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Kulinarisch Unterwegs / 24. Juli 2016

So schmeckt Deutschland: Das Rheinland

Die Geselligkeit des Rheinlands und seiner Bewohner zeigt sich auch in der traditionellen Küche. Neben regionalen und saisonalen Produkten haben dort auch Zutaten aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien und den Niederlanden ein zweites zu Hause gefunden. Besonders eng ist die kulinarische Partnerschaft mit den Niederlanden. Schon seit dem 13. Jahrhundert bestand zwischen den beiden Ländern durch die Rheinschifffahrt eine enge Handelsbeziehung. Über diesen Weg gelangte auch der Hering in die rheinischen Kochtöpfe. Bis heute sind Matjes oder in Sahne eingelegte „Heringstipps“ typisch-rheinische Gerichte.

So schmeckt Deutschland: Das Rheinland
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Typisches aus dem Rheinland

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Anders als im Rest von Deutschland sind Fleischgerichte in der rheinischen Küche eher selten. Neben Süßwasserfischen aus dem Rhein wird vor allem viel heimisches Obst und Gemüse zu Eintöpfen, Aufläufen oder Kuchen verarbeitet. Der Grund für den niedrigen Fleischkonsum liegt in der katholischen Prägung des Landes. Die vielen Fastenzeiten beschränkten früher den Konsum von Fleisch, sodass nur an kirchlichen Festtagen und sonntags ein Braten auf den Tisch kam. Besonders berühmt ist dabei der rheinische Sauerbraten. Dieser wurde ursprünglich aus Pferdefleisch hergestellt, wird heute aber meist aus Rind zubereitet. Charakteristisch für den Sauerbraten ist die Beize aus Essig und verschiedenen Gewürzen wie Lorbeerblättern, Gewürznelken und Wacholderbeeren. Diese macht das Fleisch nicht nur zart, sondern auch länger haltbar. In dieser Beize sollte das Fleisch an einem kühlen Ort mindestens zwei Tage ziehen, besser noch eine ganze Woche. Traditionelle Beilagen zum rheinischen Sauerbraten sind Kartoffelklöße und Apfelmus.


Zwar eher selten, aber dennoch verbreitet, ist der Sauerbraten aus Schweinefleisch. Diese Variante trägt den Namen „Pepse“ und wird maximal 48 Stunden in der Beize eingelegt.

Spezialität aus der Eifel: Döppekooche

Spezialität aus der Eifel: Döppekooche

Ein anderes traditionelles Fleischgericht war die Martinsgans. Wer sich diesen Festtagssschmaus allerdings nicht leisten konnte, servierte am Martinstag „Döppekooche“. Das „Festmahl der armen Leute“ besteht aus Kartoffeln, Speck, Zwiebeln und Mettwürstchen. Durch die Zubereitung in einem gußeisernen Topf, bekommt der pikante Kuchen einen ganz besonderen Geschmack. Das aus der Eifel stammende Gericht gibt es auch als süße Nachspeise. Dabei wird der Döppekooche auf Äpfeln, Rosinen und Zimt gebacken.

Kölsch oder Alt – welches Bier darf es sein?

Altbier in Düsseldorf
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Das Rheinland bietet optimale Bedingungen für den Weinanbau. Dennoch ist das Bier das alkoholische Getränk Nummer 1. Je nach Region spaltet sich das Rheinland dabei in zwei große Lager. Der Kölner trinkt bevorzugt Kölsch, ein helles obergäriges und hopfenbetontes Vollbier. 40 Kilometer weiter nördlich in Düsseldorf wird vor allem Altbier ausgeschenkt. Seine dunkle Farbe verdankt das Altbier seinem hohen Anteil an Darrmalz. Beim typischen Imbiss zum Biergenuss sind sich die beiden Parteien aber einig: ein „Halver Hahn“ schmeckt immer. Anders als man auf den ersten Blick vermutet, ist das jedoch kein halbes Hähnchen, sondern ein mit Käse, Gewürzgurken, Senf und Zwiebeln belegtes Roggenbrötchen. Serviert wird das Gericht in jeder Kneipe im Rheinland.