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Gut zu wissen / 12. Mai 2017

Gemüse anbauen - So klappt's auf dem Balkon

Gute Nachrichten für Hobby-Gärtner: Wer Obst und Gemüse anbauen will, braucht dafür nicht unbedingt einen großen Garten. Auch auf Balkon und Terrasse lassen sich zahlreiche Sorten für den Eigenbedarf anpflanzen und ernten. Damit es mit dem Beet im Topf klappt, gilt es einiges über die Pflege und den richtigen Standort zu wissen. Wir zeigen, worauf es beim Projekt "Gemüsegarten im Miniformat" ankommt.

Gemüse anbauen - So klappt's auf  dem Balkon
© ArTo - Fotolia

Grundsätzlich kann fast jedes Gemüse und Obst in Töpfen und Kästen angebaut werden. Am besten eignen sich jedoch Sorten, die mehr in die Höhe als in die Breite oder tief in die Erde wachsen. Das wären zum Beispiel:


  • Bohnen (Busch- oder Stangenbohnen)

  • Tomaten

  • Paprika

  • Radieschen

  • Rucola

  • Gurken

  • Zucchini

  • Erdbeeren, Heidelbeeren

  • Kräuter (Basilikum, Minze, Oregano etc.)

Der Standort


Bevor Obst- und Gemüsepflanzen ins Freie umziehen, steht eine genaue Betrachtung der Balkonausrichtung an. Die meisten Pflanzen brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Nur so können sie Früchte ausbilden. Deshalb gedeihen Tomaten auf einem komplett schattigen Balkon nicht. Aber Achtung: Auch direkte Sonneneinstrahlung ist nicht optimal. Auf Südbalkonen muss das Gemüse deshalb mit einem Sonnenschirm oder einer Markise vor der starken Mittagssonne geschützt werden. Außerdem sollten die Pflanzen möglichst windgeschützt stehen. Für Tomaten sind zusätzlich sogenannte Tomatenhauben empfehlenswert. Sie schützen die Pflanzen vor Regen und Wind und verhindern die Braunfleckenkrankheit, die die Ausbildung der Früchte beeinträchtigen kann.

Der Boden


Als Erde eignet sich ganz normale Blumenerde. Nur auf Mulch sollte verzichtet werden, da die Erde so nicht gut durchlüftet wird. Obst- und Gemüsepflanzen im Topf benötigen mehr Nährstoffe als im Freiland und müssen deshalb regelmäßig gedüngt werden. Biologische Düngemittel mit einem hohen Phosphatanteil sind hierbei ideal. Diese mischt man einfach unter das Gießwasser und gießt die Pflanzen alle zwei Wochen damit. Die Erde sollte jedes Jahr ausgetauscht werden.

Gemüse anbauen auf dem Balkon: Geeignete Sorten in der Detailübersicht

Tomaten anbauen Balkon
© ChiccoDodiFC - Fotolia

Tomaten:
Kleine Tomatenpflänzchen werden im Frühjahr in einem Kübel (Volumen: 10 bis 20 Liter) mit nährstoffreicher Erde eingepflanzt. Sie sind sehr kälteempfindlich und sollten erst ins Freie, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Tomaten wachsen stark in die Höhe und werden später mit den Früchten sehr schwer. Ein stabiler Stab oder eine Tomatenspirale stützt die Pflanze gut ab. Ein sonniger Standort mit mehreren Stunden direkter Sonneneinstrahlung ist für Tomaten ein Muss. Dementsprechend braucht die Tomatenpflanze reichlich Wasser, das am besten mit einem Dünger versehen ist. Dabei aber immer auf die Anleitung des Düngemittels achten: Die falsche Dosierung kann dazu führen, dass der Boden versalzt und der Pflanze schadet.

Extra-Tipp: Den Kübel mit der Tomatenpflanze am besten an die Wand stellen. So ist sie vor Wind geschützt und bekommt zusätzlich etwas von der Wärme ab, die sich im Mauerwerk an heißen Tagen speichert. (Dieser Trick ist übrigens für alle Gemüsepflanzen nützlich.)

