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Gesundheit / 22. März 2017

Steinzeiternährung: Darum geht’s bei Paleo

Die Keule schwingen und auf die Jagd gehen? Nein, darum geht es nicht bei der Paleo-Ernährung. Bei dieser sehr ursprünglichen Ernährungsweise wird gegessen, was die Natur zu bieten hat. Und was unsere Vorfahren in der Steinzeit aßen: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Eier. Nicht erlaubt sind hingegen Getreideprodukte, Milch, Hülsenfrüchte und Zucker.

Steinzeiternährung: Darum geht’s bei Paleo
© happy_lark - Fotolia

Einkaufsliste: Das darf alles auf den Paleo-Teller

Paleo leitet sich von Paläolithikum ab – der wissenschaftliche Ausdruck für die Altsteinzeit. Das ist der Zeitraum, in dem sich die Gattung Mensch entwickelte und an dessen Ende der Homo Sapiens stand. Vor zehntausenden von Jahren bestand der Speiseplan des Menschen nur aus einem Bruchteil der Lebensmittel, die wir heute kennen. Gegessen wurde regional und saisonal – heute Merkmale einer bewussten Ernährung, damals schlichtweg nicht anders möglich. Zucker, Fertigprodukte und künstliche Geschmacksverstärker kannten die Höhlenbewohner nicht. Sie aßen, was sie von den Bäumen pflückten, aus dem Fluss fischten und mit dem Speer erlegten.

Obst

Obst war für den Menschen schon immer eine wichtige Vitaminquelle. Einschränkung: Die Urzeitmenschen in unseren Breitengraden kannten keine Tropenfrüchte wie Bananen. In den Tropen gab es dafür keine Blaubeeren. Und erst recht war keine Obstsorte ganzjährig vorhanden. Paleoaner dürfen sich natürlich am globalen Obstkorb bedienen. Nur den hohen Fruchtzuckergehalt sollten sie nicht aus den Augen verlieren!

Gemüse

Brokkoli, Paprika, Pilze, Avocado oder Salat: Hier können Paleo-Anhänger so richtig zuschlagen! Je mehr, desto besser – und gern als Rohkost oder sanft gedünstet. Gemüse ist kalorienarm und liefert Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine. Kartoffeln und Reis sind zwar Naturprodukte, aber nur bedingt Bestandteil der Paleo-Ernährung. Denn beides kannten unsere Urahnen nicht. In der Steinzeit gab es noch keinen Ackerbau, Kartoffel- und Reispflanze waren noch nicht kultiviert. Deshalb sollten auch bei den heutigen Paleoanern die Gemüseportionen umso größer ausfallen.

Beeren

Was für uns heute Süßigkeiten sind, müssen für die Neandertaler Beeren gewesen sein. Sie sind süß, vitaminreich und lassen sich leicht von den Büschen pflücken.

Fleisch

Damals jagten die Steinzeitmenschen Urzeittiere wie Mammuts. Fleisch war etwas Besonderes und stand nicht täglich auf dem Speiseplan. Wichtige Eiweißlieferanten im Paleo sind: Rindfleisch, Hühnchen sowie Wild wie Reh, Hirsch und Wildschwein. Vegetarier haben es beim Paleo nicht gerade leicht. Sie müssen auf alternative Proteinquellen wie Nüsse zurückgreifen. Gebraten wird das Fleisch übrigens in Kokos- oder Olivenöl. Das gab es in dieser Form zwar früher noch nicht, Oliven und Kokosnüsse hingegen schon.

Fisch

Meer, Seen, Flüsse – ohne Wasser kein Leben. Daher sind frischer Fisch und Meeresfrüchte Bestandteile der Paleo-Ernährung. Entweder in roher Form wie wir es heute beim Sushi kennen oder gekocht und gegrillt. Aber auf keinen Fall paniert und frittiert!

Nüsse

Nüsse und Samen sind viel älter als die Menschheit – und dienen seit jeher vielen Lebewesen als essenzielle Proteinquelle. Es war den Steinzeitmenschen sicherlich noch nicht bewusst, aber Nüsse punkten mit hochwertigen, ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralien.

Eier

Eier haben bekanntlich viel wertvolles Eiweiß zu bieten. Die Steinzeitmenschen plünderten noch Vogelnester. Wir können zum Glück unsere Hühnereier bequem im nächsten Laden kaufen.

Diese Lebensmittel sind nicht geeignet für die Paleo-Ernährung

Was darf im Rahmen der Paleo-Ernährung nicht auf den Tisch kommen? Es beginnt mit dem Frühstück: Getreide ist nicht Paleo-konform. Das bedeutet: kein Brot, keine Brötchen und kein Müsli.

Mittags und abends muss dann für Nudeln, Reis oder Kartoffeln ein sättigender Ersatz her. In diesem Fall: viel Gemüse! Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark waren den Neandertalern ein Fremdwort. Sie sind demnach auch für Paleo-Anhänger tabu.

Fast-Food steht ebenfalls auf der roten Liste: Auf Pizza, Döner und Pommes verzichten echte Paleoaner. Ebenso auf Süßigkeiten. Die Zuckerbomben-Vielfalt von heute hätte den Urmenschen zwar wahrscheinlich gemundet – aber zum Überleben auf Dauer nichts genützt. Fruchtgummi, Schokolade, Kuchen und Eis enthalten reichlich Kalorien, aber keinerlei Vitamine. Tipp: Zum Süßen naturbelassenen Honig verwenden – Wildbienen und ihre mit Honig gefüllten Waben gab es bereits in der Steinzeit.

Vor- und Nachteile: Für wen sich Paleo eignet

Kein Zucker, Alkohol und Kohlenhydrate: Das klingt zunächst gesund. Aber: Wer sich für die Paleo-Ernährung entscheidet, sollte nicht das Ziel haben, eine Diät zu machen. Paleo-Verfechter sind überzeugt, dass die steinzeitliche Ernährungsweise Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Herz-Kreislauerkrankungen, Darmleiden und Krebs vorbeugen kann. Wissenschaftlich belegt ist das aber noch nicht.

Was bei Paleo auf den Tisch kommt, ist nicht gerade kalorienarm. Wird hingegen über einen längeren Zeitraum auf Kohlenhydrate in Form von Brot, Nudeln, Kartoffeln oder Reis verzichtet, Alkohol gemieden und der Zuckerkonsum so gut wie möglich reduziert, purzeln die Pfunde meist wie von selbst. Um aber nur den Winterspeck möglichst schnell zu reduzieren, eignet sich Paleo nicht.

Wer sich unsicher ist, ob Paleo für ihn geeignet ist, sollte lieber im Vorfeld einen Arzt konsultieren.