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Kulinarisch Unterwegs / 07. April 2016

Achtung, Fettnapfgefahr: Tischsitten in anderen Ländern

Ob im Urlaub oder auf Geschäftsreise – wer im Ausland zu Tisch gebeten wird, sollte die jeweiligen Tischsitten kennen, sonst kann es durchaus peinlich werden. Fettnapfgefahr droht vor allem in Asien, denn dort scheint unsere deutsche Benimm-Schule nahezu um 180 Grad verdreht. Kurzum: Man kann sich höllisch schnell in die Nesseln setzen.

Achtung, Fettnapfgefahr: Tischsitten in anderen Ländern
© Kzenon - Fotolia


Schmatzen, bei uns verpönt, ist in Asien ein Zeichen des guten Geschmacks. Wer nicht schmatzt, dem schmeckt es nicht. Wenn du dem asiatischen Gastgeber also einen Dienst erweisen möchtest: Schmatze, was das Zeug hält. Dasselbe gilt übrigens auch für das Schlürfen. Deine Mahlzeit enthält Gräten oder andere Reste, die du jetzt hinter vorgehaltener Hand vorsichtig vom Munde in die Serviette befördern möchtet? Falsch! Spucke Gräten, Knochen und andere Reste hemmungslos auf Teller oder Tisch. Das ist in Asien normal, einige Provinzen Chinas sehen für die Reste sogenannte Spuckeimer vor.

Essen im Ausland: Andere Länder, andere Sitten


Warum man Tischsitten in anderen Ländern beachten sollte, zeigt dieses Beispiel: Du bist in China zu einem Geschäftsessen eingeladen und isst deinen Teller leer. Damit willst du – wie in Deutschland gewohnt – dem Gastgeber zeigen, dass es dir gut geschmeckt hat. Dieses Kompliment kommt in China leider überhaupt nicht gut an. Denn ein leerer Teller heißt nur eines: Der Gast ist nicht satt geworden. Dagegen darf man in Malaysia und Korea den Teller getrost leeressen, es gibt Nachschlag. Und in Indien gilt: Unbedingt aufessen, die Verschwendung von Essen wird dort als große Respektlosigkeit aufgefasst.

Achtung Linkshänder: Wer in Thailand mit der linken Hand isst, wird pikierte Blicke ernten. Denn Thais führen nur die rechte Hand zum Munde, die linke Hand kümmert sich um schmutzigere Aufgaben.

In Japan gibt man dem Kellner lieber kein Trinkgeld, dies gilt als Respektlosigkeit. Vorsicht ist auch geboten, wenn ihr mit Stäbchen esst, denn diese dürfen nicht abgeleckt werden, nicht gekreuzt und auch nicht senkrecht in eine Schüssel abgelegt werden. Die Stäbchen werden mit der Spitze nach links auf einen speziellen Stäbchenhalter abgelegt. Es zeugt von schlechten Tischmanieren, wenn Sojasauce über den Reis gegossen wird. Suppe wird bei den Japanern aus Schüsseln getrunken und nicht gelöffelt, dabei ist Schlürfen erlaubt und gern gesehen bzw. gehört. Männer dürfen dabei übrigens geräuschvoller sein als Frauen. Letzte Benimmregel für das Land der aufgehenden Sonne und der höflichen Menschen: Lächeln! Das Essen sollte immer freundlich absolviert werden.

Wenn du in Australien oder Nigeria deinen Daumen nach oben streckst und deinem Gastgeber damit sagen willst „alles tiptop“, beleidigst du dein Gegenüber auf das Vulgärste und zeigst ihm, dass du ihn loswerden willst. Also besser Hände auf dem Tisch lassen.

Apropos Hände auf den Tisch: Während die Deutschen gelernt haben, dass man beim Essen die Hände auf dem Tisch zu halten hat, wird in den USA eine arbeitslose Hand immer auf dem Schoß ruhen. Sieht für uns nicht schön aus, ist in den USA aber völlig normal.

Auch innerhalb Europas gibt es Länder mit anderen Tischsitten


In Portugal bloß nicht nach Salz und Pfeffer fragen. Nachzuwürzen ist ein Affront gegen den Koch und wird sehr übel genommen. Trinkgeld ist in Restaurants hingegen Plicht, man rechnet mit zehn Prozent. Bei den Italienern gilt es als ausgesprochen dusselig, die Spaghetti mit Hilfe eines Löffels um die Gabel zu wickeln. Noch schlimmer: Die Nudeln zu zerschneiden. Cappuccino wird in Italien nur zum Frühstück getrunken und niemals nach dem Essen. Dann ist nur Espresso erlaubt. Wer bei Griechen eingeladen ist, sollte sich mit einer Gegeneinladung revanchieren. Bei Griechen gilt eine Einladung auch als eine Art Machtinstrument. Der Besucher begibt sich in eine Abhängigkeitssituation beim Gastgeber. Daher ist es in Griechenland nicht unhöflich, eine Einladung auch mal auszuschlagen. Lass dich jedoch niemals mehrmals hintereinander ohne Gegeneinladung einladen und komme immer mit Geschenk. Das können aufwendige Blumensträuße, Pralinen oder alkoholische Getränke sein. Und: Versuche nicht zu nicken, denn Nicken heißt auf Griechisch „nein“!