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Gesundheit / 18. Februar 2017

Was stecht hinter den TCM-Ernährungsregeln?

Traditionelle chinesische Medizin (TCM) beinhaltet mehr als Akupunktur und Qigong. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Wir haben für euch herausgefunden, was gesundes Essen nach alter chinesischer Tradition bedeutet und worauf es bei dieser Ernährungsweise ankommt.

Gesund essen nach den TCM-Ernährungsregeln
© bodich - Fotolia

Die Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin

Im Mittelpunkt der chinesischen Therapie steht das Qi, eine Art Lebensenergie. Der menschliche Körper ist durchzogen von unterschiedlichen Qi-Strukturen. Ein ausgeglichenes Qi ist mit der westlichen Vorstellung von Gesundheit und Wohlbefinden vergleichbar. Für dieses Gleichgewicht, die innere Balance, braucht es in der TCM Yin und Yang. Yin und Yang sind ein Gegensatzpaar, oft dargestellt als eine schwarze und eine weiße Hälfte. Für die Ernährung nach traditioneller chinesischer Medizin nehmen Qi, Yin und Yang entscheidende Funktionen ein. Bei einem Zuviel oder Zuwenig an Yin oder Yang kann es zu Unwohlsein und Krankheiten kommen.

TCM-Anhänger glauben: Ein Yin-Mangel äußert sich in Unruhezuständen. Zu viel Yin führt hingegen zu Übergewicht und Trägheit. Wer zu wenig Yang in sich trägt, leidet unter Müdigkeit und Konzentrationsproblemen. Zu viel Yang macht sich in übertriebenem Betätigungsdrang und Wut bemerkbar. Mit der richtigen Ernährungsweise lässt sich gemäß TCM die Harmonie im Körper aufrechterhalten.

Wie halten sich Yin und Yang die Waage?


In der TCM-Ernährung steht Yin für Kälte und Yang für Wärme. Lebensmitteln werden wärmende oder kühlende Eigenschaften zugesprochen. Im besten Fall enthält jede Speise vor allem neutrale Lebensmittel und gleich viel wärmende und erfrischende Komponenten. Je nach Jahreszeit und körperlicher Verfassung wird der Anteil von Yin oder Yang erhöht. Eine gute Orientierung, um gemäß TCM gesund zu essen, bietet das saisonale Angebot: Frisches Obst und Gemüse aus der Region hält die benötigte Energie passend zur Jahreszeit bereit.

Yin-Lebensmittel: Zitrusfrüchte, Gurken und Tomaten sowie grüner Tee

Sie kühlen den Körper nach dem Verzehr herunter und eignen sich daher besser für den Sommer.

Yang-Lebensmittel: Lauch, Fleisch, Trockenobst und Ingwer

Sie wärmen uns laut TCM von innen und eignen sich besonders gut für kalte Tage.

Daneben gibt es neutrale Nahrungsmittel: Getreide, Karotten, Nüsse und Kartoffeln sollen den Hauptbestandteil der Ernährung nach TCM ausmachen. Neutrale Lebensmittel wirken sich positiv auf das Qi aus.

Die fünf Elemente in der TCM


Teile der TCM-Ernährungsweise werden als Fünf-Elemente-Ernährung bezeichnet. Um nach TCM gesund zu essen, werden Lebensmittel den fünf natürlichen Elementen Feuer, Erde, Metall, Holz und Wasser zugeteilt. Ausschlaggebend dafür ist ihr Geschmack.


  • Feuer entspricht einem bitteren Geschmack. Rucola, Radicchio, Chicorée, Grapefruit und Kaffee zählen etwa dazu. Laut TCM trocknen diese Lebensmittel aus und leiten das Qi nach unten, fördern also die Verdauung.

  • Zum Element Erde zählen süße und milde Nahrungsmittel mit einer hohen Sättigungskraft. Entsprechend dem Element stammt die Nahrung meist direkt aus der Erde: Mais, Kartoffeln, Möhren sowie Obst stillen den Hunger und stärken das Qi.

  • Lebensmittel des Elements Metall weisen einen scharfen Geschmack auf. Zwiebeln, Ingwer und Chilis zum Beispiel spenden wie beim Yang innere Wärme. Solche Lebensmittel feuern den Körper aber auch förmlich an und sorgen dafür, dass das Qi in Wallung gerät.

  • Was sauer schmeckt, gehört dem Element Holz an. Beispiele sind saure Früchte wie Orangen und Äpfel, Gemüse wie Tomaten sowie Essig. Diese Lebensmittel „bewahren die Säfte“. Das bedeutet beispielsweise, dass sie den Körper beim Sport herunterkühlen und man weniger schwitzt. Bei einer Erkältung ist Schwitzen jedoch gesund, saure Nahrung aus dem Element Holz würde sich ungünstig auswirken.

  • Das Element Wasser lässt sich mit einem salzigen Geschmack gleichsetzen. Fisch, Meeresfrüchte und Algen – eben alles was aus den Ozeanen kommt, wird dem Wasser-Element zugeordnet. Diese Lebensmittel enthalten viele Mineralien. Laut TCM wirken sie „aufweichend“ und kommen der Verdauung zugute. Künstlicher Salzgeschmack, wie man ihn aus Fertigprodukten kennt, zählt hingegen nicht dazu.

All diese Geschmacksrichtungen bedingen sich gegenseitig und wirken unterschiedlich auf das Qi. Idealerweise beinhaltet jede Mahlzeit alle fünf Elemente. Verspürt man Heißhunger auf eine bestimmte Geschmacksrichtung, besteht laut TCM ein entsprechender Mangel. Der Körper versucht, ihn mit diesem Signal auszugleichen.

Generelle TCM-Regeln, um gesund zu essen


Die TCM-Ernährungsweise beruht auf Prinzipien aus dem Taoismus. Ihre Wirkungsweise und heilenden Eigenschaften sind wissenschaftlich nicht belegt. Allerdings: Dass einige Nahrungsmittel einen wärmenden Effekt haben, andere uns eher erfrischen, lässt sich nicht abstreiten. Ebenso, dass zu einem gesunden Essen vorwiegend frische Lebensmittel gehören und man auf industriell gefertigte Produkte weitestgehend verzichten sollte.

Daneben hält die Ernährungsweise nach traditioneller chinesischer Medizin einige Grundregeln bereit, die den meisten Menschen bekannt vorkommen:


  • Nehmt Mahlzeiten regelmäßig und in entspannter Atmosphäre ein.

  • Großer Hunger ist ebenso schlecht wie ein immenses Völlegefühl.

  • Esst langsam und bewusst – so steigert sich der Genuss.

  • Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Laut TCM-Ernährungslehre besteht es am besten aus einer warmen Speise, die Getreide enthält.