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Food-Trends / 04. Mai 2016

Slow Food: Bewusstes Essen mit Genuss

Slow Food: Das bedeutet nicht, wie man vielleicht denken könnte, „langsam essen“. Nein, vielmehr soll Slow Food als Gegenpol zu Fast Food verstanden werden, dem schnellen Essen zwischen Tür und Angel; weit verbreitet, praktisch, aber eben auch ohne echten Genuss. Die Slow-Food-Bewegung will dagegen das bewusste Essen und Genießen in den Vordergrund stellen und legt gesteigerten Wert auf Nachhaltigkeit, geschmackliche Vielfalt und die Förderung regionaler Küche.

Slow Food: Bewusstes Essen mit Genuss
© andreusK - Fotolia

Slow Food contra Fast Food

Im Jahr 1986 gab es in Rom Proteste gegen die Eröffnung einer McDonald’s-Filiale, die direkt an den Stufen der Spanischen Treppe eröffnen sollte. Zeitgleich sorgte außerdem ein Weinskandal in Italien für Schlagzeilen: Mit Methylalkohol versetzter Rotwein kostete 19 Menschen das Leben, der Ruf italienischer Weine war vollkommen dahin. Zu dieser Zeit gründeten der italienische Publizist Carlo Petrini und seine „Freunde des Barolo“ in den Weinbergen des Piemont einen Verein zur Erhaltung der Esskultur und zur Förderung des bewussten Essens. Petrini wollte das Image des italienischen Rebensafts wieder aufbessern, indem er in einem Weinführer vertrauenswürdige Kellereien auflistete. Die Slow-Food-Bewegung war geboren.

1989 erfolgte die Umbenennung des Vereins in „Slow Food“. Heute ist dieser Verein eine international tätige Non-Profit-Organisation (NPO) mit rund 100.000 Mitgliedern, die sich auf über 150 Länder verteilen. Im Jahr 1992 wurde der Ableger Slow Food Deutschland e.V. geründet. Aktuell zählt die hiesige Slow-Food-Dependance circa 13.000 Mitglieder in 80 regionalen Gruppierungen, den sogenannten „Convivien“. Inzwischen ist selbst der Begriff Slow Food rechtlich geschützt und das offizielle Logo ist passenderweise eine Weinbergschnecke.

Bewusstes Essen: Gut, sauber und fair soll es sein

Drei Säulen tragen die Slow-Food-Bewegung: gut, sauber, fair. „Gut“ bedeutet, dass die Nahrungsmittel frisch, nahrhaft und wohlschmeckend sind. Der Begriff „sauber“ heißt, dass bei der Lebensmittelproduktion weder die natürlichen Ressourcen der Erde noch ihre Ökosysteme belastet werden. „Fair“ schließlich umschreibt das Bestreben, eine Ernährung und eine Lebensmittelherstellung zu fördern, die für soziale Gerechtigkeit steht - also eine angemessene Bezahlung und faire Bedingungen für Produzent, Händler und Konsument.

Petrini und seinen Gefährten geht es um den Genuss beim Essen. Ein qualitativ erstklassiges Mahl erfordert aber auch einen gewissen zeitlichen Aufwand bei der Zubereitung. Slow Food will eine regionale und ökologische Esskultur bewahren und dabei die Vielfalt von Nutztieren, Gemüse, Obst und Getreidesorten erhalten. Daneben will der Verein aber auch aufklären: etwa über die Risiken industriell erzeugter Lebensmittel und der Gentechnik, über Massentierhaltung, den Einsatz von Chemikalien und über Agrarwirtschaft auf Monokulturbasis.

Was sich hinter Slow Cooking verbirgt, verraten wir in diesem Beitrag.