Rezepte verraten und Lebensgeschichten erzählen. Im Interview erzählt Stevan Paul von den Erlebnissen und wie man ein Festival auch kulinarisch genießen kann.
 

Sie sind selbst Festivalgänger. Wann und durch welches Erlebnis kamen Sie auf die Idee, ein Buch über das Kochen unter freiem Himmel zu verfassen?

Das ist meine kleine Auszeit vom Alltag, wenn der nächste Urlaub noch in weiter Ferne ist. Ich liebe das Leben im Freien, die Zeit mit Freunden, die Musik. Was ich dabei aber nie verstanden habe: Warum essen wir in unserer wertvollen Freizeit, in der vielleicht schönsten Zeit des Jahres, nicht auch was richtig Gutes? Mit meinem Campingkochbuch zeige ich jetzt, wie einfach das geht – draußen und unterwegs.

Welche Koch-Utensilien sind für Sie beim Campen bzw. bei einem Festivalbesuch unverzichtbar?

Es ist beinahe wie Zuhause in der Küche: Scharfe Messer sind wichtig und ein Küchenbrett. Unterwegs braucht man einen Grill und Kohlen, einen Gaskocher mit Kartuschen, eine Pfanne und einen Topf – und schon kann es losgehen. Im Buch finden sich detailliertere Packlisten für jede Gelegenheit und alle Eventualitäten.

Wie lassen sich verderbliche Waren am besten kühlen?

Man kann Lebensmittel zum Beispiel vorgefroren mit auf die Reise nehmen. Sie sind dann in der Kühltasche quasi ihr eigenes Kühlelement. Im Buch erkläre ich zudem die Idee der trinkbaren Kühlelemente: Dabei werden Mehrweg-Wasserflaschen zu leistungsstarken, dicken Kühlelementen, die später auch noch kaltes Trinkwasser liefern.

Sie waren lange quer durch Europa auf Festivals unterwegs. Wie kreativ sind andere Festivalbesucher bzw. Camper, wenn es um ihre Verpflegung geht?

Das Schlimmste was wir gesehen haben, war der Versuch eine mit Brennpaste eingestrichene Dose Ravioli zu erhitzen. Ein anderes Mal lernten wir eine Gruppe Jungs kennen, die ein ganzes Spanferkel auf einem selbstgebauten Drehspieß brieten – nach sechs Stunden war das Essen fertig und es schmeckte köstlich! Dazwischen haben wir wirklich alles gesehen.

Konnten Sie zwischen den verschiedenen Ländern Unterschiede feststellen?

Nicht zwischen den Ländern direkt, eher zwischen den einzelnen Festivals. Jedes Festival hat sein ganz bestimmtes Publikum, sein ganz eigenes Völkchen, und da gibt es schon Unterschiede. Manchmal gilt: Hauptsache satt. Ganz toll ist das Essen auf dem Summerjam in Köln – viele afrikanische und jamaikanische Spezialitäten. Auf dem Melt! Festival gab es auch sehr ausgefallen Sachen: von Käsespätzle bis zum vietnamesischen Báhn-Mì-Sandwich.

Welchen Trick konnten Sie sich von anderen Festivalbesuchern abgucken?

Die Nachbarn hatten Würstchen am Spieß, mit Speck und Blätterteigstreifen umwickelt, und haben diese dann am Spieß über der heißen Glut gegart. Wir haben einen bunten Salat beigesteuert und es wurde ein Festessen. Das macht sowieso viel aus: Festivalbesucher sind freundlich und entspannt, wollen einfach zusammen eine gute Zeit haben. Man teilt und tauscht gerne – Essen, Trinken, gute Geschichten, das nächste Konzert. Eine schöne Kultur!

Wie reagieren die Leute um Sie herum, wenn Sie auf dem Camping- bzw. Festivalplatz „loslegen“ und Lamm-Curry, Pulled-Chicken-Burger oder ähnliches kreieren?

Wenn ich am ersten Morgen eines Festivals Milchschaum auf dem Gaskocher aufschlage, gibt es jedes Mal garantiert einen Spruch. Aber schon am nächsten Tag stehen alle schon früh Schlange … mit ihren Kaffeebechern. Die Leute freuen sich schon, wenn ich aufkoche. Ich mache auch grundsätzlich zu viel von allem – da gibt es für jeden einen Probierhappen. Essen bringt die Leute zusammen.

Sie sind gelernter Koch und haben jahrelang in renommierten Küchen gearbeitet. Warum haben Sie sich damals für diesen Beruf entschieden?

Kochen war immer schon meine große Leidenschaft, die habe ich zum Beruf gemacht. Das ist erstmal ein harter Job, aber es macht echt Freude, für andere zu kochen oder die Freude am Kochen weiterzuvermitteln.

Mittlerweile sind Sie als Autor, Foodstylist, Rezeptentwickler und Produktioner tätig. Wie kam es zu dieser Veränderung?

Ich habe immer auch schon gerne geschrieben und so kam eines zum anderen:  Erst war ich Koch, dann habe ich als Foodstylist gearbeitet, dann ein erstes Kochbuch geschrieben und noch eines und noch eines … Ich koche zwar heute nicht mehr klassisch für Gäste in einem Restaurant, meine Gäste sind jetzt die Leser meiner Kochbücher – wenn die dann wiederum mit meinen Rezepte und ihren Gästen eine gute Zeit erleben, dann hab ich alles richtig gemacht.

Open_Air-download

Der gelernte Koch Stevan Paul arbeitet seit 2000 als freier Journalist, schreibt kulinarische Texte und Reisereportagen für Zeitschriften und Magazine und ist Radiokolumnist. Er ist Autor zahlreicher Kochbücher wie „Deutschland Vegetarisch“ (2013) und „Auf die Hand“ (2014) sowie von literarischen Erzählungen wie „Monsieur, der Hummer und ich – Erzählungen vom Kochen“ (2009). Stevan Paul bloggt zudem regelmäßig auf www.nutriculinary.com über gesunde Ernährung. In deinem Buch Open Air – Das Festival- und Camping-Kochbuch ist ein Handbuch für draußen und unterwegs bietet über 100 Rezepte für jede Ausstattung und Gelegenheit sowie Tipps zu Transport, Outdoor-Küchenausstattung und dem richtigen Umgang mit Gaskocher und Grill. Es ist 2016 im Christian Brandstätter Verlag in Wien erschienen.


Produktrückruf

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K-Classic Delikatess Rotkohl
Füllmenge: 680 g, Abtropfgewicht: 650 g

EAN 4300175162333
mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und Charge:
31.12.2020 ML3 L6287 alle Uhrzeiten

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