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Baby & Kind / 08. April 2016

Eltern-Angst: Mein Baby wird nicht satt!

Obwohl man den Nachwuchs ständig stillt und füttert, schreit er nach mehr. Eltern plagt dann oft die Angst, dass ihr Baby nicht satt wird. Wie viel Babys und Kleinkinder tatsächlich essen und trinken sollten, damit sie ausreichend ernährt sind, erfahrt ihr hier.

Eltern-Angst: Mein Baby wird nicht satt!
© petunyia - Fotolia

Muttermilch sei Dank: Kaum möglich, dass das Baby nicht satt wird

Gerade die ersten Wochen nach der Geburt sind aufregend: Der kleine Liebling entwickelt sich rasend schnell, lernt immer wieder Neues – und braucht dementsprechend viel Nahrung. Wenn das Baby auch nach dem Füttern noch schreit, sind stillende Mütter oft verunsichert, ob die eigene Milch ausreicht. Fakt ist: Muttermilch nährt das Kind in den ersten Lebensmonaten am besten. Und: Nahezu jede Mutter kann stillen. Nur die wenigsten Mütter haben wirklich nicht ausreichend Milch. Die Nährstoffe in der Muttermilch sind auf die besonderen Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt und stärken sein Immunsystem. Stillen wirkt sich jedoch nicht nur positiv auf die Gesundheit des Kindes aus: Es fördert auch die Uterusrückbildung bei der Mutter. Gleichzeitig festigt das Stillen die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillen: So wird jedes Kind gut genährt

Experten empfehlen, das Kind ab der Geburt bis mindestens zum fünften Lebensmonat zu stillen. Wenn ausschließliches Stillen nicht möglich oder nicht gewünscht ist, sollte das Baby zumindest teilweise mit Muttermilch und teilweise mit Säuglingsnahrung gefüttert werden. Diese Anfangsnahrung ist ab dem ersten Lebenstag für das Baby geeignet. Im Handel erkennt man sie daran, dass sie mit den Zusätzen „Pre“ oder „1“ gekennzeichnet ist. „Pre“-Milch ist dünnflüssig und der Muttermilch am ähnlichsten, während „1er“-Milch zusätzliche Stärke enthält. Dadurch muss das Gewicht des Babys aber stärker kontrolliert werden – es droht Übergewicht.

Wie viel darf mein Baby essen?

Wie häufig und wie lange gestillt wird, richtet sich nach dem Bedarf des Kindes. Innerhalb der ersten Lebenswochen werden die meisten Babys zwischen zehn und zwölf Mal am Tag gestillt. Danach kann es weniger werden, in besonderen Wachstumsphasen auch wieder mehr. Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Körpergewicht benötigt das Kind 150 Milliliter Milch über den Tag verteilt. Wiegt das Baby drei Kilogramm, benötigt es 450 Milliliter Milch am Tag. Wiegt es fünf Kilogramm, sollten es im Laufe des Tages 750 Milliliter Milch sein.

Die tatsächliche Menge Babynahrung sowie Häufigkeit und Dauer des Fütterns können jedoch abweichen. Ob das Baby satt oder nicht satt wird, lässt sich einfach herausfinden: Ein eindeutiger Indikator für eine ausreichende Versorgung ist die Gewichtszunahme.


  • Normalerweise verlieren Babys kurz nach der Geburt erst einmal Gewicht. Spätestens nach zwei Wochen sollten sie das Geburtsgewicht aber wieder erreicht haben.

  • Dann legen sie in den ersten drei Monaten pro Woche bis zu 200 Gramm Körpergewicht zu.

  • Im Alter von vier bis sechs Monaten beträgt die Gewichtszunahme etwa 150 Gramm pro Woche.

  • Im zweiten Lebenshalbjahr kommen in einer Woche rund 100 Gramm mehr auf die Waage.

Schwankungen bestätigen hier aber die Regel. Wichtig ist, dass generell stetig an Körpergewicht zugelegt wird. Die Hebamme und später der Kinderarzt kontrollieren die Zunahme. Ein Zuviel an Muttermilch gibt es nicht.

Häufiger stillen, falls das Baby nicht satt wird

Um „Heißhungerattacken“ beim Baby zu vermeiden, empfiehlt es sich, schon bei den ersten Anzeichen von Hunger die Brust anzubieten. Wenn das Kind den Kopf in Richtung Brust dreht und den Mund öffnet, schmatzende Geräusche macht oder seine Hand in den Mund steckt, sind das eindeutige Signale für Hunger. Je häufiger gestillt wird, desto mehr Milch produziert die Brust. Stillberater empfehlen weiterhin, eine geeignete Stillposition zu finden und mit sogenanntem Wechselstillen die Milchbildung anzuregen. Dazu wird das Kind während einer Stillmahlzeit mindestens zweimal an jeder Brust angelegt.

Schreiendes Baby: Wird es nicht satt?

Wenn das Baby nach dem Stillen trotzdem noch schreit, kann das auch andere Gründe als Hunger haben: Es vermisst den Körperkontakt und möchte wieder die vertraute Wärme spüren. Oder es hat Probleme mit der Verdauung und drückt das durch Brüllen aus. Wer trotzdem Angst hat, dass das Baby nicht satt wird, wendet sich vertrauensvoll an die Hebamme oder den Kinderarzt. Frühestens mit Beginn des fünften Monats und spätestens ab dem siebten Monat sollte ohnehin Beikost gefüttert werden. Ungefähr alle zwei Wochen kann eine weitere der täglichen Muttermilch-Mahlzeiten durch Brei oder Gläschen ersetzt werden. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollte Säuglingsmilch jedoch fester Bestandteil der Ernährung bleiben.

Wie viel darf mein Baby trinken?

Zusammen mit der Beikost können Eltern anfangen, ihrem Kind auch andere Getränke als Säuglingsmilch anzubieten. Nur wenn das Baby Fieber hat oder stark schwitzt, ist eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr auch bei ausschließlich gestillten Babys sinnvoll. Spätestens wenn es dreimal täglich Brei gibt, sind Wasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Fruchtschorlen erste Wahl. Anfangs reichen 100 Milliliter Flüssigkeit am Tag. Je fester die Nahrung wird, desto mehr Getränke sind notwendig. Übrigens: Nasse Windeln mit hellem Urin und weichem Stuhl sind Indikatoren dafür, dass das Baby ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.