Bohnen:
Wer mit seinem Gemüsegarten auch gleich noch für einen Sichtschutz sorgen möchte, sollte unbedingt Stangenbohnen anpflanzen. Die Ranken der Pflanze wachsen sehr schnell in die Höhe und begrünen graue Betonwände. Mitte Mai bis Anfang Juni werden je vier Samen in circa zwei Zentimeter tiefe Löcher gesät. Lässt man die Samen vor dem Pflanzen einen Tag in Wasser ziehen, keimen sie schneller. Ansonsten sind Buschbohnen sehr anspruchslos in der Pflege. An heißen Tagen benötigen sie viel Wasser und das Gefäß sollte ausreichend groß sein, da zwischen den einzelnen Saatlöchern mindestens 40 Zentimeter Platz gelassen werden muss. Am besten also zu einem Balkonkasten greifen. Außerdem brauchen die Pflanzen eine Rankhilfe, an der sie in die Höhe wachsen können. Buschbohnen können hingegen hervorragend in großen Kübeln gepflanzt werden, da sie in die Breite statt in die Höhe wachsen.

Erdbeeren:
Ein Balkon mit Süd- oder Süd-West-Ausrichtung ist der ideale Standort für Erdbeeren. Hier entfalten sie ihr volles Aroma besonders gut. Die kleinen Pflänzchen werden einfach in Blumenkästen im Abstand von circa 20 Zentimetern angepflanzt. Wer den ganzen Sommer lang frische Erdbeeren genießen möchte, sollte verschiedene Sorten nebeneinander pflanzen. Sobald sich nach der Blüte die ersten Früchte entwickeln, sollte die Erde mit etwas Stroh abgedeckt werden, damit kein Wasser über die Erde verdunstet.

Wichtig: Gelbe Blätter und Stängel regelmäßig entfernen und Staunässe vermeiden.

Zucchini:
Die Zucchini bildet sehr große Blätter und braucht eigentlich sehr viel Platz. Für den Balkonanbau sollte man deshalb auf Sorten zurückgreifen, die eher in die Höhe, als in die Breite wachsen. Dazu gehört zum Beispiel die Mini-Sorte „Piccolo“, „Black Forest“ oder „Summer Ball“. Die Samen werden in einem kleinen Topf vorgezogen. Mitte Mai können die Keimlinge dann in ein Gefäß mit einem Fassungsvermögen von mindestens 15 Litern umgetopft und auf den Balkon gestellt werden. Ein sonniger Standort und regelmäßiges gießen sorgen dafür, dass die Zucchini immer wieder blüht und neue Früchte ausbildet.

Kräuter:
Wer gerne kocht und mit verschiedenen Aromen experimentiert, sollte sich unbedingt einen kleinen Kräutergarten pflanzen. Denn in Töpfen und Kästen gedeihen Rosmarin, Basilikum, Minze und Co. ganz hervorragend.  Ein weiterer toller Effekt: Durch die Sonne entfalten viele Kräuter ihren herrlichen Duft, den man vom Liegestuhl aus genießen kann. Aber Vorsicht: Da die Kräuter unterschiedliche Bedürfnisse haben, sollte man nicht wild alles miteinander in einen Topf setzen. Mediterrane Kräuter wie Oregano, Thymian oder Salbei brauchen viel Sonne und Wärme, aber wenig Wasser. Minze mag es lieber ein wenig schattiger und feucht. Basilikum hingegen braucht Licht, Wärme und Wasser.

Checkliste für alle Balkon-Gärtner

  • Halbschattiger und windgeschützter Standort

  • Pflanzen alle zwei Wochen mit Bio-Dünger düngen

  • Für ausreichend Platz sorgen: Töpfe und Kästen sollten ein Volumen von mindestens 10 Litern haben, Obst- und Gemüsepflanzen mit genügend Abstand nebeneinander pflanzen

  • Alle Gefäße sollten ein Loch haben, damit überflüssiges Wasser abfließen kann*

  • Gelbe und welke Pflanzenteile regelmäßig entfernen

  • 1 bis 2 Mal am Tag gießen, an heißen Tagen auch öfter

  • Rankenhilfen und Stäbe zur Stabilisierung der Pflanzen einsetzen