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Saisonal kochen / 24. März 2016

Saisonal essen: Das nehmen, was die Jahreszeiten bieten

Warten, bis die Zeit reif ist – die Weisheit gilt auch für Obst und Gemüse: Wer saisonal essen und sich im regionalen Kalender der Natur ernähren möchte, greift Weihnachten nicht zu „frischen“ Erdbeeren und weiß auch, dass unsere Tomaten nicht zwölf Monate im Jahr Hochsaison haben können.

Saisonal essen: Das nehmen, was die Jahreszeiten bieten
© photocrew - Fotolia

Sich regional und saisonal zu ernähren, heißt, Lebensmittel zu kaufen, die in der eigenen Region in der aktuellen Jahreszeit erzeugt werden. Frisches Obst und Gemüse also, das in unserer Klimazone während der laufenden Saison ausreifen kann. Sinn ist es, zwischen Erzeugung und Verbrauch möglichst kurze Wege zurückzulegen. Regionale Produkte haben kürzere Transportwege und sind deshalb umweltfreundlicher. Transporte, insbesondere mit dem Flugzeug, sind umweltschädlich und machen die Vorteile einer ökologischen Erzeugung zunichte. Der saisonale Anbau verringert Heizöl und CO2-Emissionen, da Obst und Gemüse im Freiland angebaut werden und nicht in beheizten Treibhäusern. Zusammengefasst: Das Prinzip, alles zu jeder Zeit zu bekommen, ist für die  Umwelt nicht optimal.

Saisonal essen: Schont die Umwelt, stärkt den Geschmack


Dass es gut ist, das zu verzehren, was unsere Jahreszeiten hergeben, zeigt sich unter anderem im Geschmack. Die Tomate zum Beispiel wird oft viel zu früh geerntet und reift so nicht mehr richtig nach. Das gilt auch für viele Früchte, die uns aus aller Welt erreichen. Die sehr frühe Ernte sorgt für eine verminderte Geschmacksintensität. Erfahrene Köche greifen deshalb lieber zu saisonalen, regionalen Erzeugnissen, um das volle Geschmackserlebnis erfahren zu dürfen. Und auch Ernährungswissenschaftler preisen die saisonale Ernährung: Der optimale Reifestand von Obst und Gemüse weist den höchsten Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen auf, da sie sich erst voll ausbilden, wenn die Pflanzen genügend Sonnenlicht bekommen haben. Zwei Beispiele: Freilandtomaten haben einen um ein Drittel höheren Vitamin-C-Gehalt als ihre Kollegen aus dem Gewächshaus. Ein Salatkopf, der ausgereift im August geerntet wird, hat einen dreifach höheren Wert an wertvollen Flavonoiden als derjenige, der im Frühjahr geerntet wurde.

Das Gute liegt so nah: Immer mehr Deutsche kaufen regional


Bei einer 2013 veröffentlichten Umfrage gaben zwei Drittel der Befragten an, dass sie Obst und Gemüse aus ihrer Heimatregion bevorzugen. Sogar selbst dann, wenn sie dafür in manchen Monaten Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Auch wenn nicht alle Deutschen die regionalen Produkte bevorzugen, auf die Herkunft achten doch die allermeisten (89 Prozent). 42 Prozent tun dies meistens, 47 Prozent manchmal und nur elf Prozent achten gar nicht darauf, wo das Produkt herkommt, ergab die Studie. Weitere positive Aspekte, beim Einkauf Lebensmittel aus der Region zu wählen und saisonal zu essen sind natürlich auch wirtschaftlicher Natur: Die heimische Landwirtschaft wird auf diese Weise unterstützt, der Wirtschaftsstandort gestärkt und die Arbeitsplätze der Umgebung werden erhalten oder gar neu geschaffen.

Saisonal essen: Monatlich wechselnder Speiseplan


Die saisonale Ernährung nach Kalender heißt auch, abwechslungsreich zu essen: Wer sich vorwiegend an das saisonale Angebot hält, ändert automatisch Monat für Monat seinen Speiseplan. Auch vernachlässigte Gemüsearten wie Schwarzwurzeln oder Mangold werden auf diese Weise wieder ins Gedächtnis gerufen und bereichern die Ernährung. Wer sich mit Anbau und Ernte heimischer Obst- und Gemüsearten näher beschäftigt, entwickelt nach und nach ein Gespür für den Jahreskreislauf und weiß, was ihn Monat für Monat erwartet. Und kann sich besonders intensiv auf die Erntezeit freuen: auf saftige Erdbeeren, würzigen Spargel, süße Kirschen und vieles mehr, was das Jahr zu bieten hat.